Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2875 (28.2.1927)
- Date
- 1927-02-28
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Se'rta 2 Men, Montag Wiener Morgettzeitttns 28. FeLruar 1927 Nk. 2878 KUPON ZU DEM KREUZWORTRAETSEL Nr. 16 VStt „WlENÜR MORÖBf^fEfiiTÜNÖfSTÖTSy?A°Iü[?A°Tcr °A°JU'°J\°IcJ0Aoi erörotcj" oj oi (öjOjLoi/o/ojPlPlföjPJLP) Ne chaffidifche Kolonisation in Palästina. Von Dr. Fritz ^öwcnstein, Jerusalem. Tie Zeit der vierten Alijah brachte zum ersten Male tu größerein Umfange die Erscheinung der sogenamtimt mikelständischen Kolonisation. Dabei ist nicht an Orangvwbau zu denken, wo ja. der Las Geld Investierende Besitzer durchaus als ein Unternehmer und WlUfmantt anzusvhen ist, sondern ou wirkliche landwirtschaftliche Unternehmungen mit Selbstarbeit des das Kapital investierenden Bauern. Eine Reihe derartiger Versuche wurde gemacht; in Judäa wären ettva Vne Barak, Magdiel, Herzlia, sämtlich in der Nahe von Petach Tikwah gelegen, zu nennen; im Emek vor allem die chassidischeu Siedlungen zwischen Haifa und Nuhalal. Es war von vorneherein klar, daß hier ein neuer Versuch im Rahmen unseres kolonisatorischen Werkes unternommen wurde und daß voraussichtlich auch dieser Versuch nicht beim ersten Male in vollem Umfang glücken würde. Wenn wir aus jahrzehntelanger Ersaht rung wissenwie schwer selbst für den jungen Ehaluz, der in der Diaspora landwirtschaftlich vorbereitet ist, die Akklimatisierung im Emek ist, wie sehr er unter Krankheiten leidet, wie schwer es ihm möglich ist, eine rentable Wirtschaft zu errichten, so mußte es klar sein, daß all das nödj unendlich schwerer für einen vierzigjähliigöU Familienvater sein muhte, der noch nie landwirtschaftlich gearbeitet hat Ittld nun Ulfter primitivsten Berhäktn/issen lebend ein Bauer werden will. Die stolze Freude, mit der die ganze zionistische Welt die Nachrichten vom Aufbau der chasfidischeu Siedlungen verfolgte, war vollauf be-- rechiiat, aber die MöglickMten des Gelingens waren bei aller Begeisterung nicht ohne weiteres gegeben. Denn weW die landwirtschaftliche Unerfahrenheit dieser Siedler eine schwere Belastung barstellte, so bewirkte der wirtschafte Üche Zusammenbruch in Polen, daß der Vorteil, den Mn dieser Kolonisation zugeschricben hatte, in Nichts zerfiel. Wie zahlreichen JMlstriegrürtdungeN, so machte sich auch hier Zeltend, daß die Mittel, die in Polen flüssig gemacht weichen sollten, nicht vorhanden waren. Das Er- . gebnis war, daß das chassidische Giedlerelement landwkrtschastllch dem chalUzischen sicher nachstaNd, während die unverschuldete Katastrophe in Polen sie des Vorteils beraubte, den inatt. ihnen zugtzschrteben Hütte, Nämlich mit* eigdnen Mitteln attgesiedelt zu werden. Erfolgte die chassidische Einwanderung und Ansiedlung aus eigener Initiative und ohne Mjkhilfs oder Verantwortung der Zionistischen Organisation — nur mit dsn Keren Kajemeth wurden sofort Abmachungen wegen Ueberlassuug eines Bodenkömple^es an einen Teil der Mitglieder getroffen —, so süheN sich bereits im Somnrer 1925 die beiden führenden Rabbiner gezMNgeN, Mit der Zionistischen Exekutive wegen Hilfe in Verhandlungen zu treten« Die Exekutive gewährte aus Keren Hajesfod-Mitbeln eine Subvention von zirka 7090 Pfund Sterling in Form von totem und lebendem Inventar, und stellte Instruktoren für die landwirtschaftliche Ausbildung. Es wurden Verträge abgeschlossen, aus Grund deren etwa 90 chassidische Familien in den Arbeitsbereich der Zionistischen Kolonisation übernommen werden sollten. Dabei wurde abgemacht, daß das Jahr 1926 als ein Bersuchsjahr gelten solle, um sestzustellen, welche Siedler für landwirtschaftliche Tätigkeit geeignet gemacht werden könnten. Finanziell sollten die Gruppen sich mit 100 Pfund Sterling pro Familie an den Ansiedlungskosten beteiligen und außerdem die für den Unterhalt im Jahre 1926 erforderlichen Summen selbst beschaffen, während die Restsumme aus Keren Hajessod»Dkitte1n gewährt werden sollte. Schon dieser Vertrag bedeute also, daß die Chassidim aus eigenen Mitteln nM einen sehr geringen Teil der Attsieblungskosten bezahlen sollten, während der weitaus größte Teil aus den Mitteln des Keren Hajessod gewährt wurde. Aber auch dieser Vertrag konnte nicht zur Ausführung gebracht werden, weil die Chassidim nicht die Geldmittel aufbrtttgen konnten, zu deren Zahlung sie sich verpflichtet hatten. Schon von: Beginn des Jahres 1926 an mußte der Keren Hajessod auch für den Unterhalt der SIÄiler sorgen. Jnzwischeu ist das Probejahr abgelaufen und es konnten nunmehr über die chassidische Ansiedlung definitive Beschlüsse gefaßt werden, die erfreulicherweise durchaus positiv aussieleti. 53 Familien wurden als zur Anskcdlung geeignet befunden, weitere 7 für ein zweites Probejahr belassen, während 95 teils wegen mangelnder Eignung, teils ans anderen Gründen ausschieden. An ihre, Stelle treten 25 neue Familien, die dem Hapvel Hamisracht angehören, den Chassidim weltanschaulich Naheftehett und den entscheidenden Vorteil besitzen, daß sie jahrelang in Palästina landwirtschaftlich durchgebildet Worden find und sie sonnt für die neue Siedlung einen festen . Kcktt übgeben können. So wird die definitive chassidische Siedluttg zirka 80 Familien umfassen. Im laufenden Jahre erhält die Siedlung budgetmäßig 12.6ÖÖ Pfund Sterling, das GesüMbudget bis Kn? Sewständigkeit der Siedlung ist auf 60.000 Pfund Sterling festgesetzt. Zurzeit schiveben Noch Verhandlungen darüber, unter welchen Bedingnu»- geN die neue Siedlung vott den ursprünglichen Gruppen das Inventar übernehmen kann« Ss bleibt als Ergebnis dieses Versuches der Kolonisation etwa folgeMs übrig. Das, was düs Erfreuliche M den chüssidischtzn ÄnsiedluNgsverfttchen war, wird erhalten bleiben: zum erstenmal nehmen chassidische ÄkMente als organisierte Gruppe an der Aufbauarbeit teil; der Versuch, Männer mittleren Alters noch zur Landwirtschaft zu erziehen, ist bei einem großen Teil dieser Ansiedler gelungen. Eine mittelständische Siedlung wird es freilich nicht werden, sondern durchaus in Uebereinstimmung mit unseren anderen Siedlungen eine Siedlung des Kerirn Hajessod auf dem Boden des Keren Kajemeth. Sie Wahlkeformsrage in Der Wischen Kultus, gemeinde. Der Dringlichkeitsantcag der zionistischen Fraktion im Vorstand dev jüdischen Kultus gemeinde auf Einsetzung eines Wahlrefornmusschusses (Antrag Stricker und Genossen) gelangt morgen zur öffentlichen Verhandlung. Die Pleimr- 1 sitzung des Vorstandes beginnt um halb 8 Uhr abends. 8i»e neue PolWna-zeilfchrift. „P a l ä st i n tt." „ Monatsschrift für die Erschließung Palästinas. (Herairsgeg-Ben vom ZionistisckM LandeNkomlkee in Men. — Redaktion i Adolf Böhm.) Soeben ist das Doppelheft 1-2 der Zeitschrift „Palästina" erschienen. Es ist überaus reichhaltig. Wir erwähnen aus dem Inhalt: Dr. Robert Welt sch; ,Mchad Haams Oekönomische Lehre"; Agr. Dr. Zügor o d s 'k y (Jerusalem): ,,Die agronomische Ausnahmsfähigkeit Palästinas", eine ausführliche Untersuchung über die SiedlungsmögsichL-eiten; ferner ein Äussatz über ,/Orangettbau", einer über „Die jüdische Industrie in Palästina" von I. Ziman, sowie eine Auffatzreihe: „Die Finanzierung des SiedlUNtzswerkes", unter welchem Obertitel die Vorschläge Dr. R u p p i n s zur Gründung 'einer Landbank, die Erörterung Dr. Van V r i e s I and s über Konsolidierung und das Referat von D- R e m e s auf der letzten Konferenz der Achduth-Haawo'da'h über die nationalen Jnvestierungsanleihen vereinigt sind. Dk. Arjvtz Tat» t a k o w e r schreibt über ,/LnlWlcklungstendettzett der jüdischen ArbeiterbeivegNW in Palästina". In einer Ru-bri'k „Nüchktchieli uiid 'Daten" rverdM auf 17 Seiten die wicktiMn Ereignisse und Ziffern in außerordentlich übövsichtlichsr Weise, nach Materien geordnet, gegÄben. Wir kommen ans dm Inhalt dieses Heftes noch ausführlich Mrück. Die BezutzSpreils'e sind für Oesterreich ganzjährig S. 8.—, Nl-bjährig G. 1.50, EinMeft 80 Gr., Doppel' Heft S. 1.60, fürs Ansland Dollar 1,60 pro Jahr. Bestellimgen sind zu richten an die Administration \v Wien, 1. ^Brzirk, Kärntnerstraße 28. vefAschte rraveller-Schttk». Berlin, 27. Februar. Zwei östervSichikchö Staatsangehörige haben heute Traveller- Schecks über 100 Dollars der National City-Bank in Nöw durk hier in Umlauf gesetzt. Das Scheckbuch ist ihnen durch Taschenviebstayl in die Hände gefallen, und sie haben die Schecks derart gefälscht, daß sie zu ihren falschen griechischen Pässen auf die Namen Georg Jukim.ian und David Rep paßen. Die durch die Bank verhängte Sperre ist durch diese Fälschung unwirksam gemacht worden, so daß die Schecks bisher Überall anstandslos worden sind. Wien. 23. Februar. Bei einet Floröttpartte lebensgefährlich verletzt. Gestern vormittags fochten -der lOjährtge Schüler der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Ä-dotf Schmidt und sein 17jäyriger Cousin, der Handelsangestellte Ledpold Breier, eine Florettpartiö aus. Schmidt hatte einen Kopfschutz, Bveiex nicht. Plötzlich stürzte Breier mit einer Stichwunde sm linken Äuge blutüberströmt bavußtlos zusammen, die Spitze des aegnechchen Floretts war ihm durch den Augapfel bis zu»m Gehirn gedrungen. Sein Zustand ist lebensgefährlich. EM'-ru/ch in Murr Trafik. Samstag nachts wurde die Tabaktrafik der Mathilde Simon in der.Troststraße 67 erbrachen. Die Täter hatten in die Hintere Mauer ein Loch gebrächen Md verschiedene Rauchsorten im Werte von 600 Schilling gestohlen, Die Täter versuchten auch in das anstoßende. Heim eines Gastwirtes einzudringen, scheinen aber dabet gestört wov den zu sein. Eingestellte Anzeige gegen einen Atzt. Wie noch erinnerlich, hat im Dezember v. I. die Wäre etneS Arztes i>M nelknkött Bezirk, der etttom, bei ihm zur Untersuchung erschienenen Kinde wegen angeblicher WidevspenstiMt eine Ohrfeige versetzt hat, großes Aufsehen hervorgerusen. Das Bezirksgericht hat nun -die gegen den Arzt erstattete Strafanzöiiv» mangels eines strafbaren Tatbestandes eingestellt. I. Preis: Ehe Bibliothek von 3Ü0 BMii H, Preis: Eins Brstisrslse nach Palästina III. Preis: Fünf Danaai Land in Palästina md waitere 47 Preis« mm .HM***.-**.— Ausschneiden --—>—-*•- Name Vvr. 16 BedEelobsong1 der Worte : Wagrecht: 1 Der erste Mertsch, 4 Giebel des Hauses, 1 Seite des Hauses, 9 Abkürzung für eventuell, 11 Verrückt, 12 Franz. Vorwort, 13 Wild, 15 Bindewort, 16 Bodensenkung, 17 Fluß In Steiermark, 18 Sohn Noahs, 20 Spielkarte, 21 Drei gleiche Selbstlaute, 23 Franz. Artikel, 24 QOtter* sitz, 26 Abschnitt aus dem Koran, 27 R*i$esstreck6, Senkrecht: 1 Blutgefäß, 2 Vorwort mit Artikel, 3 Monat, 4 Artikel, 5 Flächenmaß, 6 Haustier, 8 Südamerik, Republik, 10 Oöitin der Schönheit, 12 (Jeberlrd. Wesen, 14 Umstandswort. 15 Fürwort, 17 Nagetier, 19 Oewäls«r, 21 Engl. Bier, 22 Behörde, 24 Göld (frans.) 25 Fluß in Italien. Adresse: —---- •‘•Ausschneiden Erklärung s Ab 13. Februar erscheint t ft glich In der „Wiener Morgtenzeitung“ ein Kreuzworträtsel, ■■rrr "ir - Pie Diagramme sind auszuschneiden und mit Tinte oder Tintenblei auszufüllen und zu sammeln. Am Sphlusge unserer Serie sind dann die o>sammelten Lösungen samt den in jeder Nummer befindlichen Kütsei Kupons M die JRätselredakiion der Wiener Morgenzeitung* einzusenden. Jeder Einöender kann an der ÖffehtUCh statttindenaen Verlosung, deren genauer Zeitpunkt noch bekanntgegeben Wird, teiinehmen. Biütter, ln welchen unsere Rätsel erschienen sind, können jeder« zeit gegen Einsendung des Betrages in Briefmarken von unserer Administration sachbezogen werden NE Der BcfstMuB de» auf Seite 2 befindlichen Kupons ist unbedingt erforderlich.