Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2836 (20.1.1927)
- Date
- 1927-01-20
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3836 Wien, DrmiierSkrg. 26. JStmer 1927 Seite 9 Der Moderne Haushalt Las Recht der Hausfrau und Hausgehilfin. «Uns einem Vortrag von Dr jnr. nnd Phil. Marianne Beih. Im Rahmen hßr Ausstellung „Die Frau von heute", >n der alle Probleme der wirtschaftfühcenden Hausfrau, der sozial arbeitenden Frau, der iver^ätigenBeriifsarlelter,'?, der sürsorgenden Mutter in Vortvchgen und Diskussionen erörtert werden,'hielt Dienstag^ie ge.Tia'e'Jurist::: und Verteidigerin Frau'Dr. Marianne Bet7) einen'fesselnden Vortrag über die Rechte und Pflichten von Hausfrau stnid Hausgehilfin und über das Gesetz', welches dieses'Arbe'itsveryZltnis regelt. Sie machte die zahlreich erschienerren Zuhörer'mnen Mit dm einzelneil Punkten des Hausgehilsinnenzesetzes bekannt und erntete reichen Beifall für ihre interessanten "Darlegungen. Einleitend führte sie aus ,dast es schon imi'Mtm Testainent Bestimmungen gab, die das Lohnverhältnis zwischn: Dienstgebcr mrd Dienstnehmer regelten, ja, daß selbst i 'cf Sklaven durch Vorschriften für Leib und Leben geschützt waren. Auch das Mittelalter gestattete feem Herr,: nicht, nur nach seinem Ermessen mit feem Gesinde zu verfahren, doch richteten sich die gesetzlichen Maßnahme,: meist gegen die sozialen Ansprüche der Dienstboten, die sich aus der damals sehr große Schar der Hörigen ergänzte. Der ge bückten Stellung, den niedrigen Löhnen und dem niedrigen sozialen Niveau entsprach aber auch die geringe Arbeitsleistung. Hausgehilfin wurde rroch bis vor kurzer Zeit nur das Landmädchen, das sich irr der Stadt ausbilden ivollte, oder die daheim Ueberzählige, die ohne feie geringste Vorbildung und ohne jedes Verständnis für die Leüensgewohnheiten des Großstädters ihrer: Poster: iit der Stadt an trat. Leider besieht auch jetzt noch keine Verpflichtung für die Hausgehilfin, die Pflege der Wohnurrg, die Regeln des Servievens und die Einteilung des moderner: Haushaltes mit allen ihr daraus erwachsenden Verpflichtungen zu studieren, doch wächst jetzt nicht rmr die Anzahl der Haushaltungsschulen immens, es zeigt sich auch bei Mädchen mit höherem Intellekt das Bestreben, in landwirtschaftlichen Berufen tätig zu sein, und es ist darum anzunehnrerr, daß es in absehbarer Zeit eine größere Anzahl qualifizierter Hausgehilfinnen geben wird. Das Gesetz schreibt eine Arbeitszeit von 13 Stunden für die erwachsene Hausgehilfin in der Voraussicht vor, Haß sie bei richtiger Einteilung rvahrend dieser Zeit alle ihr zufallenden Arbeiten bewältigen kann. Es wird angmommen, daß sie ihre Tätigkeit um 6 Uhr morgens beginnt, bis 4 Uhr nachmittdgs ausdehnt, dann eine Panse von ungefähr zwei Stunden einschiebt und schließlich den Rest ihres Pensums erledigt. Gesetzliche Vorschriften für die Festlegung der Arbeitszeit gibt es nicht, da sich diese nach den Gepflogenheiten dev Dienstgeber richtet, die zumeist von der Tageseinteilung, die ihr Beruf erfordert ,bestimnrt werden. Nach einjähriger Dienstzeit ist der Hausgehilfin ein Urlaub von einer Woche zu gewähren und ein halber Gehalt als Kostgeld zu'ualsien, nach zwei Jahren hat sie auf zwü Wochen Urlaub Anspruch, nach fünf Jahren euch drei Wochen. Unverständlich ist die gesetzliche Bestimmung, daß die Hausgehilfin der Herrschaft nicht in die Sommerfrische folgen muß;' in dm Praxis jedoch wird in dm meisten Haushaltungen die Hausgehilfin oft iveit über ihren Urlaubsanspruch hinaus während der Abwesenheit der Dienstgeber freigegeben, da bei dem jetzt vielfach üblichen Aufenthalt: im Hotel das Mitnehmen dm Hausgehilfin nur Kosten verursachen würde. Verlangt eine Fvau aber, daß die Hausgehilfin mit ihr in die Sommerfrische reisen soll, so wird dies in der Regel gleich bei der Aufnahme ausbedungen. Es ist allgemein bekannt, daß gmade die Lösung des Hausgehilsinnenproblems noch von vielen Dingen äbhi'w'.ig ist, die sich mst im Enttvicklungsstadiun: befinde»:. Sicherlich wird es vielleicht schon in naher Zukunft ausgebildeto H''sgchilfinnen gebe»:, die ihre Arbeit ratnmell und ittl '.j verrichten, sicherlich aber auch Hausfrauen, denen arbeitsparende Methoden und entsprechende Arbeitseinteilung "in: Haushalt Selbstverständlichkeiten find. Neue technische Ersindungen untmstützen nach dieser Richtung hin beide Teile, «aoofiooqooflqoeeooiMiaaaeoqflaeeoeooeeoosat BLAIMSCHEINS ^©2 Pflanzeit-Margarlne TERNO Unerreicht In Qusllt&t und PrelaJ Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner EhrwQrden des Herrn Oberrabbiners S.? 0 r s t Darr ln kalnam jQdis:..an Nauahalt fühlen U eberall erhältlich »tt KARL BLAIMSCHEINS vereinigte Margarine- und Butterfabriken, Wien, 14. Bez., Diefenbachgasse 59 und bei einigem guten Willen bei der Hausfrau sowohl wie bei dm Hausgehilfin dürfte im Laufe der Zeit,ina,:7/2 R§ibungsfläche Mschen Dienstgebmn: und Dienftnehmerin auch aüf Grund gegenseitigen größeren 'Verständnisses verschwinden/ «was über dar »«tteraarlchtra. Man kann Butter auch nett anrichten. Es macht dock) wirklich keinen geschmackvollen Eindruck, wenn die Butter mit dem Monogramm der guten Bäuerin, die sie formte oder dem Firmenaufdruck der Molkerei oder gar der Butteraefellfchaft auf den Tisch kommt. Sehr gut sehen die Butterrosen aus. Zu der kleinen Rose macht man einen Buttersockel. Dann sticht man mit einem möglichst breiten Holzmeffer, das man des öfteren in kaltes Wasser taucht, die Rose aus. Bei der großen Butterrose verfähfrt man ebenso. Petersilie oder feines Selleriekraut zieren die Teller. Auch die Phramidenform nimmt fick Immer sehr gut aus. Dazu formt man eine beliebige Anzahl K ' Hm Holzmeffer narben tai schmaa mehr oder weniger schale an. Lechnlsche Neuigkeiten. einem einfachen Mitlol ist es gelungen, einem viel "IM. empfundenen Uebefftand aibguhelfen. Es gilbt cdneu neuen Abgußtopf. Er hat einen Deckel, rer durch Bajonett-Ver» schluß selbsttätig festlstemmt, so daß er beim Umdrehen des Topfes nicht herunterfallen kann. Außerdem ist dieser Deckel zu einem Drittel siebartig diurchllöchert und dieser Teil ist mit einer Klappe versehen, so daß beim Wbgi-etzen von Kar, löffeln, Gemüse ustv. das Wasser bis «ruf den letzten Tropfen a'mänft, ohne daß der sonstige Inhalt herauSsirillen kann. Der Topf i'st aus Aluminium hergestellt und mit Jlsoliergrihfen verse'hen, die nicht heiß werden. Der Thermosflaschen sind die Nachteile der Metallins. besondere der Mmminium-bccher hinsichtlich der Saubevleit. GeschmackSbeeimrächtigung und Wärmeleitung, bei heißer Flüssigkeit nicht anFufassen, bekannt. Eine neue Thermos. flasche ist mit einem Trinkbecher aus Porzellan ausge, stattet, der auf amern roten Gummiring sitzt und gegen Druck und Stoß durch einen aufschraübbaren Metallbecher, der je nach Ausführung der Flasche aus Aluminium oder vernickeltem Messing büsteht, geschützt ist. Hervocz ulhaben ist ferner der dichte Abschluß der Hülle, der daT.nird} ogiclt wird, daß ein Gu.mm.Dand, das auf dem Flaschenhals unld der Hiülle fest auffitzt, die Oeffnung Mischen Hülle und Flaschenhals dicht abfchließt. Da außerdem der Oberteil auf die Hülle aufgeschraulbt wird, so kann beim Einschenken kornerlei Flüssigkeit in die HiWe Eindringen. Diese Uei'bt daher geruchlos und das lästige Auseinandernehmen zwecks Reinigung Mt fort. Die neue Flasche hält gut verEovkt h-sißaejÄllte Getränike und Speisen sichier 24 Stunden bei einer Mindesttemperatur von 46 Grad Celsius. Kalt ringe füllte Getränke bleclbcn tagelang Mt. - Gewiß, so praktisch die kleinen elektrischen Lampen find, sie haben jedoch den Nachteil, daß sich die Batterie rasch abnützt und Im Verhältnis doch zöemuch teuer ist. -Die Brenn, dauer der Lampe kann man dadurch verlängern, daß man die ausgebrannte Batterie mehrere Stunden auf den heißen Ofen tagt. Versuchen Sie es, Sie werden staunen, wenn «die Lampe wieder brennt. Di-eS Verfahren können Sie sogar verschiedene Male wiederholen. Natürlich wird 1v>3 Licht nach und nach doch schwächer. aber die GebvauchÄfAhigkeit wird doch um viel verlängert. Telnt.Mayonnalse das moäerne 'Wasohn»a Hautpflegemittel, bringt Jugend und ^cftBnAett HXrfcanaMQes. m. b. B., Wien, Xll. / Tel. »2.3-77 ln Parfümei len, Drogerien, Apotheken, Friseurgeschäften 3 mal schnell sagen Kochen Braten Backen Baden Heizen Waschen war mit Slcmcns-GasApparaten TEILZAHLUNGEN VERKAUFS Ai*erstr«6e 20, Aaset «flau? »Die Frsa von Heute*. VIU„ AlseratraBe 33, Kochtcbale, Alseretrefie 20. Bet Jedem Installateur. Uns dem Reiche der Mchr. Jüdische Spezialitäten. GlWerttMit (Sauerkohl) In Wein. W-cißes .(ir-ni iu'.xh fein geschnitten, in eine Kasserolle gegeben, d-agu ein oißchen GanSfett und ein wenig Salz, lasse selbes eine halbe Sturze unter einer Stürze auf der Pllatte dünsten. Dann nehme Man weißen Wein, auf ein Krauthäuptel V» Liter, ßi.jc ihn auf das Kraut und lasse es weich dünsten. Stücke'. cn Zucker lasse iwn qcA> aularicn, gieße ein wenig sc:.e suppe auf den Zucker, firnt/bc das Kraut mit -dem Mehl alb, gieße den gebräunten Zucker auf das Kraut und lasse alles zusammen K Stunde dünsten. Man gcüe diese Art des Krautes zum Wi'SMrct als-. Rebhuhn, Fasanen rchv. zu Pfeffer-Dlvuce. Dazu vor allem: Gelben und schwarzen Pfefferluchen und süße Mandeln. Diese werden nicht gebrüht, sondern in einem reinen Tuche abgcwischt, ein Stück Knoblauch und die Mandeln werden zusammen in einem Mörser zerstoßen, der Pfefferkuchen wird geric'aen, alles zusammen in eitnen Topf gegeben, etwas gestoßener Pfeffer .dazu gegegeben, dann guirle man alles ras in zrvei Drittel. Liter schwacher Meifchsuppe gut ab und lasse cs auf der Platte bei schwachem Feuer abkochen, sollte cs zu wenig gesalzen sein, so salze man es zu. Die Sauce gebe man zum Rindfleisch oder zu Kalbs- oder Riimözunge; soll!« aber die Sauce zu dick sein, so kann man sie mit Fleischsuppc verdünnen, auch kann man Hirn damit einmachan. Plewe. 6 Dotter werden sehr gut verrühr:. 10 Dela Zucker wird an einer Zitrone atgericben und fein gestoßen mit den Dottern so lange gerührt bis cs weich ist. .10 Deka geschälte Mandeln fein gestoßen und mit der Masse eine ha.be Stunde gerührt, dann gibt man von 8 K'lar S^nee und rührt ihn langsam hinein und backt cs bei gelindem Feuer. DerUoqen vasch abgebratene KoteloÄen, rlioftbraten oder dgk. die Form, d. h. haben sie sich am Rande zusammangc. zogen urD in rer Milte erhöht, so hat die Köchin vergessen, die Haut am Rande wegzüschnciden oder zumiiLest einige Male cinzulkerben; auch der Rücken eines Hasen ödes Rehe», muß einige Male eingehackt werden, um gerade zu bleiben. Frogrn und Antworte». Fr. M., Müdllng (Wie erreiche ich eine tadellose Glasur'?). Sie iuundcri: sich, daß Ihre Tortenglasur immer matt wird. Wahrscheinlich streichen Sie solche mit dem Messer auf. Dadurch verliert die Glasur immer den Glanz. Man muß die Torte vorsichtig drehen und die Glasur über diese lausen lassen. Landfrau aus Gmunden. (Wie verchinder-e ich daS Quellen' der Fcnlsterrahmen?) Das Quellen der Fensterrahmen können Sie vevhindern, wenn Sie den Fr-ltz dcr.^ Fenster mit Rindertalg gut einreiben und das Fenster, darauf schließen. Die Tal-Gaut schützt den Falz vor FeuchtijPoit und verhütet das Quellen des Holzes. Dabei läßt sich der Fensterflügel leicht öffnen. Im Fvühjahr ist der Talg leicht durch Äbtzvaschen zu entfernen. Fr. L. aus Wels. (Wie kann man Essig klar machen?), Gießen Sie auf 1 Liter Essig etwa 2 Teelöffel frische Milch. Meist hat sich nach M Stunden alles Trübe auf äxm Boden ckbgesetzt. Wenn der Essig nach zwei bis drei Tagen noch immer rrü'üe ist, so wiederholen Sie den Aufguß noch ein- oder zweimal. Ist der Essig klar, so gießen Sie ihn vorsichtig vom Bodensatz ab. Frau M. aus Lemberg. (Wie entfernt mau Fettflecke auf Marmor?) Es handelt sich sicher bei den Fettflecken auf Ihrem Marmor um recht alte Flecken. Versuchen Sie es doch einmal mit folgendem: Man begießt die Flecken mehrfach mit Benzin and trägt dann einen Brei auf, der wie folgt'/ bereitet wird: Man stellt eine starke Seifenlauge her ustd rührt gelöschten Kalk hinein, diesen Brei reibt man auf den fleckigen Marmor und läßt ihn zwei bis drei Stunden einwivken.^Dann wäscht man ihn mit Seifenwasser 7)erunter «und spü-lt mit reinem Wasser nach. Pechvogel aus Baden. (Wie helfe ich mir gegen ber« salzene Speisen?) Wenn Sie wieder mal Unglück haben und Ihre Speisen Versalien, tauchen Sie einen größeren Bogen Pergamentpapier in kaltes Wasser, drücken ibn fest aus ur:d füllen die Speise hinein, die 4 Zipfel des Papiers binden Sie mit Bindfaden fest zusammen. N-un hängt man das Ganze in ein, Gefäß mit kaltem Wasser, so tief, daß das Wasser die Speise berührt. Nach einiger Zeit har das Waffer^ derr Salßgeischmack angezagen, wovon wem sich leicht durch Prüfen überzeugen kann. Jlst das Wasser schon salzig und die Speise noch zu scharf, wiederholt man '-diese Prozedur. Selbstverständlich kann man statt Papier auch ein Buch verwenden. i Fr. K. aus Frankfurt. (Wie entferne ich Stearinflecke?) DaS ist aber mich wirklich Pech, auf die noue Lckdermappe -einen Stearinfleck! Bedecken Sie sodann die Mappe mit mehreren Bogen Löschpapier und drücken die heiße Plätte darauf. Die letzten Spuren können Sie mit Weingeist abreiben,- Sie werde« sehen, das hilft! mä »narxsDurg« wäschl liii* ydirz Wion! Z t: N r I:?Ä LE:; VI'WALIG -4 TEI.' 3 5-20 SEPI5 Ut»erttaJhmsc!ellen fn ledern Beelvls i TSoKchev Autoverkehr ln alle Beslrke swcch« Abholung vom Bausei