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Wiener Morgenzeitung · 1927-03-10 · Heft 2885 (10.3.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2885 (10.3.1927)
Date
1927-03-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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| Polen r LS groszy [ Wien. Zam Abholen mdoi Expedition, ll.,T&hotttf 1*8 oder in oincrVerschlelßsf «llo (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkant in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. I.. Woüreüe tl Mit Postversand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho Slowakei: Mon.K82 Jugoslawien: Mon. Hin. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm.4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 85 Nanhtshisngeo Mi Preiserhötasnpfsn »erbeli »1 teo. Jlr. 9885 aeonm Wiener J IDE ANS KREUZ f Unser ‘ : Seite? I orgemeitung I Preis «O g| Engl a n d: Mon. 4 Schilling Italien Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bul gar ien:Mon.lOO Lewa. S c hw e i z und das flbrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration; Wien, II., Taborstr« 1 Telephon: 44-0-38. 43-3-19 Ab 6 Ohr abends Tele* phon Nr. 31-0-86 u. 31 209 Vll., Lerchenfelderstraßo 1 (Druckerei „Intra“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 693 Wien. Sonntt'tM, 10. MS« 1927 (6. Weadar 5687). 9. Aatzrgana Sie Aussprache Dr. Stresemann—zalesli. Kri» ttnErefrieolsen&es Ergebnis. - BorschlSge an Sie beivekieiligen Regierungen. Jur redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mttleilun.qeit sind durch ein vorangeseyteS E gekennzeichnet. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt Heute Donnerstag, den 10. März 1927, präzise 8 Uhr abends, findet in Barschaks Restauration, II., Große Schiffgasse 8, eine WählerVersammliHia statt. Referenten: Oberbaurat Robert Stricker, Gemeinderat Leopold Plaschkes, Dr. Desider Friedmann. Juden und Jüdinnen! Erscheinet in Massen! Weiterer Bormarsch Der Kanl-messn. Mf(fjQU eingeamniiien? Paris, 9. März. Nach einer Meldung der „Agence Jindopazifiqüe" ist die S ch l a ch t 'u m schau in vollem Gange. Noch nicht bestätigte Gerüchte wollen wissen, das; die Kantonesen bereits ihren Einzug in diese Stadt erzwungen hätten. Durch die Einnahme Su-Tschaus wäre die Eise u ü a hnlr n i e S ch a n g h a i — N a n k i n g unterbrochen, welche die einzige Verbindungsl',7.ie der Noidtruppen nach Schanghai darstellt. ' In den Konz-essionen von .Schanghai ist die Lage ruhig, obwohl für heute ein neuer Generalstreik angekündigt ist. ' .Nach Meldungen aus Schanghai setzen d'e Kantontruppen ihren Vormarsch gegen Nanking fort, wo mehrere Divisionem Nordlruppen konzentriert sind. Das Wetter begünstigt die militärischen Operationen. Der Son jetkomm issär in Schanghai! ist nach Nanking abgereist, um die Freilassung der Frau Borod'.n, der Gattin des russischen Beraters der Kantonvogierung, zu erwirken. Plünderung des chinesischen Zollamtes von Wnhu. Schanghai,' 0. Märq. Gestern drang eine Menschenmenge in die Gebäude des chinesischen Z o l l a nt t c 3 von Wuhu ein und plünderte sie. Die Frauen und Kinder der Fremden wurden nach Schanghai gebracht. Die Männer werden sich, wenn cS sich als notwendig erweisen sollte, ebenfalls dorthin begeben. Antrag auf Berminderung der po'nischen Abgeorimrienzahl. Warschau, S. März. In der heutigen Sitzung des Versassungtzausschusses des polnischen Landtages brachte der Obmann des r •«tiona!dcmokratischen Klubs, Mg. G l o m b i n s k i, im Namen der drei Rechtsparteien einen Antrag auf Aenderung der zurzeit gültigen Wahlor.d» nung ein, die als Verordnung des .Staatspräsidenten erscheinen soll. Dieser Vorschlag sieht eine Verminderung d e r A b g e o r d it eten- und Send orensitze auf ungefähr zwei Drittel ihrer heutigem Zahl vor. Jedenfalls dürste die Zahl der Abgeordneten d r e i h u n d e r t n i ch t übersteigen. In Ostgalizien und in den von Weißrussen und Ukrainern bewohnten Ostmarken Kongreßpolens sollen die nationalen Kurien aufgestellt werden, so daß, unabhängig vom der abgegebenen Stimmenzahl, die polnische Vertretung in diesem Gebiete mindestens ein Dri 11eI der gewühlten Abgeordneten und Senatoren betragen mutz. In Minderheitskreisen empfindet man diesen Antrag als Versuch einer a u ß e r o r d e n-t l «i ch e in> Rechtsbenachteiligung. Me Smellermm des englischen Frauen- Wahlrechte». London, 9. März. Der englische Premierminister empfing gestern eine Deputation, die hauptsächlich aus weiblichen Mitgliedern des Parlaments bestand. Er versprach, noch vor Ostern eine Erklärung der Regierung adzugeben-, wonach das Frauen Wahlrecht schon mit dem 21. statt wie bisher mit dem 30. Lebensjahr eimsetzen soll. Genf, 9. März. Die politischen Besprechungen des heutigen Nachmittags haben um 5 Uhr begonnen. Pünktlich zu dieser Stunde erschien der polnische Außenminister Z a l e f t i bei Dr. Stresemann und blieb bis 6 Uhr bei ihm. Nach der Unterredung wurde folgendes Kommunique .ausgegeben: „Rekchsatttzenminifter Dr. Stresemann empfing heute in Genf den polnischen Autzenminster Zalcski und Halle mit ihm eine Unterredung, in der insbesondere die w l r t s ch a f t l i ch e n B e z i e h u ngen zwischen Deutschland und Polen Gegenstand der Besprechungen waren. Auf Grund dieser Unterredung werden die Leiden Austenmiwister ihren Kabinetten Vorschläge unterbreiten, von denen sie eine Behebung der gegenseitigen Schwierigkeiten erhoffen." Die Unterredung wurde in englischer Sprache geführt und es nahmen an ihr nur die beiden Minister teil. Da.k Ergebnis ist, wie aus dem Kommunique hervorgeht, ein der Erwartung entsprechendes und grundsätzlich nicht unbefriedigend e s. Ergebnisse int Sinne einer materiellen..Verständigung über die schwebenden Fragen selbst sind jedoch mit Rücksicht, auf die kurze, zur Verfügung stehende Zeitspanne und die Notwendigkeit, noch mehr Fachreferenten für eventuelle Verhandlungen znzuziehen, in Gens selbst wohl n i ch i z u c r w a r t en. Nach einer Meldung des „Schweizerischen Preß-Telegraph" wurden insoserne. Positive Ergebnisse erzielt,, als die Verhandlungen über Las deutsche Nieder l a s s n n g s r e ch t in Polen im Zusammenhang mit den Verhandlungen über die, Handelsvertragsfrage, auf diplomatischem Wege wieder ausgenommen werden. Sobald in der N-iedeilassuingsfrage eine Einigung erzielt ist und in den wirischast.?politischen Grundfragen des Handelsvertrages eine Verständigung zustandekommt, sollen die Spezialverhandlungen wieder ausge- Tokio, 9. März. Die aus dem Erdbeb-e.rgebiel vorliegenden Nachrichien lassen erkennen, daß die .'üngste Erdbebenkatastrophe um so verchä ignisvollere Wirkung ni g-e'aüt hat, als sie zum ist wieder das Güiei h.'imsu fjte, daz durch in, letzte Erdbeben schon schwer gelitten hat. Der in diesem Tei'e Japans noch im G.ui'.e gewe'e ie Wiederaufbau wurde wieder fast gänzlich zerstört. Flieger haben sestgestellt, daß die Vevölk rung hu Freien Hrmpje.t oder in langen Zügen zur Küste Hi i wandert. Ueber.all liegen Leichen Herum, die Erde zeigt breite Risse, die Eisenbahnlinien sind zerstört/Telephon und Telegraph funktionieren noch immer nicht. In der Hauptstadt iverden von der Regierung und dem Roten Kreuz Rettungtexped itionen ausgerüstet, die den aus ihren Häu'ern verjagten Menschen Lebensmittel, Kleider und Decken ül erbringen. Die Furcht unter der Bevölkerung ist sehr groß, da nach dem eigentlichen Erdbeben noch minutenlang unterirdischer Don^'.er zu vernehmen war. Die Zahl rer Opfer wird'nach den letzten amtlichen Berichten mit 2275 Toten und 3441 Verwundeten an^egben. 3656 Häust'er wurden durch Brändevo l l st ä n d i g zerstört, 3l 13 tu ch - das Erdbeben vernichtet. Die S.adt M i n e h a m a . ist fast gänzlich zerstört, Kioto hat sehr geiitteu, über 1L00 Menschen fairen hier den Tod. Swataki hat durch Brände großen Schatz n genommen, 200 Hä: er fi.ib dem Feuer zum Opfer gefallet. Kobe ist unversehrt gellieben. Hunderte Flächt in e haben ich in Booten aus vas Meer begeben und sind nicht zu bewegen, wieder ans Land zurückzukchreu. I nommen werden, jedoch von anders zusammengesetzten und unter anderer Führung stehenden Delegationen als bisher. Nach der Besprechung mit Zaleski empfing Dr. Stresemann den französischen Außenminister B r i a n d, mit dem er ebenfalls die zwischen Deutschland und Polen schwebenden Probleme besprach. Die beiden Minister unterhielten sich sodann über die auf der Tagesordnung stehende Saar.frage. Nock) vor dem heutigen Diner, das Dr. Stresemann als Nalspräsident den Mitgliedern des Völkerbundes gibt,, werden Chamberlain und B r i a n d die Ergebnisse der polnisch-deutschen Aussprache miteinander beraten. Die Volkerbundratstagung. Die Form der Bölkerbundverttüge. Genf, 9. Mäyz. Zu Beginn der heutigen Vormittags» sitzung des Völkerbunürates gab der englische Außenminister Chamberlain eine Erklärung ad, die die Form der künftig durch den Völkerbund abzu schließenden Verträge betrifft. Chamberlain sprach den Wunsch aus. daß die Verträge, die vom Völkerbund abgeschlossen werden, kn Zukunft wieder wie früher in die Form von Verträgen zw.ischeu den Staatsoberhäuptern gekleidet werden und nicht, wie es seit dem Vertrag von Versaille üblich war, in die Form von Vertrügen zwischen Negierungen. Dieser aus Grund des Beschlusses der letzten britischen ' Reichskonferenz vorgetragene Wunsch des englischen. Delegierten wurde dom- Nat zur Kenntnis genommen. Sodann wurde «der Bericht Chamberlains über tzic Arbeiten der Kommission zur Bekämpfung des Mädchen- und Kinderhandels und insbesondere über die Untersuchung der Ausdehnung «dieses Handels zur Kenntnis genommen. Die nächste öfisent-liche Sitzung des Rates findet morgen vormittags statt. Wie schon jetzt sestgestellt wurde, hat durch bas Erdbeben ganz besonders die Seidenindustrie gelitten, indem sämtliche Spinnereien, die die sogenannte Tango-Chirimon-Seide produzieren, zerstört worden sind. Die Regierung ist heute zu einem außerordentlichen M i n i st e r r a t zusammcnzetreten, um über die Lage zu beraten. Das zentrum des Erddedens. Das Zentrum des Erdbebens ist der Golf Wakasa, ungefähr hundert Meilen von Osaka entfernt.' Die Distrikte Tamba, Tango und Tajama hatten die meisten Erdstöße zu verzeichnen. Die Heftiikeit des Erdbebens war beinahe die gleiche wie im Mai 1925. Srdsiöhe in Amerika. Aa dn WestWe »er »«einigte« Staaten. C o u c o r d (Newham/syire), 9. März. Hier wurde.ein leichter Erdstoß verspürt, von dem die nreistenHäuser erschüttert wurden. 8n Wanna. H a v a n n a, 9. März. Währender vergangenen Woche versetzten - f o r t g e s etz t e E r d e r s ch ü t t e r u n g e n die Bevölkerung im•.Osten der Insel in einen Zustand dauernden Schreckens. In Santiago de Cuba wurden in drei Ta^en 15 Erdstoße verspürt. Etudentenexzefse in Wilna. Warschau, 9. März. „Nasz Przeg-lad" berichtet auL Wilna, daß an der medizinischen Fakultät der dortigen Hochschule polnische Studenten nicht zulassen wollten, daß j ü d i s ch e S t ud e n t e n in den Seziersälen arbeiten, und diese unter Tätlichkeiten aus den Sälen vertrieben. 2275 Tote und S441 Verwundete in Japan. Furch barr kinirlheitea der Srddedenkatasirophe.

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