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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-18 · Heft 2865 (18.2.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2865 (18.2.1927)
Date
1927-02-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Aahrgona »t. 2865 8m reboftUmefien Dell entgoltene entgeltliche Mitteilungen find durch ehr voran gesetztes E gekennzeichnet. I. & T Piowotl s Winterspezialitäten weiße und braune GansleberwQrate, geselchte OansbrUste undBügel, Bratwürstel u. Augsburger, Zungenprefikopf sind wieder in allen unseren e«2 Verkaufsstellen täglich frisch zu haben, Set Terror In ßitouen. Reue MaffenuerMunneu. — Ultltät nntnmtHlert In den Arnßen den «uwnn. Kowuo, 17. Februar. Der Kurs her Regierung Men die Linksparteien Hat sich in der letzten Zeit überaus verschärft und zu einer Reihe von Gewalt- Maßnahmen gegen Angehörige der sozialistischen und der Volkspartei geführt. Idcber Verordnung des Premierministers Woldemaras wurden 28 hervorragende Mitglied« der Arboitorlpavtei in Haft genommen. Dieser Maßnahme folgte die Verhaftung von 16 Vüllksp arteilern. Der Arbeiterkrrise hat sich wegen dieser Maßnahmen eine ungeheu-rle Erregung bemächtigt. Die Regierung Woldemaras sucht diese Erregung durch Trup p e u au fg e b o t e niederzuhalten, da sie offenbar Auc-brüchie der, Verzweiflung fürchtet. In den i^trgßen von Kowno patrv-uillie-rrt Militär. Die RegierungSgebLude werden durch Polizei scharf bewacht. Auf der/Jlmzen Stadt Regt ein. lähmender Druck der UngewrßheZt über die nächste Zukunft. .. - l { v : Sür tzingreisea de« BSlkerbunden bei Kriegsgefahr. London, 17. Februars In der Schlußsitzung des Unter- «msschuffes des Völkerbundes, der zum Studium der. Frage eingesetzt war. Welche Maßnahmen zu einer B e s ch l e un igung des Eingreifens des Völkerbundrates bei Kriegsgefahr getrtzffen'werden können, wurde eine vollständige Einigung erzielt. In dem Entwurf des AusschußberichteS über Artikel'11. der Volkerbundfcchrmgen wird jeglicher Krieg und jede Kriegsgefahr. gleichviel, ob dadurch ein BMerbundmitglied sofort in Mitleidenschaft gezogen wird oder nicht, für eine Angel egen h-ei tdes ganzenVölkerbundes erklärt Der Völketbund soll jede Aktion unternehmen, die den Frieden zu schützen geeignet ist. Auf Ersuchen soll der Generalsekretär .sofort eine Z u s am me n k u n f t des Völkerbundrates einberufen. Jedes BundesratSnaitglied hat das Recht, jeden Umstand,, der das gute Einvernehmen zwischen den Nationen gefährden könnte, dem Bunde zur Kenntnis zu bringen. Ter Kaagreb gegea koloniale Unterdrückung. Brüssel, 17. Februar. Der Kongreß gegen koloniale Unterdrückung ist in der Nacht auf gestern geschlossen worden. Die Beratungen standen durchaus unter dom Einfluß der sozialistischen Internationale, was aber schwere Mißhelligkeiten, speziell unter den asiatischen Delegierten nicht verhindern konnte. Die Koreaner, Anamiten und Perser wurden als nicht ganz gleichwertig behandelt und ihre Resolutionen nicht verlesen. Das größte Gewicht kommt wohl den Erklärungen der Neger aus Afrika, Haiti und San Domingo zu, die die Gleichstellung der schwarzen Raffe fordern und ausdrücklich auf. die Freiheit hipweifen, deren sich die Neger in den lateinischen Staaten Amerikas erfreuen. Der Inder Nehru legte Verwahrung ein gegen die englische Politik, die den Indern ein Interesse an der Unterdrückung der MesoPotamier zuschieben wolle. Swarai sei für die Befreiung von Mesopotamien. Der Kongreß beschloß ein Manifest gegen den kolonialen Imperialismus und Kapitalismus. Sine neue KMalskonfereu». Kairo, 16. Februar. Der Vollzugsausschuß der Kali- /atskonserenz, der im Mai 1926 ln Kairo stattfand, erläßt in. her arabischen Presse einen Ausruf an die islamitischen Völker, in dem diese zur Beschickung einer neuen Kalifatskon seren-, die im Frühjahr 1928 in " lr o stattfiuhet, ausgefordert werden. Der Marsch aas Schaaghai. Siege der Kantonttuppen. Paris, 17. Februar. „Daily Mail" meldet aus Schanghai: Die Armee Sunt schuangfangs ist' 70 Meilen nach Osten zürückgewichen und steht gegenwärtig 100 Meilen südwestlich von Schanghai. Ein n e u e r l i ch e r R ü ck z u g wird vorbereitet. Eine weitere, aus dem Süden kommende Armee der Kantonregierung rückt auf Schanghai vor und steht bereits 160 Meilen vor dieser Stadt. Marschall Tschangtsolin entsendet Truppen, um die neue Bedrohung.abzuwehren Haugtscha« gefallen. London, 17. Febraur. Nach den letzten Meldungen aus Schanghai haben die Kantongruppen. H a n g t s ch a u und mehrere kleine Städte zwischen Hang tschau und Nangfu eingenommen. Die Niederlage der Schanghai-Truppen ist auf die litte i wi.g fett zwischen den Unterführern SunTschuan-Fangs und auf die überaus wirkungsvolle Propaganda der Kantonefen zurückzuführen. In Schanghai wurden heute zwei weitere englische Bataillone ausgeschifft. Kn iapanMer zovdirektor. Paris, 17. Februars Wie die Agentur Jndo-Pacifit; äuS Tokio berichtet, ist der japanische Delegierte bei der chinesischen, Zollverwaltung Ki sh iiwota zum Zoll- \ b t r. e ft o r ernannt Wochen: E Übernimmt hiemtt dm Posten,.den der Engländer E d.w a r d s als Nachfolger -es von den.Chinesen seines Amtes entsetzten' Aglen innehatte.. Der „Temps" bemerkt hiezu: . Auf Grund der inter- , nationalen Bestimmungen muß der Posten des Direktors der chinesischen Zölle der Nation, übertragen werden, die am stärksten in China gefchaftlich interessiert ist. und das ist seit einer ' gewissen Zeit Japan und n i cht mehr En gland. Ser deutschchotnische Konflikt. Verhandlungsbereitschaft Poletrs. Warschau, 17. Febrrmr. (Wolfs.) Eine amtliche Mttteilung besagt: Im Zusammenhang mit dem von der deutschen Regierung veranlaßten Abbruch der deutsch-polnischen Wirtschaftsverhandlungen hat die Reichsregierung am 14. H. M. der polnichen Regierung vorgeschlagen, unverzüglich Avischen den beiden Staaten die grundsätzlichen Richtlinien festzülegen, die im gegenseitigen Verhältnis in der Frage der AusWeisungen bindend waren. Die polnische Regierung war.genötigt,:in ihrer Antwort mit Bedauern festzustellen, daß sie grundsätzlich nicht in der L a g e sei, solche Verhandlungen aufzunehmen. Die polnische Regiemng hat mit keinem Staate ein Abkommen abgeschloffen, das in der Frage der Ausweisungen Verpflichtungen zwischenstaatlichen Charakters aufgestellt hätte. UebrigenS hält es die polnische Regierung für unzuläffig, daß nach dem Aufhören von Verhandlungen über einen Handelsvertrag, der unter anderem auch bezweckte, die R e ch t S st e l l u n g d e r D ü r g e r der. einen Seite, auf, dem Gebiete der anderen Seite zu regeln, gewisse Fragen, die mit dieser Rechtsstellung zusammenhängen, als Bedingung für die Erneuerung der unteibrochenen WirtschastSverhandlungen gestellt werden.' Die polnische Rogierung ist weite r h i n bereit, mit der deutschen Regierung die Frage der Einreise, des Aufenthaltes upd der Niederlassung zu prüfen, ebenso wie sie " a u ch j e d e n Augenblick die allgemeinen WirtschastSverhandlungen zu erneuern geneigt ist. Die Auswelsungen. Berlin, 17. Februar. (Wolfs.) Die Blatter melden auf Grund zuverlässiger Informationen, daß allein auf dem Generalkonsulat in Kattowitz in einem Monat 160 Auswersungen festgestellt ivurdeti. worunter ein großer Teil Arbeiter betraf. Bezüglich der Aeutzentng der polnischen Regiemng wird die Auffassung vertreten, daß ttahdem vor weiteren Handelsvertragsverhandlungen die Ausweisungsfrage behandelt werden könnte. Rem Brrhmldtuogen. London, 16. Februar. Das Außcnamt hat eine Mitteilung des britischen Vertreters in Hankau O'Malley erhalten, wonach die Verhandlungen bloß unterbrochen seien, da gewisse von Dr. Tschen aufgeworfene Fragen die Zustimmung der englischen Regierung erheischten. In zuständigen Kreisen ist man der Ansicht, daß die Regierung O'Malley neue Weisungen zu-- gehen lassen werde, die die Wiederaufnahme der Verhandlungen ermöglichen werden. °. # Die Schwierigkeiten für England liegen vor allein auf dem politischen Gebiet. Es handelt sich um die paradoxe Situation, daß England, eine innere chinesische Streitfrage lösen soll. Der Kantoner Außenminister Tschen verlangt nämlich die offizielle Anerkennung seiner Regierung durch England. Solange eine solche nicht erfolgt iftz will er keinem Abkommen einen verpflichtenden Charakter zuerkennen. England kann, aber dieses Verlangen nicht erfüllen, da es doch die Kanton-Regierung als einen Ableger der Moskauer Sowjets betrachtet, und außerdem mit der Zentrale in Peking nicht brechen kann, die noch immer über die ziemlich starke Armee Tschangtsolins ver-, fügt. Ihre zweite Armee, die Garnison von. Schanghai, ist' geschtlagf.n.und. soll durch Demüralssation geschwächt sein^ ' '" Pitz englische Politik steht also vor einer sehr schwieE'^5W«^ gen Aufgabe, die durch die Vorgänge vor Schanghai noch verschärft wird. Hunf.Taigesmärsche von der Stätzt 'fiwden die'großen Schlachten statt.^ /'Schwnghai hat inzwsschen weitere Verstärkungen erhalten. Für England ergibt sich die Notwendigkeit des raschesten. Handelns, da es Schanghai, nicht der Gefahr des Bombardements oder der Einschließung aussetzen, kann. . Ein Sieg der englischen'. Truppen würde für die Dauer nichts. nützen, eilte Nieder läge wäre von den schwersten Folgen begleitet. SSSPSSÖSSHBHHHHSB-BSBaSH-HSHSSHHH^ Polulsch-tschechiflhe Annüherung. | Prag, 17. Februar. Wie däe ^rübuiwa" berichbet, ftnden zwilschen der Warschauer und. der Prager Regierung Beratungen^ wegen, des B e is u ch e s. d e S p o l - urschen Präsidenten in Prag statt. Der Besuch habe den Zweck, . eine noch.engere Annäherung beider Staaten He-cheizusiüihren. Präsident Masaryk würde sipater den Beisuch in Warschau evividern. In politischen Kreisen -messe man diesen Besuchen größte BedsutuW bei. . . Sindas und Mohammedaner. Bombay, 16. Februar. Per Zusammenstößen zwischen Hindus und Mohammedanern, in Jn-dvre find f ünfPersonen getöt.et .und weitere 19 vermuirdet worden. Wie gewöhnlich, jvaren die Unruhen durch religiöse Differenzen veranlaßt. Nach Angabe der Moihammenaner musizierte eine Gesellschaft von Hittdu-AriftcEraten vor der Moschee, was Äs Sakrileg betrachtet wird. Die Mohammedaner, die gerade Gottesdienst abhielten, sNnzten heraus, griffen die Hindus mit Ziegelsteinen und Knüppeln an und verfolgten sie bis zu Hrem Hcvus, das sie in Brand steckten. Wie es heißt, soll ein Mohammedaner einen Schuß abgefeuert haben, woraus die in dem brennenden Hause verschanzten Hindus ein hefiges Feuer erofifneten. Unter der Eingeborenem- Bevölkerung Jndores herrscht imgahe-uere Erregung. Die Behörden haben Truppenverstärkungen aus Bom bay erbeten. An ««er türkischer Ko«s«l Mr Serasalem. Angora, 17. Februar. Der tüvkische Konsul in Wien, R « f i k, wtwde nach I e r u s a le m versetzt. An seine Stelle tritt der Konsul in Mailand, R ef ik. Der bisherige Kanzler m Bukarest, Fuad H i fz i, wurde wach Wien versetzt. Fa lk Z ehn i, der erste Sekretär des KoNfulatSdienstes, wurde zmn zweiten LegationÄsekretär in Wien ernannt.!

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