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Wiener Morgenzeitung · 1927-03-14 · Heft 2889 (14.3.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2889 (14.3.1927)
Date
1927-03-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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1 Polem 35 gros2y | Winn: Zorn Abholcn u»d« Expedition, ll.,Taborstr 141 oder tu einerVersehleißstell« (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenrerkanf in Wien durch die Kolporteure dev Pinun Goldschmied, 1., Wollseile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho Slowakei: Mon.KSB. Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Om. 4. Frankre ich, Belgien: Mon. Pyes. SS R»etis»hl«iir«a Mt Pr#ftsrhOli befc»tt«n. Wiener J DDE ANS KHEVZ# Unser Roman: Seite z 1 [PreljjWjJ Englan d: Mon. 4 Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien: Mon.lOOLewa Schwei a und das fiKtige Ausland monatlich Pres. & Redaktion, Administration: Wien, IL,Taborstr. 1 Telephon: 44-0.38. 43-3-1Ö Ab 6 Ohr abends: Tele* »hon Nr. 81-0-86 u. 31-209 “1., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei ,lnva*) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 693 Nr. 888« Wie«, Maitta». 14 M« 1987 (10. «Beutst 8887). 8. Jahrgang I« redaMenelleu Teil enthaltene eutgeMichc MUteilnngen find durch ei« vorangesetztes E gekennzeichnet. flu riesiger Finauzslaudal in Arnnkreich. IQjOOQ SischSMe. — H Mime« Statt« SSaveitistmme. Pa r is, 13. März. Das „Journal" verzeichnet die Aufdeckung einer großen B e t r u g s a f f ä r e mit einer Schadenssumme von 60 Millionen Francs, die 10.lX)0 KlagenzurFolge haben und in der e i n bekannter Financier schwer kompromittier t sein soll. Die Kriminalpolizei erklärt, es handle sich um einen V e r b a n d v o n F i n a n z m ä n n e r n, an deren Spitze der berüchtigte Rochette stehe, der unter dem Deckmantel zahlreicher Pseudonyme Besitzer vieler kleine r F i n a n z b l ä t t e r gow.sen sei, die ihm dazu dienten, wertlose Titres zu placieren. Seine Agenten reisten in der Provinz umher und lieferten für Staatspapiere wertlose Papiere aus, für die die kleinen Finanzblätter erdichtete falsche Notierungen angciben. Rochette und zwei feiner Komplizen namen s Thorel und M erando wurden verhaftet. BerschSriung des LoBzer rextilakbeiterstreiks. Warschau, 13. März. Die Streittage in Lodz hat sich verschärft. Ein B e r s u ch d e r R e g i e r u n die Textilindustriellen zu Zugeständnissen in der Lohn frage zu bewegen, ist gescheitert. Die Gewerlschaften und das Streikkomitee haben den Beschluß gefaßt, durch die Zurückziehung der Notstandserb eiter.. auf .die Industrie einen verstärkten '»ruck auszuüben. / . re Pwedo« WeMlug.; Rom, 13, März. De Pinedo ist heute früh von B u e n o s Aires äbgeflogen und schon 'na-5 wenigen Stunden in M o n t e v i d e o glatt gelandet. Pogtomhrtzr in SRSDIing. Nnttr sozlaldeinöv.ätis.ch«m DoLsitz. AüS Mr.-Neustadt wird uns berichtet: abends hätten die Hake nkreuzker im Saale . ge» Deutschen Hauses eine Versammlung einberufen. Von den im Saale amvesenden zirka 300 Personen waren gut zwei Drittel Sozialdemokraten, so daß gleich bei Konstituierung der Versammlung der Vorsitz an den sozialdemokratischen Redakteur 5: erz rberging. Der Redner der Frontkämpfer sprach sehr aufreizend, lehnte jede Gemeinschaft mit den Christlichsozialen ab und predigte Pogrome gegen.die Juden. Die Sozialdemokraten, die die Frontkämpfer und Hakenkreuzler zuerst reden ließen, sprachen sod/.nn Wer die Wahlen und endeten die Versammlung mit der Absingung der Internationale. Auf der Straße bildeten die Hakenkreuzler einen Zug und marschierten, v o n den Frontkämpfern flankiert, nationale Lieder singend, durch die Straßen der Stadt. In der Kollonitschgasse kam es zu Zwischenfällen, indem einige Hakenkreuzler Fensterscheiben ein- 'ch lugen. Ae vrotzdeaWea w ttlta für die lltiBtlttfnmt uu;cc äußerst jalj.c.iujer )üt**euiuuii0 taiü) vorgojiern und gestern der siebente Landesparteitag der Großdeutschen Bolkspartei (Wien und Niederösterreich) statt. Räch, eingehenden Beratungen wurde einstimmig eine.vom Parteiobmann Dr. Wotawa vorgelegte Entschließung angenommen, die sich für die Einheitsfront mit den Ch ristlichsozialen ausspricht. Ae Semeluderattwahlen in Plestlug. Aus Wiener«N<?ustaj>l wird uns gemeldet: Nachdem die Bürgerlichen in Piesting seinerzeit chre Mandate zurückgelegt hatten, fanden gestern die Neuwahlen in den Getneinderat statt. Äe Sozialdemokraten erhielten 618 Stimmen, die Bürgerlichen 425 Stimmen. Das frühere Stimmenverhältnis par 596 Stimmen für die.. Sozialdemokraten, während die Bürgerlichen Stimmen hatten. Die Sozialdecriokraten gewannen ein Mandat, das. die Bürgerlichen verlieren. Die Sozialdemokmten haben nunmehr. \o Mandat«, denen 6 Mandate der Bürgerlichen gegenüber-' jtt'LoM. zionistischer Wahlfieg in Köln. Sie literale Mehrheit in der Nultirsgemeinde gebrochen. Köln, 14. März. Bei den gestern ftattgeftmdeaeu Neuwahlen in die hiesige Sultusgemeinde errang die zionistische BolkSpartei einen großen Sieg und konnte die bisher von den Liberalem innegehabte absolute Mehrheit in der Gemeinde brechen. Die Zionisten erhielten bei ziemlich starker Wahlbeteiligung sechs Mandate und zwei Bo r st ehe rp osten, während sie bisher nur vier M a n d a t e und einen Borsteherposten hatte«. Die Zusammensetzung der neue« Kul» tüsgemeinde besteht nunmehr aus acht Liberalen (die zwei Sitze verloren haben), sechs Zionisten, drei Konservativen und einem Mittclpartejler. , Bor einer R-gierungMfe in Deutschland. ToMtz ver DeuMMionalen gegen Dr. Ettesrnunw. Ber liii, 14. März: /Die eu t s chnati o nal eu beabsichtigen midber einmal den Sturz Dr. Stre fern an n s als Außenminister herbe izusüh.en. Seine Haltung vor dem Völkerbund in der S a a r f r a g e hat von deutschnationaler Seite die wütendsten Angriffe geg?:n ihn hervorgerufen.. Der „Lokalanzeiger^ beschuwigt ihn, .nicht nur die Relchsg.und.age ve.-lassen,- sondern, auch, über den Kopf des Kabinetts ünd der Negierun^sparte'.en hinweg, . pexhanhelt'Lü. haben, ttpas ^a^KaVlnM'^ habe sich überhaupt noch nicht mit der. oberschlesisch:» und der, Saarfrage beschäftigt. Dr. Stresemann habe sowohl das Kabinett als. die Koalitionsparteien jetzt einfach'Vor die vollendete Tatsache .gestellt. Für, die politische Auffassung, wie sie Dr. Stresema'.'.N gezeigt'habe, hätten die Deutschnationalen nicht das allergeringste Verständnis und lehnen sie auf das allerenlfchiedenste ab. Stresemann habe ohne Instruktionen und auf eigene Verantwortung gehandelt und werde die Konsequenzen daraus tragen müssen. Wie der ,.Montag-Morgen" erfährt, beabsichtigen.anch die Deutschvölkischen wegen der Vorgänge in Genf schon bei: nächster Gelegenheit im Re ichstag ein Mißtrauensvotum gegen Dr. Stresema nn einMringen. Dawahrscheinlich auch-ein Teil der D:u^chnationalen einemsolchen Mißlrauensvottlm zustimm.n wird, ist dze Möglichkeit einer neuen Regie rungskrise.nicht ausgeschlossen. Reichsaußrnminister Dr. Stresomaun ist in Berlin wieder eingetrofsen und dürfte wahrscheinlich noch heute eine Kabmettssitzung abhalten, in der er über die Genfer T a g u ng Bericht erstatten wird. Heftige Schnrestllrme in gapmi. London, 13. März. Nach Meldungen aus Tokio herrschen in ganz Japan heftige Schneestürme, die zum größten Teil den Bahnverkehr unterbinden. Telephon- und Tesegraphenlmien sind unterbrachen, ebenso viele Kabellinic-n, da sich die schlveren Stürme auf die See hinaus fortsetzen. ' " Auch aus Mulden werden heftige 'Schneestürme gemeldet. Lar New Vorker Schachtnrnier. Die 14. Runde. Berlin, 13. März. Im Newyorker Schachturnier wurde gestern die 14. Rur^e gespielt. Bib>mar hatte den Anzug gegen Niemzowitsch und erösfuete mit dem Damenbauer. Er ging bald zu einem scharfen Angriff auf den feiitdlichen Könitz Über und setzte seinen Gegner matt. Auch die schottische Eröfsnüngs'parti!, S p i e l m a n n - M a r.f h a l l nahm einen sehr lebhaften Verlauf. Spie.mann tetm im Mittelspiel in entscheidenden Bortesl und errang einen schnellen Sieg. Weni ger interessant war die Partie Aljechin gegen Capablanca, die nach kurzem, beiderseits vorsichtigem Spie' remis'wurde. Der Stand des TurnierS nach der 14. Rund« ist fof^cub tr: Cspablanca 10. Aljechin und Niemz"witfih 7.5, Bidmar 6.5, Gpielmann 5.5, Marjhall 5. Ans Srez Israel. «e SittlCnrte du PiiiSftinli-rierlknm». 3 e t u f«[ e nt, 12 .SKä:}. (3. S. St) Sitzes - teilt mit: Die G:jamiei..n^....n oer Palästiiia-Regierung in der Zeit vom 1. April bis 30. November 1926 beliefen sich auf 1,549.042 e. Pst»., die Gesamtausgaben in der gleichen Periode 1^14 980 e. Pst». SSsKtirg« In PdlMm. 3«tu12.Sffiärj. (J.T.L) Sir IohnShuck. b.u rg h, der jetzt hier weilende pernranente Unterstaatssekretär im britischen Kolonialamt, hielte eine Konferenz mit dem Leüer der Zionistischen Exekutive in Palästina, Colonel Kisch ab. In dieser Unterredung wurden die jüdischen Forderungen auf verschiedenen Gebieten des Aufbaues in Palästina in eingehender Wei e besprochen. Der Unterstaatssekretär konferierte sodann mit den Mitgliedern der aralbtzschen Exekutive. Sir John Shuckburgh reiste nach T r a n s j o r d a n r e r» ab, um die Lage in diesem Lande zu studieren. Von dort reist er nach Haifa, um in der Angelegenheit des Baues des Hafens Verfügungen zu treffen und auch in der Frage de: Quarantäne das Erforderliche zu veranlassen. Sie Slaal'Säldlnsel als Lsndwlrtschastsgevlü. - Jerusalem,.12. März. (I. T. A.) Die Lzyptffche Presse fordert die Regierung auf, die Frage der Ümwandlünz -der S i n a i - H a l b i n s e l in ein.LandNüttschaftsge- "biet-ernstlich in- Mvägung zu' ziehen .Zunächst sollen die wahrend-des Krieges der Zerstörung anheimgefallenen Brun-« neu tvieder hergestellt und den Siedlern-allerlei Erleichterungen und Vergünstigungen gewährt werden. Der Lormarsch der Kanionefen. London, 14. März. Den Kantonesen gelang es, die Eiseichahn'i'.'.ie Nanking—Schanghai durch irreguläre Truppen zum Teil zu unterbrechen. - Das chinesische Danstse-Geschwader, das aus 82 Fahrzngen besteht, ist zu den K a n t o ne s« n überge g an GMvdnir des Sattenmörde» «ortt. Der genau vor einer Woche unter dem Verdachte, fem^ Frau in der Badeirmme ermordet zu haben, verhastetel Zimurermann Johann Cozek hat gestern das Geständnis abgelegt, seine Frau in einem Anfall maßloser Wut in der Badewanne erdrosselt zu haben. Er habe ferner Frau hei der Bereitung ihres Bades geholfen, wobei.ihn die Frau frug, wo er die vergangene Nacht verbracht h<che, da er nicht nach Hause gekommen war. Die Gattin habe ihn fortwährend mit. einer „Geliebten" gestachelt, was ihn derart in Erregung brachte, daß er auf sie, die inzwischen in die Badewanne gestiegen war, zusprang, um sie Au schlagen. Die Frau hatte sich in der Wanne erhoben, um ihn abzuwehren. Cozik packte nun seine Frau um d'r Mtte des Leibes und warf sie nieder, wobei er ihr mit der einen Hand den Mund zuhielt, um sie am Schreien zu verhrndem. So oft die Frau versuchte, Au schreien oder 31t schnupfen, fuhr er ihr mit der Hand in de» Mund, bis sie' auf einmal keinen Laut mchr von sich -gab. Sie habe sich nur noch gestreckt. Die beiden Kinder des Mörders sagm aber aus, daß der Vater schon lange den Plan gehabt habe, feine Frau zu ermorden. 3«m filmt Btt {tut itimtnun «uittm Wie uns aus Baden berichtet wird, hat die gestern .horgenommene Einvernahme der von ihrem Galten m den Abgrund gestürzten Frau Höllerer kein Ergebnis gehabt, da sich Frau Höllerer an nichts erinnern kann. ES ist dies eine Folge der erlittenm Gehjrnerschüttet u n ß, und so lvird mit der weiteren Einvernahme gewartet werden müssen, bis ihr das Erinnerungsvermögen wieder zurückkehrt.

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