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Wiener Morgenzeitung · 1927-03-04 · Heft 2879 (4.3.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2879 (4.3.1927)
Date
1927-03-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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- Polen r LS groszy | Wien: Znm Abliolen tridet Expedition, H.,Taborstr t-3 oderineinorVerpehloifisteH« (Trafik) tnonatl.b Schilling Straßenrerkanf in Wien dnrch die Kolporteure der Firma Goldschmied, Wollzeile 11 Mit Postrersand für Wien find Oesterreich monatlich 5 Sohtllinp Tscheche Slowakei: Mon. KÄS Jugoslawien: Mop. Mn 60 Polen: Mon. - ifloty Deatschland: Mon. GÜm. A.Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 86 H»afcs»ht«a*ea M Pttli- »hCh anir«fl ratbshsliss. «k. 8879 M JUDE ANS Hßllllf Unser Roman: Seife 0 J BMWVWMWWWWWMch»-»-' - •—***#*• AB ... . Preis »0 gl Engl an d: Mon. 4 Schi Hing Italien Monatf. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei £ nl g a r i o n: Mon.l 00 Lewa S c hw e i?. and das übrige Anstand monatlich Frcs. F> Redaktion, Administration. Wien, II«, Taborstr. 1 Telephon: 44-0^8, 43-3-10 . .."N- «len. Freitag. L MS« 1927 <30. «dar 5687). Ab 6 Dhr abeud&' Telephon Nr. 314) 86 n. 31-209 Vll.. Lerchenfelderstraße 1 (Drnckerei ,lnra"l Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 693 9. Fahrgang Im fcbattumtUctt Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen fliü» durch ein votangesetzteS E gekennzeichnet. E. «Sc T Plowaii s Winter sp ezlalitMten weiße und braune Gansleberwfirste, ge* selchte Gansbrßste und Bügel, Bratwfirstel u. Augsburger, Zungenpreßkopf sind wieder in allen unseren 562 Verkaufsstellen täglich frisch zu haben, ü M © © (Sitte russisch-rumänische Konferenz. zu KWlnew. Bukarest, 3. Mürz. Morgen beginnt in Kischeue eine rumänisch-russische Konferenz über ,-Technische Grundfragen". .Die Konferenz ist die erste Li«ser Art, die auf rumänischem Gebiet stattfindet. Die russischen Delegierten haben heute den Dnjester überschritten und wurden an der Grenze von den rumänischen Bchörden feierlich, e m st f a rill en. In Kischenew wurde zu ihren Ehren heute mittag ein Bankett gegeben. Morgen findet die erste gemeinsame Sitzung statt. Die Dauer der Konferenz ist auf 5 Tage bemessen. (Die letzte rumänisch-russische Konsevmz fand im Jahve 1924 in Men statt, verlief jedoch ergebnislos.' Die Redaktion.) Der Krieg l« Wim. AllMung der Nordarmee. . , H. ch,a n gh a i, 2. März. /(Reuter.) Z ä h l r e i ch^e S o l d a t. e n von. der Armee S u n t s n a it fä n st s sinst zu den Südtrupsten'^ilb'ergegangen-' Tausende indere sind de.fertie'vi."'" " Demission des Scudenieurs von Schanghai. L o n d o n, 3: März. Aus' Schanghai wird gemeldet, baß der Gouverneur von Schanghai,. S u n - T s ch u a n - Fang, an Marschall Tsang-Tso-Lin seine Demission als Gouverneyr von Schanghai gesendet habe. Er trifft Kreits Anstalten, um sich ins Privatleben zurückzuziehen. Ae mMSrische Lage. L o n d a n, 3.. März. Nach Meldungen aus Schanghai besagen, die letzten Nachrichten, daß die S t e l l u n g der K a it t o mt.ru stpen Lei Hankau n i ch t g e f ä r d e.t ist. In Hunan sind manschurische Streitkräfte nicht über Kaifang hinaus vorgerückt. Tschengtschau wird noch *mmer durch mehrere Truppenteile Wupelfus gehalten. ge Frage der «Mehr koalier Wilhelms. Eine Erttqrmlg des Reichslnnenministers. Berlin^S. März. Im HauShaltsauHchuß des Reichstages kam ReüchSiuneuunuister von Ke ude l l heute auch auf Me.Furage einer eventuellen Rückkehr deS EzkaiserS ttvch Deutschland zu sprechen. Er erklärte, feiner Aiisicht nach sei diese Frage gegenwärtig nacht akut. Das, Kabinett , werde dazu bei der Beratung . .des ferneren Schicksals des Republik-Schutzgesetzes Stellnng nehmen. Der sozialdemokratische Abgeordiretv Sollmann bezeichnotc die Antwort als unbefriedigend. Die Rückkehr des ExkaiferS würde ein« außerordentliche. Beunruhigung. und Berschärfung der imeerpolitischen Kämpfe mit sich bringen. «nswelrpaplere sllr Heimatlose. > . G a n f, 3. März. (Schweiz. Dcp. Ag.) Die Bölkerbundkommission für Verkehrs- und Transitfragen behandelte die Frage der Schaffung einer Ausweiskarte fü r Heimatlose und Personen, hie keinen Paß erhalten können. Sie Föhn ShmNmrgh in Palästina. I e r u > a i c m, 3. März. i.J. T. A.)DerUnter>ta.:tssekretär beS britischen Kolonialamts, Sir John Shnckburgh, ist in Palästina eingetrossen. Wie verlautet, steht sein Palästina-Besuch im Zusammenhang mit der Erledigung einer Reihe von politischen und Wirtschaftsfragen Palästinas, loobei insbesondere der große Ruthenberg- P l a n, mit dessen Verwirklichung im Mai 1937 begon- ""n werden soll, eine Rolle spielt. England und Rußland. Febrile im engllsche« llaterhans. — Kein Abbruch der -aavelsbezlehnngen. — Her!f*wnh Mlbtraaensaalrag gegen Shamderlaln abgelehnt. L o n d o n, 3. März. Im Unterhaus wurde die. Debatte über die Beziehungen zu Rußland durch eine Anfrage Kenworthys eingeleitet, wonach Birkenhead in seiner Rede am Sonntag die russische Regierung eine , „Junta aufgeschwollener Frösche" genannt habe. Von beiden Seiten des Hauses erfolgten laute Zwis ch e n r u fe. Premierminister Baldwin erklärte, von der Angelegenheit n i ch t s z u w i s s e n. Die'Debatte über die Beziehun gen zu Rußland wurde von dem Liberalen Sinclair eingeleitet. Er erklärt«, die britischen Interessen in Rußland bestehen, wie in China, in Frieden und Handel. In den letzten zwei Jahren sei der britische GesamtHandel mit Rußland größer gewesen als mit China: Gerade' in diesem Augenblick wollten einge konservative Mitglieder wie H o rm e,.-daß Großbritannien das Handelsabkommen kündige und als einzige unter den Nationen. Europas die Beziehung e n z u R u ßl a n d l ö s e. Nach ihm erklärte der Konservative Sir ^Robert Horne, daß.Las Handelsabkommen mit Rußland Nicht das gebracht habe, was man sich davon erhofft hatte. Horne sagte, bisher habe er sich dem Abbruch der Handelsbeziehungen widersetzt. Aber wie lange wollen sich. England noch so dumm zeigen? Seiner Ansicht nach habe England di« Grenzen der GÄ>uld im Zusammenhang mit der russischen Agitation in China ökreicht. Die K vi e g s m u n i t i o n sei nHt für die Förderung' -eines besseren Chinas bdstitnint, sondern für 'die Zersto tung der. d ort! gen. Nie-der la ssun.gen Gr oßbrit a n y i e n s. Horne führte dann die französischen Pressekommentare zur russischen Note an,.die. als unverschämt bezeichnet werden müsien. Er hoffe, die Regierung sei berkit, zu tun, was ihr obliegt. M a e d o n a l d bedauerte tief die Rede Hör n e S. Das Handelsabkommen werde durch die Propa- Sie Ssilste«. Oradea-Mare (Gwßwardein). 3. .März. Da sich hier in der letzten Zeit wiederholt Uebersäll« auf Juden ereigneten, suchte eine aus Vertretern aller jüdischen Parteien zusammengesetzte Abordnung den Polizeipräfekten Stefmt Marcus auf, um ihn auf diese Erscheinungen ausmerksmy M machen. Polizeipräfekt Marcus erklärte, daß er die strengsten und weitgehendsten Maßnahmen ergreifen werde, um die Wiederholung solcher Vorfälle unmöglich zu; machen. Bezüglich der letzten zwei Ueberfälle auf Juden sei bereits die strengste und/rücksichtsloseste Untersuchung im Zuge. „Nicht nur als Polizeipräfekt, sondern auch als Kulturmensch" — schloß der Polizcipräfekt seine Erklärung - — „halte ich die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und deS . Friedens für meine Pflicht." gfat üetycflnnu Slewt in tziist. g a ll d a der K o n s e r v a t < v e n getötet. Er zögett nicht.zu erklären, daß, wenn er i m Amte gewesen wäre, lange vor 1927 eine Note abgesandt worden wär-e, die viel weniger in der Sprache als i ni W e s e n schar» gewesen wäre. Karikaturen und Zeitungsartikel seien nicht berechtigte Gründe für eine Beschwerde de-.- Foreign Office. Chamberlain erklärte zur Kritik Macdonalds, daß die Abmachung der Note verzögert war, er habe ^häufig b e g r ü n bete Vorstellungen gegen bestimmt« Handlungen der Sowjetregierung erhoben. Die Regierung habe jedrxl) keine Genugtuun g erhalten. Chamberlain )nai>> weiter, daß die . . ' - . ' , diplomatischen Beziehungen mit Rußland mcht abgebrochen werden. Er habe der britischen Regierung Geduld und Na ch st ch t arpempfohlen. Er erkenne jedoch, daß es G r e nz fc:n: gebe, über die hinaus .diese Geduld, niicht ertrag^l werden können Die'Regierung behalte sich sowohl di« Zwe-ckmäß^i.gkeit irgendeines Schrittes, als auch.den Zeitpn kt vor, wann er zu erfolgen Hab«. Chamberlain bat. Mäcdonald, die ’ Sowjetregierung nicht in irgendoinem Zweifel' darüberzu belassen, daß c r d i e - selbe nF o r d e tu ngen Wied re gegen wärt i ge R e gie.xu n g stellen wür'de. Chamberlain erklärte, es . häNdle Ich.bei dem Vorgehen ^Rußchnids nicht um eine R«de hier oder'dortes/haMs/W''Ächt"üm' Äüssstr'ü'che' irgendeiner Person, .sondern um eine vorsätzliche Anstiftung der Weltrevolution und die vorsätzliche Einmischung in die inrceren Angeiegeil- Heiken Großbritanniens. Äm Schluffe der Sitzung wurde ein liberaler Abändernngsantr ag, den Gehalt Chamberla ins zum Ausdruck des M i ß t r a u e n s um l00 Pfund zu kürzen, mit 271 gegen 146 Stimmen ab«e - lehnt. Ile ungarische kommunistische Beweguug. B u ld a pe st, 3. März. Me die Blätter melden, hat. der verhaftete soMlistrsche Parbsifühver Stephan Vagi gestaivdeu. daß die sogenaimt« sozialWsche Arlk'!erparte>i Bagi eigentlich die Deckorgan«sa tion der ungarländischen P a r t e i d e r K o m m u n i st e n sei. Schon im Jahre 192tj ioi er mit den Moskauer Sowjets in Berührung getreten und hätte die Betrauung der Organisation der Partei erhalten. Seither sei er ununterbrochen für den Kommunismus tätig gesvestn^ namentlich um unter den jugendlichen Arbeitern Mitglieder anAUwerben. Bag« gibt zu, daß die m a t e r i e l l e n M i -t t e l für diese OrganisalionSarbeit. a u s A! o s k a -n geschickt wurden. Er selbst übernahm von Kocsis monatlich 2000 Dollar, wovon er aber bloß etwa 70 Dollar für feinen eigenen 5!ebensunterhatt verwervdete. Der Rest diente zur Hälfte für Anschaffungen, zur Hälfte für Propaganda unter den jugendlichen Arbeitern. B u k a r e st, 3. März. (I. T. A.) TasKorrektioustriüunal beschäftigte sich gestern mit der Angelegenheit des Studenten I s a k L e s p e s i a n u, der, nur sich einer ihn attackierenden Cuzistengruppe zu erwehren, mit seinem Revolver einen Schuß in die Luft abgab und verhaftet wurde. Lespesianu erklärte, er sei durch die unaufhörlichen Verfolgungen, deneir er als jüdischer Student der Medizin ausgesetzt war, in einen krankhaften Psychischen Zustand geraten. Mehrmals wurde er geschlagen, oft verletzt. Um sich seiner Peiniger zu erwehren, schaffte er .sich einen Revolver an. Es war aber keineswegs seine Absicht, auf jemanden zu schießen^ die Waffe sollte nur als Abschreckungsmittel dienen. Als . er nach dem Schuß in die Lust verhaftet wurde, lourde er auf dent. ganzen Wege zum Polizeikommissariat von: seinen Verfolgern schwer m ißhan d elt, ohne daß die ifyn abführende« Polizisten dagegey einschritten. Das Gericht bestätigte die Haft des jüdischen Studenten. Unter den beschlagnahmten Dokumenten beftiiden sich auch die Kopien der an den Leiter der ungarischen kommumstischcri Zentrale in Moskau, Bela K.un, gesandten Wochenberichte. In einzelnen Berichten heißt es, daß monatlich etwa 200 bis 300 verläßliche Mtglüeder angeworben wurde». In einem Bericht wird hervovgehoben, daß die Anwerbuilg junger Kommunisten, insbesondere in den Levente-For mationen der Provinz, >im besten Gange fei. Sln starkes Ferabebra. Vermutlich in Japan. Hohenheim, 3. März. Die hiesige Evdbeüemvauv ivHu' mit: In der vergangenen Nacht verzeichnsten die Jnstruntente der Warte e-m .starkes Fernbeben. Anfang der Aufzeichnung 2 Uhr 24 Minuten 24 Sekunden, Ende der Bewegung gegen 4 Uhr. Dar Hauptbeben wurde zwifchert 3 Uhr 14 Minuten registriert. Der Herd des Bebens dürfte wahrscheinlich in Japan liegen. Die Entfermmg beträgt mich 8300 Kilometer.

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