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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-08 · Heft 2855 (8.2.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2855 (8.2.1927)
Date
1927-02-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Sie Stmaaana de» Konsuls Fedrazr!. Am redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangefeyteS E gekennzeichnet. Schanghai-«euttale Sone? London, 7. Februar. Wie das Neurersche Bureau erfährt, sindet der a m e r i ka n i sch e V o rschla g, eie Zone von Schanghai während des chinosischen DürgerkviegeS zu neutralisieren, die volle Zustimmung der eng» lischen Regierung. Mastels an des Aati-Msaka'-fioagreß. Brüssel, 7. Februar. Professor Albert Einstein hat an ba§ Präsidium des tn Brüssel zusgmmentrelewren AnH« Kolonial-Kongresses folgenden Brief gerichtet: ^Es ist heute in Epropa.jedem Denkenden klar, Last die bisherige Vorherr» schuft äveniger Völker w erster Nasse keiner geistigen oder-moralischen Uekerlegenhcit, sondern nur einer Ueber» legrnheit der Technik und Organisation entsprach. ES war in der Hauptsache keine FÄhvyng rm edlen Sinne des Wortes, sondern U n t e r d r u ck u n g u n d A u 8» Veu t u-ng. In Ihrem Kongreß vevkör-pert sich das solidarische Streben der Unterdrück..«» nach Selbständigkeit. Ich wünsche Ihrem edlen Streben Erfolg und bin überzeugt, daß ein. Gelingen des von Ihnen in Angriff genommenen Werkes allen zugute käme, denen Menschenwürde am Herzen Tegt. A. Einstein." Sie Arbeitslöstgkeil is Frankreich. Paris, 7. Februar. Der nationale Wirtschaftsrat tst''heuts. unter Vorsitz P o4 n e a r L:s- .zuisammen-' ,g»Lke'M^ E'üiber MHiffMaßnahmen. grgsn W'Hö I s a n w a ch sr n d e A r b e it s'l ö s i g Feit zu beraten. In seiner EroisfniungsrOe wies der Ministerpräsident auf die Bedeutung des Wirtschaftsrates hin, der einen aussed'Hnten Plan für die allgemeine W i r t s ch a f t s» rüstung des Lande s und die zur Linderung der ArbeitSlo-sigikeit sofort durchzufllhreniden Arbeiten aufgestellt hat. Untn Vorsitz des Gs«wer§ichaistsseFretärs Jouh a o x begann sodann die Pvü'fung der ans Anordnung des Mir/isterrates aus^arbeiteten Berichte, und Mar zunächst über die Frage der W'irli'chaflswege. Hiebei wird vor allein die Ausnützung der Wasserkräfte d e. s Rheins gefordert. 9tsa auf die AesirrunsMvdr. ' Budapest, 7. F-cHrnar. D.r Elisalbet!'istädter Klub, ^er bisher der DcmcEratenPartei angihvrte, hat in seiner geistrigen Mnera>lvsvsa>mmlrmg beschLossen, sich der Regierungspartei anzuWießen Der gewesene Finanzminister Ti'bor Klallay wurde, zum Ghrenpräisiidenten gewählt. Es mutz daran erinnert werden, daß der EUatbeHstadter Klr'b der Schauplatz jenes furchtbaren Bombenattentates war, dem sieben Juden zum Opfer fielen und eine Anzclb-l anderer sckwrre Verletzungen davontrug. Die Attentäter waren bekannt, bli Sen aber für die Polizei „uneruieiSar" und daiher straffrei. Das geschah unter derselben Horthy-BcthleN'Rcig'ierurig. der sich der ElisabeMädter KlrS heute anschlietzt'und ihren Archang verstärkt. Seit dem Tod." D a z-s o n y i s geht die dömo» krat'ische Parke:,- die wir ja. immer als eine. auf: Budapest beschränkte ..Paarmänn-eripartei" bezeichnet - heben, ihrem völligen Verfall enbgcyen. .Die Wahl Dibor: Kallays zum Ghrenipralsi-denten ist eine Augenauswisch7'rei, mit der darg?tan werden soll, dätz her zum größten Teil aus Inden bestc'hende EUab'i'MäSter Klub sich dem angeblich liberalen Flügel der Regierungspartei arijchlietze. In derisebben Regierungspartei sitzt auch der Jndenmörd'-lr Ivan Hejja s. der-an dem Bombenatteniat im Elisabethstädter.Klub nicht unbe-- keili'gt ist. Jetzt hocken sie vor einer und derselben Regiorungskrippe. Lasknde der DMlfchea i« Reichrta». Berlin, 7. Februar. Infolge des Ausschlusses des Reichstagsabgeordneten Kube aus der deuischvölkischen Freiheitspartei sind, wie das „Berliner Tageblatt" erfährt, nunmehr auch die Wg. Graf Revenrlow, Jürgens, von Rammin und Stöhr aus der völkischen Fraktion ausgeschieden. Weitere Austritte sollen folgen. Das Blatt glaubt, daß bereits morgen dom Aeltestenrat Mitteilung von der Aüf l ösüng der völkischen F r a k t i o n gemacht werde. Jerusalem, 4. Kebrurdt. Zu der (bereits gemeldeten) Ernennung des betanttten A.tüzionisten Fedrazzi zum italienischen Generalkonsul in Jerusalem schreibt „Muktam": „Die von Mussolini angeordneten jüngsten Aenderungen in der Besetzung der italienischen 'Konsularposten sind in vieler Beziehung ÜÜerraschmd und beweisen, daß jie bestimmten politischen Zielen dimen sollen. Die Ernennung des bekannten Äntizionisten Fedrazzi zum Generalkonsul in Jerusalem hat in den Kreisen, die an der palästinensischen Frage interessiert sind, starken Eindruck gemacht, weil sie darin die Neigung Mussolinis erblicken, sich, im Sinne seines politischen Grundsatzes, den Einfluß Italiens überall zu stärkep, nunmehr auch in dÄe Angrilegonl-olten Palästinas einzumenzen. Italien hat verschiedene, Möglichkeiten zu solcher Einmengung. Da ift vor glsem das lateinische Patriarchat mit seinem ausgeeehuten Wlrkungskr.is und starken Einfluß. Tie Italiener erheben einen Anspruch auf die Mitherrschast in Palästina, tveil ihre Vorfahren einst dort geherrscht haben. Italien hat sich schon viel, früher in die Angelegenheiten dieses Laiches eingMengt uüb mehr als einmal seine Gegnerschaft. ssegen den Zio-- niSmus.. und die Politik der Heimstätte/ ausgesproch?n.; Äpch. .M.Pa t i k chü - HÄ ->cinigen;siie. ÄzigMiffen urch^ ein« M^WWdek^Hositik HMM. •; r ■;; Tie italienische Regierung win' die erste,-, die gegm die Bestätigung des englischen Palastina.Mandats Einspruch erhob, bis zrvischen Heu beiden Kegierungetr im Jahre 1921 ein Bartrag unterzeichnet wurde, durch welchen Nrschleßuug von Pprto. Lissabon, 7. Februar. (Havas.) .Amtlich wird gemeldet: Die B e schi e tz-u ng v o n Por to wurde unter L-eitrng des KriegsministerS wi e d e ra u fg« n o mmen; da inc' Aufstätch'.sch<en sich geweigert haben.: die Untcvwerfungsbedingungen anzuneh-men. In einer Proklamation hatte die.. Negierung die Mviltevolkerung aufgefovrevr, Porto zu verlaffon. Drrch die Beschießung, zu der die Negievnng Artillerie« Verstärkungen entsendet, hatie. wurden in der Stadt mehrere Brande hervorgerusen. Das. Postg^bäude ist vollständig zerstört. Von t«r VebSAerung - wurden 10 Personen g e» rötet und etwa 20 verletzt. - Die Erregung in Lissabon ist im Zunehmen begriffen. Nach einer Meldung der Britisch United Preß haben in der Hauptstadt zahlreiche Matrosen gemeutert. Ser Vttteitsg der rumSnWe« SioniRcn. Bon der Regierung gsstrttet. Bukarest, 7. Februar. Hie ReHisirung hat das Verbot g^'gen den Parteitag der rumänischen Z-ronisten zurückgezogen. Der Parteitag wird am iß. und 14. Februar in BukarA.stgttf.Mden. Me die I. T. A. meldet, wsrd - der wichtigste .Beratungsipunilt die Frage dÄ, Schaffung einer einheitlichen zionistischen Organisation ganz Rumäniens sein, die die Länderoryamsationen in Altrumänien, Bessarabien, Bukowina und Si-chenburigen in sich vereinigen soll. - Bei den Waihlen zum Parteitag hat die radikale - Mu>ppe ,Menastevea" einen starken Erfolg davon- ■ chtragen: sie wird durch eine große Ansahl'Dole gierte vertreten sein. Auch die Revisionisten werden eine größere Gruppe austveisen. . . Ir. mich ««»ivierrlft. Dr. Jacobs ohn 'ist von Bukarest nach Statt! abgereist, :vo er!m politischen Interesse des Zionismus tätig sein wird. Er wird Port mit führenden italienischen und jüdischen Persönlichkeiten zu'fmnmentrsffen. Italien einige Rechte garantiert wurden. Als der Völker« bund im Jahre 1923 zusammenirat, um die Mandate über Palästina und Syriu: zu besiäugen, sprach sich Italien gegen Artikel 14, der von den heilinen Stätten handelt, aus und d-er Vö.'kerÜuiü) beschloß auch tatsächlich die Einsetzung einer eigenen Ueberivachungskommission für die heiligen Stätten. Aus all dem ist ersichtlich, daß Italien stets starkes Interesse an dm paiästineusischcn Angelegenheiten <m den Tag legte und jetzt durch die Ernennung Fedrazzis nach Mussolinischer Methode neue Konzessionen im Heiligen Lande erreichen K'ttf, weil er sonst nicht einen der Führer der F a s e i st e n, dessen starker Haß und Gegnerschaft b;n Zionismus schon seit sehr langer Zeit b.kanrit ist, zum Konsul ernannt hätte. Aber trotz der Freude und Genugtuung, die sichin geivissen Kreisen über diese neue Bewegung in der Palästina-Frage zeigt, können hieran keine große n H o f f n u n g e n geknüpft noch greifbare Aenderungen in der Ver,oaltung dieses Landes erwartet werden. Die italienische Politik ist in dieser Hinsicht noch nicht genügend gefestigt, sie m^irgt sich da und dart ein und , stellt Forderungen, um für Jtaltem irgend etwas zu^ e r-rr ^.Jst 's dies'-' Italien im Jemen Und A'MliEe'ü/ diesen unentwickelten Ländern mit ihre:: M-denen' es fest vNen' Jahrm polnisch arbeitet/-äuch gelungen, so ist doch nicht änzunchmen, daß es in Syrien oder Palästina, :vo es ein<. feste und entschiedene Verwaltung gibt und alles nach internationalen Verträgen geschiehtirgendetwas werde erreichen können." Die FuüenzeNeinreu in Palm. Eine Organisation der G^c'.ttden in den Randgebieten. Warschm, 7. Februar. W'? Ihr Korreipondent aus der R-?gierung uah.'st-?hend.en - Kre'.sen erfährt, steht die Durck/'.''hrm:st der Orstan:>se.tion der jüdischen Gemeinden in den Nan^st?-bieten Polens vor dem Abschluß. Im eheme.l'>gen Kon-stwßpolen ist die Orgewis-ation der jüdilschen Mmeinden ichon im Jahre 1920 in die W-ge geleitet worden, während in den rlbr'gen Gebi-eten der Polnilschen Neprbli-k noch die Verhältnisse aus früherer Zeit fortb-est'a'-^en. Nunmehr w>d die einheitliche Organisation sämtlicher jüdischen Gemeinden Polens d'urchgefiührt. 2!e pMit'nenflsche BMeMMkea. ' JerusalE. 6. Februar. (I. T. A.) Der palästir.e-,fische Verband der Völkerbundfreunde als Abteilung des W:ltverbandes der Bölkerbundligen ist nun endgültig begründet. In. der. soeben, abgebaltenen konstituierenden Versammlung Imrr-de Herr M. N. U s s i s ch k i n zum Präsidenten des Verbandes und Herr M. Dizengoff zum Präsidenten der Exekutive gewählt Die DöllervundrMM. Mrlin, 7.. Februar. Der Bölkcrbundrat wird am 7. März in. Genf zusammentreten. 28 Punkte stehen auf'der vorläufigen Tagesordnung. In einigen wirtschaftlichen Fragen ist Deutschland Berichterstatter. Ae Sotenfeler des Mikado. Tokw. .7. Februar. (Tel.-Comp.) Für die Beisetzung^ feierlichkelten des verstorbenen Mikado hatten sich ettva eine Million Menschen in den Straßen angesam-' melt. Der Trauerzug zählte 8000 Teilnehmer, darunter 4000 Offiziere. Bet der Feierljchk.it hielt der neue Mikado eine Abschiedsredeam Sarge seines Vater. Um Mitternacht wird ein Sonderzug die Leiche des Mikado nach dem- 35 Kilometer von Tokio entfernten As akawa bringen. Dort, wird morgen vor Souucnaufgang die eigentliche Beisetzung erfolgem Anläßlich der. Beisetzung. seines Vaters. hat bec neue Mikado eine Amnestie zugunsten von ettva 20.000 Go« fängenen erlassen. Ser Ansftand i« Pottusal.

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