Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2859 (12.2.1927)
- Date
- 1927-02-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen r 35 groszy | Wien: Zorn Abholen indet Expedition, II.,Taboretr. 1-8 oder in einer Verschleißetelle (Trafik) monatl.ö Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Pinna Goldseh mied. I., Wolleeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 aoffen vtti Piai»- 0fb(Vb« netto »ttfbtthttlten SV. 2859 IDE ANS Kltllizf Seit« 1 V Unser Roman: Seite Z Wiener fflien, Samstag, 12. Februar 1027 (10. Avar §687). I Preis «Öal England: Mon. 4 Schilling Italien: Monat!. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien: Mon. 100 Lewa S c hw e i z und das übrige Ausland monatlich Frcs. 6 Redaktion, Administration. Wien, IIM Tahorstr. 1 Telephon: 44-0-38. 43-3-19 Ab 6 Ohr abends' Telephon Nr. 31-0-86 u. 31-209 Vll., Lerchenfolderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 699 0. Jahrgang Der Fnnenminifter der deuWen Keudell. der Kapp-Putschlst, erhiltt ein Beriranemvotum Her Reichstages. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangefetzteS L gekemtzeichnet. Die Vorteile US für Damen und Herren von Bohenstetn & Markus, I!., Hollandstraße 1 (Tel. 46-7-67) sind: Eleganz — Qualitätsstoffe — tadellose Paßform —- konkurrenzlose Billigkeit! — Auch Teilzahlung. Offizielle Nied »p, iege ran Tbe Or raephentt-CoiLtd tandan (Oitmela j QremeeheaeSi Pletten. Tanz, Oper. Kernes f esw. — GxMte . Leisten gskUllg- ■ beit. — Täglicher Pestrersand. — Kalaloore and Praspekte gratis mnd franke, flinzige Niederlage von- 'OPouMbte ' IffAref, ' ■»aorla Das Mandat der franMchea Kammer wird verlSngert. Paris, 11. Februar. Der Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau, begabt sich heute zum Ministerpräsidenten Poineare, um sich seinerseits für die B e vr. langerung d er Legislaturp eriode der Kammer um zwei Jahre' aüszufprechen, weil sonst die Bank von-Frankreich nicht mit voller Sicherheit im Interesse der Frankensanierung disponieren kBnnte. Der Abgeordnete Mvr i n and hat namens der von ihm geführten Kannnergruppe von etwa 250 Abgeordneten einen ähnlichen Schritt bei Poineare unternommen. In einem offenen Schreiben eEärt Mörinaüd, daß die MLhrmrgssanierung nicht zu einem guten Ende geführt Iverden kann, wenn die Abgeordneten fid) schon jetzt mit den Vorbereitungen für die kommende Wahlkampagne befassen müßten. Ein KabinettSrat hat sich gestern im Prinzip mit einer Verlängerung der Kammersessiou einverstanden e rklärt, ohne daß es zu einem völligen Einvernehmen gekommen wäre. Pensionenminister Marin machte seine Zustimmung davon abhängig, daß das Projekt einer Wiedereinführung der.KreiAvahlen in der Versenkung verschwinde. Morgen wird sich /der Ministerrat unter Vorsitz des Präsidenten der Republik mit der Frage der Verlängerung der Kammersession beschäftigen. Es scheint, daß in der Kammer eine Mehrheit für die Verlängerung vorhanden sei. Der Kongreß gegen die Kalonialbedrllckuug. Brüssel, 11. Februar. In der > heutigen Eröffnungssitzung des Internationalen Kongresses gtzgen koloniale Bedrückung und gegen den Imperialismus legte der Vorsitzende Marte au die Zlvecke des Kongresses dar, als die er die Gründung einer Entente zwischen! den durch den Imperialismus bedrückten Völkern ' bezeichnete. Sodann sprachen Vertreter der Aeghpter, der Hindus, der amerikanischen Neger, der Semiten, der afrikanischen Völker, der lateinischen Rasse Mittelamerikas, Vertreter der Kanton regierung,.die eine Delegation von 27 M itgliedern zum Kongreß nach Brüssel entsandt hat, der deutsche Delegierte Gold schnei d t, der englische Sozialist Brid hinan und der französische Delegierte Fonrni.er. - ' Ser zeuiralamerikauische Balkan. Guatemala, IO. Februar.. (Reuter.) Die Regierung von Guatenvala hat ihren Gesandten in Nikaragua abberufep, wodurch die Beziehungen mit Nikaragua abgebrochen erscheinen. Die Regierung Diaz von Nikaragua hat sich in Guatemala niedergelassen. . . '. Sle Siabürgenmg in PMftinn. Jernsalem, 11. Februar. (Ziko.) In der letzten Zeit ftnden in Palästina viel zahlreichere Einbürgerungen statt als bisher. So betrügt die . Zahl der in Jerusalem im Jänner Eingebürgerten 660 gegenüber n,ir 350 im Monat Dezember. Berlin, 11. Februar. Jni Reichstag wurde heute das von den Kommunisten eingebrachte Mißtrauensvotum gegen den Reichsinnenminister Keudell verhandelt, zu dem auch heute separate Mißtrauensvoten der Sozialdemokraten und der Demokraten kamen. Der gegenwärtige Innenminister der deutschen Republik hat, was auch von ihm selbst und seinen Verteidigern zugegeben wird, rktiv am Kapp-Putsch mitgervirkt, der gegen den Bestand der Republik gerichtet war. Wie in der Begründung der Mißtrauensvoten ausgeführt wurde, ist Keudell auch ein eifriger Förderer und Mitarbeiter de» fasciftischen, seit 1926 verbotenen autivepnblivanischVN Organisation „Olympia^ und hat ein sogenanntes Sommerlager dieser Organisation auf seinem Gut beherbergt und verköstigt; diese Gruppe wurde damals von einem Leutnant militär i f ch a u s g e b i l d e t. Er hat auch in die auf seinem Gute verbindlichen Mitglieder dieser Jugendorganisation Ansprachen gehalten, in denen er die Wieder a us r i cht un g der alten Hoh.enzoller n -- M o n a r ch i e als erstrebenswertes Ziel bezeichnete. Wie vor einigen Tagen berichtet wurde, hat der! Reichskanzler Dr. Marx wegen.dieser Anschuldigungen, gegen seinen-Innenminister eine Id nt er) u ch u n g. einleiten lassen. In der heutigen Sitzung des Reichstages sollte rinn der Reichskanzler über das Ergebnis der Untersuchung berichten, weshalb denn auch die Sitzung im Zeichen großer Sensation stand. Die Tribünen waren überfüllt, von den Mgeordneten fehlte jedoch ungefähr ein Viertel, wahrscheinlich, weil sie voraussahen, daß der Bericht des Reichskanzler sich hinter Keudell stellen werde. Der Reichskanzler machte in seiner Rede die merkwürdige Feststellung, daß Herr Keudell während des Kapp-Putsches als Landrat seine Pflicht erfüllt habe, da er die Befehle seiner Vorgesetzten, ordnungsmäßig aus führte. Freilich unterließ es Dr. Marx hinzuzufügen, daß dieflr Vorgesetzten des damaligen Landra-es Keudell durchwegs Putschisten und Anhänger dsr antiriepublikanischen Gegenregrernng waren. Heber die Beherbergung, der Jugendgruppe von Reue valitifche Zrientierung Jugoslawiens? Mldmigen über einen Vertrag mit Nntzland. Belgrad, 11. Februar. „Novosti" veröffentlichen eine Depesche des Salonikier Blattes „L'Jtrdependant", wonach zwischen dem Königreiche Jugoslawien und Rußland ein grundsätzliches Ueber ein kommen abgeschlossen worden sei, .das als Gegengewicht zum italienisch-albanischen P a kt zu betrachten sei. Eine Bestätigung dieser Meldung liegt nicht vor. WMerung üll Zeutschkrud? Laibach-, 11. Februar, „Slovenec", das Organ der derzeit - der Regierungskoalition angehöxenden slowenischen Bolkspartei, meldet, daß der Führer der Partei, Dr. Koro sch ec, demnächst nach B erlin reisen werde, um die von der Belgrader Regierung gewünschte deutsche Orientierung Jugoslawiens in die Wege zu leiten. Dr. Koroschec sei mit dem deutschen Reichskanzler Dr. Marx persönlich bekannt mrddaS Programm der katholischen slowenischen Bolkspartei entspreche in, den großen Umrissen den politischen Zielen des deutschen Ze.ntrmnS. > ...... ftelne fremde Serkchlsbarkett mehr in Shln». Hankau, 11. Februar. Der Minister des Aeußern von Kanton teilt heute allen Konsulaten mit, daß ausländische Kläger künftig kerne Klage mehr vor dem gemischten Gerichtshof anhängig machen können. Alle Prozesse von Ausländern müssen vor dem chinesischen Gerichtshof ohne Unterstützung eines Konsularbeamten als Beisitzer durchgeführt werden. der „Olympia" glitt der Reichskanzler mit den nichtssagenden Worten hinweg, daß Keudell Ms seinem Gute Gastfreundschaft in weitestem Maße geübt habe; er habe auch Kinder aus dem Ruhrrevier und jüdische Pfadfinder beherbergt. Zum Schluß betonte der Kanzler, daß sich die Tätigkeit der neuen Regierung nur auf dem Boden der Verfassung bewegen werde, und daß er nach einer Besprechung mit Keudell die Ueberzeugüng gewonnen habe, in dessen Person für diese Bestrebungen einen treuen Helfer zu finden. Bis auf den Redner des Zentrums, der erklärte, die Darlegungen des Reichelkanzlers befriedigten seine Partei vollkommen, wiesen sämtliche Redner auf die Unzulänglichkeit dieser' Verteidigung eines Antirepnvlikaners und früheren aktiven Putschisten hin. Boi der Abstimmung wurde zunächst das Miß- * Lrmusinsvotnm der Domokmten nmnentlich mit 217 gegen 161 SbimmVN, sodann das de» Sozraldomokmiten sowie das der Kommunisten mit 218 gegen 163 Stimmen, bsi einer Strmurenenthaltnng, abgölohnt. F'llr das Mißtrauensvotum stimmten die Sozial* demoikraten, die Koiminiuniisten, die . Demokraten und der Ze-ntrymsa>bgeoDdne'ie Dr. W.'irtih. Damit-hat .die, Majorität des Reichstages einem erlvissenermatzen anti« .repupMawischen Minister ihr D e r t r a u e n votiert. 3we! ESuleu der repuöManWen Srdnung. Atagdeburg, 11. Februar. Das DiIzipilinarDer« fahren gegen die beiden Magdeburger Richter, Lawdgerichitsrat Kökling und Landgerichtsdireiktor Hofsm a n n, vor dem Oberilandesgericht in Naumburg, ist auf u n «b e st i.in m t e Z e i L v e r is ch o ib e n worden, weil Landigerichtsrat Kölling schwer an Grippe erkrankt ist. Wöllinlg und Ho.f,smann sind die beiden Untevsuchnngsrichter, die es einem abgestrasien Raubmörder in den Mund legiben, einen von ihm begangenen Mord denn jüdischen Industriellen Haas Fuguschlielben, unl aitif Grund dieser von ihnen „erzeugten" Aussage des Sträflings den völlig unschuldigen Haas der Tortur einer Morduntersuchung aussetzten. Ihnen kommt jetzt, wo sie .für ihre famose ,Mrbeit" Rechenschaft Megen sollen, die Grippe zugute. — Die Red.) Prag, 11. Februar. Zwischen den interessierten Mrni^ sterien werden Beratungen beginnen über die Möglichkeit, die Paß Visa zu beseitig en :wch bevor das Gesch über den Schutz des in ländischen Arbeitsmarktes durchberaten und in Geltung getreten sein wird.' Sin polnisch'litauischer Zwischenfall. Warschau, 11. Februar. Wie „Expreß Poranny" Meldet, kam es bei. S w i e n c a n y an der polnisch-litauischen 'Grenze zu einer kurzen Schießerei zwischen polnischen und litauischen Grenzwachen. Anlaß dazu gab, daß ein litauischer Soldat die Grenze überschritten hatte. Auf polnischer Seite wurde nie* nmnd, auf litauischer Seite, ein Mann verletzt. Hakenkreuzler uMer sich. 8 Schwer-, 2 Leichtverletzte. Berlin, L. Februar. Heute abends fand in einem Be» lirier Gasthof eine nationaLsozialistiische Versammlung statt, bei der sich die Gemüter so sehr erhitzten, daß es zu einet schweren Keilerei kam. Die Polizei mutzte eingreifen und die raufenden Nationalsozialisten voneinander trennen. Zwei Teilnehmer der Versammlung wurden so schwer verletzl, datz sie in das Krankenhaus G* bracht werden mutzten, ziw'ei anldere erbitten leichte Verletzungen. asiKHAas » CTROPHOH sLLi Die Paßmauer. Tschechische^ Beratungen r'rber die Visu'mbeseitigung.