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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-27 · Heft 2874 (27.2.1927) · p. Seite 13

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2874 (27.2.1927)
Date
1927-02-27
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Kr. 2874 Wien, Sonntag Ms-AOUßBitrMK 27. geHrnar 1927 Gsike 13 rumänische Sanitätsdi-enst einer ganzen Rei'h-e in der g-anzen Welt anerkannter Heilmittel entraken, weil die „nationale chemische Industrie" geschützt «werden mutz. Aber Rumänien liegt auf dem Balkan und seine Valuta ist noch nicht saniert. Oesterreich liegt nicht auf dem Balkan, seine Valuta ist saniert,-trotzdem grassiert hier der ,-Schutz der nationalen Landwirtschaft und Industrie", weil es viel bequeimer ist, demagogische Waihlschlagwörter zu erfinden, als durch eine Erleichterung der Mbgabelasten der Wirtschaft Raum für die Entfaltung ihrer Kräfte zu schaffen. Das hieße aver auf die Th esa uvieru ng smeth ode n zn-gu nsten des Staatsschatzes und auf Kosten der Betriebe verzichten, ein Opfer, zu -dem sich die in den Ideen der Inflationszeit befangenen Sanierungsipolitiiker weder entschließen können noch entschließen wollen. Große ge- Heime Finanzreserven in Bund und Gemeinde erleichtern das Regieren, wie der Fall Zentralbank und Postsparkasse gelehrt haben, lassen Verluste leicht verschmerzen, wie die Bedingungen der Refundievungsanleihe zeigen, wo von der ursprünglich als unabweisbar hingestellten Forderung nach Emission der Obligationen al pari leichten Herzens Abstand genommen wurde, und wie das beredte Schweigen des Finauzministers auf die ^rage nach der Höhe der Reserven bewiesen hat. Lar tschechoslowakische Papierkartell. Zusammenarbeiten mit den Industrien der Nachbarstaaten geplant. Prag, 26. Februar. Die seit nahezu Jahresfrist geführten Verhandlungen über den Zusammenschluß der tschechoslowakischen Papierindustrie sind nunmehr zum Abschluß gebracht worden. Es wurden zwei Verträge abgeschlossen, der erste betrifft die Organisation des Verkaufsbureaus, das eine Emeralversammlung der tschechoslowakischer Papierfabriken darstellen wird; der zweite Vertrag gliedert'sich in eine'Reihe von Abmachungen zwischen dem Berkaufsbureau und den einzelnen Mitgliederfirmen unter Rücksichtnahme auf derer: Sonderverhältnisse. Das Verkaufsöureau luirb mit einem Kapital von einer Million Kronen ausgestattet sein und soll Mitte April in Tätigkeit treten. Der Kar-? tellvertrag ist nur bis Ende 1929 abgeschlossen worden, weil man erst Erfahrungen gewinnen und dann an einen eventuellen Ausbau schreiten will. Weiters ist geplant, das Abkommen auf der: Export auszudehnen und an die I Industrien der Nachbarstaaten wegen Abschlusses von Ray onie rnn g svcreinbaru n g cn heranzutreterr. - Arbeitslosigkeit und Baubewegrmg i» Palästina. Das Wirtschaftsorgan „Mischar wetaasiah" gibt eine tlebersicht über den Stand her Arbeitslosigkeit in Palästina in den letzten Monaten des Jahres 1926. Daraus ergibt sich ein. geradezu sprunghaftes Ansteigen der Arbeitslosenziffer in. den Städten. So ist die Zahl der Arbeitslosen in Tel Awiw, die im Oktober v. I. 2710 betrug, im November auf 3150 und im Dezember auf 3270 gestiegen. Relativ viel stärker ist die Steigerung in H a i f a; die betreffenden Ziffern in den genannten drei Monaten betragen für Haifa: 790, 1200 und 1500, die Zunahme ist also fast 100 Prozent. In Jerusalem betrug die Zahl der Arbeitslosen im Oktober v. I. 510, im November 770, im Dezember 900, die Zunahme betrügt demnach fast 80 Prozent. Insgesamt ist die Zähl der Arbeitslosen in den drei genannten Städten vpn '4010 im Oktober auf 5120 im November und aus 5670 im Dezember v. I. gestiegen. In As ul eh (Ir Jesreel) gab es Ende Dezember 225 Arbeitslose. In der Kolonie Petach Tikwah ist zu diesem Zeitpunkt die Arbeitslosenziffer mit 410 festgestellt worden. Die Steigerung der Arbeitslosigkeit in den Städten hängt eng mit der stetigen A b n a h m e d e r B a u b e w egung zusammen. In Tel Awiw, wo im Jahre 1926 insgesamt 1061 Neubauten aufgeführt wurden, betrug die in dieser Zeit bebaute Fläche 54.000 Quadratmeter gegen 239.000 Quadratmeter im Jahre 1925 und 83.000 Quadratmeter ick Jahre 1924. Im Lause des Jahres 1926 hat die Baubewegung ist Tel Awiw von Monat zu Monat abgenommen; so betrug die neubebaute Fläche im Jänner 1926 noch 11.395 Quadratmeter, im Dezember nur noch zirka ein Zehntel davon, nämlich 1155 Quadratmeter. In H a i f a, wo.im Jahre 1926 insgesamt 497 Häuser errichtet wurden, waren davon nur 135 jüdische, der Rest wurde von Mohammedanern (135) und Christen (211) ausgeführt. Die Zahl der Baulizenzen, die noch im dritten Quartal des Jahres 1926 sich auf 159 belaufen hatte, sank im vierten Quartal auf 79; davon waren nur 21 Lizenzen für größere Häuser. MMMMVWWWWWMWMMUWWW Möbelfabrik J. SPIRA Fein. **» Wien, VII., Slebansterog. 1—2 Wohmiogseinriehlongen (Ecke Karl^Schweighofergasse) Statt jeder besonderen Anzeige! ROSL BEIM IGNATZ WEINSTOCK Wien, XX. - Gesellschafter der Firma Bruder Weinstoek, Wien, 1. Verlobte. Wien, im Februar 1927. k Dr. juris SASCHA CZACZKES lädt alle seine Verwandten, Freunde und Bekannten zu seiner am Donnerstag, den 3. März, um '/«12 Uhr im großen Festsaale der Wiener Universität stattfindenden Promotion zum Doktor der Philosophie höflichst ein. la. Boxkalf genäht. MODE- BRAUN Spangenschuhe 8 21-90 SCHUHMODENHAUS DORN TABORSTRASSE —a— _> in allen Farben BALLY- SCHUHE W 8 24- Qarantiert tirapazjnhig Echt« Schlangenu. Krokodllschuhe $ 49.— bis 40*30 Herrenschuhe in fabelhafter Ausführung KLUß RADIKALER ZIONISTEN - WIEN Mittwoch, den 2. März 1. J., um halb 9 Uhr abends, Caf6 Atlashof, 1., Aspernplatz (Klublokai) W€^$€HBHiBISlIlSl&gi Tagesordnung: Unsere Gegner bei den kommenden? Wahlen. Referent: HansKandJ. Freie Aussprache. Gäste willkommen. Diese Ziffern -eigen, daß die Krise in den Städten in unverminderter Stärke andäuert. Hoffnung aus Besserung ist in der nächsten Zeit durch Aufnahme von Straßenbauten in Hadar Hakarmel, Newe Dchaanan und anderen Orten vorhanden. Förderung der pülristluenMen Iertillndnstrie. Das vom neuen D e P a r t e nt ent für städtische Kolonisation der Zionistischen Palästina-Exekutive eingesetzte Komitee zur Förderung der Textil i n d u ft r ie in Pa I ft ft i n a hat einen Plan für die Errichtung einer T e x t i l - B e r s u ch s st a t i o n entworfen. Palästina — so glaubt das Komitee — hat alle Bedingungen, die für eine erfolgreiche Entwicklung dieser Industrie günstig sind: passendes Klima und Nachbarschaft der Quellen für Rohmaterial' und der Märkte von großer Aufnahmefähigreit. Der Erfolg der bereits bestehenden Textilunternchmungen beweise dies. Um weitere Fortschritte zu erzielen, ist die Errichtung eines Institutes für die wissenschaftliche Erforschung von Materialien, der Herstellungs- und Absatzbedingungen, die für Palästina am besten geeignet sind, und die Ausbildung gelernter Arbeiter und Spezialisten erforderlich. Es wird vorgeschlagen, die Zionistische Organisation möge ein langfristiges Darlehen gewähren, damit die Versuchsstation, die als Gelschäftskonzern geführt werden und unter Leitung von Privatpersonen, die finanziell daran interessiert sind, stehen soll, errichtet werden kann. Besondere Aufmerksamkeit soll der Entwicklung von kleinen Textil hausin du st rien in Palästina gewidmet iverden. Magen- und Darmlelden werden durch eine einfache Venecin-Trinkkur erfolgreich bekämpft. MM iWiS fclih SMBfc W«ri»«MB»€l der aggoa»Bg<«B»»-»gswfl«»—l»tem MW«»««»»«»«»»» Hailltt Cfinnfafl 27. Februar 1927, halb 11 Uhr vorm, im VerbandsmSUR«; JU«llliay9 heim, I., Schottenring 13 (Caf6 Müller) Versammlung Thema; 1. paMstirmaukbau und Minoritätenpolitik — 2. Die kommenden Nationalrats- Referehten: wählen und die österreichischen Juden. Gemeinderat Dr. Leopold Piaschkes und Dr, Paul l. Diamant. Anschließend Diskussion. Zionistisch*.QüstG Willhommen. OOOQOOOOCXXXXXXXXXXXXXXXXX)OOCOgX»CX3000 f n nunc uiTPiii m III. mmn Lüllnlll MAIlJII IJ OQ00Q0000Q(XXXXXXXX)000000000000000000< Die Devisenbörse. Die L-ira hat sich gestern varübergehewd bis auf 22.80 befestig!, komNe jedoch diesen- Kurs bis zum Schluffe nicht behaupten. Bukarest eroffwetL mit 3.8)4 und istisg sodann auf 3.10. Etwas freundlicher lag auch der Zlöty, ohne daß jcbodEj hier eine stärkere KurSversch»ebun§ etnHStreten wäre. SchutzverVanb für Versicherte und Besitzer von Anlage, werten. Dia Besitzer von LebensvevsicherungSpolizzen ausläwbischer Versicherungsanstalten iverden hiemrr auifgeford'r^ ihre ValorifievungSansprüche bsi obvgom Echvtzvevband un. vorzüglich auzumelden. Kanyboi» 1. Dez^ Annagaffe 7 (Teiephvn 76-6-70, 41.4.11). Verhandlungen über eilte 1M--MiNonen.Dvllar.Anleiht an Polen. Aus Newtzork wind gemeldo:: Den Firnes" zufolge uttkrfycmbdn bic polmschon Delegierten Mlynars'ktz und Ä r z y z a n o wski mit der Morgan-Gruppe wegen einer 1 0 0-M il l i o n-c n-D ol la r-A uleihle für Polen. Ferner verlautet, daß die Federal R-eserbe-Barrken pba« neu, Pol>en einen Kredit zur Durchfühon>ng des Stabil,isterungsprogramms zu eröffnen. Die OesterreWsche Postsparkasse verzinst Sparguthaben von 1 Schilling und darüber vom 1. März 1027 angefangen mit 4)4 Prozent für das Jahr. Die Aivnostenska Banka wird sich, rvie die ,/ßrager Presse" meldet, offiziell an dem Konzern der Bank für auswärtigen Handel in Berlin beteiligen und den Direktor -Belohrrbek in die Vorwv'btung dieser Bank caffenden. Anmeldung der Ansprüche auf die Ausgleichsrente. Die Aumeldungen von Ansprüchen auf Ausgleicysrenten nach dem Leibrentnergesetz vom 20. Dezember 1936 beginnen Dienstag, den 1. März d. I. Die Anmeldung hat in der Zeit vom 1. Marz bis einschließlich 31. August d. I. persönlich durch den Anspruchswcrbcr oder eine von ihm damit betraute Person. unter Mitbringuilg eines 1-Schilling-Stempels zu erfolgen, und zwar in Wie n beim Bundesmimsterium für soziale Verwaltung, 1. Bez., tzanuschgasse 3, werktäglich Mischen 9 un.d 13 Uhr; a u ß e r h a 1 b W i e n s bei der politischen Bezirksbehürde, in deren Sprengel der Anspruchswerber^wohnt. Bei der' Anmeldung ist vorzuweisen: Eine Bescheinigung über den Wohnsitz sowie über die österreichische Bundesburgerfchaft des Anspruchöwerbers, die Versicherungsurkunde (Polizze, Mitglieds, buch) sowie womöglich eine Bescheinigung über die Höhe des Jahreseinkommens des AnspruchsrvcrSers. Weitere Abnahme des Notenumlaufes in Frankreich. Nc-ach dsm Ausweis der Bank von Frankreich vom 24. Februar ist der Notenumlauf in der drit'ben Fobruarwoche um 466 Mil. Äonen auf rund 51,7 Milliarden Francs Zurückgegangon-. Die Vorschüsse a n d e n S a a t haben sich iun. 900 Milliomen vervingeut und senkten sich zum erston-mal unter fo-e« Stand von 30 Millliard-en auf 29-6 Milliarden . Francs. Beföriderüng von Ezprehgnt. Die EeneraÄirektion der OLstecr-cichischcn Bundesbahnen nmcht i-m Interesse der Wiener Geschäfiswolt neuerlich darauf aufmerksam, daß schon, derzeit nicht imr nach intändiischen, sonloern auch nach den rn-ersten großen Bahnhöfen Deurschlands, Italiens, Jngoflawiens und Ungarns die durchgehende Abfertigung von Expreßgütern möglich ist. Für den V-erkchc nach der ^Schweiz und der Tschechoslmvakei wird riese Beförderungsart in allernächster Zeit zur Einführung gelangen. Abgesehen von der verhalünismäßigen. Billigbrit der Expreßgutfrachtsätze und der Bequem lichkert der Am Lieferung und des Dsz-ugeZ solcher Seudungen an den Gepäcks lassen bildet die rasche 'Beförderung Vieser Sendmigen (mit Schnell- und ^D- Zü-gen) den besonderen Vorzug de8 Expretzgutes. Diese rasche Beförderung tritt namentlich dann in Erscheinung, tomn für oie Beförderung der Sendungen durchgehende - Nachtschnellzüge zur Verfügung stehen, da in solchen Fällen auch die erst in den späten Abendstunde,! ausgAicjferten Ssndunigcn meist schon am Vormittage des n ä ch st am Tages in den Bestimmungsbahnhöfen emtreffen und' s>> gleich von den Enipfängcrn beKog>en werden können. In den Räumen des Hotels Bristol (Zugang Mahlerstraße 8) ist eine A b fe r t i g n ngS st«>1 'l e der .Oestevveichischsn Bundesbahnen für Reisegepäck und E x p r e tz g >u t eingerichtet. wodurch namentüch den Berfrächlern ans dem Zentrum der Stadt eine große A e c, n e m l i ch T e i t für die Awfliefevung solcher Sel-dungeu geboten ist. Diese Abfertigunlgsstelle ist an Wochentagen von 6 bis 17 llhr 30 Min. mmn-rer. brachen geöffnet. Zusammenbruch der Brünner Teztilfirma Adolf Fuchs. Aus Brünn, 26. d. M., wivd eelegraiphievt: 'X'-c Firma Advlf Fuchs, Bauwollwaren, Lei ne nma u ufattu r ert irn.d Modewaren Handel in Brünn, hat gestern den Llrrtraa auf Einleitung des Ausgleichsverfahrens überreicht. Me der „Brünner Tagesbote" erfährt, betragen die Passiven 19 Millionen Kronen, die Aktiven, siowoir bisher festgestellt wurde, etwa 11 Millionen Kronen. Die Ursache des Zusammenbruches der Firma liegt in Bürgschaften, die der Jrihüber für seinen Schwiegersohn, eines Wiener Großhändlers., übernommen hat und in seinem unreaTisterbaren Krieg sanier hell «sitz im Betrage von 3)L Milliorren Kronen. DaS Wirtschaftsjahr 1926. Ans den, soeben veröffentlichren amtlichen Statistiken über das Jahr 1926 geht herL-or, datz dre österreichische Produttiorr in Mhireichen Jirdnstvion die E rz e ug U'Ng s menge des Jahres 1920 überstiegen hat. Auch das Gesamtergebnis der vom Creditoren-Verein von lo?0 gemeldeten Fälle von Insolvenzen weist gegenüber dam Vorjahr eine merkliche Besserung auf. Die Zahl der verhängten Konkurse ist darnach voar 681 auf 634, die der gerichtlich cingeleireden AusgLeichsveufahrm von 2669 auf 2316 gesunken. Nähere statistische Nachweise sind in den vom Bundesamt für Statistik hevauSgegebenon „Sintistischen Nächvichten", Verwaltung, Wien» 1. Bez., Hohenslausenig. 7, emchasten. Entfall deö Wortes „Drucksache". Wie das Ere-nium t<r Wenev Kaufmannschaft mrbteilt, ist es den'wiederholten Borstostungen der Kaufinannschaft.gelungen, zu erwirken, daß durch «ine Aendsrug der Postordn'ung auf den als Drucksachen iMr Versendung gelangenden Poststücken das Wort „Drucksache" nich.l mehr angebracht werden mutz. Es ist somit dem Wunsche, daß durch Wegfall des Wortes „Drucks fache" die Werbekraft der betreffenden Msteiluüg gewährt bleibe, en-tsstwchen worden.

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