Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2869 (22.2.1927)
- Date
- 1927-02-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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P ölen t SS grosay | Wien. Znm Ahholen indes (Expedition. II., Tabontr 1-8 oder in einer Verechleißstatl» (Trafik) monatt.5 Schilling Straßenterkaul in Wien dafch die Kolporteure der Firma Goldschmied. I.. Wotlzeile 11 Mit Postversand fflr Wien und Oesterreich monatlich & Schilling Tschecho-Slowakei: Mon.KS2 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Om. 4. Frankreich« Belgien: Mon. Pree. 85 N»<jb**b o*. f » i rhÄh«or#B #*r'«ii*1tei ODE ANS KREUZ orgensetlung I Preis SO gI Engl an d:Mon.4Schilling Italien Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien: Mon.lOOLewa S c hw e i s und das Übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: ^ien, II., Taliorstr. 1 Telephon: 44-0-38. 43-3-19 Ab 6 Ohr abends Telephon Nr. 81-0-86 u- 81 209 VII., Tierchenle1 der.itraße 1 (Druckerei „mva") Oesterreicbisches Postsparkassenkonto Nr 150 693 Nr. *869 Wien, »Kustos, 22. Februar 1927 (20. Ak7? 5687). 9. nahrnonq Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangeletzteS E gekennzeichnet. ' Heute. 12 Uhr mittaas nach vollständiger Neurenovierung und modernster hygienischer Einrichtung Eröffnung des Restaurant „Zlfaho!“ Wien, VH, Mariahilferstr, 88a Vorzügliche NV2 Wiener Küche sowie die aus dem Restaurant »National*, IL, Taborstraße 18, bestbekannte erste Original Orient Küche Erstklassige Getränke! Solide Preise! Aufmerksamste Bedienung! Leitung: Restaurateur W. Spritzer Der Betrieb Im Restaurant »National*, II., Taborsträße 18, wird unverändert weitergeführt! Nicaragua in der Gewalt amerlla« - nifcher Truvveu. 81t «Item«» md fltOtfen Seiest. — Seite Rarfoe- Unti»geat( teimtet Mana gu a, 21. Februar. (Reuter.) In § orinto am Stillen Ozean find gestern 1800 amerikanische Marinesoldaten gelandet worden. Außerdem befinden sich 400 Mann in Leon und 350 in E h i n a m« d e g a. .Die E i s e n - ahn e n, die Drücken ryrd andere wichtige Punkte find von amerikanischen Truppen besetzt worden. Rach einer anderen Meldung soll der konservative Präsident.von Nicaragua General Dias dm amerikanischen Gesandten um Vorschläge ersucht haben, wonach zwischen den Vereinigten Staaten und Nicaragua ein OffensivundDefensivbünd nt S in ähnlicher Weife wie mit Panama geschloffen werden soll. Unruhen in Bombay. ' Bombay, 21. Februar. (Reuter.) Gestern abends kam eS hier zwischen Sikks und Mohammedanern zu blutigen Zusammenstößen. Ein Sikk und Hindu wurden tötlich verletzt. Die Unruhm dauerten die ganze Nacht an, so baß die Polizei schließlich von der Schußwaffe Gebrauch machen mußte. Dabei wurde ein Mohammedaner getötet, 23 Personen, darunter sechs Polizisten, wurden verletzt. Die Ruhe im Eingeborenenviertel ist wieder hergestellt. Der KömmnEenproreß in RumSnirn. Demonstrationm gegen EachinS rumänische Reise. Bukarest, 20. Februar. Zu dem großen Kommunistenprozeß, der jetzt verhandelt wird, ist unter anderen der kommunistische > Deputierte der französischen Kammer C a ch i n als Zeuge geladeii wordm. Die Arckündigung seiner Ankunft in Buckavest führte zu einer Demonstration von Studenten vor dem Hauptbahnhof: Polizei und Militär müßten emgreifen, mn die Ruhe wrederherzustellen. Cachtn war jedoch nicht nach Bukarest gekommen, da ihm das Betreten rumänischen Gebietes untersagt wordm >oar. Dabei wurden 7 5 Kommunisten verhaftet. Sie dentlche« Lftlestnmte«. Berlin, 31. Februar. Wie der demokratische ZeituntzKdienst erfährt, hat das ReichÄvchrmimster'ium an dis FestukygSkomman'danten den Beftchl ergehen lassen, die Sprengung jener Befestigungen im Osten vorzunchmen, deren Beseitigung in den Pariser Vereinbarungen zug.standen wurde. Zu einem Teil sind di efeBe sichle befristet. Jn^samt soll die ÄprsiMmg im Sause von.vier Monaten durchftcüMrt Neuwahlen im Mai? Sine krltSnmg Sr. Seipels. Die Entscheidung über daS Schicksal des NattonalrateS wird in den nächsten Tagen fallen. Bundeskanzler De. Seipel hat gestern im Namen der Regierung mrd der Mehrheitsparteien den Sozialdemokraten zu verstehen gegeben, daß. wenn die Opposition eine vorzeitige Auflösung des Nationaloates wünscht, dir Neuwahlen nur im Mai stattfinden könnten, da die Mehrheits- Parteien Sommerwahlen nicht zulassen loürden. Dem Vernehmen nach ist dieser Termin auf Betreiben der Jndustrieführer empfohlen Warden, iveil sie ihn für geeignet halten, alle bürgerlichen Elemente geschloffen an die Urnen zu bringen. Im Sommer ist bofleoen mit einer gewissen Wahlmüdigkeit der mit der Erntearbeit beschäftigten ländlichen und der auf Urlaub weilenden städtischen Bevölkerung zu rechnen. Dis zum Herbst will man nicht zuwarten» weil man schließlich nicht weiß, ob nicht etwa wie im Vorjahr eine Affäre a llr Zentralbank alle VoBereitungen über den Haufen wirft. Die Sozialdemokraten werden jetzt zu entscheiden haben, ob sie die Sogialversicherung noch unter Dach und Fach bringen oder schob rm Mai das Wahlglück versuchen wollen. Noch vor Beginn der gestrigen Parteienverhandlungen über die Sozialversicherung, bei denen wie bei allen vorauSgegangen-en Besprechungen keinerlei Verhandlungsfortschritt erzielt wurde, gab Dr. Seipel die eingangs erwähnte E r k l ä r u n g ab, in der er unter qndevem sagte: »An - den' letztm'DW^-Wiem MspiÄKmM>doe- $(&**>■ teien über technische F r a g e n der NationalratSwahlordnung stattgefunden. Ich höoei daß im Zusammenhang damit auch die Frage des Wahltermins erörtert wird. Andererseits ist die Frage einer vorzeitigen Beendigung der Gesetzgebungsperiode deS goJenwärtlgen Nationalrates auf Grund der semerzeibigen Vereinbarung der Regierung und der Parteien mit den gegenwärtigen Verhandlungen über die Arbeiterversichenmg verknüpft und es wurde erst bei der letzten Besprechung wieder vom Abgeordneten Richter an die Kürze der Frist erinnert, die unS für diese Sache noch zur Verfügung steht. Wir. — ich kann dabei für die ganze Regierung sprechen — sind überzeugt. daß Tenor in Schanghai. Ivv Hinrichtungen. Schanghai, 21. Februar. (Reuter.) Infolge der H i nrich tung der Agitatoren verhalten sich di« Streikenden heute in der Eingebor-encnstadr ruhiger. In der Stadt herrscht Terror. Blutige Köpfe sind an den Toren aufgchängt. Man schätzt die Zahl der Hinrichtungen auf etwa 100. Die Flüchtlinge suchen Schutz in den ausländischen Konzessionen. Der Inhalt des HankaU'Ablvmmens. London, 21. Februar. Nach bem amtlichen englischen Funkdienst bezicht sich das Samstag in tzankau Unterzeichnete Abkommen auf die künftige Rechtslage der b r itischen Konzession in Hankau. Bis zum 15. Mürz sollen die Polizeigewalt und die Leitung der öffentlichen Arbeiten in der Konzession in den Händen der jetzigen chinesischen Behörden bleiben, Am 15. Mürz soll auf der allgemeinen Jahresversammlung der Steuerzahler der Konzession die Auflösung der alten britischen Munizipalverwaltung ausgesprochen und die Verwaltung einer neuen Körperschaft übertragen werden, die von der nationalistischen Regierung nach dem Borbild der Einrichtungen in den unter besonderer Verwaltung stehenden Bezirken zu bilden wäre. Ein entsprechendes Abkommen soll dieser Tage für die britische Konzession in Kiukiang abgeschlossen werden. Das Uebereinkommen wurde heute vom Außenminister Chamberlain im Unterhaus zur Verlesung gebracht. Bezüglich Schanghai fügte der Minister Hinzu, er habe den britischen Unterhändler O' M a ll e y angewiesen, dem Minister des Aeußeren der Kanton-Regierung klarzumachen, daß die britische Negierung sich das Recht Vorbehalten müsse, über ihre Truppen zum eine positive Erledigung der ArVeiterversicherung, wenn von der Opposition keine unmöglichen DedingimgLn gestellt werden, innerhalb der vorgesehenen Zeit durchaus aussichtsvoll ist. Um aber nichts zu versäumen, ivaS für mich Pflicht der Loyalität sein kann, mache ich fdjon, noch iim Februar, einige Wochen vor dem als Stichtag für die ArLeitervevsichermig bestimmten 15. M ä r z, darauf aufmerksam, daß eine Entscheidung für sogenannte Frühjahrswahlen schon mit Rücksicht auf die gesetzlichen Fvvsten für das Wahlvorbereitungs- Verfahren nur unabhängig von demAblaufder Fallfrist vom 16. März getroffen werden könnte. Im Falle deS ergebnislosen Ablaufes dieser Frist wären die Mehrheitsparteien auch bei vorzeitiger Beendigung der GesetzgebungSperiohe deS NationalrateS nicht in der Lage, etwa Sommerwahlen zuzulassen, da diese für weite Kreise der ländlichen Bevölkerung und selbst für viele städtische Wähler fast einem Verlust deS Wahlrechtes gleichkämen. Nach den in Geltung stehenden Gesetzen ist im Falle der vorzeitigen Auflösung deS Nationalrates durch Gesetz, rm Falle deS normalen Ablaufes der Gesetzgebungspertode durch Beschluß deSHauptauIschusses der zeitliche Rahmen für die Vornahme der Neuwahlen zu bestimmen. ^Die^Gefetzgebungsperwdeläuft am 20. November & ab. _ Soll der neue Nationalvat vor dieser Zeit zusmnmentretett können, dann muß die GesetzgebungSperiode des gegenwärtigen NationalrateS vorzeitig beendiAt werden. Ich mute natürlich niemandem, guch der Opposition, nicht zu, daß eine so ernste Sache, wie es die Arbeiterbersich erung ist, entweder zur Herbeiführung eines aus irgend welchen Gründen erwünschten Wahltermins mißbrauch t oder mit Rücksicht auf einen solchen Teumin neirerddigS in eine untjelorfte Zukunft hinausgeschoben und gefährdet werden könnte.- Abg. Dr. Bauer erwiderte, daß er diese 'Regierungserklärung ferner Partei zur Kenntnis bringen werde. Die Partei werde an einem der nächsten Tage der Regierung ihre Antwort übermitteln. Schutze britischer Leben in Schanghai zu verfügen. Die mit Schanghai zusammenhängenden Fragen könnten lediglich in Ucbereinstimmung mit den anderen dort interessierten Nationen geregelt werden. Der amerikanisch-jüdische Kongreß eröffnet. 81« Rede de» Senator» Borad. Washington, 21. Februar. (Wolfs). In einer Rede auf dem heute eröffneten amerikanischen jüdischen Konß erkläste Senator Borah, las Kernproü.km tyep igen internationalen Politik sei das Verhältnis der starken zu den schwachen Staaten. China, Syrien, Nicaragua und Mexiko seien Beispiele für dieses Prcülem. Kleine Völker sollten nicht unter dem Borlvande de- Sdiutzes ausländischer Interessen ihres natürliche Reichtums beraubt werden, und man sollte ihnen nicht eine neue Reglerung auferlegen. Rabbiner Stephan Wife erklärte, die Judenverfolgungen in Rumänien kämen einem Pogrom". nabe. Er sprach sein Bedauern darüber aus, daß sie Vereinigten Staaten vor dem Völkerbund dagegen nicht protestieren könnten. Ungarg und Polen verstießen gleichfalls gegen den Anspruch der Juden auf Gleichberechtigung. . «n fhfeittiaten |Bt AurlSnder I« der Tschechoslowakei. Aus Prowird g-cmewet: Gn Anbetracht der wir-schalfll-lchen Sit-wation hat das Milrüsterimn für soziale Mklsm^s in der neuen GcE-ührenverortmuny eine AUbeitStaxe für AmSEwder systsmisie^, welche zwischen 20 und 1000 tschechische Kronen bemessen ist und in dem Falle zu erle-en ist^ wenn einem Ausländer im Bereiche der ArHsitsvermittluny ein:' Arbeitsstelle im Jn-larvde bewillist wird.