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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-30 · Heft 2846 (30.1.1927) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2846 (30.1.1927)
Date
1927-01-30
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Bien, Soiiutng Wis«er Morgenzeitung 30. Jänner 1967 Nr. 2846 :«ite 1L - nicht so nötig, diese Rollenverteilung allzu vorsichtig! :u kaschieren. Kienböck sagt, die Länder und oieiiiriiideu >ind schuld, Breirner revanchiert sich, iudeni er die Wahr!Mt über die Steuern des Bundes enthüllt und die Lü gen über die Steuern der Gemeind« eiitlartwn will. Der Armd ist in Fehde mit dein Land, das Land mit der (Gemeinde, die Gemeinde mit Land und Bund. Davoll soll der Wirtschaft geholfen werden. Wäre sie ein Sim ion, so gerrügte der Ruf: „Philister über dir!" ,ind sic uiitbc alles, was sie aus der Vergangenheit an politischem Hader fortschleppt, begraberl und ihre Kräfte zu einem Schafserr regen, bei dem nicht die Machtpolitiker dieser oder jener Couleur, sondern alle am Arbeitsprozeß beteiligten Schichten auf ihre Kosten kommen. Da aber der Handelskam,nertag kein Sirnson ist, merkt er nicht, daß er den „Ministern über ihm" Wählhilfe leistet, und so wird er sich mit dem Seipelscheit Jdentitätssystem von Politik uub Wirtschaft zufriedengeben und als einzige Errungenschaft die ihm vom Finanzminster verheißene R e form der S t euervor ein Zahlungen nach Hause bringen, eine Errungenschaft, die sich auch ohne feierliche Aufmachung eines Handelskammertages kraft der Logik der Tatsachen zwangsläufig durchgesetzt haben müßt?. Lle Fliunzlerung des Rußlandgeschilftes. Zum Zwecke der Förderung des Exports nach Rußland soll, roie Handelsminister Dr. Schür ff auf dem tfarnmectag mitteilte, nach de.m Beschluß des letzten Ministerrates eine Aktion eingelcitet werden, wonach, für das Rußlandgeschäft niedrig verzinsliche Darlehen bis zur Dauer von zehn Jahren gewährt werden sollen. Wie verlautet, dürfte bereits in der nächsten Mt ein diesbezüglicher Gesetzentwurf ausgearbeitet . rden, in dem die Voraussetzungen, die Bedingungen und die Höhe ber! Kredite geregelt sein werden. La» Rotrecht der zahlangrualoiMgeu. Eine AuftvertuirgMage gegen dir Götz u. Co. A.-G. Eine bemerkenswerte Entscheidung über eilte Klage aus Aufwertung der seinerzeit ooit der rumänischen Holzgeivinuung- und Dampfsägebetriebe Ä.-G. vormals G ö tz u. Co. ausgegebenen Goldobligationen hat dieser Tage das Wiener Handelsgericht getroffen. Diese Gesellschaft, die ihren Sitz in Bukarest hat, eine Repräsentanz in Wien besitzt und deren. Aktien seinerzeit auch.an der Wiener Börse notiert waren, verhieß auf ihren Titres, daß die Gesellschaft die Obligationen und die Coupons entweder in Goü>leu an ihrem Sitz ober in Francs in Paris cinlösen werde. Das Bankhaus Kola u. Co. hatte vor zwei Jahren beim hiesigen Handelsgericht auf Zahlung zweier dieser Goldleuobligationeu je 1000 Goldleu in Goldwährung geklagt. Da die Zuständigkeit des Wiener Gerichts auf Grund des Friedensvertrages angefochten mürbe, gelangte schließlich der Fall vor den Obersten Gerichtshof, der erklärte, daß nicht einzusehen sei, warum die österreichischen Gerichte den Friedensvertrag, der ohnehin sin Diktat gewesen sei, rroch zu ungunsteu Oesterreichs ausdehnend interpretieren sollen. So konnte nun das Wiener Handelsgericht über diesen Fall judizieren. Da der Vertreter der beklagten Gesellichast sich aus eine Reih« von rumänischen Gesetzen und Verordnungen berief, die die Gesellschaft zur Einlösung ihrer Goldobligationen in Papierteu zwinge, suchte das Handelsgericht zunächst den Wortlaut der sich auf die Streitsache beziehenden rumänischen Gesetze und Verordnungen im Wege des Bundeskanzleramtes für Justiz zu erheben. Es hatte aber keine ausreichende Auskunft erlangen fönnen, rveshälb das Gericht als Sachverständigere über das rumänische Recht den Vertreter der hiesigen rumänischen Gesandtschaft, den Rechtsanwalt Dr. Hsinr. Schwamm, der Verhandlung zuzog. Das Gericht erkannte nun, 'daß das Klagebegehren auf Zahlung in Goldleu abzuw-eisen und die Beklagte nuu schuldig sei, der Klägerin gegen Rückstellung der Obligationen 2000 Leu in Noten der rumänischen Ratio,lalbank zu bezahlen. In der Urteilsbegründung heißt es unter anderem: Da allenthalben die zur Goldzahlung verpflichteten Schuldner außer Stand gesetzt waren, für^di- Pcipiergeldschsine, die sie in Händen hatten, vom Staat, >^>«r der Zettelbank Goldmünzen eingetauscht zu erhalte.., haben überall die Schuldner berechtigt werden müssen, auch ihrerseits mit Papiergeld zu zahlen, zu wel^m Zwecke diesen, von Staats -egen Zwangskurs verliehen wurde. Diesem allge- '>l ei neu Not recht muß sich auch die Klägerin fügen. Ae Süa-Mwiouen-Mark-Reichsauleihe. COSI11CH LINE, TRIEST Herrliche Erholungsreisen m Mittcimeers mit rlem' Poppclsehraubondamprer STELLA D’ITALIA Fahrplan dov n&ohston Reison t vom 1. bis 21. Februar 1927 nach en, u. KlClB««B9S®DI vom 24. Febr.bts iv. Mitra nach Aegypten a. Griechenland, vom 1R. bis 28 März FrilhUngsfohrt nach Sizilien, ■ lim s. bis?5. April Ös'ern in Spanien, , <j. April bis 13. Mai za den klassischen Spielen ln Syrakus. Unter Anlaufen zahlreicher Zwischenhäfen. Kostenlose Auskünfte, Prospekte und Platzbestellungen COSULICH LINE Wien. I. Parkring 20. Tel. 74-1-46 und Kcisoburcaus. Schon wieder eine 3olltarisnovelle. Neue Zölle für Röhren nnd Feinbleche. Die Regierung bereitet, dem Drängen der Agrarier und gewisser Industriepreise nachgebewd, eine Z o ll ta r i fNovell e vor. Da die incvsten Zollpositionen, deren Erhöhung angestrebt wird, in .Handelsverträgen gebmidon sind, wird sich auch diese dber malige Novellierung des autonomen Zolltarifs nicht sofor. nach ihrer GesetzwerTung auswirken können. Die Agrarier verlangen die Erhöhung der Zollpositioncn für G ctreidc, Mehl, Vieh, Fleisch und Butter, die Industriellen u. a. die Hinaufsctzung der Zölle für F a h r - r äd e r. Automobile, Fah r z e u gib e ft a n d t e i l er ■3pi tz en, Posamenreriew u r o n und Porzellan, ferner die Neufestsetzung von Zo l lp os i ti o ne tt für Feinbleche uni» Rohre. Bemerkenswert ist, daß Feinbleche und Röhre bisher in Oesterreich nicht erzeugt wurden. Allerdings errichtet jetzt die Firma Petz old in Krieglach ein Feinblechwalgwer-t, dessen Vollendung bevorsteht. Ferner ist die Errichtung eines Röhrenwalzwevkes geplantan dem die Alpine Montangescllschaft interessiert sein soll. Hinsichtlich der neuen- Industrie,zälle ist bereits eine Stel-. lnngnahmc der Jnteresieckren erfolgt, deren Ergebnis dom Handelsministerium zugcmittelt wnr!:e. In einem Minister rat, der Dienstag zusammentreten wird, soll zunächst das Programm der Zollevhöhungen festgesetzt werden.!! Kar mehr wenige Exemplare yoirdtig II 9 9 f «J für unsere - ugend ♦ ❖ Schalom Asch ♦J Kleine Geschichten aus der Bibel S 3.— Baerwald ♦| Die Arche Noah J David und Goliath | Biblische Schattenspiele . . . S 2.— R. Hirschfeld ♦| Saronsrosen. Erzähl, u. Gedichte S 5.— St einhar dt-Klötzel ♦| Das jüd, Jugendbuch, reich illustr. S 5.— Klötzel ♦| Moses Pipenbrinks Abenteuer . S 2.-— Puhemann ♦| Festgesch. für die jüd. Jugend . S 2.— 1 Franc und Zlotn. Auf dem Devisenmarkt ergaben sich ge stern, ivie gewöhnlich am Samstag, nur geringfügige Kursver schi'ebungen. Paris blieb mit 20.50 bis 20.4SV1» stabil M ailand schwankte zwischen 22.35 Bi* 22.2H gegen Zn rich. Der Zloitz behauptete seine gestrige Steigerung gegen über dem Dollar und notierte 8.90. Madrid n> d Oslo haben weiter in: Kurse angelogen. Zu unserer gestrigen Rachrimr übedie Abreise des Vizepräsidenten der Bank volski, Felir Mlv narski, und des Professors Adam Krzyzanowski na>p Amerika wird osiniell gemeldet, daß sie sich zu Professor K e m m e r c r begeben, nin ihm. der seinerzeit als Sachveritän diger in Polen geweilt hat, über die Ausführung seiner Ro: schlage auf finanziellem und bolkswirtschastlichcm Gebiete Be richt zn erstatten nnd ihm und seinen Mitarbeitern im Namen des Präsidenten der Republik O r d e n s a n s z e i ch n u n g e n zu überbringcn. . Sehr bemerkenswert sind die gestern tele graphisch übermittelten Ausführungen der „Times" über * die. französische Finanzpolitik. Das Blatt schreibt» obwohl der Frmie infolge der Bemühungen der Regierung und der Bank von Frankreich seit einem Monat ziemlich fest geblieben sei, müsse die faktische Stabilisierung zum gegenwärtigen. Kurse ein Experiment bleiben, bis sie -in eine gesetzliche Stabilisierung nberfiihrt sei, da die Regierung künftig den .Knrs abändern könnte. Die experimentelle Stabilisierung wäre eine unsichere Grundlage für einen Bndgetvoranschlag. Eine Währungspolitik, die die tatsächliche Stabilisierung stau dig yinausgicht, sei eher von politischen als von wirtschaftlichen Erwägungen beeinflußt. Das Blatt fragt schließlich: Nimmt irgendeine verantwortliche französische Stelle an, daß die Stabilisierung ohne ausländische Kredite beiverksteUigi werden kann? Frankreich muß erwägen, ob es ivahrschainlich sei, daß solche Kredite sich einstellen, bevor es seine nocli fort dauernden Verpflichtungen erfüllt hat. DaS tschechoslowakische Papierkartell perfekt. Auo Pr ag, 29. Jänner, wird telegraphiert: In der Schlußberatung wegen f Bildung eines Papierkartells wurde eine vollständige Verstän-- 1 digung betreffend die Quoten und die übrigen Bedingungen für eine g e m e i n s a m e V c r k a u f s k a n z l e i erzielt, d-ic. alle Erzeugnisse der tschechostowakischen Papierindnstric, m i i Ausnahme des Z i g a r e t t e n v a p i e r e s einheitlich verkaufen tvird. Oesterreichs Vilanzpassipiun. Wie das Bundesministermni für Handel und Verkehr mitteilt, betrug der Wert der Einfuhr im Monate November 261.9 Millionen Schilling, der Wert der Ausfuhr 183.9 Millionen Schilling, und das Pass!- bum unserer Handelsbilanz sonach 108 Millionen Schilling. In den ersten 11 Jahresmonaten zusammen erreichte die. Wareneinfuhr einen Wert von 2833.4 Millionen Schilling, die Ausfuhr einen Wert von 1861.2 Millionen Schilling unp das Bilanzpassivum 972 Millionen Schilling. Jusolvcnzeu. Der Konkurs wurde eröffnet über Dr. Bik-- tor Haerdtl, Gutsbesitzer, 1. Bez., Kohlmarkt 8, derzeit in Oppeln, Preuß.-Schlcsien, offener Gesellschafter der reg. Firma Eduard Donatin, 2. Bez., Obere Donaüstraße 8. Palästina als Absatzgebiet für deutsche Waren. Dar deutsche Export nach Palästina ist seit 1023 von 6,4 auf 14,1 Millionen Mark im Jahre 1626 gestiegen. Darunter ist sehr bid Anfbaubedacf, Baumaterial. Röhren, Elektromaterial. Deutschland steht an dritter Stelle hinter Großbritannien und Syrien. Der deutsche Anteil an der palästinensischen Einfuhr beträgt 12,6 Prozent. Um den Markt herrscht scharfe Konkurrenz nicht bloß von England nnd Amerika aus, sondern auch von Italien, Polen, O est er r e i ch nnd der Tschcchostowakeü Phömr-Bergbaugesellschaft. Aus Berlin wird geureldet: Die Phönix-Bergbaugesellschaft schließt das. Geschästssahr 1926/1926 mit einem Reingetviim von 1,273.962 Mark ab, das ist um 61.100 Mark mehr als im Vorjahre. Eine Divi dende gelangt nicht zur Verteilung. Enquete über daS Konsultorengesetz. Einem Wunsche der. Wirtschaftskreise folgegebend, wird die Regierung voraussichtlich in der zweiten F e b r u a r h ä l f t e die A b h a l - tung einer Enquete veranlassen, in der die Vertreter der Finanzwelt, der Industrie und des Handels ihre Anschauungen über den Entwurf des KonsültorengesetzeS äußern werden. Auf Grund des Ergebnisses der Enqnste wird.dann die Regierungsvorlage u m g e a r b e i t e t werden. Gvldcxporte der Bank von England. Aus London, 27. Jänner, wird telegraphiert: Die Bank von Englatrd exppr-- tierte heute 48.000 Pfund Sterling Sovereigns nach Spanien. Oesterroichische Baulose, Em. 1926. Die erste Trefferziehung der Oesterreichischen Baulose. Eni. 1926. findet am 16. Februar d. I. statt. Der Haupttreffer beträgt S. 200.000.—; außerdem werden Treffer von S. 36.000.— und S. 16.000. —, sowie eine große Anzahl weiterer Treifer, ubgestuftü von S. 6000.— bis S. 30.—, gezogen. . - Heimsparkassen und Spareinlagen im Dorotheuue. Die Nachfrage nach H e i m s v a r k a s s e n, die im Monate Dezem-- ber 1026 besonders stark war, hält auch im Jänner unvermindert an. In der Zeit vom 3. bis 22. Jänner l. I. wurden 200 Heimsparkassen in Miete genommen. — Der Stand der t Spar- und Scheckeinlagen iju Dorotheum und seinen ' Filialen betrug mit Ende Dezember 1926 S. 71,788.896.96i Budapester Getreideterminmarkt. Trotz des geringen Geschäftes haben sich die Kurse behauptet. Die Notierungen lauten in Pengö: Mai weizen 33.60, Märzroggen 27.26. Oktobcrweizen 29.26, Oktoberroggen 22.80. Wiener Börse. Beginn der Zlrjchnungen am 3. Februar. Berlin, 26. Jqnner. Ani Donnersiag nächster Woche vegumr die Zeichnung auf d:v nmfprozentige aus-loWare :.'ieichKanleihe, von der 300 Milli. .n Rsich--mart von einem Bankenkonsortium fest Wernom-me» :ooc,ren sind uitt> zum Kurse von flß Prozent aufgelegt werden. Für die restlichön 200 Millionen Reichsmark, die für den :wuernöer. Besitz von Reichss.tellen vorgesehen sind, ist, wie das Wol-fs'sche Bureau erfährt, eine Spe rrverpflichtung von neun Monaten Übernommen worden, so daß rie zur öffentlichen Zeichuuiig kommenden 300 Millionen Reichsmark Sen ganzen zunächst auf den Mark: koiuinenden Betrag darstell-en. Mi: der Ansgavc einer weiteren NeichSanleihe auf Grund - der Haue-Haltgesetze ist im laufenden Kalendersahre u ' ch-j - z« rechnen. ^.dele 8a»dler 4| Bilderbuch. Bilder, Verse etc. unzerreißbar ....... S 4.— Jüdische Jugendbücher ♦J 8 Bände komplett.S 5.— BUCHHANDLU N G R. LÖWIT, WIEN, I. ROTENTURMSTRASSE Nr. 22 Ungleichmäßig. Wer Eröffnung zeigte die Börse noch ein überwiegend freundliches Bild, wobei Alpine, Rima und Semperit leibhaf» ter umgesetzr wunden. J-m weiteren Verlaufe griff di« Zurückhaltung weiter um sich, ausgehend von schwächeren Tendengberichten aus Berlin sowie von der stärkeren Wschlvächung oer Poldi h ü t t eak tie, die schon bei Beginn, S. 3.76 eru-- gebüßt hatte und diese Einbuße bis zum Schluß nicht mehr Hereinbrmgen konnte. Der Schluß war ungleichmäßig. Das gleiche Bild einer nicht einheitlichen Tendenz bot auch der Schranken, wo KurssteigerunMn auf zahlreichen Gebieten wieder Kursabschwääpingen auf anderen gegenüberstand."' >6 c rischer Magnesit büßten S. 40.— ein. Ans dom Anlage markt haben sich Renten, hei ruhido i Verkehr im allgemeinen gebessert. Bon den festverzins« lichen Werten des Bundes rückte die ZwangSanleche UM M«br

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