Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2877 (2.3.1927)
- Date
- 1927-03-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen»«S groggy | Wien; Zmn Abholen indei Expedition, II., Taborstr 1-8 oder ineinerVerschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1., Wollzeüe 11 Mit Po st rer 8 and für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche Slowakei: Mon.K22 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Om. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 85 N»Afas«lit«a*en bet P»«!s- ih#h *aK•* Titbiktltai. Mr. *877 (IDE ANS KREUZ Unser Ronan: Seite 7 orgenxeilung Men. Mittwoch. 2. MS« 1927 (28. ASar S687). I Preis «O q| Englan d:Mon.4 Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien: Mon. 100 Lewa. S c hw e i a und das übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Dhr abends' Telephon Nr. 31-0-86 n. 31-209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 698 9. FaHrgang Besserung zwischen Berlin und Bari Bor der WiederansnaHme der »erßaudluuge«. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Weizmann und die palSSlneofische Arbeiter« schalt. Jerusalem, 28. Februar. Als Entgegnung auf b-as Telegramm -er Histadruth, das die Be- Müsse der letzten Moazah, insbesonders die Drohung mit dom Rücktritt der Avbeit-ervertreter in der Zionistischen Exekutive (G p r i n z a k und K a - plansky) mitteilt, sandte Dr. Weizmann laut der palästinensischen Presse folgendes Telegramm an >den Vorsitzenden der Arbeiterorganisation Ben G u r i o n; „Den Austritt der Vertreter der Arbeiterschaften aus der Zionistischen Exekutive werde ich als eine Spaltung der Bewegung betrachten. Auch ich werde dann Kurücktreten." Amerikanisches Kapital für Palästina. Nerv York, 28. Februm. (I. L. A.) Richter Ac.nard A. Rosenblatt, Mitglied des Finanz- und Wirtschastsrates der Zionistischen Organisation, hat sich in diesen Tagen nach Palästina begeben. In seiner Gesellschaft reiste eine Abordnung der Gruppe amerikanischer Geschäftsleute für Kapitalsanlage in Palästina. Tie Gesellschaft wird insbesondere die Möglichkeiten einer K a p i t a l sanlage in Orangenpflanzungen prüfen. Auf Ersuchen von Tr. Weizmann wird sich Herr Rosenblatt mit den Möglichkeiten der Gewährung von Anleih en an . die jüdischen Genreindeverwaltungen..-in Palästina auf rein geschäftlicher Grundlage befassem Ter Mordnung gehören u. a. an Israel Matz, Solomon Ulmer, Benjamin Lifschütz und Max Shoolman. Eine neue iüdiHe Partei in Palöftina. Jerusalem, 28. Feoruar. (I. L. A.) Gruppen vmr Kolonisten, Industriellen, Kaufleuten und Handwerkern haben sich zu einer neuen Partei zusammengeschlossen, die sich Nationa leJüdischePartei nennt. Sie wi l mit der Zionistischen Organisation Zusammenarbeiten und dafür eintreten, daß die Organisation für alle Klassen und Interessengemeinschaften der Juden gleichmäßig sorgt. Die Partei ist bestrebt, eine möglichst große Zah. von Delegierten zum kommenden Kongreß zu entsenden. Di - Bartet hielt vor kurzem in Tel Awiw eine Beratung ab. Tier Exekutive gehören u. a. die Heren Smi'anski, Levmuin, Shelush, Weidenfeld und Reichert an. La« palsiftlueusische geheut-Lystem im euMcheu Uutekhaur. London, 28. Februar. ^J. L. A.) Colonel Wedgwood fragte im Unterhaus den Staatssekretär für die Kolonien, ob die Regierung Palästinas geneigt sei, das ottomanische Zehentgesetz durch eine Durchs chnittssteuerbasis zu ersehen. Wenn ja, wann wird diese Aenderung stattfinden? Beabsichtigt die Regierung, endlich auf die Basis des Bode »wertes überzugehen und wamr wird dieser Uebergang stattsinden? Kolomenminister A m e r y erwiderte, die Regierung Palästinas erwäge eben die Frage dev« Ersetzung des gegemvärtigen Systems der Zehentbestcuerung der Bodenprodukte durch ein System fester Abgaben. Was die ziveite Frage betrifft, so erscheint es unmöglich, daß bei B eendi gungdes Landsiedlungswerkes eine Bodeulverlsteuer auferlegt werde» wird; es ist jetzt noch nicht die Zeit, darüber Näheres zu sagen, man könne nicht die zukünftige Lage vorweg nehmen. Colonel Wedgwood fragte weiter, wann das Bodenregister Palästinas serliggestM sein wird. Minister Amery erwiderte, es lasse sich gegenwärtig noch 'ein genaues Datum angeben. Streikbewegung in Frankreich. Paris, 1, März. Die kom m u n isti s ch e Bauarbeitergewerkschaft hat heute eine Generalstreik p a r o l e für ihre Mitglieder ausgegeben. Da aber der Geiverkschaftsbu-nd kvegen der Arbeitslosigkeit den Streik als inopportun bezeichnet hatte, war die Beteiligung nur gering. Wie aus Trotzes gemeldet wir-, haben -ie Delegierten sämtlicher Gewerkschaften der Wirkwarenindustrte ein Aktionskomitee gebildet, das den Beschluß faßte, am 14. M ä r z den G e n e r a l st r e i k für die Textilindustrie auszurufen, falls die Arbeitgeber eine Her- Bbsttzung der Löhne durchführen. Berlin, 1. Maiy. Wie -ie Blätter erfahren, haben die augenblicklichen Besprechungen in der deutsch-polnischen Frage den Zweck, einen W'g zu finden, aus dem es möglich wäre, die Hände l sv e r t rag s v e r ha n d l u>ng e n wieder aufzunehmen. Die bisher'gen Besprechungen haben zu einem Einverständnis darüber geführt, Laß ein Verfahren gesucht werden soll, Las die polnische Souveränität intakt läßt, aber doch zu einer Aufhebung der bisherigen Auswoisungspraxis führt. Man rechnet damit, daß die Verhandlungen, die nach der sicher zu erwartenden Genfer Zusammenkunft zwischen dem Reichsaußen-mimster D r. S t re s e ma nn London, 1. März. Auf Grund einer zwischen Ch a mH e r l a i n und konservativen Abgeordneten gestern abends abgehaltenen privaten Besprechung ist di« Opposition innerhalib der konservativen Partei gegen die Regierungspolitik 'bezüglich Rußlands so gut wie eingestellt, und-.es ist nunmehr klar, daß es zu keinen» Bruch mit Rußland -kommen wird. Ehcvmberlain hat den betreffenden Abgeordneten erklärt, daß, wenn Großbritannien die diplomatischen Beziehungen mit Rußland abbreche, es wahrscheinlich in Sü'dosteuropa und den an Rußland angrenzenden Staaten zu Wirren kommen würde, und er betonte nachdrücklich die Gefahr einsr Jsolioruugspolitik. In manchen Londoner Kreisen glaubt man, daß die Schlußsätze der russischen Noten so gewählt seien, daß sie auf die Möglichkeit einer baldigen Konfe r e n * zwischen Rußland und England hindeuten. Morgen llnterhaurdedatte. London, 1. März. Die Debatte über die englische Politik gegenüber Rußland wird im Parlament voraussichtlich am Donnerstag 'stattfinde- ®?e i olschewlftische Propaganda. Neue Verhaftungen in Ungar». | B u d ape st, 1. März. Die Polizei hat heute t weitere Kommunistenverhaftungen in Raab, Fünfkirchen, Kaposvar, Endröd und in Rakos- 'k e re s z t u r vorgenommen. Die Vevhaftetsn hätten eine Propaganda eingeleitet, damit in den genannten Orten am 21. Mach, dem Jahrestag der Ausrufung der Proletarievdiktatur in Ungarn, eine große allgemeine Demonstration veranstaltet werde. Sie sind auch mit ihren Gesinnungsg nassen in Rumänien in Verbindung getreten, damit an demselben Tage auch in Bukarest ähnliche Kundgebungen veranstaltet werden. Aus den bisherigen Angaben der Verhafteten geht hervor, daß sich die Agitationsarbeit in der Proviniz auch auf die L e v e n t e - F o r - m a t i o n e n erstreckte und insbesondere die . in Na kos 8« r e szt u r vorgekommenen Gehorsamsverweigerungen schii der bolschewistischen Agitation zuzuschreiben 'seien. Heute nachts ist in Budapest in der Gömbgasse die Agitationsschule entdeckt worden, in der als Lehrer der seither verhaftete Alexander Szerenyi, alias Merenyi, Vorträge hielt. In dieser Schule wurde ein ganzes Depot von Flugschriften und Propagandabüchern beschlagnahmt. und dem polnischen Außenminister Zaleski statt finden werden, zu einer Einigung führen können. Wenn damit die Voraussetzungen dafür gegeben - find, daß keine neuen Störungen eintreten, dürften die Handelsvertragsverhandlmrge^ wieder ausgenommen werden. Rückkehr der deutschen Gesandte« «ach Warschau. Berlin, 1. März. Zwischen Lean deutschen GefmMien in Warschau, Rauscher, und den für die deutsch-polnischen Fragen m Betracht kom-menben Berliner amtlichen Stellen geführten Besprechungen sinheute beendet worden. Der Gesund"« ist heute abends wieder -nach Warschau z-urückgcrcrft. Moskau, 2. März. (Delogr, d.' Sowjetunions.) Der Vorsitzende der Verwaltung des Nordischen Chemietrusts, Ufimcew, ist zum Handelsvertreter der Sowjetunion in Oesterreich an Stelle Wolffvns ernannt worden. Sin Fragebogen a« die Mischen Gemeinde« in Pole». Warschau, 1. März. Das Kultusmm rsteriunl versandte soeben an sämtliche jüdischen Gemeinden in Polen einen Fragebogen, der binnen kurzer Frist beantwortet an das Ministerium zurückgesandt werden soll. Der Fragebogen endhält 16 Fragen Wer die Zahl der Muttergemeinden und der zu ihnen gehörenden Dörfer u-nd Siedlungen, die Zahl der in der betreffenden Gemeinde wohnenden Juden, ferner eine Frage betreffend die Zahl der Angestellten und ihrer Gehälter, das Budget für das Jahr 1926 usw. Auffallend ist die eine gleichfalls in der Enquete enthaltene Frage bezüglich des Gewerbes jedes einzelnen Gemeindemitgliedes und d«r politischen Ueberzeugung und Parteizugehörigkeit der Gemeindemitglieder. Es ist nicht recht erfindlich, wie die Gemeindeverwaltungen diese Frage genau beantworten könnten und welchem Zweck diese Frage dienen soll. Frledeniverhandkungcn k» Nikaragua. Managua, 1. März. (Reuter.) Der Führer der Konservativen D i a z gab die Zusage freien Geleites für -wei Anhänger Sacasas und einen Neutralen ztvecks Verhandlungen zur Herbeiführung des Friedens. Sbftrukeruug der zositarifnovesief; Im Zollausschuß des Nationalrates wurde gestern di« Generaldebatte über die Z o l l t a r i f n o v e l l e begonnen. Der Sozialdemokrat.Schneeberger hielt eine DaUerrede, in der er zahlreiche Beschwerden der landwirtschaftlichen Arbeiter vorbrachte. Er schloß mit der Erklärung, daß in demselben Tempo, wie über den Schutz der landwirtschaftlichen Unternehmer verhandelt werde, auch über denSchutzderLandarbeiter verhandelt kverden müsse. Bundeskanzler Dr. Seipel erwiderte auf einige der vorgebrachten Beschwerden, worauf die Sitzung geschlossen wurde. Die nächste Sitzung wurde nach einer längeren Debatte über. den Zeitpunkt der Einberuf.mg, für morgen vormittags angesetzt. Sämtliche sozialdemokratischenMitglieder des Ausschusses sind zum Worte gemeldet. Kein K.Ieg zwischen England und Rußland. eine Konlerem? K» neuer russischer Handelsvertreter fsir Sefterreich.