Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2878 (3.3.1927)
- Date
- 1927-03-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2981966--29265-3017378- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Budapest 1× ep/1002374
- Pécs 1× ep/1048058
- Radom 1× ep/1000823
OCR text
| Po?f t gS grpsay | Wien: 2am Abholen indöi Expedition, II.,Taborstr 1-8 öder in einerVerschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. I.. Wolleeile 11 Mit Postversand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche Slowakei! Mon. K 22 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Moa. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 85 »hl tagsn bei PtsU- »thOhsngSB ytbeh>1 tos. »r. nn Wiener J ODE ANS KREUZ f Unser Roman: Seite 0 I orgertzrilung Wien, Downetstns, 8. Miln 1987 (29. «dar 8987). | Preis {80 g| Engl a n d:Mon. 4 Schilling Italien Monat!. 20 Lire Rumänien: Mon. 170 Lei Bulgaricn:Mon.lOOLewa. S c hw e i * und das übrige Ausland monatlich Pecs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ah 6 Ohr abends1 Telephon Nr. 31-0-86 n. 31-209 Vll.f LerchonfeIderstraße 1 (Druckerei „Inva") Oesterreichisches Postspar* kaasenkonto Nr 150 693 9. stadrgang MilitSneform in Frankreich. > Viidnng einer Semsrarmee. — Rene Festungidante«. — LergrSßeruug der RSstungsbndge^. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangefetzteS E gekennzeichnet. Sin desertierter Senerai. Du Kampf um Schanghai. Schanghai, 1. März. (Reuter.) General Mengtfchangyueh, ein führender General Suntfchuanfangs, der diesem bereits früher viele Schwierigsten bereitet hatte, ist heute mit seinem Stab desertiert, weil er sich iveigerte, an der Seite der Schantung-Truppen zu kämpfen. Der General hat eine Division befehligt. Es ist noch unbekannt, welche Haltungg die führerlosen Mannschaften einnehmen werden. Man befürchtet, daß dieser Abfall weitere ernste Mißhelligkeiten zwischen den verbündeten Truppen in Sungkiang erivarten lasse. Shamberlaln über die Lage in China. London, 2. März. Im Unterhaus erklärte Chamberlain auf eine Anfrage, daß er sich über die ganze Entwicklung in China nicht nur mit der franzöfischen und der amerikanischen Regi.rung, sondern mit a llen Signatarmächten des Washingtoner Vertrages ins Einvernehmen gesetzt habe. Frankreich und d'ie Bereinigten Staaten hätten die zum Schutze ihrer Staatsangehörigen in China notwendigen Maßnahmen ergriffen, und zwar vollkommen unabhängig von. England. Chamberlain erklärte weiter, angesichts der kritisch e n L a g e in Schanghai hätten die englischen < Truppen borsichtshalber eine Verteidigungslinie außerhalb der internationalen Konzession bezogen. Dse italienisckM Truppen arbeiteten mit England zusammen. Wenn die Kantonarmee diese BerteMgüngÄinie^WW^Hpji^'M . Engländer v o l l st ä n d i g neutral verhalten. Chamberlain sagte weiter, die Regierung müsse für sich das ,-R.Z.-cht -M^An'spLüH-mehrnLn, ihre Truppen überall dorthin zu schicken, wo die chinesische Regierung nicht in der Lage sei, die englischen Staatsangehörigen zu schützen. Die Verteidigungslinie sei nur zu dem Zweck über die Grenzen der Konzession vorgeschoben worden, um zu verhindern, daß chinesische Flüchtlinge Ä>er Prüderer in - die internationale Konzession eindringen Sin dentschpoinischr« Warthe-Abkommen. Verl in, 2. März. Vom 14. bis 16. v. M. sind in Posen die bereits im August 1926 in Oppeln begonnenen Verhandlungen zwischen deutschen und polnischen N e g i e r u n g s v e r t r e t e r n über die Verwaltung der die Grenze bildenden Strecke der Warthe und den Verkehr auf dieser Strecke fortgesetzt wordrir. Die Verhandlungen haben zur Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens geführt. Ae KonsidenteutNgkeit des Abseordneten Woiewoü.kt. Feststellungen des Parlamentsgerichtes. Warschau, 2. März. Das Parlamentsgericht, das die gegen den Abgeordneten Sylvester Wo jew o d sk-i erhobenen Beschuldigungen zu prüfen hatte, fällte heute abends seine Entscheidung. Danach ist nicht bewiesen worden, daß Wojewodski die F u n k t i o n e n e i n e 3 Konfidenten der Defe n s i v e ausgeübt und der Defensive Info rm at tonen über, seine varl a m e ntarischen Kollegen geliefert hat. Dagegen har das Parlamentsgericht sestgestellt, daß Wojewodski bis zum Jänner 1924 der B e r t r a u e n s?n a n n i n n. e r zr u s s i schon Angelegenheiten für die zioeiie Abteilung des Generalstabes war und Informationen über die Politik des weißrussischen Klubs geliefert hat, wofür er Geldsummen zur Verrechnung erhalten hatte. Mit einem Teil dieser Summen bezahlte er seine Informatoren, den anderen Teil verwendete er für politische Wahlzwecke. Minister 3n<e[fi kommt nach Wien. Warschau, 2. Mürz. (Wolfs.) Minister des Aeußern Zaleski tritt heute nachmittags die Reise zur Tagung des Bölkerbundrates an. Aus der Fahrt nach Genf wird sich Zaleski cjinen Tag in Wien aufhalten. Um 4. März fährt der Minister von dort gemeinsam mit dem' ständigen Delegierten Polens in Genf, Minister Sokas, der Warschau erst morgen verlassen ivird, nach Genf weiter. P a r i s, 2. März. Die französische Heeresreform wird vor allem durch die Ueberlegung begründet, daß die deutsche Bcvöbkerungszahl größer sei als die Frankreichs. Matt behauptet, daß Deutschland im Ernstfall 6 Millionen, Frankreich dagegen nur 4.7 Millionen mobilisieren könnte. Außerdem bestehe das Bestreben, als Gegenstück zur -deutschen Reichswehr und zur Schutzpolizei, die schlechthin als Osfizierskovps angesehen werden müssen, eine verstärkte französische Berussarmee zu schaffen. Die neue Heere svorlag? sehe deshalb außer dem regulären Heereskont'mgent von 240.000 Mann eine Berufsarmee von 106.000 Mann vor, während die Zahl der permanenten Militärs der Armee bischer nur 72.000 Mann betrug. Trotz der Herabsetzung der Dienstzeit von 18 auf 12 Monate «werde sich -dadurch eine, Vermehrung der Armeokredite um 300 Millionen Francs ergeben. Die französische Armee wird somit in Zukunft 346.000 Mann zählen, wozu. 175.000 Mann Kolonialtruppen kommen werden (90.000 in Nordafrika und Russische Spionage in Psirm Warschau, .2.- ^MÄze^-DM'^olttische Polizei hat hier eine große, zugunsten Rußlands arbeitende Spion age- Ban de entdeckt.- An shrer' Spitze ständ 'ein eh> maliger 'Generalstabsoffizier der zaristischen Armee, Daniel W i st re n ko,', der unter dem Vorwand, Holzgeschäfte zu betreiben, teilweise auch in Verkleidung das ganze Land bereiste, wo er mit zahlreichen Unteragenten Fühlung unterhielt. Bei einem Mitgli<ü> der Bande fand man ein Paket mit Landkarten, Lichtbilder vott Panzerwagen, Eisenbahnknotenpunkten, Luftfahrtplätzen und verschiedenen Flugzeugtypen. Es wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Ae ungarische» Kommnnifteuverhasiunge«. Budapest, 2. März. Der Leiter der Vagr- Partei in Raab ist gestern abends verhaftet und heute nach Budapest gebracht worden. Ein zweiter kommunistischer Agitator, Franz M o z s y, der in Kaposvar die kommunistischen Zellen zu. organisieren hatte, ist während seines Transportes nach Budapest geflüchtet. Er war von zwei Detektivs ständig beivacht. Dennoch gelang es ihm, die Türe des Wagens aufzustohen und vom fahrenden Zugabzusp ringen. Der Zug wurde sofort zum Halfen gebracht und die Gegend eingehend abgesucht, doch konnte der Flüchtling nicht mehr gefunden werden. Horlhy schickt den Sadraver weg. B u d a p e st, 2. März. Wie „Nemzeti Ujsag" meldet, hat der Reichsverweser den Feldbischof Zadravec, auf Grund des von ihm am 13. Juni 1926 unterbreiteten Ansuchens, mit 1. MäiH 1927 in den Ruhestand versetzt. Politische Morde in Bnlgarie«. Sofl -a, 2. März. In der Ergangenen Woche wurden in Bulgarien mehrere politische Morde verübt. In Dubnik wurde ein Offizier erschossen, in Radom ir ein Lehrer und in Stara Zagora ein italienscherArbeiter. In allen drei Fällen waren M o t i v e politischer Natur im Spiel. - . Meer Hin'ermünner Berl l n, 2, März. Der vöMsche Abgeordnete Jürgen von Ramin erklärt in einem offenen Brief, daß Hitler aus der Großindustrie bezahlt wurde und sich seinerzeit auch -aus dem Bureau eines Berliner Politikers Geld und Instruktionen geholt habe. 85.000 in. den anderen Kolonien). Die Offiziere und Unteroffiziere der Kolonialarmee werden der Armee des Mutterlandes entnommen.werden. Außer den neuen Berufsmilitärs werden 45.000 Zivilpersonen in der Armee angestellt werden, um die Rekruten in den Kasernen und Dr-obittsierungsgeritren von jeder nicht rein militärischen Beschäftigung zu entheben. Solche Mobilmachungszentreu werden an der deutschen un-d ita l 1 e n -is chc n Grenze geschaffen werden. Was die. vom Kriegsminifter Painleve erwähnten geplanten Festungsbauten anbelangt, werden die Kosten mit 7 Milliarde» Francs veranschlagt. Diese Festungsbauten würden einen geradezu gigantischen Gürtel von der Nordsee bis zur Riviera darstellen. Für 1927 wenden die Armeekredite 6074 Millionen Francs betragen, d-ie Ausgaben für die E x p e d i - tionskorps in Marokko und Syrien nicht inbegriffen, gegenüber .1186 -Millionen Francs im Jahre 1914. Irr zionistische Vertreter beim Foternati«' nalen Arbeitsamt. L o n d o n,. 2. März. Wie bereits gemeldet, wurde Herr Dr. Victor Jacobson zum Vertreter ’ der Zionistischen Organisation beim Internationalen Arbeitsamt 'des Völkerbundes ernannt. Der Leiter >des Amtes, Albert Thomas, hat bei diesem Anlaß an Dr. Jacobson lein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: ,^Jch begrüße herzlich Ihre. Ernennung. Gelegentlich Ihres Besuches bei mir -habe ich meinen großen Sympathien für das zionistische Werk Ausdruck gegeben, und ich werde mich sehr freuen, durch Sie mit Ihrer Organisation in ständigem Kontakt zu bleiben." In einem Bri-ef an die .Zionistische Exokutipe in London schreibt Herr Thomas: „Ich versichere Ihnen ausdrücklich, daß die Zionistische Organisation willkommen ist, wenn sie dem Internationalen Arbeitsamt alle sozialen Fragen vörlegt, die beim Ausbau des jüdischen Nationalheims aufgeworfen werden. insoweit sie unseren Arbeitsbereich berühren. Ich erwarte von einer Z usam me na r b ei t der Zionistischen Organisation und des Internationalen Arbeitsamtes sehr fruchtbringende Resultate." Protest der Wischen Jugend Aegyptens gegen den Rumernr rlnuinr. K a i r o, 2. März. Der Bund der jüdischen Jugend Hatvvwcch in Alexandrien -hat an den Völkerbund ein T-elegranmr gesendet, in welchem gegen den Fortbestand des Nunl-erus clausus-in Ungarn, Rumänien und Polen, der den Geist der jüdischen Jugend (ftw&elt, Protest erhoben wird. Es wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß -der Völkerbund diese schändlichen Zustand' nicht länger kcküßig gÄvähren lassen wird. -er Nnanransschub des Mllerbnnder. Genf, 2. März. (Schweiz. Dep.-Ag.) Der Finanz» ausschutz des Bölkerbundrates trat heute zu seiner 26. Tagung znswmnen. Strasversolgnug gegen Krawaststudente« in Paris. Paris, 1. März. (Wolfs.) Uuterrichtsniinister Herriot hat bei der. Staatsanwaltschaft die Einleitung einer Strafv erfolgung, gegen die Urheber der Zwischenfälle in der Bibliothek der rechtswissenschaftlichen Fakultät beantragt, wo der r o y a l i st i s ch e n Studenterwrganistrtion, bzw. der Patriotenliga angehörende Studenten am 8. und 21. Februar in der Bibliothek arbeitende Studenten republikanischer, bzw. sozialistischer BeMnd: überfallen hatten.