Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2852 (5.2.1927)
- Date
- 1927-02-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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CPolen s 2o groszy | . Wien: Zorn Abbolen tn'dfet Expedition, H.,Taborstr 1-8 oder in oinerVerschleißstelle (Trafik) mooatl.5 Schilling Straßenverkauf in Wieta durch die Kolporteure det Firma Goldschmied. 1., Wollseile 11 \lit kostversand für Wien and Oesterreich monatlich 5 Schilling I’acheoho Slowakei: Mon. K 22J ngosl a w i eti: Mon. Din. 60 Polen: Mop. 5 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien*. Mon.Prcs. 3Ö Xuea»*a.«naon oa» PieiS* >rb 0 b a n er« n »er'«halten Ar. E J tlOE ANS MlUIzt IHEUTE Seife SI --—G Wie». gq«8tng, 5. Februar 1927 (8. Mar 5687). Eflgland:Mon.43cbiUing Italien Monatl. 20 Life Enm&nien: Mon. 170Lei Bai gari en: Mon.100f.ewa S c hw e i 2 and das übrige Anstand monatlich Free. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborslr. I Telephon: 44-0-88, 43-3-19 Ab 6 Öhr abends- Tele* Phon Nr. 81-0-86 a. 31 209 vli., Lerchenfe de. traße 1 (Druckerei ,-nva*) OesterreiChisches Postsparkassenkonto Nr 160 693 9.5^-nana Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche MitteÜnngen find durch ein voraNgesetzteS K gekennzeichnet. Ihre kxlsiem L'ss ab. feinste Herrengarderoben nach Maß, aus Orig, englischen toffen, elegant,, sehr billig, liefern &or«nSf«ln 9t Markus* 2. Bezirk, Hollandatraße 1, Telephon 46-7*67 Auch! Teilzahlung! 344 ^flUSIKHAIIS I. meuRMsw i PlETROPHON TEl-eM“ Gramophones, Platten 454. Tanz, Oper, Revues, etc. etc. Größte Leistuna sfahig keit. Tägl. Postversand. Kataloge, Prospekte: gratis; und franko. Japgonauftiahmen und KaptorengesKngei I/5|»yrl$htby European Press, .London. .. , - Nachdruck verboten. PaUWa Md die ziomstische Von Ccnnmander I. M. KenwortHy, Mitglied des Unter- ' Hauses.' . .Sie britische Politik in Palästina ist auf der. berühmten valfdur-Deklaration begründet. die dom Earl of Balfour' im;Aufträge seiner Majestät ^Rogierün-g während derkri- ÜscheMn'Päriode des WeMrioges erlassen' worden W. Mese 'LäOttchvn eMärt. daß eS.-die Aufgabe der chvitffchem Rc- MMmtselch wird,- daß' Grotz-Britamrien,- falls es--siegreich LichSn wtzd, ^fewe"TMMMMu^ür^Palästtn^w errichten. 'Es<kvär-rn feinerßeit gewisse /Schwierigkeiten /vpr- ' Händen-," die sW mrch'in >dch? Folge. bemerkbar machten. Die pichen sind über, die- -gange --WM-- verbreitet-- '.und-.- Lr*. vlelen Ländern haben sie einen großen politischen und - finanziellen Ernfluh,' der in keinem! Verhältnis zu ihrer Zahl sieht. Nicht alle Juden begünstigen das zionistische -Programm, aber viele tunes,!mid diese umfassen! Tausende-der aktivsten und idealistischsten. -! ' ' / Die unmittelbare praktische Wirkung der Balfour-Er-- kläruu-g Ivar der-starke Zustrom jüdischer-Rekruten-zu der zionistischen Legion, der einen; ebenso großen Zustrom jüdischen guten Willens.'all -ü-ber dle-Welt'. für die alliierte. -Sache nach sich zog. Falls Groß-Britflnnien erfüllt, was' es gegenwärtig tut und jede Absicht jjelgt, es zu tun, dann f<utn;ouf diesen jüdischen guten Willen in der ganzen Welt >üx das brilische Reich ül der Zukunft gerechnet - werden und ist keineswegs zu verachten. . - Es Hst'äußerst zweifelhaft, ob zur Zeit der Balfour- Dellaration die strategisch«,' - yürtschäftlichL-mnh. politische Bedeutung-Palästinas für das bvitische'Reich völlig erkannt worden ist. Aber es wird, jetzt mehr und mehrein,gesehen, wie lebenswichtig. Palästina für Groß-Britannien ist. Es ist dem -jüdischen-Volkes 'die Möglichkeit gegeben, den ' Wunsch zu verwirklichen, der vpn ihnen seit- Jahr» .Hunderten ersehnt wovdchl. tpär, nämlich^.ihre- Nationalhetmat wieder zu errichten. ' Es ist für - Ungläubige vielleicht. schwer, sich . vorzustellen, was das für die Juden bedeutet. Gegenwärtig werden .sie.in vielen Ländern-in Zen* j.ral- und Osteuropa als. ein^ Volk ohne eigenes Land, als Wand'eper und Jsma-eliten angesehen. Es gibt, jetzt aber eine anerkannte. und ^dsspivitive. .'Mische,. Nationalheimät; und da jüdische. Energie, .Denken und.Geld die Nationalheimat wieder. errichtet Hat, .wird die' Sde-llüng der Juden in der Welt auch allmählich gehoben..- Das mag vielleicht nicht oiel für Juden, die im Liberalen . England oder im Kosmopolitischen .Alnerika oder lndenfreiheitliebendell-britischen Kolonien leben, bedeuten, aber es besagt'viel"für die Inden, die Verfolgungen und Beleidigungen in Rumänien, Polen mnd anderen östlichen Ländern erdulden. - Soviel über den zionistischen Standpunkt. Nun vom vm britischen ' Standpunkt .aus -betrachtet, zeigt sich Palästina von: immer größerer Bedeutung für das Reich; i ab kein weitseh-tnder Staatsmann und. Gesetzgeber, ivas munsr:seine politische Gruppe öder Pyrpi^auch sein mag, i-ann sich folgender Tatsachen verschliefen:.. Der Weltkrieg verursachteviele. Schwierigkeiten, hie ineLwegs beseitigt sind. Diese. Schwierigkeiten sind. viel-, icht am meisten in der mohammedanischen Welt erblich....' - Große Ereignisse hgsich in Arabien und in anderen mohammedanischen Ländern ereignet und wir Bon 6Va auf 6 Prozent — Vorbereitungen {Br die Gmiffion kurzfristiger Schatzscheiue. Unter dem Vorsitze des Präsidenten, Bundesminister a. D. Dr. Richard R e i s ch, fand gestern eine Sitzung des Generalrates der Oesterveichtschen. Nätionalbänk statt. Im Anschluß an den' Geschäftsbericht wurde beschlossen, den Zinsfuß fürden Eskont von 'Wechseln, .Warrants, und Effekten mit Wirksamkeit vom H.' Februar auf 6 P r ozent zu - ermäßigen und dementsprechend auch die S a tz e i m D a r l e h e n § g e sch a f t um ein Halles Prozent herabzusetzem Ueber den Rechnungsabschluß für das Jahr 1926 erstattete der Generaldirektor einen vorläufigen Bericht, aus dem sich ergab, daß der Reiugsusrnu des abgelaufenen Jahres grstaü-Mabgesehen.von den statutenmäßigen Rücklagen. eitte> chHe.ordentliche DoTcrung per..Pensionsreserve .mrt-8H--D^lHHen -Schilling und die Ausschüttung einer. v-\: 1v.5prvzentrgen -Dividende in Aussicht zu nehmen. Fe'rner wuÄ«: besch^ssetr,.: der'htr'den' V?; 'März d. I.! eiMrüfenen GeMglü^r7aMNWg.W<;N.ÄütM.auf AiLN-erung; rder? Ätptikel^H,.. 101/. rlöjji. und' ^107her. SGungen zu MMDM.Hie' Mrcherungert " Artikel: stWrkM^hdr 'ep-NtzüMeL A-u Mr'b ld V &ii f vr'z^- friZstigem - sta a tt n-.im Zü- - ftmiciitinß-anijc Lunb;t:föften^ die DeMrrLichische-Rättonalbank' indie - Lage sv-ersetzett, Oese Schatzscheine aus 'ihren. Refer-, ven, also . - ohne Einrechnung in die Notendcckung zu diskontieren oder zu lombardieren- Durch die beantragten Aenderungen der Satzungen in den Artikeln 105 mch 107 erfahren die Bestimmungen über die Aufteilung der Reserven, bezw. des Uöbcrschusses des.Reinvermögens über, das Aktienkapital im . Liquidationsfalle jene Neu», regelung, die durch die im-Vorjahre beschlossene Aenderung des Artikels 99 der Satzungen notwendig geworden ist mit der Tschechoslowakei. SetUtottnmg res derzeitige» Regime« bis z»m a. April, - Die Meite Leisung d:s Tarrsvertrages für Oesterreich und die Dschechoislowakei ist in dieser Woche, in 'Prc,g durchgcfi'.l.)rt worden. Die Der'i,>ündlungen werden nächsts Woche in W i e n - so r t g e ls e tz t. Trotz der B^schkiuniM'Ug der Beratungen wi-r>d es nicht M o g-l i ch -fiin, d-i-e - V'2-r-han,dlr.'U>Z,en so zu E-nide zu führen,, daß der Vertrag bereits am 1. Marz iii Geltung treten könnte. Es wurde deshalb vereinbart, das. neue Regime a.m-15. Apr il in Kraft ZU setzen^n-nid bis datzin .den S ta tu s q u o aufreä'itß u er.ha l te n. BllitlgeStiidentendeMonstkatlonen in Z/'Fch-rMe. --Mch.': einer.-MLi^u.N'g^^an.s Beirut i>st es in Bag.baö >be-i einer Kundgebung von Studenteu gegen einen Pros es s o r zu einam Zusaurmei-istog gebammen, bei 'dem. a ch t T e i l n e h m e r g e -t'L t e -t und d r e r ß i g per l e tz t'wu-uden. - sindkeiuesrvogs aus den .Schwierigkeiten.- heraus. In Palästina errichteten wir .eine-Enklave, die von einer immer wachsenden^. Anzahl von Juden aus - Europa besiedelt wirb,' die westliche Ideenmit sich bringen, und die vom britischen Standpunkt aus betrachtet, durchaus zuverlässig - sind. ■ Solange Großbritanniett durch, den Völkerbund das.'Mandat für Palästina behältz werden -die Interessen der jWschen Kolonisten i-n Palästina, und. damit der Zionisten -'tber/'gartKen' .WM' -'mit^ tz?öm chpitischrn Reich verbunden sein. Palästtna leDet Mangel an güten Häsen; und ganz -abgesehen von 'milderen Gründen, ist.die- Mandatsmacht -durch die Pflicht gebunden, diesem Uebelstänb abzuhelfen. Bei -der Gtabt Haifa: ist eiiw. verhältnismäßige^ tiefe Bücht vorhanden, die bei einer beschränkten Ausgabe zu einem erstklasiigen - Hafenfür große Schiffe ausgebaut werden kann. Man hat bereits - mit -den. Arbeiten begonnen, und wonn^^diese vollendet, wird-Haifa sü'r hie brttische Flotte eine machtvolle Basis bei.gewissen Eventulitäten bilden, die, mögen sie auch niemals emhxteit, nichtsdestoweniger aus dem Auge gelassen werden können. Uober Haifa breitet sich eine Gruppe von Hügeln aus, vvn denen der historische Berg Karnvel bis ans Meer reicht und eventuell in ein anderes Gibraltar. verwandglt. iverd.'n -könnte. Falls. Ohl.im Nörben M'.-sopotamiens in solchen Mengen gefunden, werden sollte,- daß es sich bezahlt machen würde es auSzubmten, wird eK zUm Mkttelmeer mit Hilfe pines Röhrensystems geleitet werben und das Ende dieses Shstcms wird, sichert.in Haifa -söin. Weiterhin, wenn'sich Mesopotamien, entwickeln und britischer Einfluß weiterhin vorherrschend bleiben sollte, wirb man.eine Eisenbahnlinie von der Levante nach Bagdad benötigen und diese .wird voraussichtlich auch von Haifa ausgehen, da diese Stadt bereits mit einer direkten Eisenbahnlinie nach Suez und Aegypten verbunden ist. Ich erwähnte die mohammedanischen Schwierigkeiten bereits.-Es-besteht eine'starke nätionalisttsche Bewegung i« Aegypten, deren weitere Entwicklung man immöglichvoraUSsehön kann,-dlber. eigS ist gewiß;'daß wir uns bei der Verteidigung - des Suez-Kanals nicht mehr länger auf Aegypten verlassen könnest. Der Suez-Kanal ist kebensivichtig für das britische Reich und auch.für iede .anhere. Macht irtt Intev^cu Im fernen Osten, M Japan, Fmnkreich und tzollMd. Nun, her Suez-Kanal kann schließlich auch, von Palästina aus verteidigt weiden. '" Luftfahrtlinien sind, von 'Aegypten über Bagdad nach Indien eingerichtet' worden. Mt der Entwicklung des Flugwesens wird Palästina von immer, größerer strategischer und. kommerzieller. B.Loutung. Bei einer unsicheren. Lage-in.Aegypten kann die Luftlinie nach Haifa oder einem, anderen günstigen Punkt in Palästina geloiket. werden. ' " . . . . - Letzten Endes ist . Palästina die . .historische Mücke zwischen Asien und Afrika und ist -durch Jahrhunderte hindurch von sehr großer'militärischer, politischer und kommerzieller Bedeutung g-swesen. Auch vom Sdanidpunk^e des Handels aus betrachtet, ist Palästina für Großbritannien f.hr wichtig. Im vergangnen Jahve wurde die Einfuhr vom vereinigten Königreich nach Palästina mit 1,080.000 Pfund Sterling und von anderen britischen Besitzungen mit 580.000 Pfund Sterling. bewertet. Die total!?. Einfuhr betrug 7,630.000 Pfund Sterling und der Export 1,540.000 Pfund Sterling, von dem 460.000 Pfund Sterling ins britische Reich gingen. Der blühendste Ausfuhrhandel wird in Apfelsinen aus dem Jaffa-Distrikt getätigt, dessen B.'-rschiffung von Jahr zu Jahr steigt. Bon 754 Schiffen, die Güter ausnahmen mib. entluden, waren im letzten Jahre 209 britisch. Und-das nach nur sieben Jahren britischer Verwaltung ein-cs Landes, das am Ende des Krieges verwüstet und verarmt war, ui.d in dem ein Aufstand den änderen ablöste. Heute herrscht in Palästina völliger Frieds, obwohl im ganzen. Lande nicht ein einziger britischer Soldat stationiert ist. Es gibt nur eine. klÄne Luftstreitkraft und Polizeimacht, die aus Eingeborenen besteht und von britischen Offizieren kommandiert wird.-Die. ganze Verwaltung des Landes kostet dem britischen Steuerzahler nicht einen einzig'?« Penny und im letzten Jahre gab es tatsächlich einen Ueberschuß von 1,000.000 Pfund Sterling. Industrien - wurden geschaffen, große elektrische Anlagen errichtet '.und gewisse geologische Sachverständige sindüberzeugt, daß ivertvolle Del- und Minerallager vorhanden sind. Zusammengenomnren ist Palästina von den Mandats« herritorien. die nach k-m Kr'.-ge von dein britisch en Reich übernommen wurden, von hervorragender Bedeutung.