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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-16 · Heft 2863 (16.2.1927) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2863 (16.2.1927)
Date
1927-02-16
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Mittn'och t org«NMt^u 10. Fcbrwar 1927 M. 2868 VOIK9WIRISCHAFT Wiederbelebung des HSusermarktes ««swertvnsrhoffnongen. Seit eitt'ilgen Wochen iist eine Belebung des Wiener Nea l i tä t c n ma r ftc § zm verzeichnen. Eine von Tog, zu Tog steigen'de Nächste richtet sich auf Wiener ZinAhäuffer mit größeren Wchmmgen und awf Doluptnaribesitz, vorncllnnlich Villen imd Familien' bäu5c-. Muser ans dom nahen Ausland, namentlich au' - -rn und aus Bayern, sind in großer Zcchl auifgetc... . imd bieten Preise, die vor Jahresfrist noch als märchenhaft galten. Ilm ungarischen und denltschen Nachbarland ist die AiOvertunig der Mieten schon weit vorgeschritten, nnd die Emmgung geht mm dahin, daß Oesterreich, mögen nun auch die politischen Verhältnisse eine TotaIa:Overtm:g der Mieten noch nicht spruchreif erscheinen lassen, nicht allein eine komumnUstische Insel bleiben kann, ans der die Miethäniser Besitz der Allgemeinheit nnd der Mietgins nur mehr eine Anerkennung des, uvspriinylichen Besitztitels ist. Die ausländischen Kälkfer lassen sich auch nicht durch das Gestrüpp der österreichischen Mietengesehgebunig Abschrecken, die eine Anflv^rttkng der Zinse nur in dem Maße zrüäßt, als es die JnlstauÄhaKung der Häuser erfordert. Jhneu ischucibt das Beispiel ihrer Heimatfftaaten vor, in denen die Mieten zur Friedensparität erhoben werden, die Mietcbjckte darum wieder einen Ertrag abwerfen und einen Nutzunigs- und ver- Enlfbigen VerkchrÄvert wieder erlangt haben. Häulser mit größeren Wohnn.ngen und Villen sind in den letzten Tagen, w-ie erlivälhnt, stark im Preise gestiegen und die Nachfrage nach ihnen kann kauini bösriedigt werden. Jim gleichen Maße,' mit dem die Kauffreudigkeit des Auslandes gestiegen ist, hat die Verkauisslulst der Realitätenbesitzer in Wien abgeno-.nmen. Sie sind sehr zurückhaltend geworden, da es ihnen emleuchtat, daß ein. längeres Zuwarten ihre Position jedenfalls nicht vevschlechtern karm. Die Auslandskäuser sind dagegen wieder der Meinnng, daß, selbst wenn das Mietengesetz in seiner ganzen Strenge noch ein paar Jahre aufrecht bleiben sollte, der Verlust a-n Kapital szins -ei dem noch immerhin billigen Preiß der Wiener Häuser nach der Auswertung durch den späteren höheren Mietertrag vollauf wetlg'.'macht'werden wirb. Ae Resuuüierungsanleihe. Die Verhandlungen über die Refundiernugsanseilw find nunniehr formell zum Abschluß gelaugt. Es wurden die Modalitäten der Begebung festgesetzt, über deren voraussichtliche Anwendung wir bereits im Verlauf der Verhandlungen berichtet haben: Das ans den Banken, den Sparkassen und den: Dorotheum bestehende K o n s o r t i u m übernimmt die mit 6,5 Prozent verzinslichen, in 15 Jahren amortisierbarer: und auf Schilling lautenden Obligationen per 36 Millionen Schilling Nominale znm Kurse von 94,25 Prozent. Ueber den Zeitpunkt und die Bedingungen des Anbotes des Emissiousrestes an das Publikum sind endgültige Beschlüsse noch nicht gefaßt. Dies dürfte Wohl auch damit Zusammenhängen, daß das Publikumsinteresse für eine solche Anleihe gegenwärtig aus mehreren Gründen nicht allzu groß sein dürfte: Zunächst wirkt ltodj bis heute das durch die Kriegsanleihe:: und ihr Schicksal geweckte latente Mißtrauen nach; dann ist der Zweck der Anleihe, von der die eine Hälfte, nämlich 30 Millionen Schilling, zur teilweise:: Deckung der Verpflichtungen des Bundes aus seiner Haftung für die Verluste der Postsparkasse verwendet werden, während die andere Hälfte den Zentralbankskandal irgendwie zwangsläufig aus der Welt schaffen soll, sicher nicht sehr populär; endlich ist heute, soweit Bedarf nach hochverzinslicher: Anleihepapieren im Publikum vorhanden ist, reiche Auswahl vor allem in anslmldischen Werten gegeben, deren Sicherheit außer Zweifel steht. Aus allen diesen QJrftnben ist es nicht unwahrscheiu- | lich, daß der restliche Teil der Refundierungsanleihe erst in einem späteren Zeitpunkt dem Publik::»: angeboten wird. Umtausch gallzischer MenbahuobllgatiE» und Laudrranlelhen. Die Konsularalneiluug der Gesardtschast der Republik Polen in Wien gibt unter Bezugnahm' auf de« Erä) des Finastzministers in Warschau vorn 10. August 1926 folgendes bekannt: Eigentümer von Obligationen der Karl Ludwig- und Albrechtbahn, welche laut den im Jahre 1925 verlautbarten gesetzlichen Vorschriften registriert und abgestempelt sind, werden aufgefordert, zwecks Umtausch dieser Obligationen gegen Obligationen der üprozentigen Eisenbahnkonversionsanleihe in der Zeit bis zum 81. Dezember 1927 Gesuche beim Staatsschuldenamt in Warschau, und zwar entweder un- 1 Das Experiment mit der Alvsiwertimg der Mietzinse ist auch anderswo gemacht worden, ohne daß die dadurch entstandenen Elschütterurrgen der Privatwirtschaft diese wirklich bcdvciht hätten. Früher oder später wird man es auch in Oesterreich machen miiissen. Natürlich bestehen hier naben den politischen Schwierigkeiten noch andere Hindernisse für eine gesunde Entwicklung des Realitätenm'avktcs. Vor allem ist es die W e r t z u w a ch s st e n e r, die fast einer Konsiskation des Kanf.schillin.gs glleichkornmt und seWst diejenigen Besitzer von Mietobjekten Minigt, ihr gänzlich entwertetes Eigentum festzuhalten, die aus ihn: weder einen Ertrag zichen, noch die Mittel haben, das .Hans vor dem gänzlichen Verfall zu retten. Den äußeren Anlaß zu dem Wiederaufleben der Kauflust aus dem Nea.litä,!>en.markt dürrsten die vielfach unrichtigen Meldungen über die Hypothokenaufwertung in LMerreich gegeben ha'ben. Dem Kleinrentnievaussschuß oes Nationalrates liegt bekanntlich ein Initiativantrag über die 2 0 - A u f w e r t u n g der sogenannten K a u s s ch i l l i n g s r c st - rrndVerw e n d u n g s h y p o t h e k c n vor. Der Antrag ist mir für la-N'dwirisckaftliche Liegeuschasten und für einen ganz beschränkten Kreis von Personen gedacht. Merdiugs ist schon die Diskussion weit über diesen engen Rahmen hinansgegangen, und es ist-schließlich nicht eiwzuisühen, ttmru.in, wenir die Erhöhung der landwirtschaftlichen Grundrente möglich sein soll, dies nicht auch mit der städtischer: geschehen kann. Die Dirrge liegen 'jetzt so, daß das Veto der Sozialdemokraten sich nur gegen die W i e d c r e i n s e tz i: n g in de n B o r k r i e g s st a n d bei den st ä d t i s ch e n M i e t o b s e k t e n richtet, während sie einer allgemeinen Aufwertung, die auch die ans den Häusern lastender: VovkriegsliypoHeker: uursaßt, der aiiif ihnen beruhenden. Pfandbriefe und der sonstigen mit einem fixen Verzinsungs- Versprechen amsg eistatteten Papiere nicht gerade abgeneigt wären. Vielleicht wird dies der Weg sei::, ans dem nach .den Neuwalsien wieder normale Verhältnis s e, a ns d an Markte . fü r.f i xvc rz i :: s l i ch e Pap i e r e nnb aus bt’.nt Realitätenmarkt ' I:.'rg'.'st"tlt werderi. mittelbar' oder im Wegeder Konsularabteilmrg eiuzubringen. Eigerrtümer von Obligationen der g a l i z i s ch e ir Landesanleihen, welche laut den im Jahre 1925 verlantbarten gesetzlichen Vorschriften registriert und abgestempelt sind, werden aüfgefordert, zroecks Umtausch dieser Obligationen gegen bprozerrttge polnisch: Konverstonsanteihe Gesuche bei der F i si a n z k a m m e r ir: L e m b e r g, und zwar entweder unmittelbar oder im Wege der Korrsularabteilrrng in der Zeit .bis zum 36. Juni 1927 einz,:- brirrgcn. In den Gesuchen, denen die registrierten und adgestempcltcn Obligationen beizuschließm sind, ist die Gattung (Emissionsdatmn), Nominalwert smvie Serie und Nrrmmer der Obligationen genau anzugeben« Der Umtausch d?r als österreichisches, deutsches, russisches, ungarisches und „zweifelhaftes" Eigentum registrierter: ur:d abgestempelte» Obligationen wird vorläufig dis zur Festsetzung der UmrechnnngsfZ^e für diese Obligationen bei Anwendung der Bestimmungen über die Reziprozität aufgeschoben. Infolgedessen sind diese Obligationen derzeit nicht anzumelden. Eigentümer von im Jahre 1925 nicht an g em e-ldeten Obligationen, welche den Umtausch dieser Obligationen beanspruchen, haben in ihren Gesuchen wegen Umtausch eine triftige Begründung für das Versäumen der Vorlage der Obligatiorren in der für die Registrierung angegebenen Frist anzusühren und den Nachweis des Eigentums sowie der Staatsbürgerschaft des Eigentümers a rn 21. M a i 1924 bcizufchließeri. Irr Priistdent der Internationalen Handels« kammer in Wien. Gestern ist der Präfidcitt der Internationalen Handelskammer, Sir Allan Anderson, in Begleitung des Sekretärs der Jnterrrationalen Handelskammer, Jean Proix in Wien zum Besuch des Oesterrcichifchen Nationalkomitces eir:gctroffen. Heute nachmittags 6 Uhr findet eine Sitzung des Oesterrelchischcn Nationalkomitees der Jnternationaleu Handelskammer unter dem Vorsitz des Präsidenten Tilgner statt, bei der Sir Anderson über die Aufgaben und die im Zuge besiMickM Arbeiten der Internationalen Handelskammer sprechen wird. Im Anschluß darai: rvird über das Ergebnis der letzten Sitzungen der von der Internationalen Handelskammer eingesetzten Kommission zur Beseitigung d er Hindernisse dcs Handcls berichtet Werder:. Sl" Anderson begibt sich von Wien nach Prag. » Die Internationale Handelskammer zählt zu ihren Mitgliederr: nahezu 2000 der größten Bankhäuser, Jndustrieverbärrde, Harrdelskammern, Handels- und Schifffahrtsgesellschafterl, wie auch eine bedeutende Anzahl großer wirtschaftlicher Orgarüfalionen, Handchs- und Finanzunterr:ehmnngen aller Art rrnd Verkehrsgesellschaften von 43 verschiedenen Ländern, in denen 22 Landesgruppen gebildet wurde::. Die Internationale Handelskammer hat sich in erster Linie die Wiederherstellung der allgemeinen Wohlfahrt urrd der wirtschaftlicher:- Beständigkeit, die Wicderaufr:ahme norrrmler wirtschaftlicher Beziehnr^en zwischen den Ländern durch Beseitigung der Hindernisse, die dem freien Handel im Wege stehen, zum Ziel gesetzt. Die Alpitu: errichtet eine Eisengießerei? Wie wir ersahreit, wird bei der Alpine Moniangesellschaft das Projekt ' Errichtung einer Eison-gießere: ernstlich in Ertvägung gezogen.' Geplant wird namentl-ich Die Erzeugung von gußeisernen Röhren uN) Forinistückcn sowie von Kommerzguß. Der größte Konsument von gußeisernen Röhren ist in Oesterreich die Gemeinde Wien, deren Bedarf bisher beinahe gütlich von tschechischen EisenweÄen, namentlich Witkowitz und Prager Eisen gedeckt wurde, während em nur ganz geringer Teil an deutsche Werke vergeben wurde. Letztere, kommen jedoch künftighin für derartige Lieferungen nicht mehr in Betracht, da jüngst Vereinbarungen getroffen -wurden, wonach sich die deutschen Werke von der Lieferung gußeiserner Rohren nach Oesterreich enthalten werden. Ruhige Devisenmärkte. Der Verkehr au.f den Devisen, märkt-en hielt sich gestern in engen Grenzen, was auch zur Folge hatte, daß die Montag einictzende nachbörsliche Steigerung des Leu (bis aus 2.99 Parität Zürich) sich nicht voll behauptete; der Leu schloß, in Zürich 2.97)4. Der französische Sie haben nidit mehr viel Zeit wenn Sie aus der Prämien-Aktion der „Wiener Morgenzeitung“ die herrlichen Qeschenkwerke erhalten wollen, die für Jahres- und Halbjahresabonnenten ausgesetzt sind. Nur noch bis 31. März 1927 können wir, da die starke Nachfrage nach unseren Bücherprämlen unsere großen Bestände stark gelichtet hat, die folgenden Gratispräamen ZU' Vi teilung bringen. . Jahres-Abonnentalt erhalten bei sofortiger Vorausbezahlung der Jahresbezugsgebühr nach Wahl: JoscpAus STfavivs SÄMTLICHE WERKE, ln drei eleganten Prochtleinenbänden, Mehr als 2000 Seiten, schönster, klarer Druck, holzfreies Papier, oder Weinricft 0vaels GESCHICHTE DER IUDEN. Drei vornehme Geschenkbände. 2200 Seiten stark, , . oder tfuen JVcseSifH PALÄSTINA. Ein herrl.Lexikonbaud m. ÜOOneuen Bildern aus Efez Israel ln meisterhalter Reproduktion. Text v. d. berühmten Forschungsreisenden. 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