Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2887 (12.3.1927)
- Date
- 1927-03-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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|Poleo :25gros2y | Wien. Znm Abholen iftdei Rxpedition, li.,Taborstr 1-3 oder ineinorVefschleißstellc (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Pinna Goldschmied. I., Wolleeile 11 Mit Poetversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche Slowakei: Mon.K22 Jugoslawien: Mon.Dia.60 Polen :Mon. S Zloty Deutschland: Mon. Gm.4. Prankr eich, Belgien: Mon. Pres. 85 Ms«h«shi itr*t »et Protf* erholt• »ff«» mibsh»1 ton vor ANS KREUZ Unser Roman: Seite 6 orgenreilung | Preis #tO g| Engl a n d: Mon. 4 Schi Hing Italien Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bul gar ien:Mon.lOO Lewa. S c hw e i z nnd das übrige Aasland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Ohr abends Telephon Nr. 31-0-86 n. 31-209 V1L, Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei Jrnra*) Oesterreicbisohes Postsparkaseenkonto Nr 150 693 «r. mi Wie». Samrta». 12. MS« 1927 (8. Weadar 8887). 9. üahrnan» Im reimfiiottcUcn Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vvrangesetzteS E gekennzeichnet. BBaaflBBflBBBBBflBflBBBBflBBBflflBflflBBSflflaBBf ' Heute famstae > Heute famstae “y a ■ abends, im Saale der JDd. Volksküche, ll.f 3 g Knimmbaumqasse 8 s 8 ■ MEETIHG dar jüdischen Wählerschaft. Referenten: Dr. Desider Friedmann, Gemefnderat Dr. Leop. Plaschkes, Oberbaurat Robert Stricker. Juden und Jüdinnen, erscheinet in Massen! Margen Sonntag “ 10 Uhr vormittags in Gabriels Restauration „Zum Radfahrer“, II., Ausstellungsstraße 86 g Jüdische Nassens i Wählerversammlung: 8 . Referenten: Oberbaurat Robert Stricker, S ■ Dr. Desider Friedmann» "Gemeinderat A ■ Dr. Leop. Plaschkes, Dr.Josef Löwönr ■ B fieris, Din-Josef Örenner. , ■ . . » BBBBBBBBBflBBBBBBBBtiaflBBBBHBBBflBBBBflBBBI■ fet 15. zioniftenvngreß. London, 11. lvtärz. Die Exekutive der zionistischen Organisation hat beschlossen, dem Aktionskomitee vorzuschlagen, den 15. Kongreß für anfangs September 1927 in eine Stadt Mitteleuropas einzubemfeu. Sie Wahle« rum IS zivniftenlongreß. Die Ablieferung der Schekalim. .. Wie wir an anderer. Stelle Mitteilen, soll der 15. Zioräst-enkongreß anfängs September d. I. in einer Stadt Mitteleuropas zu-sammentreten. Die zionistische Exekutive macht aus diesem Anlaß darauf aufmerksam, daß laut' Beschluß des Aktionskomitees die Schekalim bis zum 10. Juni an die. Exekutive abgeliefert werden müssen. Das. Rvglrment betreffend.d i e W a h I.eit Don Delegiert e n zum nächsten Kongreß wird in der allernächsten Zeit veröffentlicht worden. / / j Sir Med Mond, Präsident der SachverstSMgrnkommlst flon der SE Agenev. Jerusalem, 10. März. (I. T. A.) Wie die Palästinensische Telegraph^-Agentur aus guter Quelle erfährt, ist Sir Alfred Mon d, der bekannte engli'sche Politiker und frühere Minister zum Präsidenten der Sachverständigenkommission auserseh, ii, die sich nach Palästina begeben wird, um die Lage und die- Bedürfnisse des Palästina-Aufbaues zu studieren. Mutige Sennmllrattoneu in Athen. R o in, 11. März. Me der „Amdrostano" aus Athen meldet, kam es lvahrend einer Bokkskundgebung gegen die Steuern und die Aufhebung des Mieterschutzes in der Hauptstadt zu Zusammenstößen ontt der Polizei und Truppen, die einige Revowerschülse vyn Demonstrant?« mit Maschinengvwehrfeuer erwiderten. Vier Personen wurden getötet.,Die Demonstranten gingen dann rasch auseinander. Die Polizei hat zahlreiche Verhaftungen vorgenomm^u Aus anderen Städten Griechenlands, besonders aus Thrazien, werden S t r e i 19 gemeldet, an denen auch die Staatsarbeiter teilnehnien. " ' FasUMcher Mleirecht. 11. März. Die Leitung des römischen Fascis- -..-rt die Mieter auf, solche Hausbesitzer, die ihre Mieter über Gebühr steigern, wenn sie Fascisten sind, bei der faseistischen DiSziPlinarkommission anzuzeige n. Rumänisch-russische BerstSndikung? Angebliche Pläne Averesrnr. — Deulschland soll vermitteln? Bukarest, 11.. März. In politischen Kreisen verlautet, daß Ministerpräsident Averescu sich mit dem Plan trägt, eine Verständigung mit Sowjetrußland im Wege einer Vermittlung Deutschlands zu erzielen. Der liberale „Adeverul" schreibt, die rumänische Regierung sei bestrebt, die strittigen Fragen mit Deutschland ehestens einer. Lösung zuzuführcn. Man glaube zu wissen, daß Ministerpräsident Averescu bereit sei, Deutschland bedeutende Konzessionen, so vor allem in der Frage der Liquidierung deutschen Eigentums in Rumänien, zu machen. Averescu sei der Meinung, daß, wcn,n eine Berständigung zwischen Deutschland und Rumänien erzielt sei, auch die Wiederaufnahme normaler Beziehungen mit Sowjetrußland leichter in die Wege geleitet werden könnten. Japan unv der AeffsrableN'Btttrag. Tokio, 11. Mcirz. Aus maßgebender Queue verlautet, daß trotz der Erklärung des Ministers des Aeußeru eine Ratifizierung des Bessärabien-Bertrages gegenwärtig nicht in Aussicht genommen werde. llnte^elchnnag des tfitfi chrnsstschen Handelsvertrages. Angora, 11. Märg. Der Handrls- und Schiffahrtsvertrag zwischen der Türkei und Sowjetmrßbarrd ist heute 'unterzeichnet worden. Ser Dö lerbundrat. Differenzen ln der Saarsrage. Genf, 1i. März. Die heutige Sitzung des Bölkerbmckrates eröffnete Dr. Stresenrann mit einer Beileidskundgebung im Nam.n des Rates wegen der Erdbebenkatastrophe in Japan. Der japanische Delegierte Graf Jshii dankte für diese Kundgebung. Hierauf trat der Rat in die Behandlung der Opiumfrage ein. Ferner wurde über Vorschlag Dr. Stresemanns in seiner Eigenschaft als Berichterstatter für wirtschaftliche Angelegenheiten beschlossen, im Spätherbst d. I. in Genf eine diplomatische Konferenz von Regierungsvertretern für die Ausarbeitung einer internationalen Konvention behufs Abschaffung der Verbote und Einschränku ngen der Aus- und Einführ einzuberufen. Das Datum dieser Konferenz, an der auch Nichdnritglicder des Völkerbundes teilnehmen sollen, wurde auf den 4. Novemher festgesetzt. Die Saarsrage. Wie man vernimmt, stheiue.i bei der Erledigung der Frage der definitiven Zurückziehung der französischen Truppen ans dem Saa.rgebiet ernsthafte Schwierigkeiten ausgetaucht zu sein. Me deutsche Delegation besteht daraus, daß das Datum für deren Zurückziehuni nu mehr end^ü tig festgesetzt wer', e. Me französische Auffassung geht dahin, daß der Zeitpunkt noch nicht gekommen sei, um auf weitgehende Sicherungs-' Maßnahmen, zumind.stens für die Eisenbahnen, zu vernichten. Bis heute abends ist noch kein Fortschritt zu verzeichnen, so daß mit der Möglichkeit einer D i s k u s s i o n in der morgigen öffentlichen Ratssitzung gerechnet werden muß. In diesem Falle entscheidet eine einfache Mehrheit der Ratsmitglieder. Beittschlaad nah Pole«. Reichsnünisjer Dr. Strejemann hat heute nachmittags dem polnischen Außenminister Zaleski den ursprünglich für gestern vorgesehenen Besuch abgestatüet, der etwa eine Stunde dauerte. Der Genfer Berichterstatter des „Daily Telegraph^ meldet: Dr. Stresema. n war bei dem heutigen Presse-Jntcrview in bester Laune, ein Umstand, der Zweifellos ans das erfolgreiche Ergebnis seiner Besprechung mit dem polnischen Anßenminister Zaleski zurückzuführen ist. Diese Entspannung zwischen Deutschlaiü» und Polen hat in Genf eine b e s s e r e A t m o s p h ä r e geschaffen und die Luft für die Erörterung anderer wich iger Fragen geklärt. Man hat hier allgemein die Empfindung, daß die deutsch-polnische Entspannung nicht nur eine Huldigung für das Werk von Locarno, sondern auch für Genf als diplomatischem Mittelpunkt bedeute. . In der vertraulichen Sitzung des Bölkerbundrates wurde Rechtsanwalt Paul Lachenal, der Präsident des Genfer Großen Rates, an Stelle des zurückgetpetenen Lausanner Professors Guex zum Präsidenten des gemischten deutsch-polnischen Schiedsgerichtes ernannt. Präsident Masaryk, der heute vormittags als Zuhör er an der Sitzung des Bölkerbundrates. teilgenommen hatte, wurde heute, nachmittags vom Generalsekretär Sir Eric Drummondin Gegenwart verschiedener höherer.Böllkrbundbeamier empfangen. Bei dieser Gelegenheit hielt Drnmnwnd eine Ansprache, in der er die Verdienste des tschechoslowakischen Staatsoberhauptes um den Weltfrieden und um die Arbeiten des Völkerbundes hervorhob. Präsident Masaryk dankte, indem er die Arbeitsweise und den Berhandlungston des Völkerbundes, die er in der heutigen Ratssitzung zum erstenmal persönlich kennenlernen konnte, würdigte. Eine Kolonisationskonfsrenz im fernen Sften. Die zionistische Srganlsation von der amerikanischen Regierung eingelaven, Mus Newyork wird uns geschrieben: Die amerikanische Regierung veranstaltet in.Honolulu eine panpazisische Konferenz, die ausschli«ßlich kolonisatorische Fragen zu behandeln haben wird. Die Vereinigten Staaten suchen nach den leichtesten und besten Kolonisatwnsmethoden für die sehr schütter bewohnten Landstriche m den entlegenen Gegerwen um den Pazifik. Zu dieser mternativ-' nalen Beratung wurden England, Frankreich, Japan, Australien, Kanada, Indien, Mexiko, Peru und die Zionistische Organisation eingeladen. In der offiziellen Einladung an die Zionistische Organisation schreit der Staatssekretär des Dvpartemertts für Inneres in Washington u. a.: „Me Welt tennt.die Pläne der Zionistischen Organisation für den Aufbau von Palästina. Die in der Zett vom 11. bis 16. April d. I. in Honolulu abzuhaltende Konferenz wird es besonders interessieren, zu erfahren^ wie weit dieser Aufbau Palästinas bisher gediehen ist und welche.Methoden des Aufbaues für die Zukunft geplant sind." Die amerikanische Presse, die jüdische sowohl wie die englische, bemerkt, daß diese Einladung die offizielle Anerkennung der ungeahnten Erfolge der zionistischen Arbeit in Palästina bedeute. Me Konferenz in Honolulu wird eine ernste Arbeitstagung sein, deren Ergebnissen man überall niit berechtigtem Interesse entgegensieht. Ser politische Terror in Manen. m Bombenanschlag. M em e l, 11. März. Dem „Memeler Dampfboot" ivird aus Kowno gemeldet: Heute um 5 Uhr früh wurde auf die Reaktion und die Druckerei der „Lietnvos Zinios", dem Organ der volkssozialistischein Partei, ein Bombenanschlag verübt. Das Gebäude der D r u ck e r e i ist vollständig zerstört worden. Die Maschinen und die Lagervorräte wurden vernichtet. Auch die Redaktion weist Beschädigungen auf. Es wmden zioei Explosionen gehört. Man glaubt, daß «S sich um einen politischen Terrorakt handelt?