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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-20 · Heft 2836 (20.1.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2836 (20.1.1927)
Date
1927-01-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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{Polen: 25 groszy | Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr 1-3 oder in ei nerVer&chl ei fistelte (Trafik) monatl.b Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma G o I d s c k m i e d, I., Wollzeile 11 Mit Postrersand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho Slowakei: Mon. K 22 Jugoslawien: Mon.Din.60 Polen:Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm.4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 35 Dir. 9836 Wiener Morgenfeitung Wien, 1687 <17. ScheMtHmh Lngland:Mon.48chiNiv8 Italien: Monfttl. 20 tire Rumänien: Mon. 170Lei Bnl gar i en: Mon. 100 Lewa. Schweiz und das Übrige Ausland monatlich Pres. 6 Redaktion, Administration: Wien, ll., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-98, 43-8-10 Ab 6 Dhr abends' Tele* Phon Nr. 31-0-86 u. 31 209 Yll., Lerchenfel der atraße 1 (Druckerei ,lnva") Oesterreichisches Postspar* kassenkonto Nr 160693 9. SfafiMann M redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein voraugesetztes E gekennzeichnet. mm USIKHAUS ETROPHOH ORAB1N SO . r AQLCROASSE 1 TEL. 69422 Gramophones, Piatteri 454 Tanz, Oper, Revues, etc. etc. Größte Leisium sfähipkeit. Tägl. Postversand. Kataloge, Prospekte gratis und franko. Ser RohSlstteit kommt vor das Haager Schiedsgericht? Der amerikanische Senat für Fried, ft mit Mexiko. London» 19. Jänner. Die heute auS N e w y o r k eintreffenden Nachrichten signalisieren des Ende der Kriegsgerüchte anläßlich des Konflikts mit M exiko. Nach einer stürmischen Senalssitzung wurde di, HgyrW vor einigen Tagen einge-rachte Nesolntion R o S i q f » n angenommen. welche sich dafür ausspricht» alle aus dem mexikanischen. Enteignnngsgeseß entstandenen Streitigkeiten, wenn sie sich durch diplomatische Verhandlungen nicht -eilegen lassen, dem I n t e r n a t i o n a l e n S ch l e d s g e r i ch t shof im Haag zur Entscheidung zu unterbreiten. Vorher! hatte Staatsseretür K e l l o g g, sichtlich unter dem Esichrnck des Beifalls^ den.die Nesolntion RoLmspn apch bei RechtsrLpuökikanern im SenaLgefundenhkitte, hie. sensationelle Mlärung abgegeben» büß er dieser Resolution zustrmme. Amerika gegen den Bertrag dyn Lausanne. Washington, 19. Jänner. Der Senat hat mit 50 gegen 34 Stimmen den RaLifikaLionsenLwurf des Friedensvertrages von Lausanne abgelehnt. Dieser Fviedensvertrag mit dier Türkei tvar bekanntlich in den Vereinigten Staaten heftigen Anfeindungen ausgesetzt. Der Grund dieser Ablehnung ist die Konkurrenz gegen England in der Ausbeutung . des Petroleum giebiet es von M o s u l. England unterhandelt in Ebina. London» 19. Jänner. Die britische Notierung betrachtet die Lage in China, e r n st e r. Im Zusammenhang mit der Entsendung, der jetzt auf dem. Wege nach China befindlichen starken Kreuzerflottille geht das Gerücht, daß Kriegsschiffe und vielleicht, auch eine Pruppenhivision von Indien dahin entsandt werden könnten. Die Regierung, betont, daß diese Vorbereitungen zur Gänze für den Schutz des Lebens und des Eigentums der britischen Staatsbürger bestimmt seien und n i e m a l s A n g r i f f S z w e ck e n zu dienen hätten. Zum Beweise ihrer versöhnlichen Politik erklärt sie, daß der britische. Emissär in Hcyrfau O'Malley gegenwärtig mit dem kantonenfischen Außenminister T s ch e n über die Bedingungen in Unterhandlungen steht, die die Verivaltung der britischen Niederlassungen in jenem Teil Chinas unter kantonensrscher Kontrolle regeln sollen. Die Negierung verhandelt jetzt mit den.M ä ch t e n zum Zwecke der Sicherstellung eines g e m.e i n s.a men P o l i z eis chutzes im Falle des Auöl'puches von Unruhen in S h a n g h a i, woseHst der Straßenbahnerstreik als der Beginn ernster AvbeitZstörungen angesehen wird. tzhurchlll beim Pah«. Rom, 16. Jänner. Der Papst hat heute abends den englischen Schatzsekretär Churchill und dessen Sohn in ungefähr halbstündiger Audienz empfangen. Churchill stattete hierauf dem Kardinal-Staatssekretär/Gasparri einen Besuch ab und verließ um 7 Uhr abends den Vatikan. Reue Erdstöße kn stamm. Tokio, 16. Jänner. Gestern imnta hier starke Erdstöße wahrgenommen. Unfälle sind nicht zu verzeichnen. Auch Materialschaden ist nicht entstanden. Vor der Lösung der deutschen Krise. Reichswehrminister Sebler fast gehen. Berlin, 16. Jänner. Die Verhandlungen des Reichskanzlers Dr. Marx ütnr die Bildung einer Regierung der Mitte wurden heute fortgesetzt und scheinen allmäWch zu einem positiven R e f u I L a t zuKHren. Ein Kabinett der Mitte, das auf die Unterstützung der Sozialdemokraten angewiesen wäre, kann diese nur erlangen, wenn boi der Besetzung, des Re'chswshrminDerporteftuilles;der bisherige demokratische Minister Dr. G e tz l e r avsgeschalkt wird. Gigstn Gehler haben die Scizialdemakrattzn w:gen seiner Schwache gegenüber her Reaktion Ln den letzten parlamentarischen- Debatten Lider die RttchÄvehr, die auch zur Regierungskrise führten, heftige Angriffe gerichtet. Es verlautete bereits gestern, datz die Sozialdemokraten ein neues 'fra & i n e tt Marx nyr unterstützen wLirden, wenn Dr. Getzlerihmnicht mehr angehört. Die Entscheidung darüber liegt bei der Demokratischen Partei, als deren -Vertreter Gehler gilt, obwohl er. aus gewissen taktischen Gründen , seinerzeit formell, aus der"Partei ausgetreten ist. Nunmchr scheinen die DemcSraten geneigt zu sein, G e tz l e r z u o p fe r n. Wie aus gut unterrichteten Kreisen verkälüet. beabsichtigt die dömokratisöhe Rsichstqässraklion, eine EnLsWetzüNg zu fassen, rn^dtt ReWlVLHrmrnisier Gehler zum RNWt ayfgefocherl . wird. Die Fraktion ist. beveils zusammengetreten und thre Stellungnahme gegen den Reichswehrkommandanlen General Reinhard t, in der sie hie. Beseitigung der Rn unverändertes Kabinett St Marx Mißstände in der Reichswehr fordert, bedeutet eigentlich ein Mi tzt raue ns Votum gegen Getzler, der ja als Ressortmimster für die Zustande in der Reichswehr verantwortlich ist. Wird Getzler endgültig fallen gelassen, so ist der W:g für das neue Kabinett Marx frei, das sich ansonsten von dem bisherigen Kabinett nicht wesentlich untevscheÄen dürfte. Dr. Marx wird seine Verhandlungen morgen fordsetzen. Briand stier die RSnmnng des Rheinlandei Paris, 16. Jänner. Außenminister Briand erstattete heute im Außenausschutz der Kammer das mit Spannung erwartete Expose. Er gab zunächst eine historische Darstellung der Entwicklung des französisch-deutschen VerhaltnisseS und der letzten Verhandlungen. Die Frage einer vorzeitigen Räumung des Rheinlandes sei bei diesen diplomatischen Verhandlungen formell nicht gestellt worden. Deutschland selbst habe oi-her darum nicht an gesucht. Ern formelles Ansuchen, di? Räumung des Rheinlandes zu beschleunigen, müßte mit gewissen deutschen Gegenvorschlägen verbunden sein. Frankreich könne rndiesep Frage keine Initiative.übernehmen. - - In den Couloirs wird erlarL. emige Müglieder des ÄützenauSschuffeS hätten zu Verstehen gegeben, daß als i etwaige Gegenkonztsiion für die Räumung des-Rheinlandes insbesondere die Freimachung der Eisenbahn-Obligationen gemäß dem Dawes-Plan in Erwägunkommen könnte. Aatijüdische Stimmungsmache im Sste». Litattifche Negi ruttgSblStrer drohe« mit Terror. Kowno, 19. Jänner. (I. L, A.) Die beiden offiziösen litauischen Zeitungen ,K i L a s" und ,.L i e - Luv is" ergehen sich in hetzevischen Ausfällen gegen die Juden. Die Zeitung ,^Lietuvis" erklärt, daß von füllen Minderheiten in Litauen d r e I u 'd e n sich am wenigsten mit der neuen Ordnung der Ding,? ahgefunden haben und. btzmiilht sind, im Lande eine singysielle Panik zu verursachen. Die gegenwM-'M Wanzielltzn SchwÄrigkerten sind eine Frucht der Tätigkßit der Juden; darin sind sich alle in Litauen klar. Auch „Ritas" stellt fest, datz ayein die Juden ihNw Unzufriedenheit Ausdruck geben.. Diese Zeitung behauptet/,' daß auf dem Lande eine sehr gereizt e'.Stim mu n g gegen die Juden besteht. Der Artikel schließt mit versteckter Drohung eines antijüdischen TLrr^^s. Das Organ der litauischen Fase ist^n spricht das Bedauern darüber aus, datz nicht nach der Umwälzung einige führende Personen . der früheren Ordnung zum Tpde befördert worden sind. Unber den Tooeswürdigen nennt die Zeitung auch den jüdischen Sejm-Abgeordneten Fi n k elfte i n. Ju der Ufr,«litte« Moskau, 19. Jänner. (I. %. A.) In der gegenwärtig in Charkow stattfindeuden Konferenz der Repräsentanten der nationalen Minderheiten in der Ukraine wird dem Probl-rm d>?s Antisemitismus in Rußland oin besonderes Augenmerk zugewendet. Nach einer längeren Debatte nachm die Konferenz die folgende Entschließung an: Die Konferenz der Vertreter der nation-alen Minderheiten in der Ukraine stellt das Wachstum des A n t i s e m i t i s m u s unter gewissen Schichten der Devölkerüng einiger Distrikte der Ukraine fest und Erkennt die Nottvendigkeit an, dieses schmachvolle Erbe des Zarismus und des Pelljuraismus zu befeitigen, und zwar durch Aufklärung der unwissenden Massen einerseits und durch ZuMrung der jüdischen Massen zu produktiver Arbeit andererseits. Sie Maffeuverhastuugen in Polen. Warschau, 19. Jänner. Die Polnische Telegraphen« Agentur meldet: Die polnischen Behörden sind fieberhaft mit der Sichtung des im Laufe der letzten Verhaftungen beschlagnahmten Materials beschäftigt. Wie aus guter Quelle verlautet^ ist die Rogievung im Besitze solcher Dokumente, die jeden ZweisÄ. über den kommunistischen Charakter der aufgedeckten Umtttsbe ausschlmtzen. Im Falle der verhafteten weißrussischen Abgeordneten handelt es sich um eine großangelegte kommunistische Verschwörung, in dieeine .Spionage-Affäre zugunsten einer anderen Macht hinemspielt. Der Zusammenhang zwischen der ^Komintern (Kommunistische Internationale) und den. weißrussischen Abgeordneten ist bereits erwiesen. Perhastet wurden lediglich die Führer der kommunistischen Verschwörung sowie solche Personen, gegen die untrüglich Brwnse einer Zusammenarbeit mit der Moskauer Jntorn-ationale voMegen. Die Verhaftungen können also keineswegs als Repressivmaßnahmen gegen die, weißrusjische Minderheit gedeutet werden. ' Rn Mllmatmn der -nnoherren. 4<Msache FriedenSmirte. Eine Konferenz der alpenländischen Hausbesitzer, b\<6 Sonntag in Innsbruck tagte, beschloß, an die bürgerlichen Parteien das Verlangen zn stellen, daß in der famk inenden Parlamentsperiode von 1927 bis 1931 der M i e b* zins bis auf das Viertausendfache des Frie* denszinses zu erhöhen sei. Das Mietengesetz soll bis zum 1. Dezember 1929 terminiert werden. Gleichzeitig wurde gefordert, daß die beiden bürgerlichen Parteien an aussichtsreicher Stelle Kandidaten aufstellen, die von der Hausbesitzerorganisation vorgeschlagen werden. Sollte diese« Wunsch nicht entsprochen werden, so würden die Hausbesitzer sich dem Landbund anschließen. ‘ Als Termin für die Antwott der bürgerlichen Parteien wurde der 10. Februar bestimmt.

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