Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2847 (31.1.1927)
- Date
- 1927-01-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2981935--28940-3017022- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Le Havre 1× ep/1045011
- Pécs 1× ep/1048058
OCR text
| Pölert : 2S grostyf Wien. Zorn A.hhö!en m dot Expedition, II.,Tabofst? 1^8 oder in einorVerschleißstel!« (Trafik > ponatl.ö Schilling Straßetiverkaat in Wien durch die Kolportonre der Firma Goldschmied, I., Wollzeile ll Mit Postversand für Witz« und Oesterreich monatlich b Schilling Tscheche Slowakei: Mon KL2 .1 ngoslawien: Mon. Din. 60 P o I e n: Mon- 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Zelgien: Mon. Pecs. 8b Wiener .'i*elt*«ii > a affen oe> f feie» e r h S h a e-ff e.t> »er eli»ltea Nr. *847 fflfei», M-ii'ag. 31. kfSrnrr 1927 <28. Sdietmrt 5687). |p-cis aa g| England: Mon. 4 Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Ra minien; Mon. 170 Lei ßal?arien:Mon.lOO Lewa. S c hw ( i z and das filirige Ausland mo atlich Pres. 5 Red,'' fion Administration: Wi n, I Taliorstr. 1 Tel pho , 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Ohr abends Tele» phon Nr 31 0 86. a. 31 LOS Vll., f.erchen Ie'der»traÜe 1 (Druckerei ,inva") Gesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 160 693 9. ftafirnina Im rcbaftloncflcn Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein »vrangesetzteS E gekennzeichnet. Tausende jüdische Familien in Polen brotlos. - M AuMung M MünoMMzesflonen. Warschciu, 30. .Jänner. Die Durchführung des G-rsetzTZ: üDer die Lihtiiidi-erung der bisherigen K onzesfionen für den- Handel mir Monopolwaren (Tcbdk- und Spirituswaren) hat begonnen., Obwohl in den Dwha'ndlürngen. / Müssen der N gierung und den jüdischen. Pckrlamentariern vereinbart worden war. haß das nur zum Teil und unter Berücksichtigung her ' BerbMnisse jedes =: einzelnen Monopol-Inhabers v-evw.i'klicht werden sollte, gebon die Behörden unn a ch hi ch t i g.'vor,'l so daß die St'mmnng unter .den Juden .e i n e v e r z w e i f e l t e ist.:Fa-mi-lien. die scklon seit -J^chrz'-hn^ir sich dM- Wandel m't. Monc^ölwaren widmen.. bleiben auf .einmal chne -jede wirlschaftliche Gxksterv'i'.noFllchEcit. Besonders stark ' ist die Erregung in O-stgaliz?en. wo eine Katastrophe drrsl'-t. D'^ Interventionen der jiid'üchsn Deputierten smd bisher fast erfolglos gMstlben.- . ' ' "hErirste Nachrichten treffen aus dem Kreis Baron o w i c z i ein. wo an .e'rnom Tage fast hundert Konzessionen den blsherigen Inhabern wrggenomnren wurden.,Allein in dorn Städtchen^N i e s ms c'z wurden 17 Konzessionen als ungültig erklärt. - AnA-sists der Boniik im Lande wird Ht.inr Finanzministerium über ■im. weitere Hraxis der^HlNVsffiÄsts-^nLsiehmrg beraten. ßln nrKCS Sabinett Belgrad, 30. Jännex. Nach heni. Beratungen mit den Führern der parlementa rächen Gruppen hat der .$5511$ gestern nachts N z u n o v i c mit dem Aufirag' betraut, em K a >b i net t d e r g r o ß e n K o a l i. t i o n oder K am z'e n t rat iön zum Zwecke der Arbeit zu Hilden. Slrrikdrobnng der Wiener Amte. Drr Kamvl der KiarlrenkafsenörzLr. Die Bundesregierung HM bekanntlich bei der Einführung. .der- Wahlkassen versprochen,- ein Gesetz zur .Wahrung der. er» vmrbmen Rechte der Aerzteschäft ernzubringen. Uebu die Fassung dieses Gesetzes wurde mit den Aerzten im Bundesministerrum für soziale Verwaltung verhandelt. Es wurden Vorschläge gemacht, die die Aerzte ohne Gegenäußerung zur-Kenntnis genommen haben. Bei Besprechung dieser Vorschläge ist man sich jedoch in Aerztekrelsen klar geworden, daß sie nicht die Grundläge für einen befriedigenden Abschluß der Verhandlungen bieten können. Da sich auch in den Bundesländern dieselben Zustande wie in Wien. entwickelt haben, wird eine am Samstag beginnende Enquete, die von Vertretern.der Krankenkassenärzte au? allen B u nde slän de rn beschickt sein wird, gemeinsame Schritte beraten. Unabhängig davon, erwartet die W i e n e r A e r z t eschaft von der Regierung bie Einladung zu einer neuerlichen Zusammenkunft Seinerzeit mar die Parole ausgegeben. in den Streik zu treten, falls die Regierung mit den Aerzten überhaupt nicht oder nur zum Scheine verhandeln sollte. Diese Streikparole ist hinfällig,, da exnst zu nehmende Unterhandlungen begonnen haben. Wenn, diese jedoch trotz des guten Willens der Krankenkassenärzte auf 'einen tote» Punkt gelangen oder, ergebnislos verlaufen, so wird der-Streik doch noch Tatsache. Dann würden in Wien von den rund 15C0 praktischen Aerzten die 800 Kassenärzte und ihre Kollegen in sämtlichen Sp-ltalsambulatorien die Arbeit einpellen. Eine weitere Verschärfung, würde im Bedarfsfälle von der Organisation verfügt werden. Selbstverständlich wilden Patienten. die sich m einem lebensgc sahrlichen Zustande an den Arzt wüirdon. quZnahmslqs behandelt werden^. . Mn hofft jedoch, daß die Besprechungen mH der Regle-, vung, die etnsetzen, sobald die Negierungsvertreter mit den. Kxait-ken'äsfon Fühlung genommen haben, den berechtlglen Forderungen bet Aerzte soweit en'gegenkommen. daß der äußerste Schrittder Aerztestreik, der Mgnneiichelt erspart werden kann. Rne blutine Schießerei im Burgevlaud. Fton-kSmpler seien auf öch»M»ü:er ein- Salve aS. — 4 LoveMler. 19 Schwerverletzie Eine Ban'de von FronMmipfern hat gestern in S cha t t e n L o r f, einem kleinen burgeniäudischen Dorf hart an bei un^üfriitjen Grenze, aus einem Hinterhalt aus vorbeiziehün-be Anbeiter und Anse» hörige d-es SchutzS-nNdes^ geschossen. Die Sozialdemokraten hatten fiü.r geffc^rn in Schattendorf eine politische ' Versammlung e'iliber'u-fen, zu deren Schutz eine Zahl Ordner des Schutzbundes zu gezogen wurde-, da seiti einiges Wochen ’ i . . : die Frontkäwpsor an der ungarischen Grenze wtodrrholt militärisch,: UeLungen und Propaganda- . Versammlungen wbg-«halten hohen und man einen Ü berfall befürchtete, schon als Mehrere. Dorfeinwo'hner sich in daschür die. Vevsa-mcnlung. bchtim.m-te G-rif^aus bcg-.ben wollten wurden sie van Len Frontkämpfern pchast'gt, woüch aus ein am Gafthause. ...... einzelne Schüsse -abgegeben wurden. Nichtsd'chtcwen'ger wurde die Vcrsammlung cC g>chalten. Nach Schlitz derselben marschierten die' Ordner i n e ine m g e s ch l o s s e n e.n Zuge zur.Bahn. Als sievord-'m Gasthaus, Tsch armann, , aus dem die- FronWnrpf.er schon früher geschossen halten, vo:lbe'«gezogen waren,- wurde apf sie Plötzlich . - . . . . eint Salve von m'MesteyS -pÄsiig schürfest Schüssen .- .MWiLe, WatHis M m eiEIsMe. a'bg.g. Len.. Das. Erg.bni's war furchtbar: - der> Kri-.K-'' öerloren hat. wnddei durch einen K op fs ch u ß Io fort g e t ö t -e t: Das a ch t j ä h r i g e K i n d Alex a N 'd % r G r ö f ft n g war ebenfalls a u f d er S t e l l e t o t. Außerdem wurden v i e r.A r beiter und ein sechsjährig e s K i n d s ch w er v e r l e tz t. . Die Frontkämpfer chli'.i-chtcten scsort. Wie es heißt, sollen sie durch den Garten d^s .WirLshai>ses auf unAM'sches Gebiet h'nüberoesMgen sein, da fii; die Grenze nur wenige Schritte hinter dem Gast'hause hinzicht.. Scsort nach dem Bekanntw^rdon des Ueüerfalles erschien ein großes Ausgebot von Geudarmerie in Schattendorf,, um. g'meinsam mit einer G:richtsko>m.mission die ÄmtLhan-dluns vorzun'hm-en. Nach, einer bei dar Landesreg'.'eru'ng in Sauerbrunn eingelauf-enen Meldunig sind bisher 40 Verhaftungen vorgenommen worden, alles FronMmPsier, denen die Anwesenheit in dem Gasthaus; Tscharmann, d.ssen Eigentümer s e lb-st e i n F r o n t kä m p f e r ist, nachg-rwiesen werden konnte. Auch wurde festgestellt, daß die Frontkämpfer zu dem aus-gaspro-.Iienen Ztvcck sich in Schaltmdorf versammelt hatten, r.r.n die Versammlung ihrer politischen Gegner zu sprengen. Nach der Mitteilung eines M'.talicdes drr Mattersburger Bezirkshauptmannschast, das der Untersnchungs' kommission ang:hört, hat . der Sohn des (AasthanlSbesitzers Tscharnmnn die ' ersten Schüsse abgegeben. Er soll es auch g-'w lsen s.'in, der die ersten tfud Todesschüsse abg feuert hat. Er ist geflüchtet. Sein Vater wurde v>erhaste.t. Die Wi-ener Polizei hatte au<f den m Betracht kommenden Wiener Bahnhöfen einen schar f e n.Uebe r« wach ii n g s d i e n st cingesührt, iim eventrnll rückkehrende. Wiener Frontzkäniips'er verhaften zu können. Es kennt-en jedoch keine v-erdälltig-en Personen stellig gemacht werden. Sin zweiter blntlzer gnsammenstoß. Die Korrespon-deiiz Weiß, aus' Wiener-Neustadt meldet: Nach einer Sonntag abends in Wiener-Ncu>stadt eing7trosfenen Mldung ist es heute nachmittags in L.oipershach bei Schattendorf zu einem^ regelrechten' Feuer ge f.e cht' swischen Front», sümpfern und Schutzbündlern Mommen. Die Fron-t- Limps'cr hatten l eine Feldübung \ abg-Halten und sollen nach den hier vorliegenden Nach richten von den Schutzbündlern ü b e r f a l l e v worden sein. Es kam zu einem lebhaften Kngebwechsel, der zwei Tote und vierzehn Schwerverletzte zur.Folg»? hatte. Getötet wurde ein Frontkämpfer und ein SchutzLündler. Aus Sauerbrunn und. anderen Orten der Amg -brrng wurde ärztliche Hilfe ange- Iprochen.' Genauere Nachrichten sind wegen des seit 6 Ivhr äden-ds e i n g e st e l l t e n T e l e p h o n v e r - kehres nicht zu erhalten. Aibek'selnsiellungcn? -Wie die „Korr, tzerwei" aus Wi-sner-Neustadt be» richtet, herrscht in der Arbeiterschaft große Aufregung. Der Arbeiter der Bergwerke und Betriebe von Neu feld, Zi llin gsd o rf und Ebenfurth bo mächt-igbe sich ein.' derartige Empörung, daß sie heute früh nicht an die Arbeit gehen wollten. Sie haben dann zwar die A r b e i t w i e d e r a u f genommen, doch ist wegen der bei ihnen bestehenden Verbitterung damit zu rechnen, daß sie noch im Laufe des Vörmitt-ags.die Betriebe wieder verfassen. .y.rkament'aMe Aktionen. :i d^c: Kluberst am DynmeMaK '-zusawmdntrttt,' so wilb si.H der.Vorstand der.sozi-aldemokratischen Fraktion im Nationalvat schon heute nachmittags in seiner Sitzung mit dem Vorfälle in Schattendorf beschäftigen. Wie verlautet, wird die Schießerei der Frontkämpfer am Donnerstag im Plenum des NaLionalratcs zur Sprache gebracht werdcn. - Die gestrigen Vorkommnisse im Vur-genland habed die Meinung derj.nigen Politiker wieder bestätigt, die es schon seit geraumer Zeit bezweifeln, daß die Wahlen für den Nationalr-at bis zum Herbst werden hinausgescho^ ben werden können. Man nimmt vielmehr an, daß jetzt von' feibm der Arbeiterschaft der Ruf nach Neuwahlen noch stärker als.bisher laut wenden wird. Von sozialdemokratischer Seite' wird geg.'n die Regierung der Borwurf erhoben, daß sie die Berichte der Gendarmerie im Vurgenlä.nde, die auf die dorbi-gen Vorgänge aufmerksam machte, n i ch' t b e a ch t c t habe. Die Regierung trage ' daher em?n guten Teil der Verantwortung für die gestrigen Vorkommnisse ln Schattendorl 6rvrutlchkala^rophe In Frankreich. Namur, 30. Jänner. Gestern nachmittags rutschle e;ne Erd m aff e von 20 0 0 Ku«btkmetern auf dps Hauptgeluse der Eisei.üahnlinie N a m u r—<5 h a rl e p o i und sperrte das Gclei'se auf 30 Meter Länge ab. Don den auf dreier Stücke be'slüftig'en 10 Arbeitern wurden zwei u n t e r , d e n E r d m a «j i e n be - g r a b e n. Sie kennten noch nicht aufgefunden werden. Heilige Slllrme Int SaaaL Paris, 80. Jännrr. Aus Clherüourg Mid Le Havre treffen Nachrichten über heftige Stürme i m K a n ä l ein. Fischenboote und einige Damipfer mußten in die Häfen zumckkehren. Der am er Manische Dampfer „L i b e r t y" lief bum Verlassen des Hafens von Le HcDre auf die Mole auf, wurde beschädigt und mußte seine Ausreife verschieben. DamferzusammEsS lm Nebel. New Dort, 30. Jänner. Der Dampfer der White« Stor-Linte, „C e l t i c", der gestern via Boston rmch Liverpool abg-egangen war, ist mit dem Diamond-Dampser „Anaconda" in dichtem Nebel zusammengestoßen. Die „Celtie", die oberhalb der Wasserlinie beschädigt wurde, führ nach Boston weiter, und auch die „Anaconda" konnte die Reist nach New Dork forls-.tzen.