Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2871 (24.2.1927)
- Date
- 1927-02-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Polen r SS groszy Wien: Zum Abholen ittdei Expedition, 11., Taborstr 1-8 oder in einerVerschteißstoUa (Trafik i monatl.5 Schilling Straßenverkanf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. 1.. Wollaeile 11 Mit Post versend fftr Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche - Slowakei: Mon K22 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 8 Zloty Deutschland: Mon. Qm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pros. 85 NtunsaS 0 S ® 0 OS'hfSlS* erbSbaaffSD Nr.?871 WZ ANS KREUZ t Unser Roman: Seite 71 I Preis WO p| Englan d:Mon.4Schilling Italien. Monatl. 20 Life Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien:Mon.lOOLewa, S c hw e i z and das fibfige Ansland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration; Wien, II., Taborstr. I Telephon: 44-0-38. 43-3-19 wie«. Lmmerst««. 24. Februar 1927 (22. Mar 8987). Ab 6 Ohr abends* Tele« phon Nr. 31-0 86 n. 31 209 Vll., Lerchenfe'deratraße 1 (Druckerei ,inva“) ^österreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 699 9. FaHrgsn« Neuwahlen an 24. April. Keine Aendernug der Wahlorvnung. Im redaktionellen Lei! enthalten« entgeltliche Mitteilunge« sind durch ein vorangesetzteS E gekennzeichnet. Gefinnungsgenoffen! Die Wahle» -um österroichifchen Natiovalrat stehen unmittelbar bevor! Der Partorvat der jüdisch-nationalen Partei Oesterreichs hat einstimmig beschlossen, in den Wahlkampf einzutreten! Mische «Wer und Wählerin«««! FSdische MSuuer nud Frauen I .Helfet nnS, die jüdische Bertvetnng zu erkämpfen und zu sicher«! Meldet Euch sofort zur freiwilligen und unentgeltlichen Mitarbeit! Für das Wahlkomitee der jühischnationalen Partei Oesterreichs: Dr. Leo Goldhammer, Präsident «des Zionistischen Lanideskomitees; Frau Dr. Sophie Löwenherz; Dr. David RoHblum; Dr^ Leopold Plaschkes, Gemeinde rat der Stadt Wien; Ober-Baurat Robert Stricker. Persönliche Amneldüngen im Zentralwahllokale, ’ Wien, 1. Bsz-, Kärutmustraße, 28 (Zionistische > Büroaus).. . ., Spendet fyr de« Wahlftmd»! Sie größte Spende für den Palaftinaavfba«. London, 23. Februar. ,Hewist SBorfö" bringt in ihrer letzten Nummer aus sicherer Quelle die aufsehenerregende Mitteilung, daß die Bekanntgabe einer sehr großenSpenbe eines bekannten Millionärs für den Palästinaaufbau bevorstehe. Es handle sich um den größten Betrag, der bisher für Palästina gewidmetwurde. DaS Londoner jüdische TaMatt ,,Die Zeit", das dieselbe Meldung bringt, fügt auch hinzu, daß durch die. in Betracht kommende Summe, die für einen bestimm- ' ten Zweck gewidmet wird,/die wirtschaftliche Lage in Palästina eine gründliche Aenderung erfahren werde. Ae Sllnpatioa von Riearagna. Managua, 26. Februar. Präsident Diaz hat die Gruudziüge der für WMington bestimmten Vertrag svorschlä ge bSkanntgcgsden. Danach sollen die: Vereinigten Staaten die Unabhängigkeit Nicaraguas, entsprechend idem seinerzeit abgeschlossenen Vertrag, garantieren. Die K a n a lrechte Amerikas bl eib e n b e st e h e n. Die Vereinigten Staaten sollen keine Borzugsbeihandlunig genießen, wohl aber sollen Vorkehrungen amn S ch ü tz e Nicaraguas durch die Vereinigten Staaten für die Dauer von hundert Jahren getroffen werden. Ueber den Vertrag .wird weiter bekannt: Nicaragua übertragt den VereiniHten Staaten für die nächsteil 100 Jahre das Recht, die En tw i ck I u n g des Landes in der Weise in d ie Hand zu nehmen, daß die finanzielle Wiederherstellung und d ie öffentliche Ordnung g e w ä h r l e i st e t sin b. Zwei Amerikaner fallen eine finanzielle Kontrolle über das Land für die Zeit der Refundi-erung der Schulden Nicaraguas einschließlich einer neuen Anleihe von vier M i l l i o n e it Dollar ausüben, die zum Bau von E i s e n h a h n e n verwendet upd unter amerikanischer Garantie gcivährt werden soll. Es wirb die , Sche.s'sung einer unter amerikanischen Marsneoffigieren stehenden Polizei an.Stelle der Armee in. Erwägung g?tzogen. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, werden die NationalratAvahlen im ganzen Gebiet der Republik am 24. April statbfinden. Zu dieser Vorverlegung des Termins haben sich die nichtsoizialistischen Parteien entschlossen, weil sie die Wahlen unbedingt noch vor. dem 1. abhalten wollen, der von den Sozialdemokraten erfahrungsgemäß immer, stark, agitatorisch ausgenützt wird. Die christlich s o g i a l e Vereinigung hielt geistern vormittags eine Sitzung ab, in der sich fest alle Redner für die Vornahme der Wahlen am 24. April aussprachen. Die Großdeutschen wrrden sich diesem Wunsche akkommchierert und die Landhündler «haben diesen.Dag schon gestern in Vorschlag gebracht. Die Mehrheit fax den 24. April ist also gesichert. Schwierigkeiten können sich'aus dem gegenüber den sogial- •' demokratischen Vorschlag um drei Wochen nöhergerückten Tevmin nicht ergeben, da ja > ' die Wählerlisten ständig in Evidenz geführt werden und die Lauffristen der Wahlordnung für die Nomimerung der Wahlbe- Hörden, der WaMeugen, der Kandidatenlisten und des Rsklamatiousverfahrens fo. bemessen/sind, daß Neuwahlen auch hinnen einer noch^ksixMKA. FM..duxchge?, führt werden könnten^ Hetzt ist nur noch dieGene-tzmigung der upterschicWDK/MEWMzen/Wr / den .vövgesLMgenett Wahltag' mwzMÄM 'Zü diosem Bohüfe haben die, ChristlichsoNälen für morgen eine gemeinsame Sitzung ihres KlrEvorstandes "und der Reichs- Parteileitung unter- Beiziehung der Landeshauptleute und der LandeAParteileitungen e'mberufen. Die Groß- «deutfchen und die Landbündler haben gleichfalls für Freitag und Samstag ihre Mannen aus den Ländern nach Wien aulsgeboten. ' An der Wahlordnung wird, wie berichtet, nicht viel geändert werden. Gestern -hat zwar . wieder eine P a rteiführerbes p r e ch u n g stattgefunden, der Ministerialrat D r. R u b e r, der Fachmann des Bundeskanzleramtes ' für Wahlordnungsfragen, amwohnte. Man' vertagte aber die Konferenz bis zu einem Zeitpunkt da der Wahltag bereits offitziell festgesetzt sein wird. Der Vertreter des Landbun'des M'ndigte an, er werde in der nächsten Sitzung Anträge auf Ginfühmng der Listenkoppelung, Lockerung der starren Listen, Zusammenfassung der Reststimmen, Aufhebung der Wahl'krri «verbände und Sammlung der Reststimmen ans allen Wahlkreisen zur Ermittlung der RestsÜmmenmandatv einbringen. Mit diesen Anträgen dürfte er kaum viel Glück haben. Dr. Seipel benützte bereits den gestrigen Tag, um die in Wien weilenden parlamentarischen Führer der Großdeutfchen und des Landbundes für die antimarxistische Einheitsfront .zu ' gewinnen. Die Groß-deutschen haben bereits mit den Nationalsozialisten und dom Verband der deükschvölki-schen Vereine ein Wah-l abk omm e n f!u r Wien getroffen. In gleicher Weise -haben sich in Salzburg, .wo am 3. April . Landtags- und GemeinderaLswahlen stattfinden, Großdeutsche, Landbllndler und' Nationalsozialisten unter der Bezeichnung „Nationaler Wirts ch a f t s b u n d" zu einer Wahlvereinigung zusammengaschlossen. Die Großdeutschen sind prinzipiell bereit, ihre Mandate auf einer Einheitsliste mit den Ehristlichsos'ialen M retten. Rur der Lanlbund «macht noch Sch.vierigk-eiten, dürfte aber schließlich doch in die Laube gehen. _ ,• , Die gestrige Nationalratssitzung .verlief zwar sihr ruhig, aber die erste Lesung 'der dritten Zolltariifnov-elle, mit der das Haus befaßt war, wurde von den Parteien nur m.hr zu Wählerverfamml-ungsreden benützt, wobei hervorgvhoben werden muß, daß man sich auf allen Seiten bemühte, nicht agressiv zu sein, um nicht durch eine Explosion der Leidenschaften sich -den Wählerschaften in unangenehme Erinnerung zu rufen. Ackerbau-minister Tha ler, der die Nottvendigkeit erhöhter Agrarzölle mit der landwirtschaftlichen Aibsatzkriise begründete, fühlte sich, völlig als Parte'imann, der zur Wählerschaft außerhalb des Hauses spricht. Es unterlief ihm dabei mehrmals der Lapsus, baß er eMärte, „wir Agrarier verlangen..,-wir Agrarier fordern..er vergaß dabei ganz, daß er noch Minister ist. Dr. Bauer, der sich zu seiner Rede die Hörer der sozialistischen A r-be i terh o chs ch ule auf die Galerie geladen hatte, hielt ihnen einen Mustevvortrag, den , diese wahrscheinlich in entsprechende Partien zerlegt auswendig-lernen und dann in den Wählerversammlungen ausschlachten sollen. Bauer ist selbst davon überzeugt, dah die Zolltarisnooelle nur eine Augenäuswischerei ist, um den kopfscheu gewordenen agrarischen Rednern der Mehvheitsparteien vorzumachen, wie sehr sich ihre Abgeordneten bemüht hätten, durch Zollerhöhungen bessere Preise der Agräraprodukte zu erreichen. An eine Erledigung des Zolltarifs denkt natürlich kein Mensch mehr. Gleichwohl nahm Dr. Bauer feine Ansätze als reale Tatsachen^ und rechnete aus, daß die äus'den angekündigten - Zollerhöhungen evwachsende Mehrbelastung der Wiener Bevölkerung - mehr 'äusmache als alle Brei tner-'Steuern zu fam men genommen. Für die Agitation auf dem Lande, für den Kampf ums Dorf, war der zweite Teil der Bauer'schen Rede gedacht, in welchem er zur Linderung der Absatzkrise, der Bichzüchter die Gewährung von Prämien vorschlug. - - ' Zwei Christlichsoziale, ein Ländbündler und ein Großdeutscher empfahlen sich dann ebenfalls in sehr langen Reden dem Wohlwollen der agrarischen Wählerschaft. BMW des zloylsWen Partelrat.es. Der Parteirat der österreichischen Zionisten hat in seiner Sitzung am 13. d. M. den Beschluß gefaßt, daß die Zionistische Organisation, in den kommenden Wahlkampf eintritt. Zur Durchführung dieses BeMusses wurde eine Programmkommission, bestehend aus den Herren Dr.'Leo Goldhammer, Oberbaurat Ingenieur Robert Stricker, Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes, Dr. Defider Friedmann, Dr. Israel Waldmann und Mäjer Henisch, gewählt. Diese Programmkommission hat bereits ihre Arbeit ausgenommen. Wir wenden uns schon heute an alle Gesinnungsgenossen mit der Aufforderung, für den Mahlfonds Spenden direkt dem Zionistischen Landeskomi'ee, Wim, 1. Bezirk, Kärntnerstraße 28, zur Verfügung zu stellen. Pawftknafragen vor dem Unterhaus. Die Quarantäne in Haifa. — Die neue Währung. London, 22. Februar. (I. T. A.) In der ge.strig-rn Sitzung des englischen Unterhauses richtete Oberstleutnant Kenwortihy an den Koloniemninister die Frage, welche Schritte unternommen wurden, um die Zustände in der Quarantäne bei Haifa zu verbessern. Diese Qliarantäne, sagte Mr. Kenworl-hy, liege i n der N'a chba rf chaft eines Malariasumpfes, zu dessen Sanierung die Regierung endlich schreiten müßte. Der Minister Mr die iKlolvnien,' M r. Amery, erwi'derte, es seien Hm die Verhältnisse in der Haifaer Quarantäne nicht bekannt; er habe den Obevkommissär von Palästina aufgefordert, einen Bericht über die Lage zu erstatten: er erwarte bas Eintre'ffen dieses Berichtes. Auls die Frage . eines anderen Unterhausmitgliedes, wie es um die Herausgabe der palästinensischeu Währung bestellt ist, erwiderte der Kolonienm'lNister Amery, die Noten und Münzen des Landes Palästina nxrben .i m Herbst 1927 fertig sein. Die Aufschriften und. Prägungen werden in englischer, hebräischer und arabischer Sprache gehalten fein.