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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-17 · Heft 2833 (17.1.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2833 (17.1.1927)
Date
1927-01-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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1 Polen t gft groszy | Wien; Zorn Abholen uidet Expedition, II., Taborstr 1-3 oder in einerVerschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkanf in Wien durch die Kolporteure der Firma G o I d s c h m i e d, L, Woilzeile 11 Mit kostversand für Wien und Oesterreich monatlich & Schilling Tscheche Slowakei: Mon.K82 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich* Belgien: Mon. Frcs. So N»c&*atti ttSRSD Ofli PienefbSbontroD *«r' sbaltsn Wiener Morgenxettung fPrela «Ofl | En g 1 a t» d: Mon. 4 Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien: Mon.100 Lewa. S c hw e i z und das übrige Ausland monatlich Frcs. 8 Redaktion, Administration: Wien, U.,Taborstr. 1 Telephon: 44-0^88, 48-3-19 Ab 6 Uhr abends Telephon Nr. 31-0-86 «. 81 209 Buchdruckerei „ l N V A“ VH., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva") Österreichisches Postsparkassenkonto Nr 160 693 Wien. Mmita«, 17. Sinnet 1927 (14. Schewat 5887). 9. Fahr«««« Rücktritt Kelleggs? Spannung zwischen Regier««» «ad Sppofitkan in Amerika. — Jas Borgrhen gegen Lateinamerika. Washington, 17. Jänner. Me „Associated Prsß-e" mittei.lt, hat sich die Spannu'ng zwischen Re» gierung und Op Position wrgen der Politik der Vereinigten Staaten in Lateinamerika beträchtlich vergrößert. Im Senat verlanigte Vorah von dem Staatssekretär Kellogg Aufklärung über die Veröffentlichung der von Mogg Lüirzlich vor dem Auswärtigen AnZschuß des Senats abgegebenen ^rklärung. Borah behauptete, Kellogg habe dem Kapitol eine verstümmelte und umgearbeitet Fassung dieser Erklärung zur Veröffentlichung übersendet. Kellogg erwiderte hierauf, er habe sich für berechtigt gehalten. derartige Aenderungen vorzunehmen und Dinge wegzulassen, deren Veröffentlichung nicht im öffentlichen Interesse gelegen habe. Während der Senatssitzung lief ein Telegramm aus M a s a ch u s e t t s, dem Heimatstaate des Präsidenten Coolidge. ein, worin eine Anzahl airgesehener Bürger dieses Staates die Zurückziehung sämtlicher amerikanischer Truppen aus Nieavirgua, soweit sie , nicht zum ÄHutze des Lebens und Eigentums der Amerikaner absolut unmhbehrlich seien, verfangt. Zu einer scharfen AuKeinanpevsetzung zwischen den Kesiatoren Walsh und Heflr ^,g. kam eß.im Anschluß an die VörlegungerrteH - --- Briefes des Führers der Columbrrs?Ritter, in dem entgegen früheren Behauptungen Heflings erklärt wird, die ColMbus-Ritter wollten keinen Krieg mit M e x i k o. Heffing erklärte diese Behauptung als eine glatte Lüge. Im Repräsentantenhaus erklärte der Demokrat More, Präsident Coolidge den Leiter der Außenpolitik Kellog g wegen des Vorgehens ege n Me x iko u n d Nicaragua ab setzen. More erklärte, er stelle diese Forderung als aufrichtiger Freund des Präsidenten Coolidge. Er befürwortete ferner eine Abänderung der Haushaltsbewilligunge^ für Armee und Marine in dem Sinne, daß die Land- und Seestreitkräfte ohne Zustimmung des Kongresses nur bei unmittelbarer Gefahr für das Leben amerikanischer Staatsangehöriger eingesetzt werden können. Ho«»hto« — der Nachfolger Kellogg«? New Park, 17. Jänner.' Der Londoner amerikanische Botschafter H o u g h t o n, der sich bereits nach London.eingrschifft hatte, ging kurz vor der Abfahrt des Schiffes wieder ans Land, angeblich, weil er Nachricht von der Erkrankung seines Vaters erhalten hatte, der in New Pork wohnhaft ist. In politischen Kreisen geht aber das Gerücht um, daß Houghton zum Nachfolger deZ demnächst zurücktretenden Staatssekretärs des Außenr amtes, Kellogg, auserschen sei. Ae Kümpfe in Mexiko. Mexiko, 16. Jänner. Wie das Kriegsminlsterimn mitteA, sind in der Gegend von Chatuttepes 13 Aufständische, darunter ein einflußreicher Katholikenführer, ge töte t worden. Die Tätigkeit der Aufständischen ist zurzeit in den Sjagten Ialisco und D u r a n g o besonders lebhaft. Doch wird, berichtet, daß die Insurgenten schlecht bewaffnet und ausgerüstet, sirch und vor den Bundestruppen fliehen. Diese sind angewiesen^.alfjf\efa.ngengenommenett Aufständ i s ch e n ft tut d Lech tlich zuersch i e tz e n. griede«svorschla» in Nltaragua. Washington, 16. Jänner. Der konservative Präsident Draz hat durch. Vermittlung der hiesigen Gesandtschaft von Nicaragua einen Friedensvorschlag an die ihn bekämpfenden Liberalen gerichtet. Diaz schlagt vor, daß während des Restes seiner Amtszeit Vertreter derLiberalen in seine Negierung eintreten und daß im Jahre 1928 unter amerikanischer Aufsicht Neuwahlen stattfinden. AW1 Nr. «833 J:5 redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesctzteS E gekennzeichnet. Ae Maffenverhattangen in Polen. Ei..e wmmuttiftnche Ber.chwöruttg. Warschau, 16. Jänner. (Wolfs.) Dem großen Schlag )er polnischen Behörden gegen die ulträtöbifcne, die Unabhängigkeit Weißrußlands anstrebcnde nationale Organisation „Hromada" wird in der polnischen Presst der Charakter eines Schlages gegen eine großangelegte, gegen den polnischen Staat gerichtete kommunistische Verschwörung gegeben, deren Herd in Moskau zu suchen ist. Die kommunistische Internationale soll nämlich beschlossen haben, sich bei der gegen den polnischen Staat gerichteten kommunistischen Agitation zum Teil auch die nationale Bewegung zunutze zu machen. Demgemäß sollen die Hromada die Agitation, unter der orthodoxen Bevölkerung, die unabhängige Bauernpartei, unter der katholischen Landbevölkerung und die kommunistische Partei unter dem großstädtischen Proletariat betreiben. Diese drei.Organisationen haben einen engeren Ausschuß gebildet,. der Berichte absandte und Geldmittel aus Moskau erhielt. Die Aktion der Hromada soll deshalb so schwer aufzud^cken gewesen sein, weil, wie „Kurjer Poranny" mitteilt, das kompromittierende Material nicht, wie man annahm, bei Minsk über die Grenze geschmuggelt, sondern mittels diplomatischer Post nach Polen, gesendet morden sei. Abgesehen von den drei meißru ssischen Abgeordneten wurden im ganzen Lande noch zahlreiche fahrende Persönlichkeiten der Hxomadas^rha f t Die Zahl der Festgenommen^u beträgt einige hundett, in Warschau und im ' Wilnaer Gebiet 80 bis 1i)<)'Personen, unter denen sich die Leiden Direktoren der Wrlrialer weißrussischen Bank und einige Beamte der Bank befinden. Gestern wurde im Sejmgebäude die Post der drei verhafteten Abgeordneten revidiert. In den halbamtlichen und amtlichen Darstellungen wird betont, daß die Abgeordneten eines gemeinen Verbrechens überführt worden seien. Die polnische Verfassung gestattet nämlich in diesem Falle unter gewissen Mnschränkungen die Festnahme von Abgeordneten. Der Justiz mini st er führte in seinem Antwortschreiben an den Sejmmarschall aus, daß die Verhaftung'der Abgeordnete» notwendig gewesen sei, um die Folgen ihres Frevels zu beheben. Der sozialdemokratische „RoLotnik" hebt hervor, daß die Regierung mit der Verhaftung der Abgeordneten eine schwere Verantwortung auf sich genommen, haba; Ne Wirren in Wna. Achaagtsolia — Prllsivent vo« Wna? London, 17. Jänner. Japanische Agenturen erklären, die iwrLl'ichen militärischen Führer haben beschlossen, MavWall Tschang-tsolin zmn Präsidenten von China zu wählen. Plünderung, u in Falsch au. Futschau, 16. Jänner. In der vergangenen Nacht ist im Fremdenviertel der Wohnsitz des spanischen Bischofs geplündert worden. Heute kam es zu neuen Plünderungen in den Misfionskirchen und in den Niederlassungen der Missionen. N. Marx verha«deit. Berlin, 17. Jänner. Reichskanzler Dr. M'arxIat ben^Auftrag des Reichspräsidenten, die politische Lage und die Möglichkeit der Regierungsbildung zu klären, übernommen. Dr. Marx wird heute zunächst mit den Führern der Reichstagsfraktivn der Deutschen Bolkspartei verhandeln, um festzustellen, ob em Kabinett der Mitte mit Unterstützung der Sozialdemokraten durchgu-- sühren ist. Mit den Fraktionssührem der D'utschnationalen und der Sozialdemokraten will Dr. Marx erst verhandeln, nachdem er die Ansichten der Deutschen Bolkspartei enttzegengenommen hat. Ab« Eckhardt—Prllfideat der llrwachrndra. Budapest, lg. Jänner. Bei der hepte abgehaltenen Wahl der Funktionäre des Vereines der Erwachenden Ungarn wurde der bisherige Präsident Dr. Äbor Eckhardt tvtedergewählt. Ile Grivve. Keine Ausbreitung itt Wien. Das Wiener StadtpWikat teilt' mit, daß die Gefundheitsverhältnisse in Wien zufried e n st e l l e n d sind Die Gri'ppswelle hat Wien bisher verschont. Fälle von Influenza kommen in Anbetracht der Ja-hresseit sel-blstverständlich vpr, doch übersteigt auch ihre Zahl nicht das normale Maß. . 1080 Gr krankte itt Berlin. Berlin, 16, Jänner. DaS.Hauptgesundheiisamt der Stadt Berlin teilt mit: In den Berliner städtischen Krankenhäusern befänden sich heute 1080 Grippekranke. Im Laufe des Heutigen Tages waren 7 Todesfälle zu beklagen. Schließung aller Prager Schulen? Prag, 17. Jänner. Da sich bis Grippe weiter ausbreitet, hat daß StadtphUikät alle nötigen Maßnahmen getroffen. Die Aerzte sind verWchtet, alle Grippeerkrankungen wöchentlich zu Melden. Sch Ul en, in denen ein Drittel der Kinder erkrankt sind, müssen geschlossen werden. Wie hie Blätter mslden, ist es nicht ausgeschlossen, daß die Schließung aller Schulen in Prag für die Dauer einer Woche ungeordnet werden wird. Schulgebäude, deren Räumlichkeiten außer zum Schulunterricht auch von Turnverbänden und anderen Vereinen benützt werden, sind bis auf weiters für solche Vereine gesperrt. -er Rodelpreis des Veuemis Sattes. Chicago, 18. Jänner. Vizepräsident General Dawes hat den ihm aus der Verleihuüg des Nobelpreises zugefallenen Betrag der unter Leitung Walker Hines' stehenden Schule für internationale Beziehungen getvkÄnet. Sin grober Schaeeflum über Rett Vork. 3 Personen erfroren. New Aork, 17. Jänner.'Ein großer Schneesturm, der vorher Chicago und andere Städte des Westens und Nordwestens der Bereinigten Staaten mit großen Schneemassen bedeckt 'hatt?, erreichte abends New P o r k. Ein e i s i g e r W i n d, mit einer Geschwindigkeit von 40 Meilen, behinderte ernstlich die Schiffahrt im Hafen und den Eisenbahn- und Straßenverkehr. In New Pork sind drei P e rson en dem Schneesturm zum Op f^r gefallen. Lefterreichs Anschluß an das Siseakartell. .Parts» 15. Jänner. Der „Excelsior" meldet: Die Verhandlungen zwischen dem Eisenkartest und der L st e r r e i ch i s ch e n, der ungarischen und der tschechoslowakischen Eisenindustrie haben zu einem Abkommen geführt. Der Ausfluß der neuen Teilnehmer könnte schonimFebruar erfolgen. Das ihnen zugewiesene Gesamtkontingent -er Eisenproduktron soll 2,100.000 Tonnen pro Jahr betragen. Die Verhandlungen mit englischen I n d u st r i e V len habewnoch zu keinem Abkommen geführt. U«1enedu»g Shurchiii-Muffoiini. Rom» 16. Jänner. Churchill ist heute früh hier einge» troffen. Nachmittag begab er sich in das Palais C h i g i zum Ministerpräsidenten Mussolini. Die private Unterredung zwischen Mussolini und Churchill dauerte ungefähr ein« Stunde. In den ersten 26 Minuten nahm auch der britische Botschafter Graham daran teil.

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