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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-28 · Heft 2875 (28.2.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2875 (28.2.1927)
Date
1927-02-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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[PolejnaÄjrosgJ Wien* Zttm Abhoien Acker Expedition, II., Taborstr 1-8 oder im einer Verse Weißst eile (Trafik) monatl.B Schilling Straßenterkanf in Wien durvd die Kolporteure der Finne Goldschmied, U Wolltet!« 11 Mit Poatversand für Wie» und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsehecho Slowakei: Mon.KtS. Jugoslawien: MonuDin.60 Polen:Mo». 6 Zloty Deutschland: Men. Gtt. 4. Fr an k r e i c h, Belgien: Mou. Free. dB N»ek«afeitBir«s »«, fmi* erhebmn Kr. MS J m ANS KREUZ t Bmip Boiaa: Stift S | IPrel» »Og| England: Men. 4 Schilling Italien: Menst!. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bnl gar i e n: Mon. 100 Lewa. Schwei t nnd das fihrige Aosland monatlich Fres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr« 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Ohr abendL Telephon Nr. 31-0-86 n. 31-209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Imra*) Wien. Montag. 28. SeStnat 1927 (26. Ad« 5687). Oorterreichisehes Postspar* kaeeenfconto Nr 160693 I. Sattsam Im rrbaffhmeBett Teil enthaltene entgeltliche Mtteilmtgen find durch ein voran gesetztes E gekennzeichnet. Nie Wahlen am 24. April? Die ReichNparteileitung der Gro ß d e utschen hielt gestern mehvsiünldige Beratungen ab. Die Großdeutschen sprachen sich für Frühjahrswahlen aus. In parlamentarischen Kreisen ist man überzeugt^ daß es in der a-m 3.. März stattfindenden entscheidenden Parteienbösprechu-ng^zur Proiklamierung des 24. A P r i l alS Wahltag kommen wird. Was die Frage der Schaf« fung einer bürgerlichen Einheitsfront anbelan-gt, so wird die Entscheidung darüber I a n der - weise und da wieder von jedem Wahlkreise zu treffen sein, da es sich bisher unmöglich gezeigt hat, Mr den ganzen Bund eine Einigung herbeizuführen. Die Auflösung des Nationalrates wird für die 3. Woche int März erwartet, um die Arbe.iterde-rs i che r u n g s fr age möglichst wert sachlich durch, beräten zu können, damit -dann der kommende Nationalrat sich mit frischen Kräften der Erledigung dieser Bor-, läge/widmen könne. - Alle Parteien treffen bereits fieber-haft Wahlvorbereitungen, da der Wahlkampf diesmal zwoffellos ein äußerst scharfer sein wird. Die Kosten der Neuwahlen werden Mir dm Bund, die Länder, die Gemeinden und die Parteien gänz außerordentliche sein und ' schätzt man die «Summen auf >i.r-le Milliarden. Mluaerilaaifche NawaaSerang. ittgtom; 27. Februar. Der EinWnderu^ MsMb tW' M^lÄsentaMWnrseS. hat^ HW ASkW' treten der Abstam m u n gskl ausel entsprechend der Vmätsvorlage um e i n I ä h r zu v e r s ch i e L e n. Seiierttche ,gommaulste«"-Berhastuogen in Ungar«. . Budapest, 27. Februar. (U. T. K. B.) Die-Polizei* iorrespondenz meldet: Die Polizei hat seit dem 23. ds. in Budapest und in der Provinz. eine größere Ä n z a h l vön Berhaftungen vorgenommen, nachdem sie festgestellt hatte, daß neuerlich eine das ganze Land umfassende bolschewistische Organisation im'Züge ist. Ihr Leiter ist Zoltan Szanto, der während der Proletärierdiktatur neben Szamüeli Leiter des Wohnungsamtes gewesen war. Szanto wurde auf der Flucht in einer Grenzstation verhaftet. Außerdem sind sä m tliche Mitglieder der Organisation von der Polizei ergriffen worden. Die gesamte Leitung d-er ungarischen Partei der kommunistischen jugendlichen Arbeiter ist verhaftet worden. Derzeit befinden üch fünfzig leitende Agitatoren in Haft. Die „Tchwarir H a»" in Amerika. Rew Kork, 27. Februar. In' B r o o I l y n ist das Haus eines Richters italienis ch er Abstammung durch eine H ö l len m a s ch i n e v o l l st ä n d i g zerstört worden. Es gelang den Bewohnern des Hauses zu fliehen, doch erlitten sie erhebliche B erle tz u n g e n. Es scheint fich um ein Attentat der „Schwarzen Hand" zu handeln. An Dorf, da, vom Srdbaden nerschwiadet. Neuerliche Erdrutsche bei Nizza. Nizz«b 27. Februar. In R o-qm ebillier haben sich neuerliche Erdrutsche ereignet, durch die das Gemeindehaus und ein Teil des Spitals verschüttet wurden. Heute vormittags wurden neuerliche Erdrisse festgestellt, die weitere Erdrutsche ankündigen. Es steht zu befürchten, daß das gegenwärtig geräumte Dorf ganz vom Erdboden v e rs ch w i n d e n wird.' Las New Dorier Schachturnier. Berlin, 27. Februar. Gestern kam im New Korker Schachturnier die s e ch st e R u n d e zur Austragung. C apablanka siegte nach kurzem Kampfe über Mars h a l l. Die Partie Niem - owiez — Alfechi n blieb u « b e ende t. Niemzowiez spielte besser. S p ieltzia n ri gegen B i d m a r blieb r e m i s. Stand nach der sechsten Stünde: Caplchlqnea 5, Niem-Miez und eine Hängepartie, Aljechin 2*6 unh eine Hängepartie, Bidmar 2H, Spielmo^ 2. MariboA IX. Autzlands Antwort an kngland. SarSSweifa», öer ragiischr» Aafchalvisaagra. - SaMche politische Steife sotdera die AaaaMeraag de, -aadelsabioimnei». London, 27. Februar. Das Reuterifche Bureau meldet: Die Antwortnote Sowjetrußlands ist in. Wendungen gehalten, die englffcherseits erwartet worden sind. Man 'hatte nicht angenommen, daß die sowjetrussische Regierung irgendwelche Verantwortlichkeit für die Propaganda zugeben oder sich irgendwie sonst eine Blöße geben würde. Diejenigen'Anhänger der Regierung, die an der englischen Note Kritik geübt haben, weil sie zu milde fei, betrachten die russische Antwort als unverschämt und.werden einen scharfen Druck ausüben, um die Annullierung des Handelsvertrages und den Abbruch der diplomatischen Beziehungen durchzu setzen. In' politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die englische Regierung im Simre ihrer Note auch handeln werde, und es wird als möglich angesshen, daß die Regierung das Handelsabkommen oniinl* bi e r t, während sie die diplomatischen Beziehungen writerbsstehen läßt, v Die Sowjetnote hebt hervor, daß weder in der . Sowsebpresse noch sonst in Artikeln und Reden, auf die sich die britische Not beruft, etwas zu finden sei, was etwa den s ch a r f e n A u s f ä XI e n d e t l o n s e r - p a t i v e n Me gier u n g gegen Äre Sowjetregierung gleichst.. -- . - ■;v Die Attomalität der errglisch-sowietruffischen BeMhüngen sei die Folge >davon, daß die britische Regierung in ihrer Erklärung an die Sowsetrogierung bewußt von den .aÜgemem üblichen internationalen Normen und Gepflogenheiten, und seM von den elementaren Anstands' regeln abweiche und von Zeit zu Zeit an die Sowjetregierung all gemein g e h a I;t e ne unbegr ü nd e t e A n s ch u l d i g ungen rlck>te und sich dabei er- Ght Metelnfommett in W«a? AiigeMch diach ie-i«Wk »irmlMW. London, 27. Februar. (Havas.) ,,Observer" meldet aus Schanghai: Es verlautet, daß die Kanton-Trupp t n und die Äo rd - Truppen durch Vermittlung j a p anischer Unterhändler zu einem Ueberein.kommen gelangt sind. Es heißt, daß die.Nord-Truppen die nationalistischen Forderungen annehmeM, aber .die Aus sch e i d ung S u n t s ch u a n f a n g s, W upeifus uttb der kommunistis chen russischen Elemente fordern. 8000 Agitatoren befinden sich innerhalb btc. ausländischen Konzessionen von Schanghai, um beim Erscheinen der Kanton-Truppen vor der Stadt Unrtihen hervorzurufen.?er Wüsche LbettsmmMletende w Schanghai. Schanghai. 27. Februar. Ein Truppentransportschiff mit dem Oberkommandierenden der für Schanghai bestimmten englische Truppen Generalmajor Duncan an Bord ist vergangene Nacht hier eingetroffen. Duncan hat nach seiner heute ftüh erfolgten Landung eine militärische: Besprechung abgehalten und dann die Verteidigungsanlagen besichtigt. WndenmM md Retzelelen. Schanghai. 27. Februar. Nach Meldungen von Missionären haben die Nord-Truppen Hangtschau vor der Räumung geplündert. Bewaffnete Bürger hätten sich darauf zusammengefunden und durch die Ermordung von Hunderten von nordchinesischen Soldaten furchbare Rach e genommen. Auf Gruich dieser Vorgänge sei der Einzug der Kantonesen von den Bürgern willkommen geheißen wvrdeir. In F u t sch u haben die Poftbedtensteten, mit Bambusstäben bewaffnet, das Publikum a M B e t r e t e n des Postgebäudes gehi.ndert und den ausländischen Leiteroes Postamtes mit Gewalttätigkeiten bedroht, wenn er ihnen nicht höhere Löhne gewähre. Der Leiter des Postamtes fjat: sich rem Zwange gefügt und dem Wunsche entsprochen. laube, mit.der Sowjetregperung in Form einer Drohn n $ m i t ein e m UItimatirrn zu reden und die Verfassung der Sowjetunion ignoriere. Die gleiche Anomalität der Beziehungen sei darin zum Ausdruck gekommen, daß sich die britische Regierung in der Note einen unerhörten nnd beispiellosen Ton gegenüber Tschitscherin erlaube. Hinsichtlich der Drohung der britrschen Note mit einem völligen Abbruch der Handels- und diplomatischen Beziehungen weist die Sowjetnote -darauf Hin, -daß die Drohungen geger> über der Sowjetunion niemanden in der Sowjetunion emfchuchlern können. Der englisch-sowjetrufsifche Handelsvertrag wie auch die Wiederherstellung der diplomatilschen Beziehungen^ entsprachen den Interessen . beider Länder. Wenn die derzeitige britische Regierung glaube, daß der Abbruch der englisch-sowsetrusstschen Handels- und aller änderen Beziehungen durch die Bedürfnisse des englischen Volkes bringt werde nnd dem britischen Reich und der Sache des allgemeinen Friedens zum Vorteil gereichen werde, so werde sie naturgemäß.. dementsprechend handeln und die volle VerasiWortung für die dadurch ausgelösten Wirkungen 'ühtzxntzhmeu-^V. Die SoWjew . beckräftigt zurm Schluß, d« Er f Ifi r u ng Kra ssins über die Erwünischstheit der , Behebung sämtlicher Differenzen zwischen be^on Ländern und der Herstellung vollkommen normaler Beziehungen zwischen ihnen, spricht ihren ständig aufrichtigen Wunsch aus, auch fernerhin Ähre friedliebende Politik zu befolgen und. erklärt, sie werde ein Entgegenkommen der britischen Regierung auf dem Wege zum Frieden a u f r i ch t i g b e g r ü tz e n. . Jl'P .. , , UJEiJJBBBSBHBBgBBSHBBBBBBHSSBBBHBBBk Milliardenbetkügereien int Wiener Aerzten. Pros. Me im sei« srKamlffe gümW. ' Samstag erstattete der Wiener Augenspezialist Profit fo r Sachs bei der Polizei die Anzeige, daß chm sein Bankier George Goldwurm, dem er seine Ersparniffe zur fruchtbringenden Anlegung übergeben hatte, gefälschte AD-« rechnugen erteilt habe, nach welchen er nicht nur kein Vermögen, sondern einen ungedeckten Debetsaldo von etwa 400.4)00 Schilling habe, der durch angebliche, von ihm niemals verlangte Frankenspekusatwiren herrühven soll. Gokdwurm wurde verhaftet und gab schließlich zu, die Frmn kenspekulationen nur v o r g e s ch ü tz t zu haben, um die Bevuntreuung der Ersparnisse des Professors zu verschleiern.» Es heißt, daß Verwandte des erst '25jährigen BanfierS den Schadm gutmachen dürften. uivoWttdeM A. Srdm »a -m«üe Mn «toten.; Dozent Dr. Erben hat gegen die Majorsgattin Wühekwine Schwab die Strafanzeige erstattet, daß sie ihn bei verschiedenen geschäftlichen Beteiligungen um viele Hunderte Millionen Äonen betrogen habe. Die polizeilichen Erhebungen ergaben, daß die Beschuldigte von verschiedene« Privatleuten, darunter auch von Dr. Erben, größere Geldbeträge als Geschäftseinlagen oder hochverzinsliche Darlehen zu erlangen versucht habe, die sie für einen unter deck Firnn, W. Harpner betrieben Handel mit.Terpentinölen und Seife benötigte. Angeblich will sie alle Einlagen jinßrlge geschäftlicher Mißerfolgeverloren haben. Lriaakaiaftrephe ia Frentteich. Paris, 28. Februar. Der Westen der Prodintz T o u r a i n e ist am Sonntag von einem Orkan heimgesucht worden. Sonderbarerweise wütete er nur in riner Breite von 600 Metern und einer Tiefe von zehn Kilo- Metern. Großen Schaden hat der Orkan vor allem in de« berühmten Weinrevier von Bauvray angerichtet, wo die Weinreben in einer großen Ausdchnung zerstürt wurden. Viele Personen wurden durch herabfalleÄe Trümmer verwunde^

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