Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2863 (16.2.1927)
- Date
- 1927-02-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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1 Polen r 28 groggy | Wien: Zum Abholen indet Expedition, ll.,Tahorstr 1-3 oder in eraerVerschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, l., Wollzeile 11 Mit Postversand fflr Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsohecho Slowakei: Mon.K82. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon.! Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich« Oe I g i e n: Mon. Pres. 35 STactt*«ftnag*o »s> P >• l •- rh6b«nn«o IDE ANS MDimt Unser Roman: Seite 71 Engl and: Mon. 4 Schilling Italien Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien:Mon.!OÖLetVa. S c hw e i z und das fibtige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, EI., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-98. 43-3-19 Ab 6 Dhr abends Tele* phon Nr. 31-0-86 u. 31-209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei ,!nva") Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 668 Ar. 2863 Wir«, Mittwoch, 16. Februar 1627 <14. Mar 5687). 9. Fahrgaua rcdaktionellen Teil enthattene entgeltliche Mitteilungen find dnrch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. w SpernsSnger Grosavescu erschossen. Eln Eisersulhtsattentat ver Sattln. . Der Opernfängier Trajan GvofaveSeu wurde gestern . .ichmittags in seiner Wohnung in der Lerchenfelderstraße von seiner Gattin Nelly erschossen. Die Frchu hat die Tat aus Eifersucht begangen, da sie den Getöteten beschuldigte, Beziehungen zu einer Dame der Gesellschaft unterhalten zu haben. Frau GrosaveScu wurde in Haft genommen. Ausführliches im Innern des Blattes. SrMiwgell Samtolns ln untecQaui. London, 15. Februar. Im Unterhaus erklärte auf öle Anfrage eines Arbeiterab geordneten Premiernnnistier Baldwin, so lange Großbritannien nicht die Zusichemng erhalten habe, daß alle Weltmächte bereit seien, auf die Verwendung giftiger Gase im Kriege zu verzichten, müsse die englische Regierung Vorsichtsmaßnahmen zur Sicherung gegen derartige Angriff treffen rmd aus diesem Grunde würden die wissenschaftlichen Arbeiten auf diese m Gebiete fortg esetzt. Als ein Abgeordneter vorschlug, die englische Regierung solle dnrch Vermittlung des Völkerbunds die Initiative zum Verbot der Verwendung giftiger Gase ergreifen, wies Baldwin darauf hin, daß zwei der bedeutendsten Großmächte im Völlerbund nicht vertreten seien und es' daher schwierig sei, eine Entscheidung in dieser Frage m Sie britisch-chinesischen Verhandlungen. London, 15. Februar. Das Foreign Office hat bisher leine Bestätigung der privaten Meldungen erhalten, wonach die. in Hankaü zwischen dem kantoncsischen Außenminister T scheu und dem englischen Delegierten O'M a ll e Y geführten Verhandlungen abgebrochen seien. Wie Reuter erfährt, sind bei den zuständigen Stellen in London keine Meldungen über irgendeine Aenderung in der politischen Lage in Hankau eingetrosfen. Nach den l e tz t e n Telegrammen O' M a l I e y s soll die U n t e r z e i ch n u n g eines Uebereinkommens unmittelbar b e v o r st e h e n. Nach Telegrammen aus H an kau erklärte der kantonesische Außenminister Tschen vor ausländischen Pressevertretern, er könne über den Verlauf der Verhandlungen., mit dem englischen Unterhändler O'Malley nichts aussagen, dies bedeute aber nicht, daß sich ein Z w i s che n- " l l ereignet hätte. Sie Fewish Bgenrh. N e w y o r k, 15. Februar. Das Abkommen Dr. Weizmanns mit Louis Marshall bezüglich der Jewish Agency hat unter' den Zionisten von Newyork einen Konflikt mit der zionistischen Parteileitung für Amerika hervorgerufen, der vorläufig noch nicht beigelegt ist. Das Nelvyorker. zionistische Stadtkomitee berief dieser' Tage eine Sitzung der Obmänner sämtlicher Bezirkskomitees von Newyork eiy, um zu der durch das Abkommen geschaffenen Lage im Zionismus Stellung zu nehmen. In dieser unter Vorsitz des Herrn A. Scherman abgehaltenen Konferenz entspann sich eine überaus stürmische Debatte, im Verlause welches selbst diejenigen Delegierten, die sich für Dr. Weizmann erklärten, forderten, daß der Präsident der zionisti- > chen Organisation in Amerika, Louis L i p s k i j, seine Stelle niederlege, da er und seine Kollegen im Präsidium die Ratgeber Weizmanns in der ganzen . Affäre gewesen seien. Besonders scharf wurde die Tatsache beurteilt, daß das Abkommen und die Verständigung bloß mit der Marshall-Gruppe und nicht auch mit der für den Zionismus viel wichtigeren Gruppe B rand eis und Mack erfolgt sei. Dr. A. Koralnik erklärte, daß Dr. Weizmann in einem Gespräch mit den amerikanischen Zionisten seine Stellung zur jüdischen Kolonisation in Sowjetrußlaich ganz anders formuliert habe als in dem Brief an Marshall. Die Führer der amerikanischen Zionisten haben es zugelassen, daß sie und ihre prinzipielle Stellungnahme völlig ignoriert werden, was in keinem. .anderen Lärche möglich gewesen wäre. Die. amerikanischen Zionistenführer müßten daher die Konsequenzen ziehen und demissionieren. Deutschland und Polen. Sine Rote der poinilSen Regiemao. — Sie polnische Delegation aufgelöst. Berlin, 15. Februar. Die polnische Handelsdelegation ist, wie die „Vossifche Zeitung meldet, heute offiziell aufgelöst worden. Ihre Mitglieder verlassen zum Teil heute, zum Teil morgen Berlin. Der Vorsitzende dev polnischen Delegation für die deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen hat heute vormittagsi m auswärtigen' Amt eine Note überreicht, in der er festftellt, daß die Unterbrechung der in Berlin geführten Verhandlungen keineswegs ge'boten war,daß sie vielmehr die wirtschaftliche Verständigung zwischen den beiden Ländern nur erschweren und verzögern tann. Die polnische Regierung fei durch die deutscherseits im letzten Augenblick erfolgte einseitiges Absage der Kommissionsärbeiten pernlichst überrascht wo rden. Die Note schließt mit den 'Worten: 'In Anbetracht des erwähnten Beschlusses der deutschen Regierung habe ich die Ehre mitzuteilen, daß gemäß den von meiner Regierung erhaltenen Instruktionen d i e p o l n i s ch e D e l e g a t i o n für die polnisch-deutschen H^vbelsver'rag?verhand'un en Berlin verläßt, ohne jedoch die. Hoffnung^aufzugeben, daß die deutsche Regieruni f'ighin nicht gWilU sein wird, durch ihre StellungnalMe den Wied rbe^insi Jer Hcmde'svertragsverhandlungen zu beeinträchtigen. $a zoieiipmtt ln een secoantnunaen. Wie bcrich.et, war von deutscher Seite die Frage der - Ausweisungen deutscher Bürger aus Oberschlesien aufgeworfen worden imd die gesamte Hugeüberg-Presse nahm den Anlaß gern wahr, sich als Kämpfer für Menschenrechte aufzuspielen und gegen Polen zu hetzen. Aus einer Warschauer Meldung der Londoner „Times" erfährt man jedoch einen der wesentlichen Gründq der Komplikation. Der deutsche : Rechtsblock regiert und er hat, wie das ja zu erwarten war, sich sofort auf den I u d e n p u n k t gestürzt. Der Warschauer Korrespondent berichtet, daß die deutschen Unterhändler ihre Sorge vor einer Judeneinwanherung aus Polen offen einbekennen, die nach dem Vertragsabschluß einsetzen tvürde. Diese Sorge ist absolut unberechtigt, weil im Zusammenhang mit einem Handelsvertrag doch nur jüdische Großhändler in Frage kämen, die nicht so zahlreich ' sind, daß man Grund zu Befürchtungen, für den nationalen Charakter Deutschlands hegen müßte. Für den deutschen Rechtskurs freilich ist d e r "A n t i s e ml t i s m u s R e gl erungsprinzip und tvenn er keinen Anlaß findet, so erfindet er ihn. Die „Times"-Meldung.ist ganz plausibel und man wird die Beschwerden der deutschen Nationalisten mit weit skeptischerer Anfmerksanrkeit betrachten müssen als bisher. Sie Vorbereitungen Jt Bett Wahle« in Jemsalour, 14. Februar. MH^Mr sozialdemokratische „Däwar",M>6ldet, will die Regierung die Frist für die Fertigstellung der WählerliMn um drei'Möttate verlängern. : ,Haaretz" weist auf die Wichtigkeit der'Beziehungen zu den arabischen Führern hin. Man lese in den arabischen Zeitungen versteckte Andeutungen und unklare Nachrichten über jüdisch-arabische Verhandlungen. Wer sind die jüdischen Vertreter? Wie sind ihre Vollmachten umgrenzt, welches Programm haben sie? , Nach dem arabischen „Merat el Shark" hat eine Unterredung zwischen Herrn K a l v a r i s k y und dem Sekretär der arabischen Exekutive.D schein al el Husf ein t stattgefunden, die jedoch von Dschemal im „Mokhütam" dementiert wird. Plumer und hle arMchen Amte. Jerusalem, 14. Februar. Nach dem „Felestin" wurde in Jerusalem eine arabische Bereinigung unter dem Namey „Aerztliche Akadenrie Jerusalem" gegründet, die unter dem Protektorat des High Commissioner steht. Der High Commissioner habe' auch an der ersten Sitzung der Vereinigung teilgenommen. MAekttlMeruns. Jerusalem, 14. Februar. (I. T-A.) In den nächsten Tagen wird hier der Unterstaatssekretär im Britischen Kolonialamt Sir John S h u ck b u r g h eintresfen, um alle mit dem großen Ruthenberg-Plan der Elektrifizierung Palästinas durch Ausnutzung der Wasserfälle des Jordan und des Jarmuk zusammenhängenden politischen und wirtschaftlichen Fragen einer Erledigung zuzuführen. Anfang Mai d. I. soll nnt beit Hauptarbeiten zur Verwirklichung des Planes des Ingenieurs Pincas Ruthenberg begonnen werden. Die Arbeitslose in Palöftina. Jerusalem. 15. Februar. (I. T. A.) Vor kurzem tagte . in Tel Awttv die Moäza (Zentralkomitee) der Histadruth (Arbeiterorganisation), die sich vornehmlich mit Fragen der-Arbeitsbeschaffung beschäftigte. Die Vertreter der verschiedenen städtischen Arbeiterausschüsse brachten Klagen gegen die zionistischen Instanzen vor, die nach Ansicht der Referenten in ungenügendem Maße für Beschaffung von Arbeitsgelegenheit sorgten. Herr K a p l a n s ky teilte mit, die zionistische Exekutive verhandle über eine Anleihe von 35.000 Psimd Sterling für Bewässerungszlvecke im Einet mch werde bestimmt einen größeren Teil von Arbeitslosen bei diesen Arbeiten.beschäftigen Darüber hinaus schweben nrit verschiedenen anderen Stell'» Verhandlungen, besonders über die A u f u a h m c öd n An lei Henaus ä u s l ä n d ischen Quellen. Die Regierung habe an der letzten * Älijah eine Million Pfund. verdient und wolle trotzdem nichts für die Arbeitslosen tun. Die Exekutive habe alles Man, iM die Lage zu erleichtern. Man müsse wissen, daß es .auch .fürdie Kraft der Zionistischen Organisation ei?.:'. Grenze gebe. .. ... .. Ser Parteitag her rumänischen Zionisten lüleoer ver choden. Bukarest. 14. Februar. (I. T. A.) Aus technischen Ursachen ist der Kongreß der rumänischen Zionisten, der von den Behörden in letzter Minute verboten, später aber erlaubt worden war, nunmehr von dem Kongreßkomitee auf die Passah-Tage verschoben worden. »re Staateulasen. Berlin, 14. Februar. (I. T. A.) Am 7. und 8. Februar fand in Berlin auf Initiative des Komitees der jüdischen Delegationen unter Vorsitz von Herrn L. Motzkin eine Beratung, einer Reihe von Vertretern einiger Organilsationen, welche sich mit der Frage der Staate nlosigkeit besäßten, statt. Anwesend waren Vertreter des Komitees der Jüdischen Delegationen, sowie einige Herren von speziellen Vereinen aus Berlin, Köln, Breslau usw. Auch der Sejmabgeordnote G r ü n b a u m-- Warschau, nahm an diesen Beratungen toll. Die Besprechungen bezogen sich auf zwei Gegenstände: 1. auf die Frage der Erlangung des Claatsbürgerrechtes für diejenigen in Deutschland, der Tschechoflowaiei, Frankreich usw. sich aufhaltenden Staatenlosen, welche in Polen, Rumänien usw. auf ihre Staatsbürgerrecht noch Anspruch erheben; 2. ans die in Genf geplante Einführung eines speziellen Passes für Staatenlose. Die Diskussion bewegte sich in den sachlichen Feststellungen der Nöte der Staatenlosen und behandelte insbesondere die Erleichterunng der Pahviseuvorschriften. Es wurde ferner beschlossen, in Deutschland, Frankreich, Belgien, der Tschechoslowakei und Oesterreich Enqueton über die zahlenmäßige und rechtliche Lage der Staatenlosen vorzunehmen und dabei zugleich das Problem der eventuellen Möglichkeiten von Einbürgerungen in den Heimatländern zu berücksichtigen. Sie sorinlWfche 8«termttio«ale. Untersuchung ver Affäre Schwarzbarty. > Paris, 15. Februar. Die hier seit dem 13. Februar tagende Exekutive der sozialistischest Internationale beschloß» in eine Untersuchung des Verhaltens der ukrainischjen Gozialdenrokratie in der Affäre Petljura im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Prozeß g e g e n S ch alom Schwarzbarth einzutreten. Der ukrainische Syziachemokrat P e z p a l k o verteidigte Petljura gegen die Anklage, er wäre der Urheber der Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung gewesen. Den Vorsitz ist der Tagung führt Heuderso st. Als Vertreter des Verbandes Poale Zion nimmt Herr Bert Locker an der Beratung teil. i