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Wiener Morgenzeitung · 1927-03-07 · Heft 2882 (7.3.1927) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2882 (7.3.1927)
Date
1927-03-07
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Setze 2 Lien, Montag Wlsser MorgenzeUung 7. März 1927 TQ-Jl8 IU°J »Ub Ol oife M wft/)lo\iäAlol KUPON ZU DEM KREUZWORTRAETSEL Nr. 23 DER „WIENER MORQENZBlTÜNG 12, I ©rßtibaum und Weizmann. Aus New York wird uns berichtet: In amerikanisch-jüdischen und ganz besonders zionistischen Kreisen werden jetzt die zwei Reden besprochen, die anläßlich des Empfanges des polnischen Sejmdeputierten I. Grünbaum durch den amerikanisch-jüdischen Kongreß, die zionistische Organisation in Amerika und den Verband der polnischen Juden in Amerika int Hotel Baltimore gehalten wurde. Die Begrüßungsrede hielt Dr. Stephen S. Wise. Unter großer Spannung der Anwesenden erhob sich der Präsident der zionistischen Weltorganisation Dr. Chaim Weizmann, der u. a. ausführte, er habe in den alten Zeiten mit Grnnbaum für den Zionismus gearbeitet und gekämpft. Er könne ruhig sagen, daß es in Europa keinen Juden gebe, der kompetenter und berechtigter wäre, über den Kampf der Juden in Polen zu sprechen, als Grünbaum, der diesen Kampf mit Ehre und Würde führt. Bezüglich Griinbaums oppositioneller Stellung zur zionistischen Leitung erklärte Dr. Weizmann, daß die Differenzen zwischen ihm und Grünbaum fundamental verschieden sesen von der Gegnerschaft der anderen Opposition, die leider auch nicht gering ist. Mit einem Hinweis auf das soeben geschlossene Abkommen betreffend die Jewish Agency meinte Dr. Weizmann, er sei überzeugt, daß es noch niemals einen solchen Streit um eine gute Sache gegeben habe als diesen. Er sei überzeugt, daß die Berührung Grünbaums mit den Tatsachen in Amerika, die ihn die Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten der Lage in Amerika werden kennen lernen lassen,?s dahin bringen werde, daß er die Lage besser begreifen und beurteilen wird. Am Schlüsse sprach Deputierter Grünbaum. Er hoffe, daß es ihm während seiner Anwesenheit in Amerika gelingen werde, die amerikanischen Juden zu überzeugen, daß es nicht unwichtig sei, daß sie sich nicht nur für finanzielle Hilfe, sondern auch für die politische Lage der Juden in Polen interessieren. Es sei für die jüdischen Sejmdeputierten von nicht zu unterschätzender Bedeutung, zu wissen, daß hinter ihnen das gesamte amerikanische Judentum steht. Was jedoch die Opposition seiner Gruppe zur zionistischen Leitung betrisst, sagte Grünbaum, so ist bas keine. Opposition, die stört, sondern eine, die den Präsidenten und seine Fopocrungen zu unterstützen und zu stärken sucht. Wäre die Opposition seiner Gruppe nicht vorhanden, so hätte sie Weizmann selbst schaffen müssen. Im übrigen versprach er, sich sehr anzustrengen, um das, was im amerikanischen Zionismus jetzt vorgeht, verstehen 8« lernen, obwohl er schon heute überzeugt sei, daß ihn das, was er hier lernen werde, nicht von seiner Opposition abbyingen, sn dern noch mehr in ihr be kr ästigem werde. Eine alt-neue Pa?8ktina'3eltschrist. „Palästina". Monatsschrift für die Erschließung Palästinas. (Htraysgegehen vom Zionistischen Landeskomitee siir Oesterreich im Selbstverlag, Redaktion Adolf Nöhm 10. Jahrgang, Heft 1/2.) Nunmehr liegt das erste Doppelheft der Zeitschrift „Palästina" vor, welche das Oesterreichische Landeskomitee als Fortsetzung der gleichnamigen, durch mehrere Jahre vor dem Kriege erschienenen Zeitschrift für die Erschließung Palästinas hermisgiht. Wie der einführende Aufsatz daclegt. soll mit strenger Sachlichkeit, von allen Parteiinteressen unbeeinflußt, eine Uebersicht über die Tatsachen und Probleme des Palästina-Aufbaues gegeben, eine möglichst vollständige Sammlung der darauf bezüglichen Taten und Materialien geboten werden. Die Zeitschrift ist in erster Linie den Fragen wirtschaftlichen Charakters gewidmet, über die bei Diskussionen, die den Pcstättms^A-ufbM betreffen, noch bis heute nicht immer und überall uovftändigq Gq-rbeit herrscht. Adolf Böhm, der ist der Pop kriogsperio-de dies« Zeitschrift durch yinige Jahre ihre Leitung inne batte, hat sie wieder übernpmmenr gerade dadurch erhüi« die Zeitschrift jenen durchaus objektiven wirtschastz-wisttznschqstliehen Charakter, fcer einem solchen dulMstischen Unternehmen nottut. Dieses Profis ist auch gleich der ersten Nummer hemlrch aufsedrüch:. Auf den 80 Seiten her drucktechnisch sich vorzüglich repräsentierenden Heftes wird eine Füll? ppp Daten und Materialien übe? den Sümd des jMschen Palästina-Merkes, seine Möglichkeiten und Probleme geboten. Agronom Dr. Zagprodskv in Jerusalem errechnet in einem gründlichen Aussatz die agrarische Aufnahmsfähigkeit Palästinas und kommt tzabyi m dem Schluß, daß 8.6 Mihmnen Dunam noch zur Verfügung stehen. auf denen 84.000 Familien auf je 100 Dunam qnge< siedelt werden können; bei entsppechenden Perbesserungen können noch 145.000 Familien Platz finden und eine Bewässerung durch den Jordan könnte mindestens ebenso vielen Familien Ansiedlungsmöglichkeit auf zirka 2.6 Millionen Dunam schaffen. Als spezielles landwirtschaftliches Gebiet wird das des Orangenbaenes in einem Aufsatz von Dr W. V r n n n erörtert-, der in dem Vorschlag auf Gründung einer Pflanzungsgesellschaft gipfelt. Die Ergebnisse der letzten Jndustr-iezählung in Palästina, die das zionistische Jndustricdepartemeni vorgenommen hat, behandelt I. Ziemann (Tel Awiw), der darauf hinweist, daß schon jetzt Haifa, wo 66 Prozent des in der palästinensischen Industrie arbeitenden Kapitals investiert sind, die Ailsätze als Industriezentrum zeigt. Drei Aufsätze des Heftes sind den Fliianzproblanren des Aufbauwerkes gewidmet, darunter befindet sich der Vorschlag Dr. Artur Nuppins, des Obmaunes der vom letzten Kongreß eingesetzten Anleihckom-- mission, auf Gründung einer Land Settlement Bank. Die sonstigen Aufsätze des überaus reichhaltigen Heftes sind historischer Natur, so über die Geschichte der Arbeiterbewegung u. a. m. Fünfzehn Seiten dieser Doppelnumnier geben tvertvolle Nachrichten und Daten über Bevölkerungsbewegung, Vevlvaltung, Handel, Kolonisation, Industrie, Landwirtschaft und kulturelles Lebe», Landeshygienc, Presse usw. Eine Bücher- und Zeitschriftenschau beschließt das Hesi, das schon jetzt deutlich zeigt, daß hier Materialzusammensassung im übersichtlichster Farm gegeben wird, die für alle am Palästina-Aufbau irgendwie interessierten .Kreise, zionistische und nichtzionistische, jüdische und nichtjüdische, n jeder Hinsicht wertvoll ist. Wien, 7. März. Neuerliche Demonstrationen in einem Kino. Nachdem Freitag einige Tierfreunde im Opernktno gegen Stierkampffzenen in einem Film laut protestiert haben, wiederholte sich dies gestern im Stafa-Kino. Der Film wurde auch avgefetzt und die betreffende Szene hernusgeschnitten. Den der Vorstellung beiwohnenden Mitgliedern des Tierschutzvereines versprach der zufällig anwesende Filmverleiher, diesen Film in Wien nicht werter laufen zu lassen. Auill im Smüfserrtno wurde die beanstandete Szene aus dem Film entfernt. Bitriolattcutat gegen den ehemaligen Geliebten, Gestern mittags hat ditz Hilfsavüeiterin Paula Marintschak vor dem Mondfchetnkeller ihrem ehemaligen Geliebten, der sie im Stiche gelassen hat, ansi gelauert, und ihm ein Fläschchen mit Vitriol gegen das Gesicht geschleudert. Das Fläschchen traf jedoch die Decke des Ausganges und der Mann, dyr 2sijährtae Johann P a w? lasek erlitt nur leichte Verätzungen. Eifersucht auf den gewesenen Geliebten von dem sie ein jetzt einjährigs Kind hat, bildet hie Ursache her Tat. Kasieneinbrnch. Samstag nachts haben unbekannte Täter in den Bureauräumen der Kohlen- und Koksgrotzhandlung Marmore? u. Baywasser einen Einbruch verübt. Sie erbrachen eine eiserne Kaflei, Ob sie Beute gemacht haben, konnte noch nicht festgestellt werden. Die Amtshandlung ist eingelcitet. Wem gehört die silberne Kassette? Aus der Masseverwaltnng des Bankgeschäftes Ullmann u. Komp., wurde von einem Interessenten eln versperrter Schreibtisch ohne Schlüssel erstanden. Als der neue Eigentümer den Schreibtisch öffnen ließ, fand er in einer Lade eine silberne Kassette mit Schmuckft ü cE c n. Interessenten können sich im Fundamte der Poli« direMon melden. AerztUcher Fragekasten. Heilmethode. Alle Methot.cn, einen Bruch ohne Operation zu heilen, ettvcisen sich meistens als Schwindest von Kurpfuschern propagiert. Ein einfacher offener Leistcnvruch kann wohl durch langes Tragen e:n«s Bruchbandes bisweilen sich schließen. — Gertrich. Der Schmerbauch stell: sich meist als ein Teil de« allgemeinen Fettsucht dar, vorausgesetzt, daß es sich hielbei um eine Ausdehnung tes Unterleibes durch Fettmassen Handel, was ein Arzt sistswllnl »ruß. Die Behandlung ist dann dieselbe wie gegen Fettleibigikeit. Diätscheine mit „Mehr ausgeben aiS ein-nehmen." — Masern. Die derzeit in Wien herrschenden Masern haben häuifig Komplikationen, insbesondere Mitrelohrerkrankungen zur Folge. Vorbeugung schwer möglich. — Steril. Die Milchindustrie A. G. verschleißt eine von Professor Pirquet beaufsichtigte fertige Halbmilch, gezuckert. Diese soll nicht gekocht, sondern nur auf dem Wasser- Lade erwärim werden. — Desinfektion. Zur Desinfektion oer Wohnung, in der ein Tuberkulöser gewohnt hat, empfiehlt sich die gründliche Reinigung tos Bodens und der Möbel mit Jprazentigcr Lysollösung, ferner neuerliches Malen der Wohnurtg. Alles Waschbare wird ausgekocht, Teppiche geklopft. DaS genügt. — K. 31. Durch eine Trinkkur werden Sie kaum abmagern, ohne genaue Diäivorschcift erreich: man nicht viel. Ob eure Abmagerung notwendig oder ungefährlich ist, kann nur eine gründliche ärztliche Decibachjung entscheiden. Die verschiedenen Reklame-mittel sind zu verwerfen. — Die Impfung soll im ersten Lobensiahre vorgenommen werden, da man Schädigungen bei älteren Kindern bisweilen beobachten kann. — 20, Leopold. Ob eine Operation im Winter oder Sommer vorgenommen wird, das ist wohl im allgemeinen für den Verlauf gleichgültig. Wunühcilung ist gleich gut, wenn nicht andere Komplikationen eintreten. I. Preis: Eine Bibliothek vor 300 Banden II. Preis: Eine Gratisreise nach Palästina III. Preis: FQnf Dunam Land in Palästina und ", 47 Preise «MMl»M»«ia»WW»MWMe»MWeiWWWa>WWWMWM> I Ausschneiäen- SV/'. 23 BEZEIOBNUNa DBB WORTE; Wa g r e c h 11 2 Soviel wie Alp, 4 Name des Präsidenten der Zionist. Organisation, 13 Der größte Feldherr de? König? Saijl, 14 Alte berühmte Handelsstadt im südlichen Etruiien,15 Jüngst verstorbener jüd. Gelehrter, 17 Ausruf, 13 Beim Militär »Krank*, 21 Für (fremdspr.), 23 Vergnügungslokal, 24 Wiener Schriftsteller (Pseudonym), 25 Fluß in Sibirien, 27 Feldmaße. 28 Reinigung. 29 Sohn Noah’s, 31 Rej?, 33 Stamm, 33 Buchten an der span. Küste, Senkrecht: 1 Engl. Bier; 2 Verflossene (hehr.), 3 Fürwort, 5 Austuf, 6 Aramäischer Ausdruck für „Vater*, 7. Der englische Zoll, 8 Name mehrerer tüik. Staatsmänner, 9 Stadt in der niedftrländ, Provin? Nordhoiland, 10 fleisch (engl,). 11 Toü de? Körpers, 12 Verneinung (franz.), 16 Artikel, 19, Volk, 20 Jüd. Prophet, <31 Vorname eines SchäuspiePHelden von Ibsen, 33 Krankheit, 24 Stadt in der Hast Provinz Cunes, 26 Segelstange, 27 Au?iuf,?o Franz- Fürwort, 34 V01> wort, Name ■m*-*"—rr Adresse? Ausschneiden Erklärung! Ab 13.F«bri»»r «mchelnt täglich ln der „wiener Mgraenjeltung“ ein KreMsworträtsei. Oie Diagramme efndl aua^uschneiden und mit Tinte oaer Tintenbfei auszulüllen und zu gammcim Am Schlüsse unserer Serie sind dann die ge »am m eiten Lösungen »amt den In ieder Nummer befindüohen Rätseikupona an oie „Rfttaelredaktion der Wiener Mergenaeitting« einzusenden. Jede» Einsender kann an der öffentlich stattfindenden Verlesung, deren genauer Zeitpunkt noch bekanntgegeben wird, teilnehmen, Blätter, in welchen unsere Rätsel erseh enen sind, können Jederzeit gegen Einsendung des Betrages in Briefmarken von unserer Administration nachbezogen werden NB. Der Beiashlufi de» auf Seite 2 befindlichen Kupons ist unbedingt erforderlich# 6

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