Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2849 (2.2.1927)
- Date
- 1927-02-02
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Sk. Ml Men, Mittwoch Wtemr Msknenzrrtvns L s-rrm»!98T Sette S Der! grosse /üdfsche Erzähler des Ghetto A ASCH 1/tfArt uns mit mächtigen Schitdernngep indischen Lebens u. Leidt ns, glitt- und leidvollen Bildein det indischen Geschichte in das osteuropäische Ghetto, in das riesige Jadenviertei von New-York und in die vielen Stationen der jüdischen Wanderung i /./ seinen et gleitenden Romanen Der elektrische Stuhl Die Zauberin von Kastilien Ein Glaubemmarfyrlum Moitke. der Dieb Onkel Moser! Preis pro Band broschiert.5 5.— Ganzleinen.S 8.— Buchhandlung und Verlag N. LÖWIT, WIEN, I. Rotenturmstraße 22 Fleischmarkt Mir Planetarium auf der Wiener Ausstellung. Die in den Monaten Mai und Juni d. I. im Messe- Palast stattjindenden Ausstellung „W t e n u n d d i e W i ener", wird , unter anderem ein Planetarium vorführen, wie solche bereits, mehrere große deutsche Städte auft weifen. Tas Planetarium enthält in einem Kuppelbau eine fünf Meter hohe Prosektionsmaschine, die auf einen täuschend na hgcahmten Nachthimmcl die Vorgänge in der " Planeteuwelt zeigt. . , Lünstlkches Vitamin. Nach einer Mitteilung der „Voffischen Zeitung" aus Göttingen, machte Universitätsprosessor Winda us die Mitteilung daß ihm die Feststellung gelungen sei. daß das P r o v i 1 a m i n identisch mit dem ' chemischen Stoss Ergosterin sei. Durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht erstehe aus dem Ergosterin daS Vitamin. Es sei ihm ge» langen, eine rachitisch infizierte Ratte mit Ergosterin in drei Wochen völlg zu heilen. Das Ergosterin könne sedcm Nahrungsmittel zugesestt werden, wodurch vitaminarme Nahrungsmittel volle Nährkraft gewinnen. ' Die Stenographiormaschine. Die jahrelangen Bemühungen des Frangchen GrandjeaN sind enhilich von Evfolg gekrönt worden. Es ist ihm gelungen. eine S te n og ra phi c r ma sch i n e hcriustelleu, die allen Anforderungen gerecht zu werden scheint. Die Maschine ähnek durchaus einer gowähnlichen Schreibmaschine mit der bekannten Tastatur. DcSglerchen bleiben Meralltypcn und ' Fatbibaw unverändert. Statt der v'.erundvierzig Typen sind j: jedoch nur Öl Taste n vorhanden. Eine Aenderung besteht' msofern, als anstart des Cchre-hpapierS eme endlose Papi e r r os l e bedweniret wird, die sich bei jedem Anschlag um. eine Zeile weiterbowegt. Die größte Bedeutng >cieser Stenographiermaschine liegt in'einem besorrderen Ktangsilbe.nsystem für die Kurzschrift. Und M'ar emsprichi jeder Buchstabe einer Reihe bestimmter .Klang-silken. Dre, .Schrei'bbuchstaben sind für Konsonanten.und für Bo'kate die glercben Buchstaben, wenn der Laut ein und derstVe ist. Jeder Buckstabe jedoch, der für die Aussprache überflüssig ist, wird hierbei vollkommen auKgeschaltet. Die Schreibfertigkeit der Maschine soll der einer gei'!b:en Stenotypistin gleichkommen. beztebungs-- wo'lse übertresfen, Man ist imstande, wie nach dem Knrzs^riflfystem L 2 0 bis 240Wortein c e t Minute zu schreiben. Der Erfolg bei der soeben stattaehabten Vorführung -vor Vertretern der Industrie und Presse war hervorragend so daß mit einer baldigen Einführugn überall gerechnet werden kann. l Me reichste Straße der Welt. Wie au3 New Pork gemeldet wird, hat die New Harker Presse Untersuchungen darüber angestellt, 'welche die reichste Straße der Well ist.-Die Blätter kommen zu dem Urteil, daß dies die Park-Avenue in New Uork ist, in der 4YOO' Familien wohnen, deren Häupter sämtlich Dolla.bmislionäre sind. Diese 4660 Familien zusammen geben jährlich 260 Milliönen. Dollar |i\r beu Haushalt aus, lvas auf eine Fußlänge der Avenue 17.W0 Dollar ausmacht. Man kann in der Pärk-Avenue nicht standesgemäß lebet«, «nenn man nicht ein Einkommen von mindestens jährlich M.OVO Dollar bcsitzr. In dieser Straße sollen private Kunstschähe im Werte van 15 Millioisen Dollar aufgesiapelt fein. Für Toiletten geben die' Damen der 4CC0 MillionarSfamilicll unberechenbare Summen aus, und es ist kaum notwendig, hinzuzufüaen. daß die Wirk, Avenue zugleich auch die ..feuchteste" Straße von New York ist, den das Quantum an geschmuggeltem Alkohol, das von den Familien der Wrk-Avcnuo bezogen wird, beziffert sich auf BK Millionen Dollar. Erfahrung fammefnfee Matte,». .. Nach bet Elektrifizierung der Ostlorvdon«Strecko der Londoner Vorortobahn hat man in".«ressante Beobachtungen über das Verhalten dsy Ratten gsger«'über der Stromls.itunaSschiene gemacht. Die Raben, eiein dem aus der Strecke. liegenden Themse tuunel recht zahlreich sind, wurden zu Anfang in groben Masten durch die Berührung her Stromschielte newtei. Im Laufe der Feit scheint sich aber die Gefährlichkeit oieser Schiene «vier den Tieren cherumgesprochen" .zu haben. nn,7 man kann jedt gelegentlich Ratten sehen,.die mit äußerster Vorsicly geduckt und mit eingezogenem Schwang unter der LeitunMchienr durchkriechen. Letzte Nachrichten. Wische «e»«r m tttlflcUcitottc i«Sri« Nars^au, l. Februar. Im weitere» Verlauf -er Generaldebatte über das Budgtt, die nunmehr abgefchlofsm ist, ergriffen vom jüdischen Klub noch drei Wgeordnete das Wort. Mg. W y g o d z k i, der zirm UnierrichtZbüdget sprach, bemängelte, daß die Schulen, mit hebräisch« oder jiddischer Unterrichtssprache keinerlei staatlich: Subvention erhalten. Er befaßte sich auch mit den Aufnahmsbeschränkungen <m den Hochschulen. Abg. Lewin besprach miß« den Fragen der Konzessionen, der Zwaugssonnlagsruhe und Äeamtenfpage auch die verschiedenen Fälle von Antisemitismus irr den Schulen. Zum Budget des Justizministeriums nahm Deputierter S o m m e r st e i n das Mort, der eine Reih: von Beschwerden der jüdischen Bevölkerung vorbrach'e. Jll der Bubgetkommission des Senates, in der das Unterrichtsbudget erledigt wurde, nahm der neue Unterrichtsminister Dobrucki das Mort und erklärte u. daß in Mrze eine Verordnung ersL)ünen werde, welche den Schulen mit jüdischer und hebräischer Nnterrichlssprachr daS Dessentlichkeitsrecht zugesteht Dieses werde auch daS jüdische Lehversemiuar in SSi'na erhalten. vvvvvvvvvrrvyyyyytv in den stillen Städtchen, in der brausenden W eltstadt ini Frieden der Völker, im Wahnsinn ihres Krieges in Not und Entartung, in Qualen. des Hungers immer und überall gellt der Ruf; JUDE ANS KREUZ Er ist aus dem Haß geboren und verfuhrt zu Haß und Mördj alle Opfer der Liebe sind vergeblich sie übertönt der Schrei: JUDE ANS KREUZ Diesen uralten Irrweg haßerfüllter Verblendung hat ein Dichter der Gegenwart, Kurt Münzer, in e:nem Roman von erschütternder Wirkung geschildert JUDE ANS KREUZ ist de» Judemoman von heute; er gestaltet mit weltumspannendem Griff, ha t in atemraubender Spannung. Deutschland und seine Hauptstadt, Zürich, Gdnf, Paris im Brand von Krieg und Nachkrieg, die Erniedrigten und Beleidigten, die Entfesselten und Entarteten, die Reinen und Gepeinigten aller Länder und Völker ziehen in dem von Meisterhand geschriebenen Rofoan in grandiosem Bilde vor über. Jude .ans kreuz %f der jüngste sensationelle Roman von Kurt Münzer* erscheint zum ersten Male am 5. Februar I'J* in der „Wiener Morgenzeitung*. aaa^aa^aaaaaaaaaaaa COSULICD um. TRICS1 ncrrlldie Erholungsreisen in Mlttclmeen mit den Doppelschranbondampfe* STELLA D’lTALIA Fahrplan dar nächstes Reisen vom 1. bis 21. Februar 1927 nach ffieftltitSfte*» 4 von er. Febr.bis tt. Mhn noch Aegypten n. Orleohenland, vom IS bis re Mdrx FTühllngefahrt nach Sizilien, vom «. bis <5 April Os ern in Spanien, vom ». Aorii bis. IS. Hei id den klaesieohen Spielen in Syrakus. Unter Anlaufen »ahtrelcher Zwischenhafen. Kostenlose Aaskünfte. Prospekte and Platebestellungen COSULICH LINE Wien, 1. Parkring 90. Tel. 74*1*46 and Reisobaroans. Sitte 6rU3enng der LberkommiffSrs für »effaraSlen. Kifchincw, 1. Februar. (I. T. A.) Der zum Oberkonr missar;ür )6essarabieu und die Bukowina ernaimie General Nischcanu wurde auf dem Wege nach Kischinew, in Kala rasch, von der jüdischen Bevölkerung begrüßt, deren Sprecher der GeineindcVorstand Ko^ärr tpär, In Kischinew richtete Rabbi Zirelsohn im Narnen der jüdischen Bevölkerung herzliche BsgrüßungSworte an den General. In seiner Enviderung, sowie in dem am gleichen Tage veröffentlichten Manifest an die Bevöikerun-g, betonte Ge.wral Rischeanu, daß er dem Rechte Geltung verschiffen werde. Er betrachtet e5 a's seine Ausgabe, den ethnischen. Minder heitenSchutzangedeihenzu lassen mrd ihnen freie Entwicklung zu garantieren. Gewalttaten werdm nich' roei'er gedu'det tverden. Dir jüdischen Studenten tu SMnien. Bukarest, 1. Februar. (I. T. A.) Laut der vom Unter» richtsminislerinm soeben veröffentlichten Statistik studlereil. im Universitätsjahr 1926-27 an der Bukarester Univer--' silät 6391 junge Leute, unter ihnen 2637 Juden. An der Universität Klausenburz sind 2491 Studierende inskribiert, unter ihnen 139 Juden. An der Universität CzernoWitz studieren 1161 Rumänen und 280 Juden.' Die Statistik der Jassyer Universität fehlt noch. zu« Die Hakenkreuzmehrheit in Thüringen fammensebrochen. Berlin, 1. Februar. Durch «den Ausgang der gestrigen Landtagswahlen in Thüringen ist die bisherige sich.-re Mehrheit der Rechten, in der die nationalsozialistisch-völkische Gruppe unter Führung von Arthur Winter oft den Ton angab, gebrochen. Die bürgerliche Ein-- heitsliste erhielt 19 Abgeordnete, die Sozialdemokraten erhielten 18, die Kommunisten 8, die Wirtschastspartei 5, Demokraten 2, Nationalsozialisten und Völkische 9, Auf- ::?ertmlgSpartei einen Mgeordneten. Auch wenn man die Vertreter der Wirtschastspartei den Rechtsparteien. zurechnet, werden im neuen Landtage den 27 Sitzen der Rechten 18 Soziademokraten, ein Answe.turgsl'artci'er und 8 Kommunisten, also insgesamt 27 bisherige Oppositionelle,:gegenüberstehen. Die beiden Demokraten und der Aufwertimgspapteiler werden also das Zünglein an der Wage bilden. Die jüdist^rn Emigranten ln FrankreiH. Aus Paris wird uns berichtet: Im Departement von Lille befindet sich geaentoä.tig eine große Zahl jüdistl>er Einwanderer, hauptsächlich aus Polen. Die. Lage dieser Juden ist infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Krise in Frankreich keine gute. In den letzten Tagen wurde nun auf Initiative des Rabbiners Polakow ein Komitee gegründet, dckS ven notleidenden Elnwanderem Rechtsschutz, uuentgettliche ärztliche Hilfe und finanzielle Unterstützungen sewülcht. Unter diesen Einwanderern befinden sich auch meyrete . Rückwanderer aus P.ikLstina, die gehofft hatten, in Frankreich eine Existenz zu gründen, mdchvem sie Palästina narl; Ausbruch der wirtschaftliche» Krise im Lande, vorzeitig verlassen hatten. Die iiUeste Rechnung der Welt. Eine kleine Steintafel, welche in den Ruinen von B a b yl o n gesunden wurde, scheint die älteste Rechnung der Welt zu sein. Die Keilschrift besagt, <taß eS sich um Lieferung von Larmnsleisch gehandelt hat. Das Alter der Tafel wird aus naihezu 5000 Jahre geschätzt. Diese „älteste Rechnung der Welt" ist im Besitz der Pennsywania-Universität. Der jüdische Hochschulauöschuß vewnstalwt einen öffentlichen BortrqgSzhklüs über das Leben der jüdischen Studenten in' den einzelnen Staaten Europas. Dre Berichte werden von Vertretern der einzelnen Länder erstattet. Der erste Vortrag findet heute, um %9 Uhr abends, im VerbandSheim, S. Bez.- Afferstraße Nr. 15. Cafe Schlösielhof, statt. ES wird über das Leben der jüdischen Studenten in Polen und Rumänien berichtet werden. E Bei Fettsucht, Gicht und Zuckerharnruhr verbessert das natürliche „Franz-Hose-s*'Bittevlvasstr die Magen- und Darmtofl/rftail' itrifk fuAnKitff Kid Olats^uun/i E Alles ist schon dagewese», aber die wivkungsoolle Qualität hon Löwen^FranZbrannnvein mit Menthol ist von nieman»:en erreicht worden. Upterall erWilich! 8 Bei Erkäliungen. Schnupfen, Halsenzllndung. Nerheuschmerzen, Gliederreißen tut man gut, mit einem halben Glas natürlichen ».Franz-Jüsef"-Bitterwassers für tägliche Darmentleeruug zu sorgen. Nach Urte.'len det Universitätskliniken zeichnet sich das Franz-Josef-Wasser durch sichere Wirksamkeit bei angenehmem Gebrauch aus.