Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2861 (14.2.1927)
- Date
- 1927-02-14
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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WWWM ITK> Seit« 2 Wien, Montag Wieser Morgenzeiturrg 14. Februar 1927 Nv. 2861 isjQXs) [SYlTo] «KUPON ZU DEM KREUZWORTRAETSEL Lei Nr. 2 DER „WIENER MOROKNZBITÜNG“ Neu elnketende Abonnenten erhalten die bisher erschienenen Fortsetzungen unseres Romans u d e ans Kreuz" kostenlos nachgeliefert. I. Preis: Eint Bibliothek von 300 Bänden II. Preis: Eine ßratisreise nach Palästina III. Preis: Fünf Dunam Land in Pa'ästina und weitere 47 Preise Kreuzworträtselpreisausschreiben „Sie Krise und ihre Heilung." Wir entnehmen die nachstehenden Ausführungen, ivelche sich insbesondere mit der Kritik an den Rückwanderereu beschäftigen, der Zeitschrift „Unser Fonds", dem Organ des Keren Kajemeth Leisrael in Jerusalem. Cs soll ein Wort gesagt werden über die allgemeine Einstellung zu jenen Vorwürfen, die jetzt so stark aus Erez Israel und unsere Eittrichtungen hier im Lande niederprasseln. Wenn die Rückwanderer schlechte Stimmung verbreiten, wird natürlich auch die iKeren Kajemeth- Arbeit leiden, auch datm, rvenn niemand etwas gegen den Keren Kajemeth selbst vorbringt. Zwei Fehler, scheint uns, werden gemacht. Der eine ist die Diffamierung der Rückwanderer. Das sinnlose Geschrei über das Versagen der sogenannten vierten Alijah, der man nachträglich alles Schlechte andichtet, muß naturgemäß die stärkste Reaktion bei denen Hervorrufen, die von dem Versagen der vierten Alijah am meisten betroffen umrden, nämlich denen, die mit der vierten Alijah nach Erez Israel gingen und jetzt mit ihr zurückkehren. Die Erwartungen, mit denen sie nach Erez Israel kamen, wurden enttäuscht. Sie haben in den meisten Fällen sehr viel Geld, in sehr vielen Fällen mehr als das verloren. Sie kommen so wie so als Geschlagene und mit dem verminderten Ansehen zurück, das nun einmal mit dem Mißgeschick verbunden ist. Zu alledem noch werden sie zu schlechten Zionisten, ja zu minderwertigen Menschen gestempelt. Das ist moralisch ebenso unerhört, wie es zionistisch falsch und wie es propagandistisch dumm ist. Diese Menschen sind nach Erez Israel gegangen mit richtigen ofoez falschen Vorstellungen vom Lande. Sie haben — man kann sagen, was man wolle — Opfer gebracht, und diese Opfer sind irgendwie Erez Israel zugute gekommen. Sie mögen falsch gehandelt haben, aber es steht noch nicht fest, daß all das richtig ist, was ihre Kritiker tun. Wir haben kein Recht, über die Rückwanderer herzufallen. Wir haben die Pflicht, sie die Leiden vergessen zu machen, die sie in Erez Israel erlitten haben; haben die Aufgabe, sie wieder einzugliedern irr den Rahmen der zionistischen Organisation, ihren Mut wieder aufzurichten, ihre Kraft aus Wege des Ausbaues zu konzentrieren, die von den Fehlern beeinflußt sind, die sie gemacht haben. Nichts Sinnloseres, als sie zu einen: Verzweiflungskampf um ihre moralische Existenz zu reizen, der sich naturgemäß in Uebertreibungen und in Verwünschungen gegen die äußern muß, denen sie mit Recht oder Unrecht ihr Unglück zuschreibcn. Ein zweiter Fehler wird gemacht. Sicher ist die Kritik der Rückwanderer maßlos übertrieben, in vielem unverantwortlich gehässig, so wie es bei Unglücklichen der Fall zu sein pflegt, die mit ihrem Geschick hadern. Wir sollen diesen Uebertreibungen entgegentreten, aber wir sollen nicht glauben, daß damit alles in Ordnung ist. Gewiß wurden und werden Fehler in Erez Israel gemacht. Und. manches von dem, was die Rückwanderer erzählen, sollte uns nicht nur Anlaß zur Polemik, sondern auch zum Nachdenken bieten. Es wäre eine beispiellose Erscheimmg, wenn ein so großes Werk wie der Aufbau eines Landes, vollführt mit so bescheidenen Mitteln, wie sie uns zur Verfügung steherl, und von Kräften, die so wenig auf diese Aufgabe vorbereitet sind, ohne schweren Fehler vor sich ginge. Blättert in der Kolonialgeschichte der Völker nach! Fragt die Franzosen, ivelche Fehler gemacht wurden, als sie Algier kolonisierten, das heute eine blühende Kolonie ist. Fragt die Amerikaner, welche Summen bei der Kolonisation von Kalifornien vergeudet umrden, eine Epoche, die erst 30 und 20 Jahre zurückliegt. Fehler sind nicht schlimm. Schlimm rväre cs nur, wenn wir aus den Fehlern nichts lernten. Und allerdings scheint dih Zeit gekommen zu sein, in der wir ernsthaft beginnen müssen, aus den Fehlern zu lernen, die wir machen mußten. Wenn sich dieser Aufgabe alle mit Ernst und Verantwortlichkeit widmen, auf die Gefahr hin, daß manche noch so lieb gewordene Ideologie in die Brüche geht, daß für manche noch so vertraute Persönlichkeit kein Platz mehr ist, dann haben wir keine Kritik zu fürchten, selbst nicht die übertriebene und gehässige. Aus dieser Grundlage kann die Propaganda, kann inSbesonders die Propaganda für den Keren Kajemeth ihres Erfolges sicher sein. Ausschneiäen 22 Name: .... Adresse: i12! i18l ifli i ■ Hm n ] 19a: : 20;VH;! m ig£j 23! 24 1 | 25 I 26 j j 27 1 S f I 28! i 1 . 29! P! 1 Bedeutung der Worte: Wagrecht: 1. Kennzeichen. 4. Stadt in Italien. 6. Englischer Chemiker, Entdecker des Benzols im Leuchtgas. 7. Bodensenkung. 8. Kopfbedeckung. 10. Flächenmaß. 11. Südslawe. 14. Tleriaut. 16. Nachkommenschaft eieriegender Tiere. 17. Fluß in Spanien. 18. Abkürzung für Manuskript. 19. Berühmter Geigenbauer. 21. Und (lat.). 22. Ratschlag. 23. Nachtlokal. 25.. rechtmäßig. 23. Längenmaß ln Annam. 29. Sagenhafter griechischer Sänger. Senkrecht: 1. Nebenfluß der Donau. 2. franz. Physiker, Entdecker des Rotationsmagnetismus. 3. Teil des Auges. 4. Mineral. 5. Zusammengeheftete Stelle. 6. Ital. Musiknote. 7. Vereinigung von Industrien. 9. Fluß in Italien. 10. Körperteil. 12. Oetiänk. 13. Behörde. 15. Gattung. 19. Deutscher Dichter. 19a. Altes sidlianisches Apothekergewicht. 20. Heiliger Vogel. 24. Fürwort. 26. Leichtes Fahrzeug. 27. Klang. _ i Ausschneiden Erklärung: Ab 13. Februar erscheint .täglich in der „Wiener Morgenzeitung“ ein Kreuzworträtsel. 1 ■ "T—-i7 Die Diagramme sind auszuschneiden und mit Tinte oder Tintenblei auszufüllen und zu sammeln. Am Schlüsse unserer Serie sind dann die gesammelten Lösungen samt den in jeder Nummer befindlichen Rät sei kupo ns an ale „Rätselredaktion der Wiener Morgenzeitung“ einzusenden. Jeder Einsender kann an der öffentlich stattfindenden Verlosung, deren genauer Zeitpunkt noch bekanntgegeben wird, teilnehmen. Blätter, in welchen unsere Rätsel erschienen sind, können jederzeit gegen Einsendung des Betrages in Briefmarken von unserer Administration nachbezogen werden. NB. Der Beischluß des Kupons ist unbedingt erforderlich. Ser Streit um den Sustsudhaliungsrtns. Spreuglmg dar steirischen Mieienkommissiou durch die Hausbesitzer. Unter dem Vorsitz des Oberlandes-gerichtsrates Dr. Bauer trat Samstag,, wie aus Graz gemeldet wird, die sieirische LandesmietenEommission abermals zu einer Sitzung züsaimnen, um über die dam Vorsitzenden überreichten Anträge der Genossenischaiftsbauhütte in Graz und der Innung der Zimmermeister in Graz, den Jnsianihaltuwgszins auf das 1800- bis 4 0 0 0 f a d) e zu erhöhen, und über den Antrag ü-es Sekretärs der Handelskammer, Dr. Taucher, den JnstandhaltungAzrns aus das 1 0 0 0 s a ch e zu erhöhen, zu beraten. Zu Beginn der Sitzung gaib Rechtsanwalt Dr. N e u m a n n die Erklärung a,b, daß die Vertreter der Hausbesitzer den am 14. Jänner;. veMndeten Beschluß des Vorsitzenden der LandesmieteNkomm'lsslon, wonach der Beschluß vom 16. Dezember 1026, daß der Ins-.andlhaItnngsgins aus das 4000fache erhöht werde, nicht ordnungsmäßig znsiandegekommen und daher zur Verlautbarung nicht geeignet sei, nicht anerkennen, daß ferner der Vorsitzende sich mit diesem Beschluß eine Machtbefugnis angemaßt habe, welche einem Vorsitzenden allein nicht zusicht. Die HauZibesitzervertreter müssen daher im Sinne des Verwaltungsverfahrensgesetzes gegen den Beschluß vom 14. Jänner die Be r us u ng an das Bundeskanzleramt erheben und werden damit wieder eine Auflsichtsbesch werde gegen den Vorsitzenden Dr. Bauer verbinden. Des weiteren erklären sie, daß sie vor Erledigung dieser Berufung und Beschwerde an weiteren Sitzungen der Kommission nicht mehr t e i l n e h m e n. Nach dieser Erklärung verließen die Vertreter der Hausbesitzer die Sitzung. Der Vorsitzende erklärte hieraus im Sinne seiner Rechtsanff-assung vom 14. Jänner d. I., daß die paritätische Vertretung von HausLesitzc.il und Mietern in der Sitzung nicht mehr gegeben sei und er deshalb genötigt sei, die Sitzung als beschlußunfähig zu schließen. Bor Erledigung der von den Hausbesitzervertretern angMndigten Berufung und Beschwerde wird daher keine Sitzung der Landesmietenkommission stattfinden. Wien, 14. Februar. Dr. Bela Rosenthal gestorben. Einer der bekanntesten Aerzte der Leopoldstadt, der Medizinalrat Dr. Bela R o s e n t h a l ist gestern plötzlich gestorben, Als er einen Patienten besuchen wollte, stürzte er an der Schwelle der Wohnung, vom Schlage gerührt, tot zusammen. Dr. Rosenthal war früher Assistent am Roth.childspital, wo er überaus beließt war. Das Begräbnis findet Dienstag um Uhr mittags, auf dem tsvaeF tischen Friedhose (3. Tor) statt. Mißglückter Doppelselbsimordversuch, Sonntag nachts hat sich der 26jährige Chauffeur Johann S. gemein',am mit der 26jährigen Schneiderin Herma P. in der Mariähilferstraße in sclbsünörderischer Absicht vor einen vorbeisahrenden Straßenbahnzug gestürzt, doch konnte ein Unglück dank der Geistesgegenwart des Fahrers, der rast!) avbremste, verhütet werden. Straßcnlmhnzusammertstoß Sonntag abends ist unweit der Friedensbrücke ein Straßenbahnzng der Linie „6" verinutlich infolge Versagens der Bremse, in einen vor ihm stehenden Zug der gleichen Linie hineingesahren, wobei die Pf.ündnerin MalvineM avd och a l aus dem Versorgungsheim Bamngarten durch Glas-- splitter verletzt wurde. Kasse,»einbruch in der Jnn-eren Stadt. Geistern nachts haben unbekanrrire Täter vom Kanal aus im Hause, 1. Bez^ Hegelgasse 7, einen doppelten Kasseneinüruch verübt. Sie drangen in die Räume vor NeinigunaSan-! stäkt „La Generale" und erbrachen dort eine eiserne Kasse. I Von dort stiegen sie nach A'bstemmen der Decke in das Bureau der Deutschen Keramik ein und rissen zwei eiserne Kassen aus. Der angerichteiw Schaden und die eventuelle Beute rst noch unbekannt. Dchrffszusammenstötze im Aermelkanal. AuS London wird im Aermelkanal ist es zu kommen. Dur cngl'iische Da meter vor Vrightom en>.fevnt, mit einem unbekannten kolidrorte mit einem Schlepper. Die „City cf Tosio" wurde stensrlos und lief auf eine Sani «bank auf. Das Schicksal des Schleppdampfers ist unbekannt, doch «befürchtet man, daß «r mm Mann und Maus untergegangen ist. (klektrische Mannequins. Einzelne Pariser Modegoschäste haben jetzt die Modelle und Puppen im Schaufenster durch bewegliche Figuren ersetzt. Die elektrischen Mannequins werden durch elektrische M o t o r e n in ihrem Innern betrieben, wandeln im Schausenster hin und her und zeigen siel) den Blicken des Puvllkums von allen Setten. In dev Bearbeitung der Gefichter, der Herstellung der Perücken und der Form Iber Bewegungen hat man Wert auf äußersten Realismus gelegt. Wiener Bet«Hamidralch, 3. Bez., Tempelgasse 3. 6 Uhrr Lektor Dr. S. Rubin» „Talmud".