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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-22 · Heft 2838 (22.1.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2838 (22.1.1927)
Date
1927-01-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nach eingehender Erörterung der Von der redaktionellen Kommission und vom Vorstand ausgearbeiteten Richtlinien wurde folgender Beschluß gefaßt: Die Zentrumssraktion des Reichstages erklärt sich mit der vorgelegten Erklärung einverstanden und stellt fest,' daß . damit Dr. M a r x der Zug angzuVerhandlungen >r r ö f f n e t ist. . Der.Beschluß wurde ei »st i tn m i g angenommen. - Das Manifest M M saßt die' ganze Politik-'VLS Zentrums zusammen. 48s. wird einleitend auf'das tvächseride Befremden in weiten Kreisen 'des deutschen Volkes über die politische und parlamentarische Entwicklung der letzten Wochen hingewiesen. Dann „wird das Weimar er V e r f a ssungswerk als das'Fundament des -deutschen.Staates bezeichnet, das auch für die Zukunft der einzig hoffnungsvolle.Weg sei. Die Reichs wehr wird als eine Staatsnotwendigkeit und als ein Bestandteil der deuschen Republik bezeichnet., die keiner Partei und keiner Machtgruppe dienstbar sein dürfe. Die Sozialpolitik'müsse sich zur s o z i a l e n S t a at s p o l itik erweitern. Wir stehen, heißt es u.: ä. weiter, zu.den Verpflichtungen, .die Deutschland in Q o c a r n o und- Genf übernommen hat und sehen in denselben eine wesentliche Bor a u s s.e tz u n g j:e d e r e r f o lgverheitzenden Außenpolitik. Ms Hi»renb«rg in Vra««fchweig war- Berlin, 21.. Jänner. Bei dem kürzlich erfolgten Besuchtes Reichspräsidenten Hindenbürg in Braunschwevz würden die Vertreter, der jüdischen und' katholischen Konfession zu den Festlichkeiten nicht e.in ge la.d en. Auf eine gemeinsame Beschwerde* der beiden Brüskierten antwortete die brqunschweigMe Regierung, es sei' für die beiden kein Platz gewesen. Nunmehr Beschwerde heim Reichspräsidenten. -Dieser, ließ erwidern, er f-i s e l b st G a st gewesen und habe es der Negierüngi überlassen müssen, wen diese einladen. wolle. Er könne deshalb n a ch t rägl i ch k e i n e r l e i S t e l l u n g zu der Beschwerde nehmen.. Ser Putlchvn'irK der Leutmntr. MschMll l« il«« lettlMIsche» Min. Riga, 21. Jänner.. In W o l m a r, einem Provinzstädtchen in L ivland, ließ heute gegen 5 Uhr morgens "ein Leutnant eine K o in p a g n i e des achten Jnfantetiereglmentes unter dem Borwand der Abhaltung von Nachtübungen in dle Stadt e i n r ü ck e n, entwaffnete dte wachthabenden Polizisten und besetzte da s Pch st¬ und T e l e g r ap h e n b ure a u sowie die ©tat v>.*t der Schm als purbahn. Ter Zwischenfall wurde sofort durch den. Wolmarer G arnisonSkMmändanwn Üsjgelegt. Der schuldige Leutnant und die'anderen .Mitschuldjgen wurden verhaftet und dem Kriegsgericht überstellt. Im ganzen Lande herrscht vollständige R u h e und Ordnung. Pep Zwischenfall hat' keine Politischen Nvchwirkungen. ... ' ' ... Die krweiterung der 3ewiih Agenry. Sin Abkomme« zwischen Welzmann nnv Loni» Marlhall. — SnNendung ein» unparleilschm SachverstSadigenkommIffion nach Palüftina. — Aach ihrer Müiehr Bilvnns brr neuen Michra Vertretung. N?w Aork, 21. Jänner. (I. T. A.) Auf einem zionistischen Meetmg in N.w York teilte Präsident Dr. Weizmann mit. daß zwifchenihm und Louis Marshal l, dem Vorsitzenden des Joint Distribution Comitch ein Uebereinkommen b:treffend die Erweiterung der * im Artikel IV des PalSMa.Mndates vorgesehenen Jewish Agency abgeschlossen worden ist. Präsident Weizmann verlas. unter allgemeiner Spannung den Text des Abkommens. Darnach soll zunächst o'ne unparteiische Sachter, ständigenkommrssion gebildet werden, die schon tukurzerZeit nach Palästinz reisen, dort alle Quellen studieren und einen Beri ch L vorlrzen solle, in welchem dargelegt ist, unter welchen Umständen der Aufbau Palästinas vor sich geht. Die Kommission wird beauftragt sein, Vorschläge über die Einführung eines Systems wirksamer Aufbauarbeit entsprechend den realen Anfor. deruugeu Palästinas und der - : ■ . ... - ' E i n w a n d MU K ll - i '' '''' zu ÄhemÄ^omm'rssioy^oÜ auch einen pr aktischen . F L n a n z p l a y aufsteven ^uud die F r a ge n b e r- B u d g e t S' erngetzend studieren. Reseluns der jüdische» Gemeinde« Wesens in Polen. Allgemelnes Provorzwaylrecht. Warschau, 21. Jänner. W'.e Ihr Korrespondent von* gut unterrichteter Stelle erfährt, sie hm die Arbeiten im Kultus- und Unterrichtsministerium über die : Regelung des Mischen Gemeindewesens unmittelbar vor dem/Mschlutz. Der^ neuernannte Unterrichtsminister Dobrucki beaL'sichtigt. das bekannte, vom damal'gen Staatspräsidenten Pilsudski 'erlassene Dekret, ausd-.m Jahre 1919 über die jüdischen Gemeinden, das bisher nur'für Kongreßpolen g-ält, nunmehr für das gesamte Gebiet der Republik, also auch für Gal'zien, in Wirksamkeit zu setzen. Dadurch totrfr eifte VereinheiL - l i chu n g d e s W a h l r.e ch t e s in sämtlichen jüdischen Gemeinden Polens erreicht, inLÄesondere werden die Zensus'Wab'.Iüestimmungien in Galizien, die noch aus der österveich'.schen Zeit stammen, verschwinden und in allen jüdischen Gemeinden Polens wird das a l l g e mei ne, g l e i ch e, direkte, geheime Proportio-nal-Wahl recht eingeführt. - r«r MWe SchMrlea Warschau, 21. Jänner.-Unterrichtsminister Dobrucki hat den Senator DriNingel empfangen, der, bei ihm in den auf die jüdische B völkerung Polens bezüglichen . Angelegenheiten des Kultus- und Unterrichtsressorts intervenierte. In der Besprechung.erklärte der Minister, er werde alle Fragendes judisch-en. Schulw e f e n s st e t s o b je kt-i v" e r l e d'i g e n. Ferner teilte er mit, daß das jüdische Gymnasium in Stanislau in allernächster Zeit das Oeffentlichkeitsrecht erhalten wird. Gin neuer PostmlMr. Warschau, 21. Jänner. (P. T. A^) Der- Abgeordnete der. Volks^artei .. WyLwolenie^, - Oberst M i e d z i n s k i, ist zum Minister für Post und Telegraph ernannt' ivorden. : tzedschar und Affyr. Rom, Zl. Jänner. nCmriers dtzllq Sera" bexlchtet aus K a i r.o, daß die nationalistische ägyptische Presse nun den tm Oktober v. I. zwischen Assytz und Hedschas abgesKyssenen Vertrag veröffentlicht, der einer Gr- Auch soll sie die Möglichkeit einer Erweiterung dev Kolonisation auf die an Palästina angrenzenden Territorien studieren, ebenso die Möglichkeit der Erwerbung der noch verfügbaren Laudflächen in Palästina selbst. Sie soll auch die verschiodenartigeu Anssichten der Immigration in Uevereinstimmung mit der Kolonisation, sowie überhaupt die gesamten Möglichkeiten der Entwicklung des' Lindes stu-disren. Rach Vorlegung des Berichtes dieser Kommission soll die formelle Bildung der neuen Jewish Agency vonstatten gehen. Eine Stellungnahme zu dem Abkommen wird erst dann möglich sein, wenn der genaue Text vorliegen wird. Die Mitteilung der I. Ti A. gibt' keine volle Klarheit darüber, in welchem Zeitpunktdie Erweilerung der iJewifl) Agency wird erfolgen können. Es -ist airch nicht zu erkennen, ob diese Erweiterung p r i n-z-i pi e ll beschlossen' worden ist, denn die Entsendung einer Expertenkomm'ission spricht w-der* für noch gegen eine grundsätzliche. Einigung könnte vielmehr als eine technisch? Maßre-g*el-* gelten. strecküng der Souveränitätsrcchte von Hedschas auf Assyr gleichkommö. Er sei unter passiver Assistenz des zu Jbn Saud geflohenen Emirs v o n - A s s y r, aber ohne Zustimmung der Stämme von Assyr, abgeschlossen worden und suche betreffs der Grenze von Assyr den Stand vom Jahre 1921 dem Yemen gegenüber wieder herznstellen. Die englische Regierung stehe dem Vertrag ferne und sei erst später davon,- zugleich mit Italien, verständigt wor< den. . Ansüehllnng der fremdenkeindNchea Stimm««- in Südchina. London, 21. Jänner. Heute nachmittags fand tn der Downingstreet ein Kabi n ettsrat unter Vorsitz B aldw ins statt, der einen Bericht Chamberlains über die Entwicklung der Lage in China anhörte. Nach dw eingelausenen Meldungen dehnt sich die fremdenfeindliche Stimmung in allen Teilen Südch i n a s w e i t e r a u s. Äe ««sarischm Sorialdemokrate«. . Budapest, 31.. Jänner. Die sozialdemokratische Fraktion des Akgoordnetenhauses hat heute in der mit der ^Parteileitung gemeinsam* aLgehalöenen Konferenz beschlossen, an der-fe ie r l i ch e n E rö ffn u n g des Parlaments zum Z-Men des Protestes gegen die Regierung nicht teilzunehmen. Patriot Sadraver. - Budapest, 21. Jänner. Vor dem Buda'pester Gerichtshof kamen heute acht Verleumdun'gs'prozesse zur Derhandlung, die Felbbischof Z a d r a v e c wegen während der FrancsfälschuNgsaffäre erschienener Artikel angestrengt hat. Fünf dieser Prozesse wurden durch Erklärungen der Angeklagten beigelegt, ein sechster wurde vertagt. Zwei I o u r n a l i st e n, -die im „Ujsrg", bZw. in der seither eingestellten ,.Vilag" geschrieben hatten, daß der Felddifchof. die Francsfälscher vereidigt hatte, wurden, da der Eid sich niÄ auf die Francsfälschung, sondern auf eine patriotische Bewegung bezog, wegen Verleumdung zu je 75 Pengö Geldstrafe verurteilt. Das Verlangen des Vertreters des Feldbischofs auf Zuerkennung einer materiellen Entschädigung von 100. bzw. 200 Millionen Kronen wurde vom Gericht-Huf shgswiefen.

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