Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2861 (14.2.1927)
- Date
- 1927-02-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Polen r 29 gfoszy j Wien: Zum Abholen in der Expedition, II.,Taborstr. 1-3 oder in einer Verschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. Wollseile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich t 5 Schilling Tscheche Slowakei: Mon. K 22. J u g o b 1 aw i e n: Mon. Din. 60. Polen: Mon. Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Fr ankreich, Belgien: Mon. Pres. 85 tfftcttSftttl «Off#» OB) p *• »•* rtiöltBBfroB Sir.!?8S1 mt ans kreuz Unser" : Seite A1 I Preis 80 g| England: Mon. 4 Schilling Italien: Monatf. 20 Liro Rumänien: Mon. 170bei Dulgarien:Mon.lOODewa. 8 c hvr e i z und das übrige Ausland monatlich Frcs. 6 'ledaktion, Administration: Wien, II., Taborstr* 1 Telephon: 44-0-88, 48-3-19 Ab 6 Uhr abends Telephon Nr. 81-0-86 n. 81-209 VII., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva") Wie«, Montag, 14. Februar 1927 (12. Adar 5687). Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 69? MM redaktionellen Teil enthaltene entgeMiche Mitteilungen find durch' ein vorangefetzteS E gekennzeichnet. ErmSßlsung der städtischen Stenern? Wie ein Montagblatt meldet, sollen derzeit im Wiener Rathaus Studien Wer eine Ermäßigung der städtischen Steuern stattfindem Es soll sich hauptsächlich uw eine Aend erring der Höhe d er Fürsorgeabgabe nnd einer Revision des jetzt in Geltung befindlichen 25prozen Lige n Verzöge rirngszulschloges für säumige Steu e rzahl.er h'an-de'ln. Die diesbezüglichen Vorbereitungen sollen erst publiziert werden, bis die Er- 'Übungen des Rathauses abgeschlossen sind.. Hkvßfeuer im chrmWen Laboratorium der Technik. Gestern abends ilst im chemischen Laboratorium der Technik in der Dreihufeiseng-asse ein Feuer ausgebrochen, das in wenigen Minuten das ganze Gebäude in Ra-uch einlMte. In einem Experimentievsaal war ein Versuchstisch, aus dem sich verschiedene Chemikalien .:nd Reagensien befanden, wahrscheinlich durch SelbstentAÜndung in Brand geraten. Die Hitze des Feuers war so groß, daß die Zuleitunigsrohre der Wasserleitung abschmolzen, wodurch die Lä^.;rbsiten führ erschw-ert. waren. Erst nach stundenlangeii Bemühungen wMte die Feuerwehr den Brand löschen. Der, S ch a den, der den BundeZischatz wird aus m ech r e r e h u n d e r t.M i l I io n e-n>.Mffchäht. -Be--., merkenswert ilst, daß dief-er Brand im .chemischen Laboratorium das dritte Feuer imteMillb von zwei wahren ist. Ter Einbruch in die llniverMt. Im Laufe des gestrigen Tag.es ivurde der wegen Lettnähme an dem Einbruch in die Universität verhaftete Hermann Kratochwill, der bekanntlich mit zwei Komplizen die Insignien der Universität entivendete, stundenlang verhört. Kratochwill blieb steif und fest dabei, daß er die beiden Männer, die mit ihm flüchteten, nicht einmal dem Namen nach kenne. Und wenn er sie kennen würde, würde er sich lieber aufhängen, als sie verraten. Allerdings mutzte Kratochwill schließlich zugeben, daß er n ich t b.l o ß den Aufpasser gemacht, sondern an dem Einbruch aktiv teilgenommen'habe. Die Suche nach der Beute blieb bisher erfolglos. Auch die Komplizen "'-otochwills konnten noch nicht eruiert werden. Aw Salz wird teurer. Die GeneraMrektion der österreichischen Salinen s>at rückwirkend ab 1. Jänner die Salzp reise um 2 5 P r o z e n t e rh öh t. Als Grund Kr diese stänke Äerteuevung wird d-er Bezug ausländischer P a k e t i e r u n g s m a s ch i n e n angegeben, da das Zpeisesalg nunmehr nicht mehr offen, sondern ausfchliotzlich in Pak e t e n zu einsin halben Kil ogramm erkauft wenden soll. Ein Kilo Solz wird.i>m Detailhandel jetzt 80 Groschen kosten. AaLentenschMerelen ln kambridge. London, 13. Februar. In Cambridge kam es aujrern bei einem der Studenten zu einen: Handgemenge mit der P o -I i z e i, dg die Studenten der Polizei gegenüber sich einige Scherze erlaubten. Bei der sich aus dem.Wortgefecht entwick-elnden Schlägerei wurden z a h l r e i ch e S t u d e ntvn n n d Polizisten verletzt. 43 S t u d e n t e n wurden verhaftet. Ser Kriegersrirdhos aus dem Srlbera. Wie I. T: A. aus L o n b o n nreldet. teilt die Reichsn^gr^räberkominisslon mit, das; die Einweihung des Kriegerfriedhofes auf dem Oelberg in Jerusalem am Sainstag, den 7. Mai, stattfinden und durch den Eroberer Palästinas, Feldmarschall Lord Allenby vollzogen werden wird. -Hiezu wäre zu bemerken, das; es immerhin auffaMn muH, dag diese Feier auf den S abb ath, dem jüdischen'Ruhetag angesetzt wurde. — Die Red.) ' ’• egen de« Abrüstungs-Vorschlag Ile zwei Nachteile des .Paris, 13. Februar. Die französische An-twort auf das Memorandum des Präsidenten Coolidge bet raffend die Abrüstung zur See erklärt, daß Frankreich bereit sei, sich jedem Vorschlag anzuifchließen, der auf die Abrüstung und. Erhaltung des Friedens abzielt. Es sei jedoch unlog if-ch der vorbereitenden Genfer Kommission diese Frage gerade in dem Augenblick aus der Hand zu nehmen, wo die Kommission zu praktischen Schlußfolgerungen zu gelangen im Begriffe ist. Der Vorschlag des Präsidenten Coolidge. biete einen doppelten Nachteil: Erstens legt er die willkürliche Existenz von zwei Kategorien von Mächten fest; die eine wäre der Abrüstung zur See unterworfen, so Frankrei ch und I t a l i e n, die andere, so S p a n i e n, Rußland, die Türkei und G r i e ch e n l a n d, wäre dieser Mrüstung jedoch n ich t unterwovfe n. Der Vorschlag berge also die Gefahr. in sich, zu einer Ungerechtigkeit zu führen. Zweitens stehe der DoriWag in Gegensatz zu dem.!> im i. n r um«.. mmmmmmm-rn (■■■ ' . ' i inigj gm SetJdsöt!teSifln«nr% <potlugaU Lissabon» 14. Februar. Nach dein vollkormnenm Siege der Negierungstruppen über die Aufständischen werden, jetzt die ersten Maßnahmen einer verschärften Diktatur getroffen: Der Kriegsminister erklärte, alle geheimen politischen Zentren und Klubs schlietz e n zu lasten sowie einen Gesehenwurf betreffend ein allgemeines Streikverbot einzubringen. Der Eisenbahnerstreik bei der Süd- und Südostbahn ist beendet. Den Beamten ist die Wiedereinstellung unverbindlich zugesichert worden. Die Beerdigung der Gefallenen fand unter grotzm Feierlichkeiten und riesiger Beteiligung der Bevölkerung statt. Ungeheure Menschemnasten besichtigten die v e r w ü st e t e Kam P f g e g e n b. Den Hinterbliebenen der gefallenen Negierungstruppen Ivurde eine lebenslängliche Pension zuerkannt. Der Abbruch der deutfch-polnlfcheu Derhanvlunge«. ■ . Warschau, 13. Februar. Der feit einigen Tagen in Warschau weilende Bevollmächtigte der polnischen Regierung Kr die deuGch-poln'.schen Verhandlungen, D r. P ran dz y nsk i, hat von der polnischen Regierung den Auftrag erhalten, sich nach Berlin zu begeben, um die Antwort auf das Schreiben des deutschen Bevollmächt'rgt-en D r. L e w a l d zu überreichen und die Liquid ierungderAgenden der polnischen Delegation in Berlin durchtzufülhven. NeMens Kulturdemokratie. Blldapeft, 13. Februar. Minifterprüfident Graf Bethlen beschäftigte sich in einer heute in V e s z p r e in .gehaltenen Rede mit der Königsfrage, wobei er mit den beiden Extremen, dem m i lila u te n L eg i t i sm ns und der radikale n Linken, polemisierte. Die Legitimisten, erklärte Graf Betihlen, verg-sssen, daß die Löifung der Königsfrage der- .'it umnögilich ist, da Ungarn nicht frei enöfcheiden könne. Die Einführung der Republik würde ‘ keineswegs das Gedeihen des Landes herbeiführen, sie würde nur den ewigen politischen Wirrwarr stabilisieren. Wir wollen eine Demokratie, sagt Graf BeMen, aber, nicht eine Diktatur, der unteren BolkMassen, die die. oberen.Schichten zu .sich heruntevziehen will, sondern eine Demokratie, die die unteren Schichten emporhobt. Wir wollen eine K u l t u r d e m o k r a t. r e, eine soziale Gesetzgebung, die die Fortbewegung der wahren Demokratie bildet. amkrltauischru Planes. HauptAvunLisatz der Genfer vorbereitenden Kommission nämlich der gegenseitigen Mhängigkert der Land-, See-, Luft- und industriellen Kräfte. Frankreich sei der Ansicht, daß die bewaffnete Mach, eines Landes auf allen Gebieten kontrol i e r t werden müsse und daß ein wirksames und dauerhaftes Werk auf dem Wege der Mrülstung unmöglich sei, wenn der Gegenstand der Abrüstung und die Za/Hl der der Abrüstung Unterworfenen begrenzt ist. Aber neue Krlegrerfiudungeu. Paris, 13. Februar. Die Zeitungen berichten, daß gegenwärtig in M o n t p >e l l i e t auf dem Artilleriefekd Versuche mit einer n e>u e n E rf i n d n n g inr Gange, sind, nach welcher esmöglich sei, auf große Entfernungen Munitionslager zur Explosion zu bringen und .Feuersb rü n-st e he rv o rz«r«*f e n. Dieses Ziel soll durch bosondeve Vorrichtungen auch erst nach Verlauf von Tagen oder Wochen zu einer bestimmten Stunde erreicht, werden können. Drei Studenten wollten d-re Mödlinger technisch» gewerbliche BnndesWrrmstalt in die Luft sprlengen. immm ßl LE fl Ans Mödling wird uns gemeldet: Die Gendarmerie hat Samstag drei Schüler der techmschgswerblichen Bundesle'hranftalt in Mödling verhaftet, weil sie den Plan gefaßt hatten, die Lehranstast in die Luft zu sprengen. Sie hatten schlechte Zeugnisse erhalten, die ihren AuEtieg erscliwerten und um sich dafür' an ihren Lehrern zu rächen, hatten sie bereits eine Dy nami dpa traue, die stemit Ritrogilyzeritt durchträM hatten, fabriziert. Sie waren bereits in den Mhulgarten gegangen, um ihr Vorhaben auAzuführen und veranlaßten ihre Miiischüler, denen sie i!hr Vorhaben .mitteilten, die Schule zu verlassen, imr nicht der Explosion zum Opfer su fallen. Ein SckMer verständigte die Gendarmerie, die die drei Attentäter verhaftete. Der Anstifter wurde in Haft behalten, die Kver anderen Studenten ihren Eltern übergcben. Tornado in Beirat. Schwere Schäden. Wie Reuter aus Beirut berichtet, hat dort ein Tornado getzvaltigen Schaben angMchtet. Die im Hafen liegenden Schiffe wurden von ihren Ankerplätzen losgerifsen. Die auf der Höhe von Beirut liegenden Schiffe sandten H >i l f s s i g n a 1 e. Barken wurdet; durch den Sturnr fortgefogt. Drei Senegalesen wurden getötet und mehrere schwe'- verletzt. Schnee kn Jerusalem. Aus Jerusalem wird uns gemeldet: Am 11. Februar M hier — zum ertsten Male seit sechs Jahren — st a r k e r Schnee fall eingetreten. Das zweite Kreuzworträtsel unserer PreirrStsel-Aurschrelbenr befindet sich auf Sette t. 8