Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2865 (18.2.1927)
- Date
- 1927-02-18
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Leite 8 Wien, Frei.og Wisase Mprgrn-OitrtNS l8. Februar 19L7 ser. 28W Der große Menschheits-Erlöser Noch ist die Zeit für ihn nicht gekommen, aber seine Ideen werden die künftigen Jahrhunderte beherrschen! Helfen Sie uns, die Werke dieses genialen Geistes dnrehzttsetzen und zn verbreiten! Voltaire broschiert 8 12 — gebunden 8 15 — Das Recht zu leben und die Pflicht zu sterben broschiert 8 5.^0 gebunden S 7*20 Fürst Bismarck und der Antisemitismus broschiert S 6*40 gebunden 8 7*20 Philosophie des Strafrechts broschiert S 3 — gebunden 8 4*60 Ueber Religion broschiert 8 7 20 gebunden S 9*— Gespräche gebunden 8 6 — Krieg, Wehrpflicht und Staatsverfassung broschiert 8 12 — gebunden S 15'— Die allgemeine Nährpflicht broschiert S 12 — gebunden S 15 — lifliip 31t pilis nun gnta Pwer-Mt „Der Mann und sein Werh“ Buchhandlung und Verlag R LÖWiT / WIEN I RotenturmStraße 22 Fleischmarkt 1 Serichtsfaal. die Jesrandatiouen hl der deutschen Studentenschaft. Berlin, 17. Februar. Das Schäfsengericht verurteilte wegen Unterschlagungen im Ausschuß der Studentenschaft an der Berliner Universität den Studenten Lehmann zu zwei Jahren Gefängnis und den UniversitätsÄbersekretär B o r ch m a n n zu 13V Mark Geldstrafe. Me übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Borchmamr wurde Haftenlassung und Bewährungsfrist erteilt. Kiue Mlliardenllage gegen Seneraldireltor Fried. Ein gewesener, vor mehr als 10 Jahren entlassener Beamter der Anterbrotwerke, Max Tretter, trat gestern beim Zivillandesgerichte als Kläger gegen den Generaldirektor der Ankerbrotwevke Anton Fried, auf Zahlung von 1^ Milliarden Kronen auf. In der von Dr. Max K oh n vertretenen Klage wird der Anspruch damit begründet, daß Generaldirektor Fried dem Kläger für die Vermittlung einer Zusammenkunft zwischen ihm und Herrn Stephan M e n d l eine Stelle bei den Ankerbrotwerken oder eine Entschädigung von V/2 Milliarden zugesichert haben soll. Nach Behauptung des Klägers paren zwischen Herrn Stephan M e n d l und seinem Onkel Fritz M e n d l schwere geschäftliche Differenzen entstanden. In dem damals gegen Direktor Fried schwebenden Prozesse wegen Preistreiberei hatte sich der Staatsanwalt über eine Strafanzeige des Stephan Mendls gegen die Arrkerbrotwerke die Verfolgung Vorbehalten. Generaldirektor Fried soll nun ungemein viel daran gelegen gewesen sein, mit Stephan Mendl zusammen zu kommen, um die schwebenden Differenzen beizulegen. Rach Behauptung der Klage habe er Tretter, welcher mit Stephan Mendl befreundet und dessen Vertrauensmann war> um die Erwirkung einer Zusammenkunft gedrängt. Tatsächlich sei es auch den Bemühungen Tretters gelungen, Zusammenkünfte zwischen Fried und Stephan Mendl zu erwirken, und es sei schließlich ein Vergleich zwischen Reffen und Onkel zustandegekommen. Beweis für die Richtigkeit der Behauptung sei, daß Fried dem Kläger einmal ln Venedig, wohin Tretter zur Berichterstattung über seine Bemühungen gefahren sei, 800 Schilling und dann km Dezember 1625, als der Vergleich zwischen Stephan Mendl und den Ankerbrotwerken bereits geschlossen waren, 1500 Schilling als erste Rate gegeben habe. Der Vertreter des Generaldirektors Fried, Doktor Mrawlag, bezeichnete die Ansprüche des Klägers als völlig unbegründet. Fried fei derjenige gewesen/ welcher auf die Entlassung des Herrn Tretter seinerzeit gevrängt f)nf> und eS fei ganz unwahrscheinlich, daß er sich dieses cm.'- Beamten als Mittelsmann bedienen wollte. Nicht Fried Habe, wie der Kläger behauptet, W an ihn herangedrängt, sondern Tretter habe sich ihm förmlich aufgedrängt, wobei er als Vertrauensmann des Stephan Mendt auftrat. Niemals habe Generaldirektor Fried ein Versprechen zur Anstellung des Tretter gegeben, und Tretter habe auch keinerlei faktische Fähigkeiten in seinem Aufträge entfaltet. Für die Tätigkeit', welche er vielleicht im Interesse des Herrn Stephan Mendl entfaltet habe, sei er von diesem entlohnt worden. Im übrigen seien die Vcrgleichsverhandlungen zwischen Stephan Mendl und den Ankerbrotwerken von den Anwälte' Dr. Kantor und Dr. Eckstein geführt worden. Generaldirektor Fried habe Tretter nach Möglichkeit avzulehnen gesucht. Die 800 Schilling habe Fried dem Tretter in Venedig gegeben, weil dieser kein Geld für die Heimreise hatte und die 1500 Schilling habe er ihm aus Mitleid geschenkt, weil Tretter damals von Exekutionen verfolgt wurde. Der Senat beschloß, Herrn Stephan Mendl, die Anwälte Dr. Kantor und Dr. Eckstein und mehrere Zeugen zu vernehmen. Zur Durchführung dieser Beweise wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt. Herr Dr. Max Körner, Rechtsanwalt in Men, 9. Dez.» Porzellangasse 16, ersucht uns feftAustellen, daß er mit dem vorgestern frelgesprochenen Dr. Max Korner, 6. Btzg, Grüne Tor.Gasse 13, weder identisch noch verwandt ist TOIKSWlRTSCHArr Segen die rerminllquidatkoo. Eine Kmürgolmng vor BörseriintenvsselltLn. Don amMcher Seite wivd feit bald einem Bahre die EinM-rung des TerminihanbelS an der Effektenbörse präpariert wVb es wivd dielst Frage mit der Fva^e .der Evmätziyuwg >deS KosiigchWstes in einen gewissen Zufammenchang gebracht. Das Interesse der amtlichen Stellen an der Teuminliqm'dation scheint damit zusammentzu!hän,gen, daß diesveKügilich gewisse Zugeftändnisse dem Berliner Börsenvorslawd gemacht worden seien, als in Berlin die Erweiterung des Marktes ffrr österreichische Aktien durchgefetzt wurde. Die Angeleigenheit machte jedoch nur geringe Fortschritte. Die fortwährende Hinan-ischiebun-g der Tevminliqmdation hat auch bei denjenigen Kreisen der. Börse, die ursprünglich Dir die Idee seihr begeistert waren, eine starke AMihil-mvg zur Folge gehabt. Die größte Schwierigkeit ergibt sich daraus, daß eine wakuM treue Rezeption der Berliner Institution die Schaffung einer LiqmdationslSasse, verbunden mit!der Solidarhcvftung der der Kasse angehörenden Mitglieder, erfordern würde. Dazu wären große Beträge erforderlich. Ein einfacher Äigent müßte mindestens 70 Millionen Kronen erlegen, so .daß schon daraus ersichtlich ist, wie sehr schwächere Elemente «der Börse vom Geschäft ferngehalten werden würden. Es kommen noch diejenigen Gefahren hlntzu, die sich aus Ueberengagements waglhaUger Spekulanten ergeben würden, so daß unter Umständen der vorsichtige und solide Geschäftsmann siidr solche mit robustem Gewissen bluten müßte. Der größte Widerstand gegen die Solidarhaftung ging bischer von -den PrivatbarEiers aus, während die Großbanken, offenbar in der Hosifnung, daß sie infolge der geringen LeistimgIfächigkeit der verarmten Börse unter sich bleiben würden, das Projekt >der Tevminliguidation zu fordern büstrebt waren. Der Gir-ou n d K a s s e n v e r e i n wieder, formell das Exekutivorgan der Börse, in Wirklichkeit das der Großbanken, 'hätte natürlich das größte Interesse am Terminchandel, weil ihm durch Schaffung der Kasse große Beträge zufließen würden, die er 'dann im Reportgeschäft verwerten könnte. Aus all diesen Grün'den erachtete es der De r b a n d d e r Ku l iss re r s u n -d d e r Ag e n t en für wotwenÄiH, eine Devsammtlung ei-nzuiberufen, um endlich eine Klärung in dieser Frage zu schaffen. In der Versammlung, zu der auch zahlreiche, den genannten Börsenverbänden nicht angechi'örige Börsenmitiglieder sowie mehrere Mitglieder der Börlsenkammer und Vertreter des Börsenkomimisfariats erschienen waren, erstattete Direktor Dr. Max Sokal vom Giro- und Kassenverein ein durchaus Mektives Referat über das Termingeschäft, in dam er sehr gründlich das Für /nd Wilder erörterte, oihne stch jedoch alltzuifchr nach der einen oder der anderen Seite zu engagieren. Es ergriffen sodann das Wort: Börserat H 0 s m a n n, Obmann- Stellvertreter des Verbandes der Kulissiers Bezirksrat I. H.. Waltuch und Direktor Brett, die sich alle gegen das Projekt amssprachen, da die derzeitige Versa finnig der Wiener Effektenbörse die Verwirklichung nicht als wünschenswert erscheinen lasse. Me Betrachtungen klangen darin aus, daß eine Belebung 'des Effektenmarktes vorerst nur von^einer Wiedereinführung des Kostgeschäft es, wie es vor dom Kriege gepflegt wurde, kommen könne, was aber eine ausgiebige Ermäßig-ung der Effektenumsatzsteuer voraussetze. Wichtiger als der Terminhandel wäre, so wurde ferner betont, >die Vermehrung der Zahl der Kulissen. Die Forderung nach Sondeydöpots, die die DeiHaiber an -er Liqui/dationskasse zur- Verfügung stellen müßten, hätte zur Folge, daß die Agenten zur Gänze verschwinden und ihre FnEionen aufwenige große, leistungsfähige Firmen, die -das Agentengöschäft Pflegen, übergehen Würden. Das Berliner Muster sei auch aus dom Grunde nicht sklavisch zu übernehmen, tvoil die Bevlimr Börse kei-mn Arrangementsverkchr kenne und iiibrigens' die finanzielle Kraft der Berliner Wrfe nicht mit der der Wiener zu vergleichen sei. Auch die Berliner Terminliquidatiön fei njcht von einem Dag auf -den anderen entstanden. Heute zähle wohl die Berliner Mui'dattorMasse über 200 Mitglieder, es geihörten ihr aber ursprünglich mir 20 Doilnchmer an. Angesichts der in der Wersanmilung zum Vorschein gekommenen einmütigen Ablehnung des Terminlhandels halben die offenen und verkapipten Anhänger des Pro. joktes auf das Wort verzichtet. Solltarlfnovelle 1827. Die von uns bereits in ihren Grundzügen mitgvkeiltt Novelle zum österreichischen Zolltarif wurde gestern im Nationalrat eilrgcbracht. Das Haus wird am kommenden Mitt woch die erste Lesung über den Gesetzentwurf abführen. Sie österreichisch-tschechoslowalischen Handels« Vertragsverhandlungen. Vorgestern ist eine tschechoslowakische Delegation zur Fortsetzung der österreichisch-tschechoslowakischen HandelSvertragsverhandlungen in Wien angekommen. Gestern nachmittags traf der Leiter der Delegation, Mirristerialirab Friedmann, ans Bern ein, wo er die Verhandlungen der Tschechoslowakei mit der S ch w ei z geführt hat. Bekanntlich werden in Wien gleichzeitig auch die ungarisch-tschechoslowakischen Verhandlungen ausgenommen. ßin desonderes krmSlhtlgungsgesetz. Um den Zusatzvertrag zum tschechoslowakischen Handelsvertrag, über den eben jetzt in Men verhandelt wird, s 0 f 0 rtin K r a'f t setzen zu können, auch wenn das Parlament gerade nicht zur Ratifizierung bereit wäre, hat die Regierung gestern ein Ermächti-l gungsgesetz im Rätionalrat eingebracht. Die Regierung kann aus Grund dieser Ermächtigung auch die Der-»' tiagSkündigung, wenn,es die Umstände erfordern aussprechen. Lombarvermüfsigung der Bank von Frankreich. NuS Paris, 17. d. M., wivd telegraphiert: Die Barck.von Frankreich hat den Zinsfuß für Vorschüsse auf Wertpapiere von 6 auf 7 Prozent ermäßigt. Der Wechseldiskont wurde mit Prozent unverändert belassen. (Die gegenwärtige Diskontrate von 5% Prozent ist seit dem 4. Februar in Geltung; damals wurde der LombarüginSfuß von 8# auf 8 Prozent ermäßigt. D. Nöd.) Ruhige Devisenmärkte. Auf dem Devisenmarkt herrschte gestern nur wenig Verkehr. In den Kursen der meisten Devisen ergäben sich nur geringe Verschiebungen.' Bukarest erreichte den Kurs von 3.02 in Zürich, hat M aber auf diesem Stande nicht behaupten können; im Wiener Elearing wrirde die Notiz 'für Bukarest auf Basis von 3.00 festgesetzt. Die öffentliche Versteigerung dev Altßenstänide der Oesterreichischen Kaufmännischen Bank i. L. verschoben. Infolge technischer Schwierigkeiten sieht sich die'Oesterreichische Kaufmännische Bank i. L. genötigt, die für den 19. Februar angesetzte öffentliche Versteigerung ihrer Außenstände auf den 16. März, 10 Nhr vormittags, zu verschieben. — Bet diesem Anlaß wird auch durch eine Abänderung der Versteigerungsbedingungen den G X än^ bigern die Möglichkeit geboten, sich an der Versteigerung zu beteiligen. Es wird nämlich den Gläubigem gestattet, teilweise an Stelle des Bargeldes ihre Fordenmgen gegen die Bank in Zahlung zu geben. Vie ersre «»mnz oer TschLchiofiowartM« srattonal-- bank. — Reingewinn 31.5 Millionen tschrch. Kronen. Aus P r a g, 17. d. M., wird gemeldet: Die Tschechoslowakische Rattonalvank veröffentlicht ihre erste Bilanz für 1936, welche in der am 24. d. M. stattfindenden Generalversammlung zur Vorlage gelangen lvird. Die Bilanz weist einen Reingewinn von 31,519.247 Kronen aus, der einer Verzinsung des Akttenkapitals (406.8 Millionen) mit 7«/i Prozent entspricht. In der Generalversammlung wird vorgeschlaaen werden, den Aktienkupon nrit 6$ Prozent einzulösen, wozu rund 27.4 Millionen Kronen erforderlich sind. WirtschaftttcheS aus der Tschechoslowakei. Aus Prag wird gemeldet; Die Zuckerfabrik Schölle r hat den größtem Teil der -- - - - - Passer _. in eine Aktiengesellschaft ..... „v.. mische Kupferinduftrie arbeitet in letzter Zeit mit 60 bis 65 Prozent ihrer Kapazität, Ivährend die deutschen Kupferlyerke Mit 80 vis 88 Prozent ihrer Leistungsfähigkett hefchäfttgt find. Die ungürmige Lage der Kupferindustrii' ist auch ans die geringe Bautütgkeit zurückzuMren: Wlever Börse. Aktienmarkt geschästslos. — Anlagemarkt fest. Die Börse stand gestern im Zeichen hochgradiger schäftsstille, die naturgemäß mit einer Wbröckelung der Kurse in den fuhvenden Merten verbunden nmr. Ungar. Kredit, Skoda, Salgo, Krupp, Mannes-mann gingen mit Kursbesse« rungen aus dem Verkehr, ohne daß jedoch eine Bssserurrg her VesamistiuMvmg zu verzeichnen gewesen wäre. Im Gch va»«-