Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-01-25 · Heft 2841 (25.1.1927) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2841 (25.1.1927)
Date
1927-01-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2981929--28870-3016946
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

| ~Pölen7g5 gfp~sty| Wien. Zam Abholen indöt Expedition, II.,Tahorstr 1-8 oder in einerVerschleißstelle (Trafik > monatl.5 Schilling Stratienverkaal in Wien durch die Kolportenre det Firma Goldschmied, I., Wollzeile ll Mit Postversnnd für Wien und Oesterreich monatlich & Schilling Tschecho Slowakei! Mon K 22 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Dentschland: Mon. Gm.4. Frankreich, Belgien: Mon. Frea. 85 N*e&**&i ttareo »»> Piiner h & h n n c e t< ««r «hatten «k. »841 renee I k-I-SlS ‘Jt& S England: Mon. 4 Schi Hing Italien Monatl. *20 Lire Bnmämen: Mon. 170 Lei Bulgarien*. Mon. 100 Lewa. S c hw e i 7, nnd das Übrige Aasland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, fl., Tnliorstr* 1 Telephon: 44-0-88, 43-8-19 Ah 8 Uhr abends Tele* phon Nr 81-0-8« a. 31 209 VII., Lerclienfe der-traße 1 (Drackerei ,mva") Wie», Älenrla», SS. gönnet 1827 <SS. Schmal 8887). Oesterreichisches Postsparka-isenkonto Nr 150 693 8. ftaftnifltt» Im rrtmlltoucUcn Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind dnrch ein vorangesetzteS E gekennzeichnet. -'j . > =ji Der jüd. Unterstätzungsverein „E S R A“ IJ veranstaltet Samstag, den 29. d., In den Sälen des Vclkagarteu* einen BALL und ladet sämtliche Mitglieder hflflidist ein IB1HIIIIIIIIIBBBIBHIIIBIIBBVIIIIRIII Gedenkfeier * für AtflAD HAAPl Dienstag) den 25. Jänner»!/.8 Uhr abends in den Oiymptasäleo,!• Bez., Rotgasse Programm: 1. Kammerorche*ter der Hakpah: Hand!; Largo (Dirigent Walter Hahn). - 2. Einleitende Worte: Dr. .David Roth bl um (hebräisch). 3. Gedenkrede: Dozent Dr. Harry Torczyner (Berlin) 4. Kammerorchester der Hakoah: Mozart: Maurische Trauermusik (Dirigent Walter Hahn). Karten sind im Sekretariat des Zionistischen .andeskomitees, I. Bei., Kärntnrrstraße 28, erh-ltlich. Telephon Nr. 77-4-85, 77-4-56 )!BI :bbi litt MinorMenminifterinm in Polen? Warschau, 24, Jänner. „ABC", das Blatt d:s sogenannten Laders von Großpoten, jener konservativmvnarchistischen Parteigruppe, die sich vor kurzem unter der Führung des Fürsten Radziwill gebildet hat, schreibt in süner Sonntagsnummer: „Es kursieren Gerüchte, wonach die Regierung sich mit der Absicht trägt, ein neues Ministerium zu errichten, das sich ausschchßltch mit den Angele Allheiten der nationalenMinderheiten befassen soll." Das Matt wendet sich sodann in seinen unter dem Titel „Unsinnige Pläne" erschienenen Ausführungen gegen diese Absicht, mit der Begründung, daß es unmög'ich sei, die verschiedenen Minderheiten Polens nach einer Methode zu behandeln. Die von dem B atte verzeichneten Gerüchte verdienen aber Aulmerk'amleit angesichts des Umstande'', daß die Partei des Lagers von Großpo.en recht gut: Beziehungen zum Belvedere hält. Die.Darlegungen des Parteiorgans verdienen auch desha'b Beachtung, weil sir den Minoritäten Polens klarmachen, ivas sie von den konservativen Monarchisten in Bezug auf ihre nationalen Forderungen zu erwarten " haben. Auch „Gazeta Warszawsla Poranna" gibt Meldungen Über die b vorstehende Schaffung zweier neuer Ministerien, eines für Gesundheitswesen, das andere für nationale Minderheiten, und bemerkt dazu: „Wenn die Scha'fung eines Ministeriums für nasiona'e Minderheiten auf Proteste in der öffentlichen' Meinung stoßen sollte, würde man sich auf die Schaffung.einer bloßen Sektion für nationale Minderheiten im Ministerium des Innern beschränken." ■ 2er syrische LüerkommMr in Jerusalem. Jerusalem, 24. Jänner. (I. T. A.) Der frangö- Ache Oberkommissär für Syrien. Herr P o n s o t. wird in J?ru-salem ein'treffen und als Gast des FeDmarschalls Lord PI u m e r Im Regierungspalast wohnen. Sie Friedensstörer Europas. las Bündnis zwilchen SJtalien und Hngottt. Rom, 24. Mnner. Wie int po>lidischen Kvnsen verlauert, sind von der italienischen N.gierwng die Henri- Punkt: des mit Ungarn abzuifchl lebenden Ueb-ereinsammens beroits fesly'«sctzt. worden. Es hand:llt sich own einen Freundschaftsverlr^g, der auf mehrere Jahre abgeschlossen werden soll. Initiator dieses Wams ist Mussolini. Die Untcr- -e!ch*-«ng des Vertrages wind sich i*m ein'>^7 Wochen verzögern. La der nngav'sch? Ministerpraisildent Graf B e t h l e n wegen der Eröffn,ung des neuen Abg'ardn'tenbouses vorläufig in Budapest Kl.'iDrn muß. Das politisch? Ueibereinkdwmen Mischen beiden Staaten soll durch e'nen Handelsvertrag sräter ergänzt werden. Miittlerwe'üe ist die italienische Negiemmg auch mit BulZAtren in Führungnobme g-'trcten. scheiribar, rat ebenfalls ein B?rtragHv?rbä'5.'inis einznig.iben. Das ganze B-ündnissystam, das Italien anbahnt, geht darauf aus, den Balkan „e'mzukreiscn", um den französischen Einisln-tz zu paralysieren. Die politische Koinlb'net'on Italiens benützt dazu gern Ungarn, den Desperado d's mi'ldtt europäischen Startenfystoms, wodurch navürlich der Friede Europas no,chm«H.r beh rohch-M MPie italienMe. Kropemtion richtrch fpch Michel'uend zunächst gingen Jugoslawien. SowoU Mussolini als auch Horthy haben m dieser Richinrg geheime Expansicnstriün«?che, deren Verwirklichung sie sich gng?ns>?it'g versprechen. Muffollnks Spitz?l aus Frankreich aussewieleu. Nizza, 24. Jänner. (Haoas.) Gagen den i da Iren'scheu Journalisten C a n o v i, der. einen italienischen. Antifascisten Sacch i nach Italien locken ivollte, ist ein A u swe islungsbefehl erlassen worden. Er wird an die italienische Grenze gebracht werden. Be-hie ns Genfer Shrfeise. Der Proze) gegen gvnn gulty. Genf, 24. Jänner. Die eidgenössischen Geschworenen traten heute im Genfer Justizpalast -7seit 1891 zum ersten Male, in ihrer ganzen Geschichte zum fünfzehnten Male — zusammen, um über den Angriff das ungarischen Journalisten Ivan I u st h gegen den ungarischen Ministerpräsidenten Grafen B e t h l e n zu verhandeln, d.*r am 10. Oktober v. I. Grafen Belhlcn im Gcncralsekrctarial des Völkerbundes g e o h r f e i g t hatte. Den Vorsitz führte Bundesrichrcr Virgil Rossel. Die Jury bestand nicht aus 12, sondern aus N Geschworenen, da einer von ihnen wegen Erkrankung am Erscheinen verhindert war, sowie aus zirxi Ersatzmännern. Der Gerichtsschrciber Dr. Thilo verlas die bereits veröffentlichten Anklageakte, worauf die beiden Zeugen der Bundesanwaltschaft, Detektiv Streit und D r. B a r a n y a j, erster Sekretär bcr ungarischen Gesandtschaft beim Völkerbund angehört wurden, die den .der Anklage zugrundeliegenden Tatbestand bestätigten. Die Verteidigung hatte auf das Erscheinen der ursprünglich in Aussicht genommenen Entlastungszeugen wegen der ausigetauchten Schwierigkeiten verzichtet. Der Genfer Staa.sanwall Graz ergriff hierauf das Wort zu seiner Anklagerede und erklärte, daß er gegen Justh, dessen Handlung eine tätliche Beleidigung sowie eine Beschimpfung darstclle, weniger eine lange Gefängnisstrafe als vielmehr eine lebenslängliche Ausw.'isung aus dem Gebiete der schweiz. rischen Eidgenossenschaft beantragen werden Die Schweiz sei es dem Völkerbund schuldig, eine solche Tat nicht ungestraft zu lassen. Der Verteidiger des Angeklagten, der Pariser Advokat Marius M o u t e t, betonte, daß es sich um die Handlung ein.*s freiheitsliebenden jung.n Palrioten handle, der während fünf Jahren die Genfer Schulen besucht und hierauf als Soldat dem Vaterland.gedient habe. Ivan Justh habe mit tiefer Entrüstung gesehen, daß der Vertreter einer durch die Francsfälsch eraffäre schwer kompromittierten Regierung ln Genf vor d m Völkerbund erschien und er habe die Ehre der ungarischen Nation zu verteidigen beabsichtigt, indem er den Grasen Bethlcn in öffentlicher Weise als unwürdigen Verircier seines Landes branümarven wollte. Nach Replik und Dupilik ergriff Justh selbst das Wort. Er bat die Geschworenen mit ciedringlichen Worten um einen Freispruch, denn ein solcher würde der Sache der Freiheit dienen. Hierauf erklärte Gcrichispräsidcnt Rossel die Debatte für geschlossen. Die Urteilsfällung wurde aus D i e n Z t a g verschoben. Ser Rechtr'urs in Zeutschland. Me LerSMllumen Ir. Marx mit tun Seatiämatlonaten. Berlin, 24. Jänner. Dr. Marx hat heute vormittag die offiziellen Verhandlungen über dis Bildung einer bürgerlichen Mehrheitsrcgierung begonnen. Er empfing zunächst den Verhandlungsausschuß der deutschna.ionalen Volkspartei. An der Besprechung nahmen auch Dr. Stre)emann und Dr. Braun teil. Wie die Blätter erfahren, liegt den Verhandlungen des Reichskanzlers mit den Deutschnationalen ein ressortmäßig hergestelltes Programm zugrunde, in dem eS sich bei der Außenpolitik um die Fortsetzung der Locarnopolitik und die loyale Mitarbeit lut Völkerbund handelt. In der Innenpolitik beschäftigt es sich mit den Fragen der R e i-ch sw c h r, der Sozialpolitik und dem Schutz der Republik vor Verleumdung und Angriffen. Gegen 2 Uhr nachmittag wurde die Besprechung deS Reichskanzlers Dr. Marx mit d:r VerhandlungSkommission der Deutsch-nationalen unterbrochen und auf morgen 10 Uhr vormittags v e r t a g-t. Wie der Verein deutscher Zeitungsverleger aus parlamentarischen Kreisen erfährt, soll Reichskanzler Dr. Marx den bisherigen Verlauf der Besprechungen mit den Deutschnationalen über die Kabinettsbildung als nicht ungünstig bezeichnet haben. Aue lviiere Anleihe Deutslhlands. Berlin, 24. Jänner. Wie der demokratische Zsltunigs-dienst erfährt, ist beabsichtigt,, eine neue Reichsan/oihe ln der Höhe von 5 00 Millionen Mark au^-u-leyen. 200 Millionen sollen auf die R>'ich?^ost mit die Reichsbahn verteilt werden, während 300 Mill-ionen auf den Markt gebracht werden sollen. Schanghai Var dem Fall. London, 24. Jänner. In offiziellen Kreisen rechnet man nach dem letzten Sieg der Kantonar-mee über den Militärgorwr'neur ran' Schanghai mit einem schnellen Vormarsch der Kantonesen gegen Schanghai. Die englrsche N.igievurig beabsichtigt angeblich nicht, sich fcrcn Einzug der Kontontruppen in die Stabt zu wiibeesetzen, e-ine Versicm, ber die Tcösache ge.genüberst'c'hL. daß derzeit 1 6.0 0 0 Mann britischer Stre'rtikräste aller Art nach Schanghai unter Wegs sind. Illach einer offiziellen Stnti'si'E der 2ldmiralitä-t befinden sich zurzeit 112 Einheiten der internationalen MarinestDe-itkräfte in den chinesii'chen Gewässern, di? - sich fotg-eMermaßen verteilen: Großbritannen 62 Einheiten, Vereinigte Staaten 24 Einheiten, J-a'pcu 14 KricMchiffe, Frankreich 9 Fahrzeuge, Italien 3 Einheiten. Ile internationale Mrtfchaslrlonserenz. Genf, 24. Jänner. (Tel.-KomP.) Eine Note der Sowjetregierung vom 19. Jänner, die von L i t w i n o w unterz.ichnet ist, lehnt die am 22. Dezember auf Beschluß dcS Bölkerbundrat? an die Moskauer Regierung ergangene Einladung zur Teilnahme an der internationalen Wirtsä)aftskonferenz in sehr schroffer Weise ab. Die Nennung Genfs als Tagungsort, sagt die Moskauer Note, konnte nur den Zweck haben, die Russen von der Kouscv-.*nz äuszuschließen. Die Moskauer Regierung könne di.? Genfer Note nicht einmal als eine'Einladung ansehen und erst recht nicht die in der Note enthaltenen Anträge Prüfen, l^och Vertreter zur Konferenz entsenden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.