Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2856 (9.2.1927)
- Date
- 1927-02-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2981944--29029-3017120- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
j j Wien. Zum Abholen in da! Expedition, II., Taborstr 1-8 oder in emerVerschleißsteHe (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenvorkani in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. I. Wollzeile II Mit Posteersafld für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche Slowakei: Mon KS2 Jngoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Om.4. Frankreich, Belgien: Mon. Free. 85 -l'aoO*»B locer ti«nr l> 0 H i b ff e t> »er ehslten Mt. »888 JIM ANS KRUIZI Unser Roman: Seite S ¥ Preis ite n| England: Mon. 4 Schilling Italien Monatl 20 Lire ßnmänien: Mon. 170Lei Bnlgarien:Mon.lOOI,eWa. Schwei* and das übrige Ansland monatlich Free. 5 Redaktion, Administration: Wien, IIMTaborstr. 1 Telephon: 44-0-88, 43-6-19 Ab 6 Dhr abends Telephon Nr 81-0 86 a. 31 SOS VII., f,erchente'dor«tra8e 1 (Druckerei „mva*) Wien, Mutwach, S. Wetenar 1827 <7. A»ar 8687h Oesterreichisehes Postsp&rkassenkonto Nr 160 698 9. ftflftraotiQ Im icbftftioitcncjt Teil enthaltene entaeltttche Mtttellunse» sind bitrrij ein vorannefehteS E gekenn-ieldinet. Ae Revolution In $oriunaL zwei MM« gtlonmenammen. — M Mi»»'« »a Srlchlews von Porto. - WlrMe z«teri>le>«mm Sk»«M«Ik. Paris, 8. Februar. Die aus Portugal eintreffenden Meldungen lassen erkennen, daß die revolutionäre Bewegung immer größere Formell annimmt und auch schon bis in die Hauptstadt Lissabon selbst hineingetragen wurde. Die Erhebung der Aufständischen richtet sich Mgen die Diktatur der gMurrmriigm Regierung °u.ni> für die Wiederherstellung der demokratischen Verfassung. ■ / Nach den letzten Telegrammen hat der frühere Abgeordnete der demokratischen Partei und gewesene Gneralgouverneur von Portugiesisch-Jndien Jaime Moral s in einem Ultimatum die R' s/e.ung zum 'Rücktritt aufgefordert. Die Revolutionären in Porto teilen in einer ö f f e ntlichen Er kl ürung mit, daß die republikanische'Arme: unter Mitwirkung der Bevölkerung die Republik wieder hergesteltt habe und geben die Namen der Mitglieder der von ihnen . , - . gebildeten provisorisch:«. Regierung . bekannt. -Die zu Verhandlungen, mit den' Aufständischer nach Porto aügereisten M,i n ist e r' d HZ. M,e u ßMiz^up^. d'eU'Isin'er"n iVÜrLTn'vöttden "Hvolutkpnären g t fäuge ngenom men. Während der Beschießung, der Stadt durch Regierungstruppen, sind - 200 Einwohner .getötet worden. ■ . . ■ . In den Straßen vom Lissabon; und OPorto löurderr - . Flugzettel verteilt, in denen angekündigt wird, daß die republikanische 9lrmee zusammen mit dem Volke die Republik wieder Herstellen werde. In Lissabon sind 150 Politiker und Journalisten verhaftet und in der Festung Monsanto i n. t.e r n i e r t loorden. Die Eisenbahner im Süden und im Osten des Landes haben den Generalstreik, erklärt.. ' Die Regierung erklärt in einer Kundmachung, daß sie den Aufstand mit aller Energie unterdrücken werde. Drei Lissaboner Bl'ätter sind weaen Verstoßes gegen die Zensur verboten wordm- Porto gelalleu r Au der spanischen Grenze eimr:ssende Reisende aus Lissabon brachten die bisher amtlich noch nicht bestätigte Nachricht mit, daß die Regierungstruppen in Porto eing.edrunge« seien und, den RevoluLionärsn di« Funkstation entrissen hätten. Der AMand in Aikaragmi. Paris, 8.’ Februar. „Pe.ü Parisien" meldet aus . .Mon,, daß sich die Liberalen in Nikaragua der ehemaligen Hauptstadt Chinandega bemächtigt haben. Die Stadt soll in Flammen stehen. Nach Blättermeldüngen aus Washington hat der Führer der aufständisch-m, Liberalen in Nikaragua, Sa? easa, die Vermittlung der Vereini.gtenStaa? len angenommen. Her vdgen in Litauen. - Das Fell ^reicht arbeitet. Kowno, 7. FGruar. (I. T. A:) Das Ävw^oer i!bßerid:t verurteilte die de »den jüdischen Arbeiter C'ba i ni W i z und- Salm an Schwa rzd erg lutHje« aiMblicher Zlg.ihörigi^it zux kommun istischey Partei zmn Tode. SchlvalAberg lvar S-tzer in der Druckerei der „NdischenS time". Mit ihnen '."gleich wurden zw e i ch r i st l i ch e A r b e i t e r zmn Dode verurteilt. - In R a k i s ch k i sprach das Feldgericht das Todesurteil , gegen zwei . Christen / und einen Juden aus. bekanntlich wurden m Po n i e w e s ch vor einigen Tagen drei, christliche At'böiter zum Tode verurt-eilt, von denen zwei begnadig«! wurden. Die zahlreichen Todesurteike 'haben in Libauen Entsetzen h^ivvorgerusen. M Budapefler Konflikt. Der erwachende Senat uod seine Studenten. Budapest, 8. Februar. Heute vormittags kam es zu großen Studenten.Kn>n dg. bringen geigen den' Professor Dr. Ludwig Adam, dn vor einigen Monaten von der Regierurg zum Professor an der mMziniischen Fakultät der Budop<ster Umversi'ät ernannt worden ist. Dre medizinische Faku ltät wollte die Ernennung des Professors Adam, der I u d e' ist und früher Auspitz geheißen-hat. .nicht anerkennen, woraus die Regierung für die Ntedkgmiische Fakultät rmen Rogismugskoumnsiar bestellte. Als Probest gegen diesen Schritt der Regier mg demissionierte vor kuvzrm der Dekan der medizinischen Fakultät, Professor T ellyes iti ezky. Heute vormittcgs trat in dieser AMelegenheit eine Konferenz des 'Professoren - Kölleg i u m s der nredizinischen Fakultät im Universitätsgebäude zusammen, in der beschlossen wurde, daß kei n Profess o r da s. Am t> . das Dekans ü b e rn i m m t, solange die MgieruM darauf, beharrl, der Fakultät . den mißliebigen Professor Adam ' - - äiHzuoktrotzieren.', An)H-Dr. 'Dyipfexen^' wölkte,dem',D^r? Ritten1 nach nr;f,r er:-i:-itr g n e N 'Ust g pw ' zutTÜpiversitat tmÜ besetzten 'M ElNsto'rtzs,' chn Proi^sso'r' Ä'6'a M das 'Betrogen dch . zu verwehren. Pro-seslör Adam D e mslMe Thronrede. BttUMMWttMchast mit WM. — 81» omes Eewerk- WMele». London, 8. Februar. Das Parlament, das heute wieder zufcmnttentrat, wurde durch den Köui.i und di- Königin in der üblichen zeremoniellen Wei'e eröffnet. In der Thron red e des. Königs nimmt die britische China- Politik, die in den zw.'i^ ersten Sitzung-staden des Unterhauses besprochen werden wird, einm brei-«n Raum ein. Der betreffende Pas ns der Thronrede lautet : Der Bürgerkrieg in China bereitet der Regierung schwere Sorge. Es sind ausreichende Hilfstruppen nach dnn fernen Osten entsandt worden, um das Leben der britischen und indischen Staatsangehörigen gegen den Mob, gegen. Gewalt und Angriffe mit Waffen zu schützen. , Die Regierung hat veranlaßt, daß den chinesischen Behörden Vorschläge gemachtwürden, die die öffentlich: Meinung in China und in der ganzen Wett überzeugen sollten, daß das britische Volk hie Beseitigung aller wirklichen Mißstände, die E r n e u e r u n g d e r V e r t r ä g e a u k einer g e r e ch t e n G r u n d l a g e und die Ordnung der zukünftigen Be-iehungen zu China auf dom Fuße der Freundschaft und d:s guten Milens wünsehe. Zm zwei' m. Ab schnitt wenbet sich die Thronrede i n n e rpolitischen Fragen zu. Es wird der Hoffnurlg Ausdruck. gegeben, daß eine Besserung in der Arbei^Slosenfrage nicht durch industrielle Streiks ap^geha'ten werde. Die .'ttngsten Ereignisse hüten es offenbar gema-ht. daß das Gesetz über indust'rielle Streitigkeiten eine A b ä n d e r u n g erfahren müsset Eine «kralnllche MMtSrorganisation i» Skgawieii. . ÄerhafMpg des GMiheL-. Warschau, 8? Februar. Die L r m d e r g e x Polizei ist A eiiitr geheimen; ukr ainiichen M i l i tä ro r g a n isa t iw n dw Spur gekommen, die unteran-d'vsm ckuch! im Oktober vevgantzenen Jahres den Mördanischlag wuf den Lemberg-er po!-n-l.schen Schu'l'kuvator Sobi n>sfl organisiert haben soll. Die vermutlichen Täter, zwei Student« n, un>d der Stab der ukrainischen Militäror-ganiMtion, neun Pc-ttsonen, darunter ein Brigabi^r d?r el-emal'tzen ukrainWen Alm-^o, wurden yetbaftet. Angeblich fiel der Polizei reiches PslastungSmaterlai m die Hände. ' '».yuwwyiw I kam jedoch nicht zur Konferenz. Darauf veranstaltete dre völkische Studentenschaft eine. Demonstration geigen Mam im Hofe des Umversi!Lt§^LänLes und zog dann zur Wohnung des Professors, um iifr.it eine Katzenmusik darzubrinigen. Der Prof-essor hatte jedoch vor zwei Monaten seine Wofrn-ung gewecksselt, so daß die Studenten utv verrichteter Dinge abzogen. , Auch die Pariser Hakenlreuzler sprenge« AnIverWisvorlesungen Lle fordern die Möwelsullg aller AuslSaver. Paris, 8. Februar. Heute mittags drangen eüva hundert royalistische Studenten an der Sorbonw: in die Hö rsäle ein, spreng t e n die B o rle sung e n und verlangten unter.wüstetn Geschrei die sofortige Äusweifung aller Ausländer von der Pariser UniveisiM. , Als., die Studenten in den Hörsälen sich gegen M' HotuNg -verwährten,' griffen die f ran z ö s i sch e« ^ackM.kr^-p'zler,. nach., MM.lGuMlwtk.nLppelu -uW. Wügen auf die andersgesinnten Hörer ein. Drei S t u d e n t e-ir MrMn . duxch. Knüppelschläge verhetz fr einer' von, ihnen sü schwe.t, haß er in das Spital ü S e r f'ü h r t- Iv-ewen - mußte. Ser Minoritateniongreß. Berlin, 6. F<üruar (I. T. A.) Am 1. und 2. Februar hat in D r e s d e n der im vergangen-en August vom Mln-derheitenkongvetz m Genf gewälh'lte Ausschuß getagt unid wichtige Schritte zur Organistsrnng der Mindetcheitengentrale sewie zur Vorbereitung d e S nächsten Kongresses getroffen. Ansvesenid waren die Vertreter der Deutschen. Jwden, Polen, Ungarn unid Katalonier. Ter Prästdent des Ausschusses, der bekannte Mindenheit-emMrer Dr. Wilfan, Triest, der. bei allen nationalen Minderheiten in gleicher Weise ob seiner Oiöje.kt:vttät und Hingabs großes Vertrauen und Autorität gemeßt, hat aus äußeren Gründen dieser Tagungn i ch t b e i w o H n e n können. Auf Antrag des Mischen Vertreters wurde sodann zimt Vorsitzenden der Tagung Dr. Schiemann (Riga) gewählt. Die Sitzung hat bereits ein reick.l'raltiges Programm fiür den nächsten Kongreß der Minderche-iten, der voraussichtlich Ende A u g u st in Genf tagen wird, ausgearbeitet, wobei insbesondere folgende Probleme behandelt wenden sollen: WirlschaftSfrage», Sprachen'fragen, eine vheoretische Begründung für das staatliche Zusammenl den von Mehrheitsvolk u n d n a t i o n a l e n Minderheiten, die Frage der S ch i e d s g e richte Aw-ischen MchrbeitsvoA und Minderheiten u, a. m. Auch das Problem der S t.aa t e n l o s e n' soll auf die Tegesordntmg kommen. Iiüd-ischerseits nc.ihm das Präsidialmitglird Herr Leo M o tz k i n ('für die nationalen Minderheiten aus Ostunid Südostenrelpa) an den Verhanidlungen teil. Das Bureau der-Minderheiten soll unter Leitung des Dr. Am men de von Mitte Februar an in Wien feinen Sitz nehmen. Ser polnisch Nekreichische SGedrverirag. Warschau, 8. Februar. (P. T. A.) Der AußenauSschuß des Sejm - hat den Ausgleichs- und Schiedsvertvag mit Oesterreich ratitiziert. Seneralkonsvl RablanwUsch verbleibt ans seinem Pssten. Kovmo. 7. Februar. (J.T.A.) W^e.der I. T. A.-Bevtreter aus maßgebender Quelle erfahrt, hat dar litauische Außenministerium' beschlossen, die Rückberufung des Generattonsuls für die Bereinigten Staaten, Dr. Rabiuowitsch, außer Kraft zu setzen, so daß Dr. RMrwvttsch auf seinem Posten verbleibt.