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Wiener Morgenzeitung · 1927-03-01 · Heft 2876 (1.3.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2876 (1.3.1927)
Date
1927-03-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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| Polen: 25 groszy 1 Wien; Zam Abholen tndei Expedition, ll.,Taborstr 1-3 oder in einerVerschleißstell« (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkanf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1., Wollzeile 11 Mit kostversand ffir Wien Und Oesterreich monatlich 6 Schilling Tscheche Slowakei: Mon K22 Jugoslawien; Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Qm. 4. Frank re i ch, Belgien: Mon. Pres. 35 erhObanirsn »erbebaltss Wiener JODE ANS KREUZ f Unser Roman: Seift 3 1 Morgenreitung | p re | S ~5| j|rg | Enzian d: Mon. 4 Schilling Italien Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bnlgatien:Mon.lOOLewa S c hw e i 2 und das übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration Wien, EL, Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38. 43 3-19 Ah 6 Uhr abends Telephon Nr. 81-0-86 n. 31-209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei Jnva*) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 693 Nr.?876 Me«. Sienstttg, 1. MS« 1927 (27. War 5887). 9. gahr»sim Der Armin Oer Neuwahlen. Wahrscheinlich Oer 84. «ur«. - 8e; Andrang zur Mandalskrip-e. Die 'bevollmächtigten Vertreter der Abgeordnetenverbände der Christlichsogialen, der Großdeubschen und des Landbundes hielten geistern abends eine Besprechung ab, in der sie sich über ihre, g e m e i n s a m e S t e l * lungn ah me zurFrage desWahltermines einigten. Der Obmann der christlichsozialen Vereinigung., Vizekanzler Fink, wird den Beschluß namens der genannten Parteien in der Kr, heule vormittags einberufenen Parteienbesprechung Wer die Arbeiterversicherung bekanntgeben. Der Inhalt des Beschlusses wird noch offiziell geheimgchalten. da er als Antwort auf den Vorschlag der Sozialdemokraten gilt, die Nationalratswahl am -1.5. Mai durchzufü'hren. Wie gestern spät abends verlautete, haben sich die drei bürgerlichen Parteien geeinigt, den G e g e n v o r s ch l a g zu machen, als Wahltag den 24. A p r i l feshuifetzen. Da der.sozialdemokratische Vorschlag die Bedingung enthielt, daß, unbeschadet um die nur mehr kurze Zeit bis zu den Wahlen, die Verhandlungen über die Arbeiterversicherung bis zu einem gedeihlichen, Abschlüsse weitergeführt werden sollen, werden auch die MehvheitAparteien. in ihrer Antwort ein Lippenbekenntnis für die Notwendigkeit der Wetterführung der Beratungen über die Sozialversicherung abgeben.. Kommt eine Einigung der Parteien auf den 24. April zustande, so ist natürlich mit dffr Verabschiedung der 'Zyzialbersicherung an dem vom WahlfiÄer ' geschutMenWtioncür-at nicht mehr zu 'rechnen, da überdies die Osterwoche den parlamentarischckt' Arbeiten . (WrigenI auch-Äer Wahlbewegung) ein Ende setzen wird. Wäre es also Mehrheit und Opposition tatsächlich mit der Arbeiterversicherung ernst, so müßten sie. da doch die Majorität Sommerwahlen ganz apodiktisch ablehnt, sich für die Vornahme von Herbstwahlen entscheiden. Solche erscheinen, trotz aller gegenteiligen Fraktionsbeschlüsse, nicht ausgeschlossen. Allerdings ist eine Verschiebung des TLahltermines auf den Herbst nicht mehr wahrscheinlich Die Wahlvorbereitungen sind, doch «schon zu weit vorgeschritten. D e m n a ch d ü r f t e e s b e i m 24. A p r i l b l e i b e n Die Verhandlungen über die Einheitsfront der Nichtmarxisten sind über vorbereitende Besprechungen nicht hinaus* gediehen. In W i e n sind die Großdeutschen und die mit. ihnen verbündeten Nationalsozialisten (Schulz- Gruppe) entschlossen, mit den Ehristlichsozialen sowohl 'für den Nationalrat als auch sür den Gemeinderat auf gemeinsamen Listen zu kandidieren. In den Ländern sind die Dinge n o 'ch n i ch t 's o w e t t, da die zweite b" Parlament vertretene.deutschnationale Partei, die Landbünbler, selbständig Vorgehen wollen. Die Christlichsozialen laufen also dort Gefahr, den Grotzdeutschen und Hakenkreuzlern sichere Mandate einzuräumen, während die Anhänger dieser Parteien zur Stärkung der nationalen Front die Landbündlerliiste wählen. Aus diesem Grunde und weil das Gedränge üm die^ Mandate auf der Einheitsliste bald beängstigend werden wird, schlägt jetzt bereits ein Mistlichsoziales Blatt vor, ohne Mandatsschacher die niHtsozialdemokratische» Wähler vo'r die Wahl zu stelle n, ihre Stimmen den großen führenden bürgerlichen teien zu geben. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangcsetzteS E gekennzeichnet. TschechifchösterreichifcheHanSelskrife. M dem Mrnch der Handeliverttarsverdaudlungen. '#CHIHA-WeiM HIT iitll» BEWXHRTBSTK KRXFTICUHMHimi ft FÜR tCH\yXCHUCHBo.mKOWVAlE5ZEHTE >AA Prag, 28. Februar. Zu der in auffallender Form erfolgte» Ankündigung dos Blattes des Ministerpräsidenten „Benkov", daß die Handelsvertragsverhandlungen mit Oesterreich in ein kritische s Stadium getreten sind, das den Abbruch der Verhandlungen wahrscheinlich mache, erfährt das „Prager Tagblatt": Die in Wien beendete Besprechung der tschechoslowakischen und österreichischen Zollwünsche hat ergeben, daß die angebotenen Konzessionen von beiden Parteien als absolut unzureich e n d angesehen werden. G ro ß e S ch w i e r i gk eit e« ergaben sich namentlich bei Artikeln der Textil- und der Metallindustrie. Auf Basis der angebotenen Konzessionen waren ohne Rücksprache mit den beteiligten Industrien weitere Verhandlungen unmöglich und deshalb wurde eine Panse bis zum 7. Marz eingeschaltet. Von tschechischer maßgebender Seite wird der Stand der Verhandlungen als z i e m l i ch k r i t i s ch bezeichnet, sodatz es nicht unwahrscheinlich fei, daß bis zum 15. April keine Einigung erzielt wird und ein yertragsloser Zustand eintritt, da stach dem momentanen Stand keine Geneigtheit besteht, düs Pro^sorimn WMrlSnger«.-$fe »oir Deftemidj^ flnöeftpteite« Äon* zessionon wurden im Hinblick ans die letzte« scharfen Zollerhöhungen als unzureichend bezeichnet. Auch die offiziöse „Prager Presse" erklärt, daß die Entwicklung der Verhandlungen in tschechoslowakischen Jndustriellenkreisen starke Mißstimmung hervorgerusen habe. Rachwahlverluste de» lranzSstscheu Link« kartest». Paris, 28. Februar. Bei den gestern im Departement Sarthe duvchge'ü rten Ersatzwahlen für zu el veEo:bene sozialistische Abgeordnete und einen zum Senator gewählten radikalen Mgeördneten sind die drei Kandidaten des nationalen Blocks gewählt worden. 81« Srhelmrlrkular tu Lettland gegen Wischen Sodenbefftz. Riga, 28. Februar. (I. T. A.) In der letztem Sitzung der Budgetkommission des lettländischen Sejm wies der jüdische Abgeordnete Dubin eine geheime Verordnung der staatlichen Bodenverteilungskommission an die ihr unterstellten Behörden vor, laut welcher Juden in keiner Weise zum Erwerb von Boden zugelassen werden dürfen. $er Mlnorlisttensch«-. Brüssel, 28. Februar. (I. T. St.) Di« Ml norttä t en komm iss ion des Weltvevband.es der Völkerbundsligen beschäftigt sich in ihrer jetzigen Tagung mit einigen Minderheitsprv'blemen. Das Problem der Minderheiten von K o n st a n t i n o p e l, . der Juden in R u m ä n i e n und. der Staatenlosen wurde aus' die B e r l i n e r T a g u n g verschoben. Die Komnnssion sprach sich, für die Herausgabe eines besonderen Organs zur Vertretung der Interessen der Minderheiten in allen Ländern aus. Rn Sand unter englischem VrotettorgN Berlin, 28. Februar. (Tel.-Union.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Herald" weist ans die wachsende Unruhe hin iiber Gerüchte, nach denen Jbn Saud, dem König des Heb schas, ein Vorschlag gemacht worben sei, eine Reihe von Bedingungen anzunehmen, die sein Gebiet in einer solchen Weise verändern würden, daß es einem britischen ProtiCtorat ähnlich sähe. Jbn Saud solle als Gegenleistung eine Anleihe erhalte. Las Selbstbestimmungsrecht. Der „Blllldnlsvertrag" Nicaraguas. Washington, 28. Februar. Ein Kommunique der nikaraguanischen Gesandtschaft in Washington macht'^über die Hauptbestimmungen des vom Präsidenten Diazden Vereinigten Staaten vorgeschlagenen Bündnisvertrages folgende Angaben: 1. Die . Bereinigten Staaten stellen Nikaragua einen F inanzberater und einen Generalzollkontrollor zur Ueberwachung des wirtschaftlichen und finanziellen Wiederaufbaues des Landes bei; 2. amerikanische Streitkräfte nehyrm an der Aufrechterhaltung der Ordnung im Innern des Landes teil; 3. eine amerikanische Mrlitärmission leitet die Bildung einer nikaraguanischen Annee und deren Ausbildung für die Dauer von zehn Jahren; 4. die Bereinigten Staaten gewähren Nikaragua eins Anleihe von 20 Millionen Dollar zum Bau einer Eisenbahn nach dem Atlantischen Ozean. Das Staatsdepartement erklärt dazu, es habe bisher von diesem Vertragsentwurf noch keitte Kenntnis. Ler Kamps um Schanghai. London, 28. Februar. Nach den im Laufe des Nach- , mittags eingegangenen Informationen hat die kanton-esische Artillerie die Beschießung der Berteidigungsstettun- . ge» der Schantung-Truppen bei Sunkiang aufgenom- 1 nten, offenbar in der Absicht, die Ablösung der demoralisierten Streitkräfte Sun Schuan Fangs durch die Schantung-Truppen zu verhindern. Die kantonesische Offensive scheint in Erwartung weiterer Verstärkungen aus dein Süden vorläufig zum Stillstand gekommen zu sein. Aus Peking wird berichtet, daß nach dem Ab z lder Schantung-Trupprn nach Schanghai in der Pro-;vinz S ch antung Unruhen auSgebrochen seien.' Etwa. -2000 Banditen hätten einen Zug angehalten und die darin befindlichen Ausländer gefangengenommmen und etwa drei-' hundert Einwohner mit fortgeschleppt. Die weißrussische Kavallerie Tschangtschuntschangs, die zur Verfolgung der Räuber ausgeschickt worden sei, habe sich kläglich benommen. I» Tsang-Klu herrsche der Terror. Sie kommunistische Auslands- Propaganda. Ae neue Budavefter BerlWSrung. Budapest, 28, Februar. Auster dem geUcs«uen A>W» kommissär Zoltan Szanto sind bis heute abends zirka! 70 Personen, darunter drei Frauen, verhaftet tvvcken. Ferner wurden große Mengen kommunistischer Propagandaschriften beschlagnahmt. Das Verhör mit Szanto soll ergeben haben, daß er tatsächlich Emmissär per Moskauer Regierung war; er erklärte weiters angeblich, daß die kommtw, nistische Aktion am 21. M a-r z, dem Jahrestag der Prokbamierung der Rätediktatur, auf die Straße,verpflanzt werdet sollte. M>mmmlfte»>>«SiftmM In Butans. Bukarest, 28. Februar. Auf Anordnung der SHm litärauwaltschast wurden mehrere Kommunisten verhaftet, die rmter den Rekrut/en Flugschriften auswieggelnden Inhalts verteilt haben. Ferner wurden sechs junge Leute und zwei Mädchen, die dem kommunistischen Jugendarbeiterverband angehörten, sestgenommen. Im Interesse der weiteren Erhebungen verweigern die Behörden jede weitere Information und erklären nur, daß auf Grund der bei den Verhafteten gefundenen Schriften weitere Verhaftungen in der Provinz zu erwartm sind. In Bukarest wurde eine geheime Druckerei aufgedeckt. In den hier beschlagnahmten kommunistischm Druckschriftm wird für End^ März eine revolutionäre Bewegung angeküMgt. Ier Aufruf der polnischen Liga zue Berteidl» gnng per Menschenrechte tousisiiert. Warschau, 28. Februar. Die Polizei konfiszierte den Aufruf der polnischen Liga zur Verteidigung der Menschen-' und Bürgerrechte, in welchem, gegen die Zustände in den Gefängnissen und. die Art der Führung von: politischen. Prozessen protestiert wird. Der Aufruf war vom Deputierten T h u g u t t, Senator P o s n e r, Rechtsaülyalt Deren so n u. a. unterzeichnet. Susriusammenstob in Polen. Zwei Tote, vier Verletzte. Kattowitz, 28. Februar. Bei Piotzkov ist gestern abends ein Güterzug mit einem Persvnenzug zusammengestoben, wobei 14 Wagen des Güterzuges voll" ständig zertrümmert wurden. Zwei Eisenbahnbermte wurden getötet, vier Reisende leicht verletzt.

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