Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2873 (26.2.1927)
- Date
- 1927-02-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen: SS groszy | Wien. Zum Abholon indei Expedition, II.,Taborstr 1-8 oder in einerVerschleißstelle (Trafik i monatl.5 Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. I. Wollzeile 11 Mit kostversand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche Slowakei: Mon. K 22 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen:Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm.4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 X »0»»»« iiteiot r » , > s- Btbdb i Ufer »ifbODiltli j ODE ANS KRIVZf Unser Roman: Seite 11 0 rgenje ilung I Preis SO ol Englan d:Mon.4Schilling Italien Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bnlgarien:Mon.lOOLewa. S c hw e i z und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Ohr ebenda Tele* phon Nr. 31-0-86 u. 31-209 V1L, Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 693 Rr. »873 Wien, SamiiSn, 20. ftebrunt 1927 < 4. AVar 5687). 9. Snfttnann Die Kantonarmee Vor Schanghai. Her Rückzug der Rordarmee. - 02 brttifche Kriegsschiffe vor Schanghai. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind . durch ein vorangesetzteS E gekennzeichnet. Sie Neuwahlen. <Sm Entsch^wairg über Oie LN0 gültige F estjctzungdes Wahltages wird am Montag von den Präsidien des christlichsozialen, des großdeutschen und des landbündlerischen Abgeordnetenklubs getrosten werden. In der gestrigen gemeinsamen Beratung der christlichsozialen Parteiinstanzen (Reichsparteillitung, Klubvorstand, Landrshauptleute und Obmänner der Landesparteileitung) ergab sich eine Mehrheit für die Nominierung des 24. April als Wahltag. In der Konferenz gelängte auch der Einspruch der Wiener JsraelUifchen Kultusgemeinde gegen die Festsetzung dieses Wahltages zur Sprache. (Siehe unten.) Außer diesen Konferenz^ haben im Parlament keinerlei weitere Besprechungen über die Wahlen stattgefnnden, was natürlich der Gerüchtebildung freien Spielraum läßt. So heißt es jetzt, daß das Wahlbündnis der Christlichsozialen mit den Gr ostdeutschen und den mit den letzteren verbündeten Nationalsozialisten für Wien bereits so gut wie perfekt geworden ist. Tie Großdeutschen würden demnach dier, die Nationalsozialisten ein Mandat auf der gemeinsamen Liste erhalten. Ter großdeutsche Vizekanzler des Nationalrates Tr. D i n g h 0 f e r weide nicht mehr in Linz kandidieren, sondern in Wim auf der christlichsoziäl-großdeutschen Gemeinschaftsliste an sicherer Stelle ein Mandat erhalten: . ' . / ffinspru« der Kultusgemeinde gegen de« 24. AWl Äo Wahltag. In den jüdischen Kreisen hat die Möglichkeit, den 24. April zum Wahltag ■ zu bestimmen, Mißstimmung hervorgerufen. Von Seite der Kultus gemeinde wurde. deshalb beim. Bundeskanzler Einspruch erhoben und darauf.hingewiesen, daß der 24. April der letzte Tagdes Pefsachfestes ist und . Wegen der Gedächtnisfeier für die Verstorbenen von allen Juden mit besonderer Andacht eingehalten wird. / Bürgermeister Seih kündigt die Gemeinde- Wahlen au. In einer gestern in Fünfhaus abgehaltenen Verjummlung der sozialdemokratischen ' Bezirksorganisätion sprach Bürgermeister Seitz . über die Steuerpolitik. der Gemeinde Wien, und führte hiebei aus, daß die Gemeindeverwaltung entschlossen ist, auch den Gemeinderat und den Landtag a u f z u l ö s e n und gleichzeitig -mit den Wahlen in das Parlament auch solche für den Gemeinderat durchführen zu lassen. Rn britischer Kriegsschiff in Mnragua. Mißstimmung in Wafh-ingts«. Washington, 25. Februar. Der britische Botschafter brachte dem Staatsdepartement amtlich zur Kenntnis, daß das britische.Kriegsschiff „Colombo" am 26. Februar in Corinty (Nikaragua) ankommeü iverde. Der Botschafter erklärte, das Schiff werde nur a u s m 0 r a l i s ch e n Gründen dorthin entsandt. Cs bestehe nicht die Absicllt, britische Truppen zu landen. Diese Mitteilung der britischen Botschaft kreuzte sick mit dem Memorandunt des Staatsdepartements an die Botschaft, worin Großbritannien die Zusicherung gegeben wird, daß die amerikanischen Streitkräfte in Nikaragua alld) den britischen Staatsangehörigen mit den übrigen Fremden den notwendigen Schutz und Beistand gewähren würden.. Wü verlautet, soll der englische Schritt B estür.znng hervorgerufen heben. Aus der Note des britischen Botschafters gehe hervor, daß die erste Ankündigung der Entsendung eines britischen Kriegsschiffes nach Nikaragua am 19. Februar gemacht worden sei. Zweifellos sei dies für den Entschluß der Regierung,. weitere bedeutende Marinestreitkräfte südwärts zu entsenden, mitbesiimmend geivesen. Hie illdischen Wühl« in Sei Mi». Ieru.alem. 26. Februar. (Zion. Korr.) Die im Stadtrat von. Tel Awiw vorgenommene Registrierung der Wähler hat folgende Zahlen ergeben: 275 wahlberechtigte Juden, ' 137 wahlberechtigte Mohammedaner und 40 wahlberechtigte > Christen.- London, 25. Februar. Nach den letzten Telegrammen aus Schanhai hat die Hauptmacht der Kanton-Streitkräfte die Stadt Kasching besetzt, die von den Truppen des Generalgouverneurs von Schanghai vor ihrem Abzug vorgestern in Brand gesteckt worden war. Die Vorhut der Kantonesen hat auch die Stadt Sunkrang, die die letzte Verteidigungsstellung Sun-Tschuan-Fangs bildet, eingenommen. Die Nachricht von der Einnahme Sunkiangs ist offiziell noch nicht bestätigt. Die Nordtruppen haben auf ihrem Rückzug nach Schanghai sämtliche Ortschaften geplündert. Zehntausend Soldaten des Gouverneurs von Tschangtüng, Tschan-Tsch u n-Tschang/ sind heute durch Schanghai marschiert, um den znrückgehcnden Truppen Sun-Tschuan-Fangs zu Hilfe zu kommen. In Schanghai weigert sich eine großeZahl von Arbeitern, trotz der offiziell erfolgten Beilegung des Generalstreiks, die Arbeit anfzünehme n. Wermals eins stürmi.Ae Sitz«»» der 7 Sk»P!MiLs Belgrad, 26. Februar. In det heutigen Sitzung der Skupschtina wies Minister des Innern- MaksimovLc die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zurück und legte an Hand amtlicher Dokumente dar, daß die Behauptungen einzelner kroatischer Abgeordneter über angebliche Verletzungen der -Rechte der Wähler entweder vollkommen aus der Luft gegriffen oder in demagogischer Weise aufgebauscht seien. Der Minister wurde wiederholt durch Zwischenrufe der Oppositionellen unterbrochen. In der Abendsitzung wurde die Debatte über die Verteidigungsrede des Ministers des Innern begonnen. Als erster sprach der demokratische AbgeordneteAgatonovic, der den Fall Sokolovic, jedoch nicht die Verteidigung des Ministers des Innern erörterte, weshalb ihm der Vorsitzende das Wort entzog. Hiebei kam es seitens der Opposition zu stürmischen Protesten. Ministerpräsident Uzunovie verurteilte das Borgehen der Opposition anläßlich einer so ernsten Angelegenheit, worauf die Opposition abermals stürmisch protestierte. Die Sitzung mußte unterbrochen werden. Die Debatte wird morgen vormittags fortgesetzt. Hie Sicherheit der polnische« Republik. Warschau, 25. Februar. (Wolfs.). Im Heeresausschutz des Sejm wurde gestern ein vom/ nationaldemokratischen Volksverband eingebrachler Antrag beraten, worin die Regierung aufgeforderT wird, dem Landtag über die Sicherheit der Grenzen der Republik im Zusammenhang mit einem drohenden deutschen Ueberfall Bericht zu erstatten. Die Antragsteller fragen den Re- : gierungschef, welche Mittel angewendet worden seien, um Deutschland die Durchführung seiner Ueberfallspläne ans Polen zu erschweren. Die Drohung eines solchen Einfalles sei bisher in Polen nicht mit genügendem Ernst behändst worden. Der Sprecher der ch r i st l i ch e n D emokra»ten vertrat die Ansicht, daß die polnische Regierung mit einem Programm des Ausbaues von S t ü tzpunkten an der Westgrenze hervortreten und mit einem Gesetz über die Organisierung ' der Nation im Kriegsfälle herauskommen solle. Her litauische Selm. Komno, LH, Februar. Der litauische Landtag ist heute in Anwesenheit d.s gesamten Kabinetts und von Vertretern des diplomatischen Korps eröffnet worden. Ministerpräsident Woldemaras verlas die Regierungserklärung, über die in der Sitzung am 3. März die Debatte eröffnet werden wird. Zwei Abteilungen englischer Feldartillerie wurden heute auf den Höhen, die die internationale Niederlassung beherrschen, in Stellung gebracht. Die Italiener und Japaner haben ebenfalls Stellungen bezogen, die Franzosen dagegen noch nicht. Eine gemeinsame Aktion ‘ der Kommandanten der englischen, italienischen, französischen und japanischen Truppenkontingente ist für den Fall geplant, daß di« Chinesen die Konzessionen angreifen sollten. Die Zahl der vor Schanghai ankernden englischen Kriegsschiffe aller Kategorien beträgt nunmehr 62. Havkau von chinesischen Schiffe» beschoffen. Schanghai, 25. Februar. (Reuter.) Wie verlautet, wird sich das N o r d g e s ch w a d e r nach Han kau begeben, um durch Beschießung dieser Stadt an den Operationen des Marschalls Tschan g t s o l in teilzunehmen. Der Vormarsch Tschangtsolins, des Generals der Pekinger Zentralregierung, durch die. Provinz Hon a n geht rasch vor sich. Ham Bonir gemaßreselt. Budapest, 26.-Febrrwr. In dreizehy Wahlbezirken .fanden heute E rs a tz w a-hle n statt, da die bei den Wahlen im D.'Zomber in zwei Wahlbezirken gewählten Abg.'ordneten a-uf -ihr . Mandat in dielen- Bezirken verzichtet hatten. Besonders heiß gestaltete sich der Wahl- : kampf im Bezirke P a k s, wo dem Regierungskandidaten der Raffenschützler Tegl a ss y gegenübersteht. Die Rassenschützler hatten ihre hervorragendsten Führer Julius GömbLs. Ivan H e j j a s' und P. ArchaNgelos B o n i s nach Paks entsandt, um für ihren Kandidaten Stimmung zu nrachen. Die Behörden hatten aber strenge - Weisung, jede Agitation der Völkischen zpgunsten des Bethlen-Kandidaten unbedingt zu verhindern. Ta tsäck'lich. wurde heute mittags P. B o n i s von Gendarmen verhaftet und aus dem Wahlbezirk abgeschoben. Auch mehrere andere Kortesche der Rassenschützler verfielen demselben Schicksal. Auch in Erlau gab es einen scharfen Wahlkampf zwischen dem RrgierungÄkan-didaten Stephan Haller, dem Vater des/ ungarischen Numerus-clausus-Gesetzes, und dem Rassensckützler und bekannten Antisemitenführer Ladislaus Budavary. Nach den um 6 Uhr abends vorliegenden Lagerberichten ist die Wahl der offiziellen Rvgierungskandidaten in allen dreizehn Wahlbezirken gesichert. Ile Emacheuden gegen Klebelrberg. Budapest, 25. Februar. Unterrichtsminister Graf Kl ebelsberg ist heute früh zur Besichtigung der Bauarbeiten an der Klinik in S z e g e d i n e ingetroffen. Aus diesem Anlaß veranstalteten, wie „Magyar Orszag" meldet, etwa 6 0 a n t i s e m i t i s ch e S t u d e n t e n eine Demonstration gegen den Minister, woibei sie antisemitische Lieder .langen. Die Demonstranten zerstreuten sich, noch bevor die Polizei eingeschritten war. Die Kundgebung steht in Zusammenhang mit dem Verhalten des Ministers zugunsten. des Professors A d a m in Budapest. Sie anterifanifOte Demokratie. Washington, 25. Februar. (Wolfs.) Der E i n w a n» d e r u n g s a u s s ch u ß des Repräsentantenhauses empfahl, das Inkrafttreten der neuen Bestimmungen über die Eimvanderungsquoten für zwei Jahre zu verschieben. Der Demokrat Bänder (Georgia) brachte eiye Vorlage über den RegistrierungZzwang für Ausländer ein, wonach - die Registrierung alle fünf Jahre erneuert werden soll. Die Gebühr soll erstmalig 10 Dollar, dann 5 Dollar betragen.