Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-01-22 · Heft 2838 (22.1.1927) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2838 (22.1.1927)
Date
1927-01-22
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2981926--28844-3016917
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

y~ »,-» f*»w •atin. Wien, Samstag Wiener Mvrgenzettnng Sie Kaufkraft der Wett im Wachsen. Sortstzkitte der srabMruugsartionen. -Auf de» internationalen Dcv'.,sewruftikton fclicö -die Tatsache, ba^ fck 33arif von England ihren Diskontsatz nicht herabgesetzt hat, ohne Einfluß auf die Bergung des eniglilchen Pfundes. Wie aus London gemeldet wird, Hai d ee Entscheidung der Bank von England, die Bankrate nicht All ändern, in City-Kreisen nicht ü'berrafcht, da «s der Bank nicht gelungen tonr, ein Goldquantum von einer Million Pfund Sterlmg auf dem kaipländifch^n Markte zu erhalten. Dazu kam noch'die Stcmdigkeit des New Aorker GLldzinL'sußes. Auch der amerikanische AustausckMukehr ist dicl geringer als gewöhnlich inn dicise Zeit und die Aussichten aus Gold« empfange aus Amerika in naher Zukunft sind sehr gering. Seit der Wiedereinführung Goldstandard hat die Bank von England an ihrer Balancierung über fünf Millionen Pfund Sterling verloren. Indessen zeigt der letzte Bankausweis, daß der Gold Vorrat um acht Millionen Pfund hoher ist als zur gleichen Zeit des Vorjahres, während der kontinentale Goldaustausch in letzter Znt sich zugunsten Englands bewegt. » Nächsten Donnerstag findet wieder eine S'chung des Direktoriunis der Bank von England statt, doch dürste in dieser noch viel weniger die Ermäßigung der Bankrate ^schlossen werden, da eine solche Maßnahme sich vor dem Ultimo nicht empfehlen würde. In Londoner City-Kreisen erwartet man daher eine Herabsetzung der Bankrate kaum vor Mitte Februar. Im Zusammenhänge mit der neuerlichen Hinausschiebung der Diskoniermäßigung in England kommt den in New Dorker Finanskreisen verbreiteten Geriüchten über die. Mission des Gouverneurs -der Bank von England, Norman, der sich feit einiger Zeit in New Aork aufhält, großes Interesse zu. Es wird, wie uns aus New Dork gemeldet wir!ß behauptet, daß eine gvmeinsame Herabsetzung des Zimsfußes der Bank von England und der Federal Reserve Bank i-n die Wege geleitet werden soll, außerdem die Ausgabe einer Anleihe von 75 Millionen Dollar fürAuftralien. Ueber die Lage der europäischen Geldmärkte im allgemeinen und des Londoner Geldmarktes im besonderen machte gestern der Präsident der Barclays Bank, G o o e n o u g h, in seiner bei der Jahresversammlung gehaltenen Ansprache beachtenswerte Aeußerungen. Es sei nunmehr endgültig klar, daß die Kaufkraft der Welt im Wachsen begriffen sei. Der Redner bemerkte weiter, der Londoner Geldmarkt sollte Deutschland Hilfe gewähren zum Ankäufe von Rohmaterialien, da eine solche Hilfe sowohl Großbritannien als auch den Dominien Vorteil bringen würde. Die gute Position der Pfund- Währung schreibe Redner teilweise dem Ankäufe britischer Wertpapiere durch ausländische anlag.? suchen de Kreise zu. Der Präsident betonte jedoch, daß die V:rhälbnisse während des gegenwärtigen Jahres vielleicht nicht so leicht sein dürsten, und zwar wegen der Folgen des Streiks in der Kohlenindustrie, der möglichen Wiederkehr des Goldbe-darfes der kontinentalen Länder und der großen Tätigkeit in Amerilka. Er hob die große Wichtigkeit einer allgemeinen Stabilisierung der europäischen Währungen vom Standpunkt des internationalen Handels hervor und sprach sich für dieBerschmelzung großer Jn'dustriekonzerne aus, insolange sie denselben Charakter besäßen. Die Situation der Devisenmärkte, wie sie seit Jahresbeginn zu konstatieren ist, läßt erkennen, daß die maßgebenden Faktoren sich der Einsicht in die Notwendigkeit einer Stabilisierung der schwankenden Währungen nicht mehr verschließen. Aus den Devisenmärkten herrscht seit einigen Tagen vollständige Ruhe: Die Kurse sämtlicher Devisen erfuhren auch gestern keine nennenswerten Verschiebungen. Vom englischen Schatzkanzler Churchill, d er gegenwärtig in Rom weilt, wurde gestern bei einem Empfange von Pressevertretern ein Bekenntnis zur Stabilisierung der Währungen abgelegt, das gerade wogen seiner Bezugnahme auf die Lira großes Aussehen erregte. Churchill hatte mit d:m Ministerpräsidenten Mussolini und dem Finanzminister Grasen V o l p t eingehende Besprechungen gepflogen, die sich auf die wirtschaftliche Lage der italienischen Lohnempfänger bezog. Wir in England, sagte er, sind gewohnt, die genügende Kaufkraft einer Arbeiterfamilie von mittlerem Einkommen als e r st e P f l i ch t einer Regierung zu betrachten nach der Sicherheit und der Ehre der Nation. Ich habe mit großem Vergnügen gehört und durch Tatsachen und Ziffernmaterial bewiesen gesehen, daß gegenüber d.m Vorjahre von Monat zu Monat eine entschiedene Besserung zu verzeichnm ist. Ich selbst bin Gegenstand vieler Kritiken gewesen, weil ich vor zwei Jahren die Rückkehr zum Goldstandard in England beschlossen habe. Auch Premierminister Baldwin ist wegen der September rückzahlbaren kurzfristigen Bons im Betrage , SchuldenregelunH gegenüber Amerika getadelt worden. Indessen glaube ich, daß die Erfahrung uns gezeigt hat, daß der Gewinn den Verlust übersteigt. Einige italienische Industriezweige sind sicher für den Augenblick geschädigt und sie haben ihre Schwierigkeiten wie jede andere Nation. Wenn aber, wie man mir versichert, eine wenn auch kleine Besserung in der auswärtigen Handelsbilanz und ein wenn auch kleines Nachlassen des wirtschaftlichen Druckes auf die werktätigen Massen vorhanden ist und wenn diese Ergebnisse erzielt worden sind, ohne zu einer nachsichtigen und kurzsichtigen Finanzpolitik zu greifen, so ist aller Anlaß vorhanden, sich darüber zu freuen. Die übrigen Aeußerungen Churchills, soweit sie sich auf die spezifisch-fascisiischc Wirtschaftspolitik beziehen, namentlich seine Lobsprüche betreffend das Gesetz über die Körperschaften, das 20 M i l l i o n e n S t a a t s b ü r g e r mit bcm Staat verkn üpst und den Staat verpflichtet, ihnen und ihren Angehörigen gegenüber ganz klare Verantwortlichkeit zu übernehmen — diese Komplimente muß man allerdings nicht ganz wörtlich nehmen, sie erklären sich mehr aus Courtoisie gegenüber dem Italicinschen Gastgeber. Die wohltätigen Wirkungen der bereits seit einigen Wochen stabilen Haltung des französischen Franc kommen darin zum Ausdruck, daß die französische Regierung nunmehr daranschreiten kann, die erste Konsottdierungsaktion in Frankreich durchzufnhren. Wie die Agence Havas gestern meldete, hat Präsident Doumergue im Ministcrrat eine Verordnung unterzeichnet, wodurch die Negierung zur Ausgabe amortisabler fünfzehnjähriger Bons ermächtigt wird, um den Fälligkeitstermin der im von fünf Milliarden einhalten zu können. Die neue Emission wird ausschließlich auf die Erfordernisse für die Rückzahlungen eingeschränkt bleiben. Wie weiter gemeldet wird, umfaßt die Emission einen Betrag van 4 bis 5 Milliarden Francs. Man versichert in Kreisen des Finanzministeriums, daß die Placierung dieser neuen Bons, insbesondere auch bei den Danken, als gesichert anzusehen sei. Präftüent Hau er über das handelsreHMchr Lieierungsgeschirit. Eine Aktion der Wi.ner Produkt: nbö s'. In der letzten Kammersitzung der Wiener Produktenbörse beschäftigte sich Präsident Hugo Hauser in einer Ansprache an den neugewählten Bö.serat mit den aktuellen wirtschaftlichen Fragen und teikte mit, daß Mitte Februar unter zahlreicher Beteiligung der ausländischen Börsen eine zweite Konferenz der landwirtschaftlichen Börsen ln Wien zusammentrsten werde, um über den von der Wiener Produktenbörse im Entwürfe ausgearbeiteten Wiener Kontrakt für den Donauverkehr in Weizen und" Mais zu beraten. Als nächste und wichtigste Aufgabe der Börsenkammer führte der Präsident die Einführung des haudelsrechtlichenLieferuugsgesch ästes an, weil sonst der Wiener Platz Gefahr laufe, vollständig isoliert zu werden. Wir verfügen über Kais und modernft eingerichtete Lagerhäuser, wie sie in Umfang und Ausstattung keine andere Donaustadt ausweist, wir haben eine gut funktionierende landwirtschaftliche Börse, eine tüchtige, rührige und in der Getreidehandelswelt angesehene Kaufmannschaft und trotzdem bleiben alle Bestrebungen, Wien zu einem Emporium des Getreidehandels, insbesondere des Transitverkehres emporzuheben vergeblich, w^il eben de« Bedürfnissen drs Wiener Platzes wenig Verständnis und. wenig guter Wille entgegengebracht werden.. Die Börsenleitung wild sich demnächst insbesondere mit der Frage der Wiener Lagerhäuser, der Tarifpolitik der Bundesbahnen und im Verein mit den anderen landwirtschaftlichen Börsen auch mit d:n Forderungen des Getreidehandels gegenüber den Donaudarupsschiffahrtsgesellschaften eingehend beschäftigen. Die Angestelltenverstcherung. Der sozialpolitische Ausschuß des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft beschloß, an die Regierung mit der Forderung heranzutreten, daß die Einbeziehung der Verkäufer und Laderlgngcstellten,. die bisher der Pensions-Versicherung nicht unterlagen, aber nach dem neuen Gesetze am 1 Juli 1027 versicherungsdNichtia werdm ''ollen, vorläufig aufge sch obe n werde. Der Detailhandel ist absolut nicht in der Lage, die neuen Lasten auf sicq ,;n neyn.-.n, da ob |ouitu* politischen Abgaben gegenüber der Zeit vor dem Kriege mehr als das Fünfzehn fache ausmachen würden. Ferner wurde beschlossen, bei der Regierung dahin zu intervenieren, daß die Doppelzahlung der Beiträge zur PensionSverstcherung im Monate Jänner von den Beiträgen der späteren Zeit in Abzug gebracht werde. Vortragsreihe über Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstijnde. Die strengere Handhabung des Gesetzes über den Verkehr mit Lebensmitteln veranlaßt das Gewerbeförderungslnstitut gemeinsam mit dem HandelSgremium des 13. bis 15. Bezirkes, die Kaufleute und Handelstreibcnden durch volkstümliche Vorträge, die am 9 Februar fc-nim'-n. mit em 8 ft? r »•n i* chifch'en Lebensmittelbuch (cpdex alimemariuS austciacus) näher vertraut zu machen. Dec ^ur^vileuveittag i,t ,ur oic Kursstunde mit 20 Groschen festge-etzt. Da die Hörerzahl aus 30 Teilnehmer beschränkt ist, haben die Mitglieder des Hanbei SgremiUMs des 12. bis 15. Vezirke? den Vorzug bei der Anmeldung. Nähere .AüSkünf r erteilt daß Gewerbeförderungsinstitut der Handelskammer, Wien, 1. Bez., Stuben« ring 8/10, und das Handelsgremium des 12. bis 15. Bezirkes, 14. Bez., Ullmannstraße 44. Damuse Hobe n. Cie. A.-G. Wir werden daraus aufmerksam gemacht, daß die gestern in einem Wiener Movgenblatt - m SB. sännet 1927 SSt. S988 veröffentlichte Meldung über die Eröffnung «des KonLurSver» fahrens gegen den öffentlichen Gesellschafter der registr. Firma Brüder Hobe u. Cie., Hertn Damase Höbe, geeignet ist, unliebsame Verwechslungen mit der. Firma Damase H«L>e u. Cie. hervorznrusen «nd Len Kredit der genannten Firma zu schädigen. ES ist ein unglücklicher Zufall, daß in dem Firmentext rer Firma Damase HcVe «- Cie. A.-G. der Raine Damase Hobe enthalten ist. Das Konkursverfahren richiet sich in Wirklichkeit gegen Herrn Damase Hebe, offenen Gesellschafter der registr. Firma Brüder Hobe u. Eie., 1. 8>cz., Grillparzergasse 14, während die Firma Damase Hobe u. Cie. A.-Gi ihren Sitz, 6. Bez., Bache rgasse 3. hat. Konkurs. Vom Handelsgericht wurde heute über die Firnia S a l t e r u. S p i tz, 0. Bez., Schwarzspanierstraße 18, der Konkurs verhängt. Die Prüsungstagsatzung findet am 22. März statt. Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet gegen „Geg", Vureauindustcie A.--G., 12. Bez., Fabriksgasse 4—0, ferner gegen Wag, Tuch- und Texnlhandels- und FabrikS A.-G^ 1. Vez., Hanuschgasis 2. Konjunktur ln der englischen Schwerindustrie. Aus London wird gemeldet: In offiziellen Londoner Kreisen schreibt man die gegenwärtig in den Schwerindustrien bestehende Konjunktur der Anhäufung von Aufträgen während der Kohlenkrise zu. Es sei zu erwarten, das; diese Konjunktur drei Monate währen werde. Die Zukunft der britischen Industrie werde dann hauptsächlich von der Möglichkeit einer gütlichen Regelung zwischen Kapital und Arbeit abhängen. Die britischen Luxusgewerbe sind gut beschäftigt, hauptsächlich in der Exportbranchc, was ans den Wohlstand irr den Vereinigten Staaten wie auch in Argentinien, das eine Rekordernte zu verzeichnen hatte, und die damit einhcrechende Nachfrage nach Erzcugnisien dieser Gewerbe zurückzuführen ist. Wiener Börse. Freundlich. EntlastinngLbestrebrngen der Spekulation bsivirkten der Eröffnung eine leichte Ab-schiwächung der in den letzten Tagen stüvler unlgesetzten Dhrend-en Kulissepapiere, Kredit, Alpine, Staatsbahn und Krupp. Im weiteren Verlause wurde jcldoch cvuSsehend von Staatsbahnaktien das Gefchä-ft in allen genannten Papieren wieder lebhafter, die im Kurse an- Avgen und mit Steigerungen a-us dem Derilehre gingen. Schwächer schlossen Rima, Siemens, Trifai'ler und Ung. Kredit. Die Gvunil teudeng des Marktes blicb jedoch seift. Im Schranken gaben einzelne Papiere nach, fest sprachen sich jedoch tschechische und ungarische Diontanpapiere sel.vie Zuckerurrd Petroleumwerte aus. Die Tendenz für Baaiwerte war un. gleichniäßig. Chemische Jnr.ustriepapiere dagegen Mevwiegend fest. V e i r s ch e r M a g n e s i t a k t i e n erreichten den Stand von S. 1760. Nationalbankaktie n haben It en vorgestrigen Hochllr.rL nicht behaupten können und gaben um S. nach. Aus dem An läge markt waren Renten ruhig und wenig verändert. Die fcsiverzinslichen SchuMrerschreÜbungen des Bundes haken im Kurse weiter erheblich angezogen. Z wa ng Za n le ih e erreichte den Hochkurs von 86.10 Prozent. Eiscnbahncbligatlonen hatten überwiegend bessere K>urse zu verzeichnen. Daulose schwächer, dagegen Wiener Anleihen lebhaft un>^'. fest. Im Stellagenverkehr notierten per Ultimo F eb r ua r: Oesterr. Kredit 3.26 bis 8.75, Staatsibahn 8 biL 9, Alpine 8 bis 9, Rima 6^0 bis 7,- Salgo 9 bis 10; -ferner per Ultimo.März: Oesterr. Kredit 4 bis 5, StaaUbahn 11 bis l3, Alpine 12 bis 14, Nin'.a 8 bis 9, Salgo 13 bis 15. Ka s s a k ü r se: Wiener Banilverein 12.^—, Vodencrcditanstalt 21.40, Liesierr. Kredit 17.20, Ungar. K-rcktit 35.—. Anglobank 7.80, Bosn. LanL-esbank 19.50, Unionbank 6.50, Verko'hrsbank 3.66, Nied.-nLost. Eseompteges. 38.—, Staatseisenbahnges. 51.60, Oesterr. Bauunternehurung 1.06, Perl- 'mooser 386.50, Ziag 3.40, Lemberger. Brau 80.—, A. E. G. Union 8M, Verein. Elektr. 44.60, Siemens 24.26, Elin 46.—, Salgo 68.26, Trifailer 44,30, Alpine 47.—, Berg und Hütten 696.—, Grazer Waggon 3.76, Heid Masch. 1.75, Rima 26.60, Schoeller Stahl 1.75, Simmeringer 17.60, Ung. Waggon 1-1.25, Oesterr. Waffen 6.6Y, Kabel Draht 23.20, Elbemühl 4.—, Steyvermühl 180.—,. Karpathen 10.25, Tarbouches 137.50, Teppich Haas 7.80, Kroat, Zucker 66.—, Etti Berge! 1.06, Handels^A.-G. 21.—. Quoten: Franz-iFosefsbahn-lSchuld 2,8, Franz-JosefSbahn-iPrior. 8,85. Bezug Sr echt; Racrber Oel für 20 alte Aktien zu je 200 ung. K. (beziehungsweise fünf zu je 10 Pengö) sechs neue Aktien zu je sechs Pengö (ist gleich 24 Stück zu je 200 ung. K.). zum Preise von je 10 Pengö. Abschlgg 0. Exoten. Mraznica 2.40 bis 2.45, U^iv. Bau 1L6 bis 1.45. Wiener Warenbörse. Die gestrige Warenbörse hatte bei sehr guii'm Besuch regen Verkehr. In Chemikalien fanden einige Abschlüsse in Borax, Franz. Harz und in Salzsäure statt, wodurch für diest Artikel die Preise.um 2 bis 5 Schilling per ,100 Kilogramm in die Höhe gingen. Borax notierte S. 105.—, Fnniz. Harz S. 128.— und Salzsäure S. 17.—. Von technischen Oelen und Fetten ermäßigte sich Leinöl und Leinölfirnis abermals um je 3 Schilling aüf S. 131.—, resp. S. 146.— per 100 Kilogramm. In Kolonialwaren sind keine Preisveränderungen sestzustellen, das Geschäft hat normalen Verlauft Nur Reis war billige, und auch die bisherige haussierende Tendenz in Kümmel hat ihr Ende gesunden, so daß gestern dieser Artikel zu S. 195.— (—5) erhältlich war. Von Schweinefetten zogen nordamerikani.'che^ um 10 Dollarcenis an (32.60 Dollar), dagegen ermäßigte sich sowohl Budapcster als auch Wiener Schweinefett um je S. 1.— auf S. 227,—, resp. S. 255.—. Textilien blieben unverändert, und auch in den Lederpreisen ist keine Veränderung fe-stzustellen. Von Rnhleder verteuerten sich RindShürrte um je 5 Groschen auf S. 1.75 bis 1.85 und Kalbfelle um 10 C'-roschen aus S. 8.30 per Kjloarumm. Exekutiv verkauft »vurden 100 Kisten Sultanimn, zirka 1200 Kilogramm, S. 1.50 per Kilogramm. Oesfentlich verkauft wurde 1 Waggon Eier zu S. 10.868. ab Lager Wien, und 12 Kisten Wirkwaren, Strümpfe, Handschuhe usw. zu S. 12.000 ttanflt ab Wiener Lager. Wiener Börse für laudwirtschastliche Produkte. Infolge der vorgestrigen Plata-Notierungen sprach sich Mais weiter sehr fest aus. ES wurde gehandelt: März-April z« 112, naheschwimmend 111, Juni llfi'Mi. Roggen lag ebenfalls sehr fest. Welzen geschäftslos. Von den nmtlichen Notierungen Mal> um 25 Groschen, die Noggenpositionen in da« absoe» um 25 Groschen erhöht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.