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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-21 · Heft 2837 (21.1.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2837 (21.1.1927)
Date
1927-01-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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| Polen: gg gros2y | Wien; Zum Abholen mder Expedition, ll^Taborstr 1-3 oder in einerVerscbleißstello (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I.. Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling. Tscheche Slowakei: Mon.K22 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 Rr. mi Wiener Morgenleitung Wien. Freitag. 21. Mnner 1927 (18. Schewat 5687). England: Mon. 4 Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien: Mon. 100 Lewa. S c hw e i z und das übrige Aasland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., I'aborstr. I Telephon: 44-0-38, 43-8-19 Ab 6 Uhr abends* Telephon Nr. 31-0-86 n. 31 208 VII., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei ,lnva") Oesterreichisches Postsparkassenkonto Hr 150 683 9. Katzmana Hindenburg für eine bürgerliche Koalition. Die Jenische Bolksvartei gegen eine Regierung der MM. — k'n Brief des RekchrprSst' deuten au Dr. Marx- — Sie Entscheidung beim Zentrum. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetzteS E gekennzeichnet. Ifel! A 1* H>8a»«vaii's M m Wänterspezialitäten I IKOJI weiße und braune Gansleberwürste. gejjttD selchte Oansbrüste und Bügel, Bratwürste! I^sl u. Augsburger, Zungenpreßkopf sind wieder Ifet iSj! in allen unseren m IVÄ Verkaufsstellen täglich frisch zu hahpn. I(§3 konzertdirution RICHARD L AN Y I, WIEN Mittlerer Konzerthanssaal Sorntag, den 6. Februar, halb 8 Uhr abds. VORLESUNG DR. PRÄGER Jüdische schwanke (Rosinkess und Mandlen) KARTEN von 70 Grosch n bis 5 Sc’illjng bei R. Lanyi, I.. Kärntners raße 44, Buchhandlung R Löwit, Rotentürmstralie 22 Bjcherstube Rath, II., TaboroVaß.e 20 a; SchiedsgerMMche Regelung der RoWstleites. New,York, 20. Jänner. Staatssekretär Kellogg hat heute erklärt, das; er beroit sei, den Vorschlag des Präsidenten Calles amzrlnehmen und. die. Frage der a m o r i k a n i - scheu Pe'roleumkonzessionen in Mexiko 1chredSg>eri,chtNch zu regeln. Berlin, 20. Jänner. Die Bildung eines Kabinetts der M'tte ist in letztsr Stunde durch.eine unerwartete Stellungnahme der Dänischen Volkspartei gc'scheitert. Der ZMhr:» der Deutschen Vovkspnrtei, Dr. Scholz, gab nämlich dem Reichskanzler Dr. Marx die Erklärung ab, seine Partei halte die Bildung eines Kabinetts d e r M i t t e f!ür aussichtslos und ersuche den Kanzler, eine KoalitionLreg'erung m't den D e u t s ch n a t i o n a l e n zu bilden. Daraufhin hat Dr. Marx heut? mittags dem Reichspräsidenten mitgeteilt, daß er ein Kabineit auf der Basis der Mitte, nicht mehr für möglich halte. Reichspräsident H i n d e nb u r g hat daraufhin nachstehendes Schreiben an Doktor Marx gerichtet: „Sehr geehrter Herr Rrrchskanzl'er! Die außen- und innenpolitische Lage des Reiches erfordert eine arbr'tsfähige und starke Regierung. Die Regierung wird am erfolgreichsten arbeiten können, wenn sie sich auf eine Mehrheit im Reichstag stützen kann. Die B'ldnng einer solchen Mehrheit unter Einschluß der Linken ist zur Zeit wenigsten?« nicht möglich. Der Versuch zur Schaffung einer nur aus die mittleren Parteien gestuften Regierung ist gescheitert. Ich richte nunmehr an Sie, Herr Reichskanzler. das Ersuchen, die Mldung einer R-egierung auf der Gründläge einer Mehr, h eit d e r b ü r g e r l i ch e it P a ot^s i en des NeichstLgcs mit tu n l i ch st e r B e s ch l e u n i - gunq zu übernehmen. Ich appelliere gleichzeitig an die hiefür m FTnge kommenden Fraktionen des N-ichstagcS, pcrwnl'che Bedenken und Verschiisdenheiten der Anschauungen im Interesse des Vaterlandes beiseitezustillen, sich zur Mitarbeit unter Ihrer Führung zusammenzuschließen und sich hinter einer Regierung zu vereinigen, die entschlossen ist, nicht für und wicht gegen einzelne Parteien, sondern getreu der Verfassung für das Wohl dc - Vaterlandes zu arbeiten. Diese neue Regierung soll, wenn ihr auch Vertreter der Dinkspartoien nicht angehören, dennoch die besondere Pflicht haben, in gleicher Weise wie andere Sta.rtsnotwendigkeiten. die berechtigten Interessen der breiten Arbeiter- Massen zu wahren und in dem Bestreben, dem gesamten deutschen Volke in allen seinen Schichten zu dienen, die vor uns stehenden wichtigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ausgaben lösen. Mit der Versicherung meiner besonderen Wertschätzung bin ich Ihr ergebener gez. von Hindenburg." Dieses Schreiben Hindenburgs beinhaltet einen Auftrag an Dr. Marx zur Bildung eines iKabinetts auf der.Grundlage einer Koalition aller bürgerlichen Parteien und übt gewissermaßen einen Druck auf das Zentrum, die Partei, welche einer Koalition mit den De n*t s ch.n ationalen . w i d e r st reb t, aus, diesen Ederstand aufzugeben. Das Zentrum, dessen Fraktionsvorstand Dr. Marx das . Schreiben de? Reichspräsidenten vorlegte, betrachtet diesen Schritt des Staatscb.eMuPtes als ein ■ ’ \ ’ ' staatsrechtliches und politisches Novum. Soviel jedoch scheint schon sicher zu sein: Der rechte Flügel des Zentrums hat durch den Brief Hindenburgs Oberwasser bekommen und es hat den Anschein, daß eine Beteiligung des Zentrums an einer Koalition mit den Deutschnationalen. in unmittelbare Stäche cjeifucft ist. Der Fraktionsvorstand des Zentrums arbeitet sitzt die Bedingungen aus, unter denen die Partei an der sogenannten „bürgerlichen Regierung" .sich beteiligen könnte. An Hand dieser Bedingungen berät nun'die Zentrumsfraktion über die Möglichkeiten ihres Eintrittes rn die neue Koalition. Steifen gegen gb« Santi. Nom, 20. Jänner. In Besprechung der Vorgänge auf der arabischen Halbinsel, wo die Annexion des strittigen Gebietes von Asir durch Jbn Saud, den König des Hchschas, nach hier vorliegenden Nachrichten bereits praktisch , vollzogen worden sein soll, kündigt der diplomatische Mitarbeiter des „Corriere della Sera" in Nom an, daß Italien bereit ist, die Folgerungen aus seinem F r e u n d s ch a f t s v e r t r a g mit Enrir Jahio des Jemen zu ziehen und nicht zuzugeben, daß die Rechte des Jemen verletzt würden. Der Jemen werde sich die Annexion nicht gefallen lassen, und Jbn Saud wirb der Rat gegeben, seine Schritte 'sorgfältiger zu überlegen. Die Sympathie Italiens sei jedenfalls auf seiten des Jemen.; - > Neubesetzung italienischer Konsulate. Tamaro nach Hamburg, Petrazzi nach Jerusalem. Rom, 20. Jänner. Mussolini -hat eine Reihe wichtiger Generalkonsulatsposten neu besetzt, darunter vier durch Politische Persönlichkeiten ohne diplomatische Laufbahn. So geht der Mgeordnete Barducci. Fascistenführer von Triest, als Generalkonsul nach Marseille, der Journalist Dr. Milo Tamaro, der einige Zeit Korrespondent des „Popolo d'Jtalia" in Wien war, als Generalkonsul nach Hamburg, der OberstRomanelli, der sich während des Kominunistenpubsches ln Budapest Verdienste erworben hat, nach' Barcelona und der Journalisten - Abgeordnete P.etrazgr nach Jerusalem. Kein FrieHensschlns! In N'kMgna. Managua, 20. Immer. Der Führer der Liberalen, S a c a s a, hat den F r i e d e n svorschla g des Präsidenten D i a z a b g e I e h n t. ghambertain informiert die Lvüosition. London, 20. Jänner. Da.entsprechend der englischen Tradition beim Ei n t r e t e n^ei'n e r ernsten Lage auf dem Gebiet der äußeren Politik die Führer der Opposition über den Gang der Ereignisse auf dem Lau.fenpen gehalten werde,; wurde heute Mä cdo na ld von Chan.iberlain über ldie Lass m China unterrichtet. Auch «der Führer der Liberalen, L'lohi- George, ist von Chamberlain za einer Besprechung eingeladen worden. Ausrüstung eines Truptzrutraustzorlschiffes. London, 20. Jänner. Der gegenwärtig in Liverpool liegende Dampfer der White Star Line ,,M e g a n t i c" (40.878 Tonnen) wird augenblicklich auf Anweisung der britischen Admiralität als T r uppe n t ra n s p o r t.s ch iff für die Beförderung von M a r.i it e >t r u P p e n n a ch. C h i n a ausgerüstet. Paris -Kouftantinopelgernsalem-Kairo. Konstantinopel, 20. Jänner. Die tückischen Jcktungen melden, daß in beu irächsten, Tagen ein Delegierter der Türket nach Florenz abreissn Ivitd, um an der internationalen-Eisenbahnkonferenz teilz:- nehmen. In Florenz soll, wl-e schon auf der letzten Konsercnz in Badeit-Bad:n. dir Scha,f::nz einer di/ekten Vorhin'mrg Pmis—Stambu"—Je u'al m—K.'.i o ohne Umsteigen, - mit Eisenbahnboot über den Bosporus, erörtert werden. Nie Maisenverhaitungen in Polen. „Sinür wnn Me „Paale Alan* ln die Untersuchung ver- Wickert. — MMrlsche Dokumente gesunden? Warschau, 20. Jänner. Die Verhaftungen und Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit der Affäre der iveitzrussifch-nationalLN Organisation „Hxomada" dauern an und erstrecken sich jetzt hauptsächlich auf die Perlustrierung kommunistischer Elemente und Organisationen. Die ganze Berschivörung wird jetzt auch offiziell als kommunistische bezeichnet, mährend ihr anfänglich mehr ein nationaler Charakter beigelegt wurde. Die Untersuchungen und Verhaftungen werden auch in Kreisen der unabhängigen polmnischen Bauernpartei, der jüdisch-sozialistischen Arbeiterpartei „Bund" und des linken Flügels dev jüdischen Arbeiterpartei „Poale Zion" vorzenommtzn. Großes Aufsehen erregt die offizielle Meldung, wonach Dokumente militärischer. Natur, unter anderem die Ordre d e B a t a i l l e der polnischen Armee, die Dislozierung der technischen Regimenter, den Aufmarschplan eines Armeekorps. bei den Verhafteten beschlagnahmt worden seien. Der Innenminister sowie der.Justizminister. werden das gesamte belastende Material dem Sejm vorlegen, der feine Arbeiten am 28. Jänner beginnen wird. Lie Kownoer Realernng arge« die Rdischen Beamten. Kownv, 20. Jänner. Die Regierung schreitet in jhrsr Verfv-lgung der j ü d i f ch e n ö f f e.n t l i ch e n Beamten fort. Nicht nur in den. höheren Beamten- Kategorien, in denenes -kaum Wische Beamte gab. auch in den untergsordnetsten Dienststellen werden i jüdische Angestellte ohne jede Kündigung entlassen. So wurde jetzt , der einzige jüdische Polizist von Kowno, der seit acht Jahren sein Amt zur Zufriedenheit versah, mit der 'Begründung cbgebaut, daß er ,/siür dm Polizeidierrst ungeeignet" sei«

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