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Wiener Morgenzeitung · 1927-03-14 · Heft 2889 (14.3.1927) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2889 (14.3.1927)
Date
1927-03-14
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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6eltc S Men, Montag Wiener Mergenzeitmr- 14. März 1SS7 M. WIENER MORGENZEITUNG KUPON s ■ d n Knuiwort'RItiel Nr« 30 |0| W I E N E R M O R G E N z‘ig l?u""N cTjflj GÜ Kupon Nr. 9 V Hy iu dem W jjfj SPORTPREISAUSSCHREIBEN jgj ein Streik in PalMna. Ser Ausstand in der Stteichholzsadrlk „Rur". Aus Jerusalem wiruns geschrieben: Wenn schon lm aff geweilten eine Vers chä r fung der Klassengegen sähe in den lohten Monaten überall verspüren ist, so gilt das besonders von einem Vorkommnis der fehlen Woche, das in unmittelbarer Verbindung mit -der Arbeitslage steht. Der Fall Betrifft die Streichhplz-fahrik „N u r". Diese Fabrik, die zwei aus Kowno stammenden Brüdern Weizmann gehört, hat es verstanden, sich mit ihrer Produktion in Palästi-na beinahe restlos durchzusetzen, und es steht außer Frage, daß die Besitzer gut verdienen. Ebenso ist seit langer Zeit bekannt, daß die beiden Fabriksbesitzer in allen Arbeiterfragen einen reaktionären Stondpurvkt eiime-hmen, wie er in Europa kaum mehr vorstellbar wäre. In Europa wird es ein Unternehmer foirm mehr wagen, seinen Arbeitern die Zugehörigkeit zur Gewerkschaft zu verbieten, wie es Herr Weizmann tut und öffentlich zugibt. Bor allem aber gibt es in Europa keine Regierung, die den Fragen der sanitäre- Vorkehrungen bei der Arbeit oder denen der Frauen- und Kinderarbeit mit der Gleichgültigkeit gegenübersteht, wie das in Palästina noch iimner der Fall ist. Die Arbeiterschaft der Fabrik „Rur" hat nunmehr in einem Memorandum Forderungen an die Fabriksleitung gestellt, die so bescheiden fln-d, daß sie auch von bürgerlicher Seite, insbesondere im „Haaretz", rückhaltlos anerkannt wurden. Nkan schämt sich säst, einzelne dieser Forderungen wiederzugeben, so etwa die, daß in Zukunft sechs- bis achtjährige Kinder — nicht etwa nicht beschäftigt werden sollen, sondern nicht gerade an den gesundheitsschädlichsten Stellen der Fabrik! Man verlangt bei Löhnen unter 10 Pia stör täglich eine 50proMirtige Ausbesserung, wobei die Löhne, wie ohne Miteres verständlich, noch immer nicht an das Existenzminimum heranreichen dürsten; man verlangt sanitäre Verbesserungen, was gewiß in einer mit Schwefel und Posphor . arbeitenden Fabrik nicht Überflüssig ist; endlich Behandlung durch einen jüdischen Arzt. Der Unternehmer hat alle Forderungen rundweg abgelehnt, die Leitung verfügte Aussperrung, die Arbeiterschaft den Streik. Der Unternehmer wird natürlich in diesem Falle „siegen". Er hat in A8a genügend arabische Frauen - und Kinderarbeit, die er zu noch rriedrigeren Preisen und noch primitiveren Bedingungen erhalten kann. Es bedarf keiner Worte, daß heute die Arbeiterschaft ängstlich davor zurückscheut, einen Streik zu erklären und damit Arbeiter,. iye einen Arbeitsplatz haben, aus diesem heravszunehmen. Wenn M diesem Falle , der Streik mit ausdrücklicher Zustimmung des Waad Hapoel der Histadruch erklärt wurde, so deshalb, weil man sich bewußt war, daß der Arbeitsplatz unter diesen Bedingungen kaum haltbar sei, da die bisher tätig gewesenen jüdischen Arbeiter bereits an ihrer Gesundheit geschädigt sind. Der ganze Fall zeigt erneut, wie dringlich und notwendig eine Arbeitevgesetzgebung ist, die die orientalischen Zustände beseitigt und Bestimmungen trifft, wie sie in Europa etwa MN die Mitte des vorigen Jahrhunderts bereits getroffen wurden und wie sie im Falle »Nur" so sehr «ermißt wurde: fcos 60femefttige Stiftnnnsfcft tot F. A> 8. „MalkabSa". Dia jüdisch-akademische. Verbindung ,Mtkkabäa* feierte Ende Februar das Fest ihres Mseineftchgen Bestandes. Gegründet zu einer Zeit, in der der Zionismus noch als Utopie gegolten hat, war die Mafiabäa eine der ersten, die Herz! treue Gefolgschaft leistete. Mau muß dieses Wirken umsomehr anerkennen« als die Reihen der Makkabäa fast immer aus gänzlich assimAisrten Wiener Kreisen, welchs mit dem Judentum nur mehr ein ganz loses Band verknüpfte. Zuzug er* hielten. In der Verbindung wurden die jungen Leute zu bs» wußten Zionisten. Die Festlichkeiten begannen »m Soniuag den 1h, d. M, mit einer imposanten Auffahrt zum Grabe Herzts, wo eine marmorne Gedenktafel rriedergele-gt wurde. Dienstag fand auf der Bude ein Festkonvent mit anschließender Festkneipe statt, der überaus würdig verlies, Nach einer Festrede des A. H. Arch. Hahn, welcher einen historischen Urb erblick über das Wirken der MaVkabSa gab, begbückwltnjchte der Präses des A. H.rPerbands der A. V. stadimah, Dr. Jcku Landau, die Jubilarin in überaus herzlichen Dorren. Es sprachen noch die , Vertreter der Verbindungen llnitas, Jordiana und Barissia. Der Freitag vereinigte in einem gMütlikhen Beisammensein aus der Bude die Wiener und die aus dem Ausland-zu den Festlichkeiten einfiettoffenen Alten Herren mit ihren Damen und den Aktiven. Der Festkommers fand am Samstag, den 20. Februar. 1 unter der Leitung des Herrn I. u. T. Fichtmann in den j Eäüsn des Hotel Metropole statt. Unter den Festgästen sah man Herrn Oberrabbiner Prof. Dr. H. P. Chajes, den Ehren« burschen A. H. Ing. Johann Kremzaetzky, Hofrat Prof. Dr. Frankfurter,' Direktor der! UMersität-bibNothek zu Men, den Kustol fiel jüdischen Michimis Herrn Prof. Dr. Jakob B r o n n e r, in Vertretung des erkrarckten Präswenten fie- Zionistischen Landeskomrtees Dr. Goldhammer Herrn Schmerler, den Vertreter des Gesomiverfiandes der jüdischen Hochschüler Oesterreichs ,^Judäa" und die iM SeniorenkonveM wehrhafter ztonistisch-akademischer Verbindungen vereinigten Korporationen und viele ander». BegrühungsschrMen und Telegramme liefen unter anderen, von Pros. Dr. Franz Oppenheimer aus Frankfurt a. M., vom Hebräischen Technikum in Haifa und von vielen ausländischen jüdisch-akademischen Korporationen ein. Die Festrede hielt A. tz. Dr. Otto Spiegel, Graz, welcher in markanten Morsen die Bedeutung der Verbindung für die Ertüchtigung der jüdischen Jugend würdigte. Herr Oderrabbiner Prof. Dr. Chajes besprach die historische Aufgäbe der jüdischen Verbindungen und appellierte an die Jungen» nicht auf den Lorbeeren der früheren Generation zu ru^n, sondern 'sich den neuen Ausgaben mit Weicher Aufopferung zu widmen, Ts sprachen noch Hofrat Prof. Dr. Frankfurter, Prost Dr. Brenner. Die Gedenkrede hielt Herr Ing. Johann Kremenehky, welcher der „Makkabäa" ein ehrendes Zeugnis erfüllter Pflicht ausstellte. Auch die weiteren Reden, von denen die des Herrn Redakteur Mo nt ose r besonders hsrvorzuheberi wäre, bewegten sich auf hohem politischen Niveau, und werden in der zionistischen Oeffentlichkeit noch starken Widerhall finden. sie gtSfftmna der Men« Messe. In allen Messehäusern setzte gestern unmittelbar nach Eröffnung der Tore starker Besuch ein, der den ganzen Tag über anhielt. Nach. übereinstimmenden Aussagen zahlreicher Älussteller befanden sich bereits unter den gestrigen Besuchern viele ernste Interessenten, obwohl naturgemäß der erste Tag im allgemeinen bloß der Orientierung der Käufer gewidmet ist. In der Rotunde bildet die Automobil- Ausstellung den Mittelpunkt außerordentlichen Interesses. Die Motorrad-Ausstellung wird womöglich noch stärker besucht, als bei den vorantzegangenen Messen. Sowohl in dieser Abteilung, wie in der Radioindustrie waren gestern schon Abschlüsse zu verzeichnen. Auf dem freien Gelände wurde der polnische Pavillon sehr stark besucht. Nach den dem Bahnhofsdienst der Wiener Messe vorliegenden Meldungen waren bis gestern 4 Uhr nachmittags auf den Mener Bahnhäfen 11,666 Meffchefucher mit Messeausweisen eingetrvsfen. Empfang der polnischen Ehrengäste. Anläßlich der polnischen Sonderausstellung sind zahlreiche offizielle Persönlichkeiten, Fünkttionüre und Vertreter des Wirtschaftslebens aus Warschau in Wien eingetroffen, welche gestern mittMs Gäste der Wiener Messe- Leitung waren. Der Präsident der Messen Kommerzialrat H ochmuth, begrüßte die Erschienen, worauf Gesandter Vertont namens der Bereinigung der polnischen Wirtschaftsexpansion betonte, daß Men und insvesonders die Wiener Messe zum Schauplatz der Ausstellung gewählt worden seien, weil Wien ein große» zentraleuropäisches Handettemporium ist» vrm dem ott# Handewrvege nach alles Richtungen führen. Salti SUIt »Mia in Mw. Empfang durch de» Wsrachi. «Die Misracht-LandeSzentrale in Wien hat die kurze Anwesenheit Rabbi Meir Berlins in Wien dazu benützt, um Mittwoch, den 9. d. M., im Restaurant Barschak dem Führer einen interne,: Empfang zu bereiten. Rabbi Meir Berlin hielt bei dieser Gelegenheit vor mehr als hundert Geladenen ein fast zweistündiges, sehr ausführliches und instruktives Referat über den Stand der MiSrachiorganisation uird Misrachitätigkeit in Palästina, Amerika und in anderen Ländern. Wien, 14. März. rvdtttche Leuchtgasoergistung im Badezimmer. Gestern vormittags wurde der 34jährige Betriebsleiter TheRror Helm in der gleichzeitig als Boderaum dienenden Küche leblos aufgefunden. Auch der Hund Helm» lag tot im Laderaum. Nach den Erhebungen dürfte eS sich mu einen Unfall durch Leuchtgas HandÄn, Großer Einbruch. Gestern nachts haben Einbrecher die Schneiderwerkstätte der Kleider- und Wäscheerzeugerin Marie Hlohil in der Braunfperge-ngasse ausgeplündert. Me kamen vom Keller «ms, Men eine vermauerte Kellertüre auf und gelangten so in die Werkstätte. Ste erbeuteten Y Arbeiteranzüge, 66 Hemden, 60 Blusen, 160 Damenkleider, 13 Sportschosen, ein Motorradge» triebe, eine Knopslochmaschine, einen Holzstoffe? und andere Gegenstände. Da» Schauturnen des Makkabi Y. Für dieses am 26. Marz in den SofiensRen strrttfindendt. Schaurürnen, verbunden mit Tanz, werden große Vonbereitungen getroffen. Das Programm wind neben dem allgemeinen Geräteturnen einige bemerkenswerte Sondernummern enthalten, und zwar eins Sonderausführung dev Turnerinnen, einstubiert vom Ehrenturnrat Emil Popper, rhythmische Bor- Vorführungen der Frauen unter Leitung von HMe Holzer, erste Assistentin der Iran Dohenwieser, pqrterreakrobatifche Vorführungen der Tutnen. einstudiert von Walter Bruckner, unv das Auftreten der Musterriege de» Vivo es Athletikal Club (Budapest). Ein kühner Banditenstreich, In der Mähe vorr P j t t.Sb.u rg hahen, wie aus Newhork gemelLer wird, Banditen eine Straße durch Dynamit an zwei Stellen gesprengt und die Löcher mit Tännenreisig verdeckt. Sie wußten» daß kurz na^er zwei Automobile kommen mußten, die da- Gerd für den Zahltag bei dyn henachoarten Gruben beförderten. Die beiden Automobile stürzten in die Löcher und eS gelang den Banditen, die Eeldfäcke mit 102.000 Dollar zu entwenden und zu entkommen. Selbstmord km Hörsaal, Aus Budapest wird berichtetr Dis an der medizinischen Fakultät der Fünfkirchener Universität tätige Assistenzärztin Dr. Magdalena Frank hat.während der Vorlesung des Professors Entz Zyankali genommen. Sie war in einiges Augenblicken tot. Das Mötiv der Tat ist Unbekannt. Eine Herzogin i« Konkurs. Aus Berlin wird UNS telegraphiert; Das Amtsgerichl von Sprottau hat über das Vermögen der Witwe des Herzogs Ernst Günther zu Schleswig-Holstein, die Herzogin Dorothea Maria auf Schloß Primkenau, das Konkurs« v ersah ren eröffnet. «QQQ<MHiH>QQOQQQOQQO€K»QQiH5H>eQOQQQe<HMKMW»*<MHHKKMreQQ<KKMK»Q€HaQe<Mi>eQe<»QQOQOeeQQQ€HiH L Preis: Elsa Bibliothek von'300 BJntfen II. Preis: Eins Qratlsrelse nacli Palästina HL Prsis: Fünf Dunem Land In Palästina and weiter» 4? Preise Kreuzworträtsel-Preisausschreiben Ausschneiden ■ 1 2 1 - 4 | 9lr,30 PEZEICHNUNG DER WORXil: Wftgpeehtt I Peutscher PUhter* 6 Inselbewohner, 7 l<‘-.' » der pNora", 10 Stammutter, IS lensestrnslie,. 15 Persönliche# Fürwort, 10 Chem. Pormel für Aluminium. Senkrecht: 1 Nachtlokal, 2 Wassertier, 3 Doppdkonsonant, 4 Hoher militärischer Rang, 5 Europäische Hauptstadt, 8 Teile des Jahres, 9 Raum, 11 Ubhaft (Fremdwort), 13 Gold (französ.), 14 französischer Artikel. ' r» i Adresse: — : r ▼nr rvr %%• * Ausschneiden »

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