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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-25 · Heft 2872 (25.2.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2872 (25.2.1927)
Date
1927-02-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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| Polen r SS groggy i Wien; Zürn Abhelen in de* Expedition, ll.,Taborstr 1-3 oder in einerVerschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. 1., Wollzeile 11 Mit Poatversand für Wien und Oesterreich monatlich b Schilling Tscheche - Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien; Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Opi. 4. Frankreich. Belgien: Mon. Pres. 35 H*en t*». oe Pteit* •rhCbaoeeo fetVenftite-t JUDE m Mtiozf __ tsmssil orgenzeilung I Preis VtO öl Engt an d: Mon. 4 Schilling Italien Monatl. 20 Lire ftnm&nien: Mon. 170Lei Bulgarien:Mon.100Lewa S c hw e i e and das übrige Aasland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. I Telephon: 44-0-38, 43 3-19 Ab 6 Uhr abends Tele* phon Nr. 81-0-86 n. 31 209 VII., Lerchenfeiderstraße 1 (Druckerei .tnra*) Oesterreicbisches Postsparkassenkonto Nr 150.699 Rr. *872 Mm. ftreilaii, 25. Sefrwir 1927 (23. «dar 5687). 9. llatirnan« Der Generalstreik in Schanghai beendigt. Brrhasiungm in der franzöfischen Konzeffio». I« redaktionellen Teil enthalte,re entgeltliche Mltteilnnge« sind durch ein vorangesetztes L gekennzeichnet. (Ü E. & T Piowail't W Winterspezialitäten M weiße und braune GansleberwDrste. geselchte Qansbröste und Lüget, Bratwürstel u. Augsburger, Zungenpreßkopf sind wieder in allen unseren ö«2 M W M Verkauisstsllen täglich frisch zu haben. Sine Sturmfihung der Anvlchtina. Borsöhrung eines geprügelten Mannes. Belgrao, 24. Februar. (Tsch. P.-B.) Heute trat die Skupschtina wieder zusammen. Zur Verhandlung gelangte der von der kroatischen Bauernpartei eingeürachte Antrag, daß der Minister des Innern M a k s i m o - vie unter Anklage gestellt werde, weil die seitens polizeilicher Organe bei den letzten. Wahlen für die autonomen Gebietsvertretungen verübten Mißbräuche angeblich über direkten Auftrag des Ministers erfolgt seien. Außer der kroatischen Bauernpartei stellte auch die demokratische Bereinigung einen gleichen Antrag. , Nach^ Uebergang zur Tagesordnung ergriff Minister des Innern Maksimovic das Wort, urn zu den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen Stellung, zu"nehmen. Kurz därauf brachten demokratische Abgeordnete einen Mann in den Sitzungssaal, der nach ihrer Behauptung gestern vom Polizeikommissär in Topschi der, HoIL^ovi^ blutig -g e s ch lg g en wuche. Äste -Abge-l oMeten. c n t f l ei de Tctth»c u,a»n,. die'«AppreN der Mißhanlustg zu zeigen. Die'er sensationelle Borgang rief einen ungeheuren Sturm der Entr ü st un g) hervorr - Während die Opposition die heftigsten Angriff« gegen den Minister Maksimovic richtete, protetestierte die Regierungsmehrheit gegen die^e beispiellose . Verletzung der Geschäftsordnung seitens der Demokraten. Infolge des andauernden Lärmes wurde die Si^nng imterbrochen. remißlo» «d« PirlimentiidMim. Belgrad, 24. Februar. (Tsch. Pr.-B.) Der heutige Zwischenfall in der Skupschtina hat in politischen Kreisen außerordentliche Erregung hervorgerufen. Die Opposition ist entschlossen, den Rücktritt des Ministers des Innern Maksimovic eventuell duvä) Obstrukion zu erzwinLen. Ln R^gierunüsTcelsen richrd dagegen erklärt, daß der Lwischienfall Lur Auttölu.ng des Parlaments kühren könnte. falls die Opposition die ErlediLUNg der Budaetvorlaaß verUndexn sollte. SoilalMcher Borktoß in der franMche« Kammer. Paris. 24. Februar. In der Kammersttzung brachte der sozialistische. Deputierte B i n c e n t -.A u r i o l zur allgemeinen Ueberraschung einen Resolutionsentwurf ein, in dem die Regierung ausgesordert wird, dem Parlament ehestens das am 15. Februar mit E n g l a n d abgeschloffen e,v o r l ä u f i g e S ch u l d e n z a hl u n g s ab k o m m e n vorzulegen und in kürzester Frist einen Gesetzentwurf über die Bereitstellung der erforderlichen Kredite einzubringen. . In den Wandelgängen herrschtenach der Sitzung große Bestürzung über den unerwarteten scharen Vorstoß der Sozialisten. Ministerpräsident P.o i n c a r e erklärte, daß er eine Kammerdebatte über die Schuldenabkommen nicht zulassen werde. Sine Parlamentsuiev erläge d:r polnische« Aegirrnng. Warschau, 84. Februar. (Wolfs.) Ino V e r w a l tungsaus sch uß des Landtages kam es zu einem Konflikt der Mehrheit'mit der Regierung wegen der Wahlordnung für die Gemeinden. Die Negierung kam hiebei in die Minderheit, weil ihre Pläne der Linken zu wenig radikal und der Rechten zu weitgehend sind. — Der Konflikt wird wohl keine Weiterungen verursachen, da auch das Kabinett über den Entwurf der autonomen Nerntzrltung uneins ist. De Plnedo ln Hrafilien nelandct. Rom, 24. Fehruar. De Pin do ha heute mittags um 13 Uhr 60 Minuten mitteleuropäischer Zeit glücklich die brasilianische Küste bei P o r t R a t a l e r r «i ch t. Schanghai, 24. Februar. (Havas.) Die Führer der Slreikbttv-sgnng haben die Beendigung deS Streiks« ungeordnet. EeflSchtele SlrMührer leftgenommen. London, 24. Februar. Reuter meldet aus Schanghai: Der Streik ist beendet. Die chinesischen Behörde» haben Agenten in die französische Konzession entsendet, die ohne Wissen der französischen Polizei ein« große Anzahl von Streikführern gefangen nahmen. Sknftellnog der Hinrichtungen. Schanghai, 24. Februar, Der. VerteidigungAkommissär ' von Schanghai .hat seine Anweisungen (für dlie Hi n r ichlu ng von Agitatoren zurückgezogen. Die chlnestschen Marinebehörden entschnldkgeu st«. Schanghai, 34. Februar. Die chinesischen Marine» bohörden haben sich wegen der am vergangenen Dienstag erfolgten Beschießung der ausländischen Konz'ssionsgebiete bei den französischen und den britischen Behörden entschuldigt. Amerikanische Lrnppensen-nnse«. Schanghai, 24. Februar. (Reuter.) Ein amerikanischer Dampfer mit 12 00 M arine sol d a t e n*ist hier eingetroffen. . ' Suotschuangfan» ermordet? Berlln, 24. Februar. Die „Nächtausgabe" berichtet, nach einer Meldung der Chinesischen Pachrichten-Agentur aus Kanton sei Sun tsch u an g fang von zwei Studenten und einem Arbeiter ermordet worden. Eine Bestätigung dieser > Nachricht sei bisher nicht zu erlangen gewesen. . . r. Kein Blum nach Holland mehr. Wie die „Politische Correspondenz" erfährt, hat der gestrige Ministerrat beschlossen, der von der niederländischen Regierung vorgeschlagenen Vereinbarung über die AM.fh.Lb un g, do k zw ang e s im. e x seb e r lehr zwischen Oesterreich urü» den Niederlanden für die beiderseitigen Staatsangehörigen mit Wirksamkeit vom 15. .März d. I. b e i z u t r e t o n. Die Rote SuglaOs an Rußland. Protest nno Warnung. London- 34. Februar. Das Kabinett hat gestern die Note an ScA-jetrußland endgültig redigiert und dem russischen Geschäftsträger übevm-ittelt. In der Note wird darauf hingewiesen, daß der frühere Geschäftsträger in London, Krassin, zwar zu wiederholten Malen es als Wunsch der Sowjetregierung bezeichnet habe, freundschaftliche Bezichunigen mit England herzustellen, daß er aber gleichseitig an dem V er le u m d u n g s f e l d z ug gegen Großbritannien teilgenoimmen hebe. Die Note wendet sich dann gegen die fixe Jde^, unter der Tsch i tsch er!n und viele seiner Kollegen leiden, daß Großbritannien bcschä'stigt sei, Komplotte gegen Rußland .zu schmieden, und erhebt Einslpruch gegen die übelwollende Parteilichkeit, mir der die Sowjctbchörben tendenziöse Nachrichten und falsche Gerücht« über englische Absichten zur Stütze ihrer Politik in die Welt setzen. Die englische Regierung halte es für notwendig, Rußland nachdrücklichst daraus Hinz «weisen, daß die Fortsetzung von Handlungen, wie die, Ivorüber hirr Beschwerde goslührt werde, früher oder später die Aushebung des Handelsabkommens, dessen Bestimmungen so offenkundig verletzt wurden, unvermeidlich machen, und , daß ebenso die Lc'suug der gewohnten diplomatischen Beziehungen eintreten müßte. Die britisch: Regierung vertraue darauf, daß dieser Protest und diese Warnung von der Sotofetregierung mit der erforderlichen Ausmevksam!keit ausgenommen und kein weiterer Grund zur Klage werde gegeben werden. Die Note enthält bann noch einen Aniha.ng mit Auszügen aus englandfeindlichen Reden s o w j e t r u s s i s ch e r Persönlichkeiten, wie Ts ch i t.s ch e r i n s, und Zeitungsartikel, die die britischen Argumente beleuchten. Ae Meltervartel verlangt eine varlamentarlM Mrterung. London, 24, Februar. Bezüglich der Note der britischen Regierung an Sowjetrußland wird seitens. der Arbeilerpartei die Forderung nach. einer Erörterung der g a n z e n F r a g e im Unterhaus gestellt Das einzige konservative Blatt, das sich in entschiedener Wcise gegen die Note Chamberlains ausspricht,- ist „Daily Mail", die die ‘ Note nicht geling scharf findet. - Die anderen konservativen Blätter billigen . die -Haltung . Chamberlams. - Die Linkspresse giht der Meinung Ausdruck, daß die Note ebensosehr an die konservative Partei wie an die Sowjetregierung gerichtet sei, und erklärt,, daß der/Mhruch' der- Beziehungen mit Sowjetrußland für Großbritannien viel' gefährlicher wäre, als irgendeine sowjetistische Propaganda. Säs NersNüvte Mraragn». Managua, 24. Februar. Wie über den von der Regierung von Nicaragua in Washington unterbreiteten B e rtragsenwurf weiter gemeldet wird, würde Nicara-' gua danach ohne Zustimmung der Bereinigten Staaten weder einen Vertrag mit einem änderen Lände abschließen, noch i r gendein en Te il sei nes Gebt e t« s verkaufen oder verpachten. llhile verbietet deu Kommvnlrmar. Santiago de Chile, 34. Februar. (Havas.) Sämtliche anarchiistischen und kommunistischen Führer sind verhaftdt'und ihre Blätter eingestellt worden. Der Ministerpräsident erklärte amtlich, er werde d i e rote Fahne verbieten und den Kommumsmu-s und Anarchismus im Lände ausrotten.; 9er Iltanliche Seim elnbeenfe«. Kowno, 24. Februar. Der litauische Sejm ist für morgen einberufen worden, um die Regierungserkläc u n g entgegenzunehmen. vor einem neuen Putsch? Moskau, 24. Februar. (Wolfs.) Die 'Zeitungen veröffentlichen eine Meldung aus Riga, wonach in Kowno in oen nächsten Tagen eine Aktion der christlichen Demokraten zur Ergreifung der Macht erwartet werde. Lie Miuderheitsfchnlen in Polen. Warschau, 34. Februar. In einem Jntewiew, das der Unterrichtsminister D o b r u c k i einem Vertreter der polnischen puiblizistischen Agentur über Fragen des SckMlwesens gab, äußerte er sich auch über das Problem der M i n de rhe i t s s chu le n : ,Sch stehe aus dem festen Grunde der Verfassung, welche, da sie mit dem Volikswillen rechnet, die Erhalt ungvon Schulen der Minderheiten Vorsicht. Auf dieser Grundlage werde ich daraus achten, daß die Privatschulen, welche für die nationalen Mindecheiten errichtet sind, auch das Oeffentlich'keitsrecht erhalten, sofern sie den hieslü-r nötigen Anforderungen entsprechen."!er zerfall der LS lischeu. Berlin, 24. Februar. Der nationalsozialistische Abges ordete Straffer hat seinen Austritt äus der Fraktion der völkischen Arbeitsgemeinschaft erklärt. Durch diesen Austritt verliert die völkische Fraktion zunächst.die Fra tions stärke im Reichstag. * *

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