Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2840 (24.1.1927)
- Date
- 1927-01-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen r SL groggy | Wien; ZanrAhhelen indet Expedition, li.,Taborstr 141 oder in einerVersehleißstellt (Trafik) monathö Schilling Straßen verkant in Wies durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollaeile 11 Mit Poatveraand für Wie» und Oesterreich monatlich & Schilling Tscheche Slowakei: Mon KS2 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Dentschland: Mon. Om. 4. Fran kreich. Belgien: Mon. Frca. 86 N*eb»•«i«oeeo o«i V »« iOer.b A h o «r e «er «beite« Wiener orgemeilmm I PrcU teO g | Eogland:Mon.4Schilling Italien Monatl, 20 Lire Bnmänien: Mon. 170Lei Bol gar ien:Mon.lOOLewa. S e hw e i t and das flhrigo Ausland monatlich Pres. 6 Redaktion, Administration: Wien, II., Tahorstr. 1 Telephon: 44-0-88. 43-3-19 Ab 6 Öhr ebenda Tele* vhon Nr. 81-0-86 n. 81 209 fll., Lerchen »e1 der-traße 1 {Druckerei .Inva") Oesterreichisches Postspar* kassenkonto Nr 160 <>93 Ar. »840 ffl en <0)011(00, 24. 38nner 1927 <21. Schewot 8887). 9. ftadrnttur England maMfiert. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. dine grauenvolle Bluttat im Prater. Sie Sattln seiMen m» na Dem Sendet gettutlen. — eeudmotnittiua ses tüten. Gestern früh hat sich im Prater eine grauenvolle Bluttat abgespielt. Der befchäftigu -g^lose 36säh 1c Hilf - arbeiter Eduard Zimmer! hat seine 3Ojäh'.i,e Gattin durch Messerstiche in die Brust verwundet und darauf die Schwerverletzte aus dem Fenster in den Hof geworfen, wo sie tot liegen blieb. Zimmer! sp a g ih.' dann selbst nach und zog sich überaus schwere, jedoch nicht lebensgefährliche V erletzungen zu. lieber die Motive der Tat ve.'lautet einstweilen nur, daß sie Arbeitslosigkeit und Not, säseinbar auch Eifersucht des Mannes gew.sen se'n düsten. Gestern nachmittags hat Z'mme.l bei f.ii cr Einvernahnre ausgesagt, daß er und seine Frau den Entschluß gefaßt hatten, gemeinsam aus dem Leben zu schedrn. Mit Zustimmung seiner Frau will er dann gegen sie einen Stich mit dem Küchenmesser gesüh t haben. Als sie wek.'ere Stiche abwehreird, vor dem Mann davon eil e, sei sie plötzlich aus dem Fenster in die Tiefe gestürzt. Ob sie sich selbst hinabwarf oder ob er ihr einen S'oß versetzte, * daran will er sich wegen seiner hochgradigen Erregung nicht mehr erinnern können. Er habe überhaupt nicht gewußt, was vorgehe. In. einem> zurückgelassenen Abschieds b t.j e s sünt seine Angehörigen kündigte Zimmerl Selbstmord aus Not, Elend und Verfolgung an, erwähnt aber keineswegs darin seiner Gattin. Es scheint, daß Zimmerl »tun vor der Ausführung seines Selbstmordes auch einen Mord an seiner Gattin ausführen wollte. Tödlicher Absturz eine« Wiener Mfahrers aus der R»r> Aus Reichenau wird uns telegraphiert: Die ausgiebigen Schneefälle der letzten Tage ln Pen Bergen lockten zahlreiche Touristen und Skifahrer auf die Rax. Leider ereignete sich ein tödlicher Unfall, dem ein junger Wiener Skifahrer zum Opfer fiel. Der 26jährige Friedrich S t a r a e e k unternahm mit seinen Skiern eine Partie auf die Rax. Sonntag vormittags fuhr er längs der Bahnstraße der Raxseilbahn zu Tale. Unterwegs mußte er durch einen Sprung die Seiten wechseln, sprang jedoch wahrscheinlich zu tief und. gelangte auf eine Schneewächte, welche unter ihm zusammenb r a ch. Staracek stürzte ab und wurde von der n a chstürzendcn Schneemasse begraben. Obwohl man ihn sofort befreite, war er bereits tot. Er hatte keinerlei Verletzungen und dürfte wahrscheinlich von den Echneemasscn erdrückt worden sein. Seine Leiche wurde nach Reichenau gebracht. 2er verschwundene Pltchagenl. Das räbsechafte Versch winden des Piatzagenten Eduard Stricker ist noch immer nicht aufgeklärt. Außer den bereits gemeldeten zwei Zeugen, die ihn auf d:r Straße gesehen haben, hat sich nun auch ein ehemaliger Schulkamerad des Verschwundenen gemeldet und ausgesagt, er hahe Stricker am. Mittwoch, das sind also vier Tage nach d'em Fortgange aus seinem Geschäfte, in der Tabor st raße in äußerst gedrückter Berfassung gesehen. Dies ist um so unverständlicher, als Stricker keinerlei Schulden hatte und zu Hause immffr ein heiteres Wesen zur Schau trug. Die Nachforschungen nach seinem Aufenthalt sind bisher ergebnislos geblieben. Lei Patriot Zadravrcz. Budapest, 28. Jänner. Wie bereits gemeldet, hat Feld.b'.tschof Zadravecz grgsn eme Reihe von Bläd.er'N wegen zur Zeit der Francs« ffäre erschienener Artikel, die sich mit der Vereidig»ng.der Francsfälscher befaßten, Verleumdungs- Prozesse ang-estrengt. Wie ,.Pcsti Naplo" meldet, haben m<hrere katholische Journalisten, gegen die d-r FsLL''>sehos solche Prozesse an-gestrengt hat, eine Eingabe an den päpstlichen Nuntius O r s e n i g o gar'chtet, worin ft? anfragen, ob Zadravecz diese Prozesse mit Erlaubnis des Heiligen Stuhl es angestrengt hat. . Grobe Tmtcheusendnnge« «och khina. - London, 24. Jänner. Die aus China eintreffenden alarmierenden Nachrichten üler eine Verschlechterung der Lage habenden Krii.gsminister veranlaßt, große Truppen send ungen nach China zu beordern. Zunächst wurden 5990 Mann Reservetruppen mobilisiert, um in die für China bestimmten Regimenter eingereiht zu werden. Außerdem haben zwei in Malta stehende britische Regimenter den Befehl erhalten. sich für die Verschiffung nach China bereitzuhalten. Auch das indische P u n d s ch a b - R e g i m e n t hat den Befehl zur Einschiffung nach Schanghai erhalten und es heißt, daß eine weitere indische Brigade nach China abgehen soll. 2ie Leu s. nationalen sollen ssarbe bekenne«. Konkrete Frag.»!es Reichskanzlers Dr. Marx. Berlin. 24. Jänner. Die Men'^blä'ter berichten, in politischen Kreisen we de angenommen, daß Dr. Marx gestern mit mehreren Politikern, darunter den für das neue Kabinett. w'eder in Betracht kommenden bishe.i^en Ministern, di? Grün d z ü g e des Regierungsp r ogrämms ca-»i-carbeitet habe, über das er heute mit den D e u t s ch n a t i o n a l e n beraten we de. Die „Monta.^spoft^ m.l' e^, dcß Tr. Ma x den d-u'sthnationalen Unterhändlern ganz k ok r e t e Fragen ü,cr Republik, Verfassung, Reichswehr und Außenpolitik vorlegen werde. Politische Schlägereien in Breslau. Breslau, 23. Jä-irnor. Ein Z,ug von S t -a h I h e l mleuten geriet heute an zwei Stellen mit Noten Frontkämpfern in einen Sdreit. Zahlreiche M'itglied.'-r des St-echlhebm wurden be'sch'mpst und geschlagen. Neunzehn Personen, da>rur.<c.r zw e i Francn, wurden von der Polizei f e st genommen. Neuwahlen in Memel. Memel, 23. Jänner. Die in der vergangenen Nacht erschienene Son-dewusgo.be des Amtsblctt't'es emhält die vc.m G-5'i7.rerneu>r und dem Land'spräftdenten untsrzeichnete Verfüg uwig, daß der L a n d t a g -mit «sof-or-t-iger Mrkunlg a <ufg e l L st ist und die Neu i.v a h 1 e n am 4. März stüttfi'Nden. Garibaldi gehl «ach Amerika. Ausweisung aus Fv.mkreich. Paris, 23. Jänner. Mtlbste-r d.s Innern Sar - raut hat g'gen all? in das kataionifch? Komploit verwickelten Personen, die übr'gens gestern abends bereits in Fretheit gesetzt worden ftnd. da die UnterHuchu'NgiZhaft in die Sduaise eingev'chnet wurde, einen Ausweisbef e hl erlassen. Dem Obersten M a c i a und femen Genossen wurde eine Frist von einem Monat gewährt, Nicciotti Garibaldi nur eine F r i st v o n d r e i T a g e n. Wie die' BW.'r melden, hcib? Garibaldi, dor am Donnerstag Frankreich verlassen muß, die Aiüsicht.' ftch unter pül-i-Ä'rcher- Begleitmig nach L e-H a v r.e zu beg Len und von dort nach Amerika zu reisen, wo er mit-feinam Bvuder, B?ppino Gavibabdi, zfisam^en'- b '-hen will. Meder ein ttallenlscher Lstkspltzel ln Nizza verhaltet. Nizza. 23 Jänner. Eill früherer Redakt.ur des „Popolo d'Jtalia" namens Canovi ist hier festgenommen worden. Er wird von dein antifascistischrn Journalisten Saechi beschuldigt, daß er Saechi zu einem fingierten Attentat gegen Mussolini habe verleiten wollen. Der „Matin" meld.t, Canovi, der ein Geständnis abgelegt habe, hätte di? AüsW gehabt, Saechi der italienische« Polizei auszuliefern. Antibritische Kimvgebunzen in Sianglan. Die neuesten aus Hongkong eintreff.?nden Meldungen besagen, daß die Kantonarwre auf ihrem Vor morsche nach Schanghai weitere Fortschritte erzielt hat und bereits bis zum Tsien Lang-Fluß vorgedrungen ist. Wie das Reutersche Bureau aus tzankau meldet, ist es in S i a n g t a n in der Provinz Hunan zu großen antibritijchcn Kundgebungen gekommen. Die Volksmenge setzte das Gebäude der Asialischen Petroleumges.llschaft, wo große Mengen Petroleum lagerlen, in Brand. Die britischen Handelshäuser in Haukau sollen heute wieder geöfsnet werden und so lange geöffnet bleiben als es die Umstände unter Berücksichligpng der Sicherheit erlauben. Pre-g. 24. Jänner. Wie ras „Pravu Lidu" erfährt, wird der Präsident der Republik seine Aegyptenreise, die im vergangenen Herbst wegen der unsicheren politischen Lage, verschoben worden, ist, im Frühjahr antreten. Ter P äsldent wiid sich im März nach Griechenland, Palästina und Aegyp-en begeben. Rachklänse zum Eteigrrproreß. Lemberg, 22. Jänner. Man erinnert sich noch der schmählichen Rolle, die der Pollzeiinspektor Dw o rnicky im Lemberger Steigerprozeß gespielt hat. Nunmehr soll D w o r n i c k y unter Anklage gestellt und wegen der aus -seiner Zeugenaussage sich -ergebenden Widersprüche zur Verantwortung gezogen werden. ProZuklive BrbeUrlo'ensärsorgr in Pa'ästina. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Die allgemeine jüdische Arbeiteror-ganlsatlon Palästinas (Histadruch) hat ein A r b e i t s b u r e a u errichtet, welches für private Ausgaben landwirtschaftliche Arbeiten aussührt. Dieses Bureau, hebräisch „Misrad Kabl-ani" genannt, hat in den drei Monaten feines Bestandes unter Leitung eines landwirtschaftlichen Sachverständigen fünf Aufträge im Kostenbetrag von 5000 ägyptischen Pfund ausgeführt und gibt derzeit 259 A rb e i t e r n Beschäftigung. Vor kurzem hat die Pal äst i n a r e g i e r u n g dem „Misrad Kablani" die Durchführung der Au ffo rstu n g sa rb eiten im Bezirk Tul Kerem in Auftrag gegeben, wo 39.000 Eukalyptusbäume angepflanzt werden sollen. Lanv für vle Rutvenverg.Konzession. Jerusalem, 22. Jänner. (I. T.-A.) Die Regierung veröfentlichte heute eine Kundgebung betreffend Bodenenteignung zugunsten der Ruthenberg-Konzess i o n. Es werden diejenigen Landflächen näher bezeichnet, die zwecks Errichtung eines Staudammes am Aarmuk, einer K r a f t st a t i o n im Jezreel, sowie zwecks Errichtung von Häusern für Angestellte und Arbeiter, von Lagern, Speichern und Straßen enteignet werden. 61« illdisch-r Kongreß für AM auf Arbeit. DemnälW wird, wie I. T. A. meildet, in Warschau ein Mischer Kong>'.-eß unter der Parole ,R>cht a«uif Arbeit" abgehaAen wewden. Einberu>fe>r-'in D dis jüdische fo.l>kistisck'-demorrcti'sche Bautet. Das Ziel des Kongresses ist. die.Fordertmg der jüdischen BevöMvung, in erster Reihe d-rr jüdlschen Jutell'-genz und der Handwoukerschcrst, auf BerücHftlitigting bei der Arderts* und Lieferungisvsrg'Änng seitens der staatlichen und kommunalen J.nftitif.tio'nen ausz'Uisprechen. Schon srü'her hat eine Dd'sche Arbeit^ir-Konfe-renz diese Forderung ausgestellt, der bevor stehende Kongreß wird ies im Namen des gesamten südilck-'sn Bürgertums ttm. Im einzelnen wird er fordern: Anstell>ung jüdischer Aerzte in den Krankenkassen. Julassimg Mischer B-eamt-en in Staats- und kommnnale Stellungen uisw., Berückftkttig>ung der Angrchot-e jüd'scher Handwerker bei Ve-rgcüung von offen'' Wen Arbeiten. Präsivknl Masatyk töhri «ach Pa!Sst:«a.