Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2860 (13.2.1927)
- Date
- 1927-02-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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| Polen: ag gfosgy t Wien: Zum Abholen in de» Expedition, II., Taborstr. 1-8 oder in einerVerschleißstolle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1., Wollzeile Ü Mit kostversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 8 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon- Frcs. 86 K»otts»Hitilgen sei P»et«* efh Absagen ♦•rhflbtlisi üHlül Unser“ : Seite $ I [Preis Lm «| E n g 1 a n d: Mon. 4 Schilling Italien: Monatt. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien'.Mon.lOOLewa. S e hw e i?, und das Übrige Ausland monatlich Free. 6 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ah 6 (Jhr abends: Telephon Nr. 31-0-86 u. 31-209 VII., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei .Inva") Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 693 . 18* samt 1927m «dar 1887)* Nr. 2860 9. Jahrgang Im redaMonellenTeil enthaltene eiügettttche MitteUan»en Hu» durch ein Voran gesetztes E gekennzeichnet. WIMMS iw» »SäM mOPNOK!Äi Lenden (Qnmele) Öremepheacfl, Platten, Tanz, Oper, Bernos new. — Größte Letaengsftbtgkeit; — TSgHcher Pastreraand. — Katalane and Piaepekte gratii nnd 0»»k«, Einzige Niederlage von: ■Uoitfla^ fjr*h«'«Ss, ■•«■■*■* Keine politische Spaltung Shioas. Paris, 12. Februar. Die chinesische Gesandtschaft in Paris teil! in einem Kommunique mit, daß die diplomfliischeu Vertreter der PekingerRegierun g in Europa beschlossen haben, dem kant onefischen Außenminister ihre Dienste zur Verfügung zu stellen. Somit könne in den internationalen Beziehungen von einer politischen Spaltung Chinas keine Rede sein. Wi-Sdevaustauchen Trebitsch-Lincolns. Der „Daily Expreß" bringt in großer Aufmachung die Meldung, daß der berüchtigte politische Menteurer T r ebits.ch-Lineoln vorige Woche in Berlin war und jetzt in der S ch w e i z sei, um für die K a n t o.n r 'e g i er u n g .eine -. 8$te Ili dn - Ätt - l e -ich e für Munition- und Nahrungsmittel äufzukreiben. VolschewMscher kinflnb m Chardin. Charbin, 9. Februar. (I. T. A.) Die chinesischen Behörden in C h a r b i m lehnen es .ab, die Statuten der Gesellschaft für jüdische Palästinawanderung (Palästinaamt) anzuerkennen und gaben als Grund an, daß die Zionistische Organisation rein politischen Charakter trage und keine gemeinnützige Körperschaft ist.. Die Zionisten Charbins unternahmen Schritte, um das lokale Palästinaamt durch den b r i t ischen Konsul legalisieren zu lassen. In T i e n t s r e n wurde in diesen Tagen ein jüdischer Klub, eine jüdische öffentliche Bibliothek samt Leseraum, und ^andere Institutionen eröffnet. Eine Zählung der. jüdischen Bevölkerung.zwecks Bildung einer Gemeinde wird gegenwärtig durchgeführt.; Sie zwnngrfonntngsrnhe in Polen. Neuvsgelmrg im März bevorstehend. -Warschau, 12. Februar (Poln. Tel. Äg.). Die Sachse r M n di g e n komm t f f i o n im Ministerratspräsidium für Angelegenheiten der Minoritäten hat ihre A r b e i' t e n beend e t. Sie hat Schul- und kulturelle Fragen, der w e i ß r u.t h e n i s,ch e n. und u k r.a i n i - schen Minoritäten, weiters die Frage der Sonn t.a g sr u h e, insbesondere soweit sie die jüdische M i n o r ität berührt, einer Prüfung unterzogen. Letztere Frage soll i m M ä r z endgültig geregelt werden. Ae krmordnng de» Stnyenten Fallil. Der Prozeß gegen den Mörder ach 15. Februar. Czernowitz, 12. Fchruar. Dienstag, den IS. Februar beginnt in K i m p o l u n g der Prozeß gegen den Studenten To tu, der, wie noch erinnerlich, während einer Gerichtsverhandlung in Czernnowitz den.'jüdischen Studenten Fall.ik ermordet hat. Der Mörder'Tötu würde bereits nach Kimpokmg eingeliefert. Wirtschaftskrieg zwischen Jeutschland und Abbrnch der Hnndelovertrsssder-andlmsen. B e r N 1t, 12. Februpir. Die VsrhaNdlungen über einen Haud-elsverttag Mischen Deutschland und Polen sind beneits seit zwei Jahren im Gange« Säe haben honte mit eiinsm plötzlichen Abbruch geendet, indem der deutsche Bevollmächtigte, Staatssekretär a. D. Dr. L e w a l d, dem polnischen Bevollmächtigten ein Schreiben Mgohen ließ, in Welchem im Hinblick auf die. kürzlich orsolgte Aus- Weisung von vier leitende« B-oumten der oberschlesischen Kleinbahn-ElcktGitätswerke A.-G. ans Polen die deutsche RogieMig ihrer Ansicht Ausdruck gibt, daß bei diDESachlage die Verhandlungen in der br^lMön Weise nicht mit Aussicht ans Erfolg fortgesühtt worden können und dahar eine vorläufige Anssetzung der m Berlin geführten Berhandüengen geboten sei. In der Zwischenzeit, heißt es weiter, würde zunächst der Versuch zu machen sein, wichtige FrHgenMregeln, . die sich ans den Ausweisungen und den Bedränguygen der in Rede stehenden Art ergeben. Das Schreiben schließt mit dem Hinw^s darainf, daß pie dttitsche Gvsarchtschast'iN.WHcha«'oige«k Antvag auf, direkte Pvrhandlimgew üher.die. A«vchn' M Auswe^ungeü bevoM gestellt habe. Es ist sin in>der Geschichte,, der HandelsvertvaigHverhandlüngen woD einzig dastehender- Fäll, daß VerhaE'UN'gZipartne.r im Lause von zwei Jaihren. nicht zu dem angMich beiderseits so sehr Manschten Üsberemkommen über einen regulären.Hande-lsverEe.hr gelangen können. Die gegeniwärtige polnische Handelsdelegatiön weilt in Berlin' säst schon neun Monate; sie hatte die Ausgabe,, den vom Ministevimn Grab-ski der polnischen Republik als Erbrecht hinterlassenen' Zollkrieg mit DeuttMand zu liquidieren, und es. Hatte anfänglich den Anschern.,. als.ob das Regime P i lsu dsk i, dem man, bis zn einem göwissen Grade deutschfreundliche Tendenzen Mchreiben' durfte, viel leichter zu einer Verständigung mit Deutlschlland kommen sollte, als dies se einem anderen Regime hätte gelingen können. Polen ^atte'bereits ein Jahr Wirtschaftskrieg mit Deutschland hintersich,, der ^ihm grpße wirtschaftliche Verluiste Wbracht hatte, wobei seine Währung von der GofaHr einer neuerlichen Vermchbung. bedroht war. Es war jedoch von Anfang an aufgefallen,, daß sofort nach Beginn der Verhandlungen in Berlin von den Dou-tschen gerade die Frage des S i e dDu n g s r e ch t e s aufgeworfen wurde, eine vom Standpunkte Polens sechr HMe Frage, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Polen nicht nur von , jeher den . ,/deutschen'Dräng, nach , dem Osten" fürchtet,' sondern 'daß es unmittelbar unter dam Eindrücke jener Erlebniffe stand, di.e durch den Streit über ,die Optionen .a-usg-elöst worden waren. Die Ausweisungen von in Polen gebürtigen o.d>er wohnhaften, Deutschen, die für Deutschland optiert hatten,'.'möchten wohl rigoros. gch'andihabt worden sein, sie "hielten' sich .jedoch ' cm' die , vWorrechtlichen Bestimmungen, ' ülbrigens wurden sie rm Z'uge der Verhandlungen von Polen gemildert. Dsis erste KreuzvorttStfel ynseresPreirrUsel-AmschreibensbrftndetM anf Seite 9. Ms die gegenwärtige pol-nische Handelsdelegakion i« Berlin .erschien, war die Optantenfrage bereits bereinigt. Gerade darum wußte es Polen als eine Erschwerung der Verhandlungen empfin» den, daß schon vor Eintritt in die meritorischen Beratungen über den Handelsvertrag ' das Siedlungsrecht aufgeworfen wurde. Die Frage wurde dann vertagt, wieder aufgenommen, daneben wurde in -gewohnter Weise über einzelne Zollpofitionen hin- und hergefeilscht, unterdessen aber fiel Polen dieenglischeKohlenk o n j u n k t u r als 'besonderer Gllickstr-eiffer zu und -es hatte von allen. Staaten Europas diese Konjunktur am frühesten erkannt und zu nützen ve>rstanden. . Dadurch wurde - die Position Polens gegenüber Deutschland wesentlich g e ft ä r k t, der Zloty hatte sich befestigt, die polnische Handelsbilanz wurde aktiv, und so konnte Ha ndel4mi nister Kwiatkowlfki Nrzlich im Sejm erklären, daß Polen nur auf einen solchen Handelsvertrag eingvhen werde, der auf Aegeniseitigen:'Kons?ffion«r' bericht, haß, osabxr. nicht’i gchonnen sei, auf die 'Epsüllung pan -,Kökd«:xungen''fiu-berizichten, ohne die die polnffche Han« dels- und ZahlungDilanz schlechter werden würde, als sie es zur Zsit' ^s. lMigen' ZErieges gewesen ift. „Wir sind", sagte Han-delAmmifter MviatkowWi, „jeden Augenblick 'bereit, -den Zollkrieg zu beenden, wir werden uns' jedoch zu' einer Kapi t ula t i on niemtÄs verstehen -können." ' Zeitlich fällt der MbruH -der deutisch-polnifchen Handelsve-rtragsverhandlungen mit der Etablierung des neuen deutschen Kabinetts,, desien'ausgosprochener Rechtscharakter unverkennbar ist, zusammen,' und es ist schwer,, darin lediglich ein zufälliges Zusammentreffen zu erblicken. Tatsache ist, daß in der deutschen Rechtspresse schon seit einiger Zeit ein ganz anderer Ton gegenlüber Polen im allgemeinen und gegenüber den in Berlin weilenden .^Herren aus Warschau" im besonderen ang'efchlagien wurde, und'daß beispielsweise in der Berliner Börsenzeitung ganz offen ein Ultimatum gefordert wurde. Zu «diesem Ultimatrml gab die Ausweisung der genannten vier Beamten' der oberschlefilschen Kleinbahn-Elektr.izitätswerke den Anstoß. ' In der deutschen nationalistischen Presse wird die Ausweisung als einer der zahlreichen Gewaltakte Polens hingestellt,,' während von polnischer Seite eMärt wird, es handle sich nicht um eine Ausweisung, sondern inmdie Ablehnung einer zeitlich begrenzten Anfenkha!ltsbewilligu>n>g, so daß der Abbruch der Verhandlungen von Deutschland nur zu dem Zwecke p r o b o g iert worden fein könne, um. andere, mit den Verhandlungen über einen Ha'n>delsvertrag nicht ht' Zusammenhang 'stehende F rag e n politischterr i t o rialer N at ur in b reiter F ro n t a ufz« rolle n. Sears Brandes im Sterbe». Aus Kopenhagen wird berichtet: Der greise Kn- Üker Georg Brandes, der seiner schwevsn Krankheit wegen seinen 85. Geburtstag in vollster Zurückgezogenheit feierte, hat sich jcht einer Operation regen Darm krebs rmterziehen inüssen. . Me; Operation schien gut verlaufen zu sein, , doch 'habmsich, in.den'lchten Stunden schwere Nach- Ivirkungen! des operativen Eingriffes gezeigt, so daß es fraglich ist, ob der hochbetagte Patient sie überleben toird. SN, Das flröAt« VaikaiAanlgnis du Jahres .WEISSE WOCHE sieho Inserat Seite iS 8