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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-26 · Heft 2842 (26.1.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2842 (26.1.1927)
Date
1927-01-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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I f I en r 25 grostyj Wien. Zum Abholen in d<t Expedition, II., Tahorstf 1-8 oder ui einerVerschleißstelle (Trafiki monatl.5 Schilling StraUenverkanf in Wien darch die Kolporteure de* Firma Goldschmied. L, Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien Und Oesterreicli monatlich & Schillinge Tschecho Slowakei: Mon K£2 Jugoslawien: Mon. Din.60 Polen: Mon. 8 Zloty Deutschland: Mon. Om.4. Frankreich« Belgien: Mon. Pres. 85 oai Pmier h A h ■ a « « b »«» ehtlten!»r. ’842 orgeiyettung Wien. Mittwoch. 2«. gikonrr 1827 <28. Schewat 5687). |Preu5oin England:Mon.4Schilling Italien Monatl. 20 Lite Rumänien: Mon. 170Lei Bnl gar ien:Mon.lOO Lewa. S c hw e i t nnd das übrige Aasland monatlich Pres. & Redaktion, Administration: Wien, N., Tnliorstr. | Telephon: 44-0 38. 48-3-10 Ab 6 Ohr abends Tete* phon Nr 31-0 86 u. 31 LOS Vll., f-erchenfe’deritraße 1 (Druckerei jnva”) Oesterreichisches Postspatkassenkonto Nr 150 603 9. Sftfiriumn Frankreichs finanzielle Sanierung. KrilSrnngen Polnkare« im Kammerausschub- Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesevtes E gekennzeichnet. K O N Z E R T D I R E K T I O N RICHARD LANYI, WIEN Mittlerer Konzerthanssaal Sorntag-, den 6. Februar, halb 8 Uhr abds. VORLESUNG DR. PRÄGER jodische schwanke (Rosinkess mit M Midien) aus einer unveröffentlichten Sammlung KARTEN von 70 Grosc’i n bis 5 Sc Illing bei R. Lanyl. I.. Kärntners raße 44, Buchhandlung R Löwit, l.j, Rotenturm Straße 22. und Bücherstube Rath, II., Taborstraße 20 a 6naltfn| rechnet mit dem Fall Schanghai». ' * London, 28. Jänner. Bezüglich derb r i t i‘f che» T r u p» pensendnngenna.ch Chi n a wird hälbaffiziell erklärt, daß diese Truppen zu dem Zwecke entsendet 'werden, die O r dn ung i n S ch a n g h a i für den Fall aufrechtzuerhalten, als die Kantontruppen in die Stadt ein rücken würden und nicht imstande wären, den Mob in Schach zu halten. Die letzten Nachrichten aus Hankau besagen, daß die Kanton-Regierung nicht in der Lage ist, eine wirksame Kontrolle über den Straßenp8beI auszuüben. Sie beratende Körp.'lschaft in PaMina. Jerusallin, 24. Jänner. Wie. bereits berichtet, hat die Regierung d»n Plan der Bildung einer beratenden Körperschaft wieder aufgerwmmen. Dieser „oberste Rat" wird aus 13 Mitgliedern, und zwar den Chefs , der ReL^rungsdepartementS und den z vej B.'^irksgouverneuren bestehen. Der Oberkommiisär und der Zivi^ sekretär sind an die Beschlüsse des Rates gründen. Sic englische Palizri vnprllgrU Indische Streikende. Bon der Verwaltung der „Pica" ungCTufeu. Jerusalem, 24. Jänner. Zu Beginn dieses Monats ist es zu schweren Zusammenstößen in Sichren Ja a kob gekommen. Die Ar>eiterscha.t war wegen Herabsetzung der Löhne in Streik getreten. Die Berwaltu.ng der „Pica" rief nun gegen die Streikposten in der Orangenpslanzung „NeSle" die Polizei an, die sofort und ohne Unteyuchung in der s chärfsten W'^'e gegen die jüdischen Arbeiter verging. Die Streikenden wurden arL mißhandelt und «n^e verwundet. Der Streik konnte später besiegt werden», wobei die Arbeiter dre Ache!t z u d e n f r ü h e r e n B e d i n g u n g e« wieder aufnah neu» wobei jedoch die Vergebung der Arbeiten dem MerkaS Ch.rNai übertrage» wurde. Die Pica ' verpflichtete sich, für Entfernung d e S P o l t z e l* aufgebotes und Nledersch agung der gerichtlichen Berfoigung der Arbeiter zu sorgen. Sa» Urteil »egen 8«a« 8nM. Gens. 25. Jänner. In dem P.ozeß g.gen. Iwan Justh, der den Grafen Bethl.en geohrfeigt Hatte, bejahten die Geschworenen einstimmig die Schuldfragen. .Der Angeklagte wurde zu 84 Ta g e n G es & « g u i s, 600 Francs Geldstrafe und zi-hnjähriger Ausweisung verurt.ilt. Die Gefängnisstrafe ist durch die Untersuchungshaft verbüßt. Außerdem hat der Angeklagte die Kosten des.Verfahrens zu trag-», die sich auf etwa '300 Franken belaufen. Gegen das Urteil ist ein Einspruch innerhalb IQ Tagen an Pas eidgenössische Appella* Lionsgericht möglich. Paris, 25. Meine r. In d er he nt.'gen Sitzung des FinonfouZschusscS d.rr Kammer Mute Mr-msterprästdent P o-i n ca r e ans, doß ti'e jetzige R gierm-iq gleich nach ihrer V das finanziell e Sanierungswerk in Angriff geiionmen habe, so daß sie bei Vcrmci^cmg jeder Inflation dein irmvn und öufrrert Derpkl'chtungen gerecht wurde. Die von Mn Ban? in brw'll'gt'rn VovMsse seien am 80. Sevb'mber zur EÄnfe zurü<^7.750hlt worden, der DDrs'.'nrnilLufe auf b*m Wechsel' tmttflfr sei n'cht nur eine den Morganfonds übersteigende Reserve worden^ io-iVrn der NartMvtz verfüge N'N'Nmehr über, die zur Si'ckernng deS D'^nst^s trr-äußeren Schuld in diesem Jnbre vokwenMgon Dev'sen. Der Ministerrrösildeini! verwes fo’bri^m darauf, -hoft dre von den StarK’fKtfrvn unld den ellsaßns,oring'scken B^kin-en 'N der Sch w e i z ri'T, in .Holland beebenen Anleihen keine Vergrö^nmg der Staats- ^Tr’Tb 5-"rbi''a'führt haben.,da Me 53'ßtvn d<n Ertrag dreser G^'ssioniw dem Sta-atk'schatze nberwi-^en haben, um die ihi-en seit 1920 gewähren Vorschüsse zuriück- ' Hiedurch sei an d-'e Stelle eines eingigrn Mäu<b?g.ers eine große Zahl außländMer 'Glänbi.zer getreten. -'.. . ' Der Mnlst-rpwU'rir4 führ fort! „Zlim ersten Ma-le/seit dem 31. D-'-emIber 1921 konnte der Staat ■ ei nv ' # Fahresrückza-hlnna von Mon M-'P^ldsn a» die Bank von Frankreich vornehmen, was alrdeimaÜsch zu Enid>' des Jahres die geqetil'iche Grenne der V-orsMsse der BanC von Frankreich an dvn Staat ve>» 38.500 aus 36.500 Mi.llion' n hern^gris-ßt bat. U>m Mn S't»-iatIfman,zen die notwendige Eeschme'.d'gkest zu g'-chen. hat die Re-glernn-g v^chsosten. vom 1. t^annor 1927 an. Me Sie llcheaiollowaii'che Answandernnsr-Mik Keine Aufhebung der Patzvisen. Prag. 25. Jännsr. (T,ch. Pr.-B.) Im Aüßenausschuß des Senates ertlärte auf v^rsch'.e.-ene Anfragen Minier Dr. Bene sch, die Tscheche s'owakei werde in Zukunft ihre Auswand er ungs Politik so einrihten mü'sen, daß ihr Auswanderungswesen, sobald Pies, möglich sein werde, nach Rn ß l a n d tat' bre. Gegen die Aufhebung der Paßvisq sei vom Standpunkt der Außew o i ik keine Einwendung zu erheben, wohl a"eer von innerpolitischen Ge'ihtspunten aus, da man bei den heutigen unsicheren Verhältnissen und der verschiedenartigen Propaganda eine ständige Evidenz darüber lrahm müsse, wer im In'and irei'e. Betreffend di? Anerkennung Sowjetrußlands erklärte der Minister, er habe au seinem bisherigen Standpunkt nichts geändert. Die Beziehungen zu Rußland seim so wie sie früher waren. Re Ab»esrd«ienverhalinn»r« dar dem Selm. Warschau, 26. Jänner. In der heutigen Sejmsttzung gelangte der Regierungsantrag aüf Auslieferung^ der verhafteten fünf Abgeordneten an die polnischen Gerichte zur Beratung. Justizminister Bartels, der den Negierungsantrag in kurzer Rede begründete, war Gegenstand heftiger Angriffe seitens der weißrnssischen, extremradikalen Abgeordneten. Ein Abgeordneter der unabhängigen Bauernpartei, der unausgesetzt dazwischenrief und den Jüstizminister wiederholt als Zarenknecht bezeichnete. wurde für die Dauer eines -Monates v 0 n den S e j m f i tz u n g e n ausgeschlossen. Der Antrag wurde schließlich an den Geschäfts-, ordnungsaus schuß des Landtages verwiesen. Sie Starten «Offen onsioontern. Angora. 85. Jämür. Ter Rattonalve.samm.u. g w'rd ein Gesetzentwurf vorg?legt, der die Umsiedlung von 15.000, Menschen aus dem Geöitt deS Kurdenaus* stand es nach de» mittleren Provinzen vorsieht. Emissionen von gowöhnl-'chen SchatzschÄnen wiedrr aufzunchmen. D^r verfügbare S^clrauim Mr Varischüsse, der sich am 31. D'z:rrber a-r'f 1047 Millionen bcOief betrag heute ü>öer VA Milliarden. Wäbr.ei.'d die Emissionen im A'Man>>e j?.\ 94 cöcr 95 Prcgnt erfolgton, m'uÄ die nächste Emission., Ms in der Sch^vsiz und an andarcn Platzen stci''!iha<bon wird, zu 97A Prozent erfolgen. Jlhv Evtmg wird dc-n Siac.t5lfinanlzen n-em Swmmen l!..'fsrn, ohne die öffentliche S ch u il >d zu vermehren. D?r Min:st7rvrc-sid'7rt schloß mfit der Erklärimg, der Staatsschatz baüie seit Bag^nn dieses Jahres keine D e v is e n k ä u f e vorg-^>omme.n, da. d-ie BaE von Fra-nkreich die Ueberwachnng des D-evifenma r kte s i-n die S*onb pcmrrimm lxrbe, wobei es ihr anla-n-g, die S!abil).M des Frank-rnkuw-s bei e'-nem Sdantz von e-iwa 132 Francs flür das Pfund zu sichern." bn» Exvc'se des Mn i stervräsidontcn st Me der N'osovdn.7te Vincent-Auriol die Ansraoe, welche:. Pol'ö:k. b»?r MmisterPrästdent in ZuEimft ' folgriii-".wolle,; der Ä«u fwer tun g oder die der 'Stäb linff er u ng. Po>wäre M'gcgMeLe: „Es fällt mir schwer, diese Fra"« zu beiirtwörten. Ich kann-nicht sagen, ob ich i füreins Aufwertung oder für eine StcMrsicrung bin, ab« wenn man w'ffen will, ob es mr'ne Absicht ist, den Franekurs noch w^ter zu hrben. was be. deutende Nachteile für Handel, Industrie und AlHoiterschaft zur Folge hat-7, so kann ich ver. sichern, daß ich im Einvernehmen mit der Bank von Fvan^iVch alles tun w-^r, um den Pfundfürs nuf 122 6:« 123 zu halten. Aber ich bin nicht ,<o?rr der Ereignisse." Dom Rnmrrn» donfns wird nicht gesprochen. Budapest, 25. Jänner. McniLerpräjident G.af B e tHl e n hielt in der Einheitspartei s.i.ie große Pro^rammce^e: über die Ziele der Regierung im neuen Parlament. Cv beschäftigte sich mit allen inner- und außenpolitischm Problemen und glitt an den Ku.'turfra7.en vorsichtig vorbei, deren Lösung der Ministerpräsi ent seinem Fr und, dem Uwterrichts- und Kultusminister, Grafen Klebelsberg, überlasse. So konnte er einer Stellungnahme zum Schicksal des Numerus-clau''us-Grsetzes ausweichen. Nun hat aber auch kürzlich der Kultusminister in Szegedin in einer großen Rede das nächste Arbeilsprogramm der Regierung entwickelt. Er sprach über alle möglichen Ressorts, so^ar über die Notwendigkeit der B'rbe'sernng des Ber^ rsnsen.?, am allerwenigst n Y och ü er s in ci e t iches Re' v t, ias Unieorichtswesen; über die AMcha'fung des Schandpara"raphen Numerus clausus geien di: Juden hatte auch er nibts zu sagen. Wozu auch? Die Juden haben bn:eits abgestimmt, und bis zur nächsten Wahl kann man ja wieder etwas! — versprechen. Lrrsolgnng der Wischen Prelle ln Manen. Kowno. 25. Jänner. Die Verfolgung der jüdischen Presse durch die neue Regierung wird systematisch fortgesetzt. Sämtliche jüdischen Wochenblätter wurden bereits aus den nichtigsten Gründen eingestellt. Nunmehr wird auch die einzige noch erschenende jüdiische Zeitung, das Tagblatt „Die jüdisch: S imme" in der unerhörtesten Weise schikaniert und mit schlveren Strafen belegt. Wegen einer Meldung, daß der Minister des Innern sich mit Demissionsabsichten trage, wurde das Blatt mit einer Geldstrafe von 500 Lei belegt. Nunmehr wurde „Die jüdische Stimme" wegen Veröffentlichung der (auch von uns gebrachten) Mitteilung von der Entlassung des einzigen jüdischen Polizisten in eine hochnotpeinliche Strafuntersuchung gezogen, die möglicherweise mit der Einstellung des einzigen jüdischen Blattes in Litauen enden wird.

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