Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2832 (16.1.1927)
- Date
- 1927-01-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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j Polen tattgrbsg?! | Preis gS 0 I Wien; Zam Abholen mdet Expedition, II., Taborstr 1-8 oder in einer VersehleißsteU« (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenrerkanf in Wien durch die Kolportoore der Firma Goldschmied, I., Wolheile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich & Schilling Tscheche Slowakei: Mon.K22 Jugoslawien: klon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm.4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. So 1|t mens Morgenzeilimg England: Mon. 4 Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Rum&nien: Mon. 170Lei Bulgarien:Mou.lOOLewa S c hw e i z und das übrige Ausland monatlich Pres, b Redaktion, Administration: Wien, II., Taboi'str. I Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Dhr abends Telephon Nr. 81-0-66 u. 31-209 Buchdruckerei „ i N V A “ Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva") NaflSssaiaaesB sei Pfflieer b 5 h 00 g id »er ^batten Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 69? »t. ML M«,. Somit«,. I«. Muer 1^27 (18. Schewat 5687). 9. Mrgs«, Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltttche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. mDiaiaiaiaipaiaiaiaiaPiDiaiaj KARTEN von 70 Groschen bis 5 Schilling bei R. Lanyl I.. Kämtnerslraße 44, Buchhandlung R. Löwltj. 1., Rotenturmstraße . 22 „ BQcherctube Rath, U.j Taborstraße 20 g Mittlerer Konzerthanssaal Sorntagr, den 6. Febmar, halb 8 Uhr abds. VORLESUNG DR. PRÄGER lausche schwanke (Rosinkess und Mandlen) Wolle« » Sie herrliche Bücher umsonst? D^nn vezahlen Sie sofort ein Jahresabonnement der »Wiener Morge»zett««g" lahrssabonnenten erhalten gratis nach Wahl: JotepAus OTovtus SÄMTLICHE WERKE, ln drei eleganten Prachtleinenbänden . Mehr -als; 2000 Seiten, schönster, klarer Druck, holzfreies’ Papier, oder 'Jf£e9mvUS* 9*aetx .... GESCHICHTE DER JUDEN. Drei vornehme Geschenkbände. 2200 Seiten stark, oder tfocOTB Wedin ■ PALÄSTINA. Ein herrl.Lexlkopband m SOOneuen Bildern aus Erez Israel ln meisterhafter Reproduktion. Text v. d. berühmten Forschungsreisenden. 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Der Reichspräfident empfing Heute nachmittags den geschäftsführenden Reichskanzler Dr. M a r x ustd ertei-lte ihm, wie amtlich gemeldet wird, den Auftrag, auf Grund des gestrigen Beschlusses der Zentrumsfrccktion durch Verhandlungen mit den in Frage kommenden Fraktionen des Reichstages die parlamentarische Lage und die Möglichkeit einer Regierungsbildung weiter zu klären. Reichskanzler Dr. M a r x bchielt stch seine Entscheidung b i s morgen nach mit tags. vor. Morgen mittags tritt der Fraktionsvorstand der Zentrumspartei zu einer Sitzung zusammen, von deren Entscheidung es mit abhängen durfte, ob und in welcher Form Reichskanzler Dr. Marx den ihm. gegebenen Auftrag annehmen wird. Wie weiter verlautet, ist dem Reichskanzler Dr. Marx kein begrenzter Auftrag gegeben worden. Dr. Marx soll vielmehr Gelegenheit haben, alle Lösungsmöglichkelten zu versuchen. Das - Zentrumsorgan, die „G e r m a n i a", schreibt: Falls ein Zentrumsführer'mit der Regierungsbildung betraut werden dürste, so wird er seine Anstrengungen darauf konzentrieren müssen, die Koalition der Mitte wisderherzustellen und die parlamentarische Unterstützung der Sozialdemokratie in hinlänglich verbindlicher Form zu sichern. Die sozialpolitischen Verhältnisse sind gegenwärtig derart, schreibt das Zentrumsorgan weiter, daß im Interesse der ruhigen inneren Entwicklung der Wunsch gehegt werden müßte, die bevorstehenden sozialpolitischen Gesetze nicht gegen die Opposition, der mächtigsten A r b e i t e r p a r t e i durchführen, zu müssen. Hk\l Wnrare gegen dex Kammerdebotte Wer Äußeopolilik. PMS, 16. Jänner. B r i and und F r a n k l i n - B 0 u r llon Häven heute früh vereinbart^ daß Briand Mittwoch vor der Außenkommission der Kammer erscheinen soll, um über die Außenp 0 litik, vor allem über die deutsch-französischen Beziehungen zu referieren. Kurz darauf ist Briand auf seinen Landsitz in die Normandie abgereist. Nachdem F r a n k l i n - B 0 u i l l 0 n im . Laufe des Nachmittags diese Abmachungen mit Briand bekanntgegeben hatte, veröffentlichte der Quai d'Orsah abends '7 Uhr i n A nwefenheit seines verantwortlichen Leiters Briand und wahrscheinlich . . - „ M unter dem Einfluß Po'meareS . ein Communique» worin d s m e n t i e r i Wird, daß Briand am Mittwoch vor der Äußenkvmmiffion der Kammer erscheinen werde. Franklrn-Douillon erklärte daraufhin uiit Nachdruck, daß die mit Briand getroffenen Abmachungen eingehalten werden; gleichzeitig ließ er scharfe Worte über ' ■ „gewisse unberufene ScitL in der Außenpolitik fallen. In Kreisen der Linksparteien wird erklärt, daß Poincare und Marin dem Außenminister Briand wohl eine außenpolitische Debatte im Senat gestatten möchten, da Briand, wenn er auch nicht eine Niederlage erleiden würde, so doch nur auf einen schwachen Erfolg zählen könnte, während er in der Kammer einen überwältigenden Sieg erreichen würde, aus dem Poincare ynd vor allem Marin unter Umständen eine Rücktritts Mahnung herleiten müßten. Das Dementi des Quai d'Orsay sei in der Hoffnung veröffentlicht worden, daß es bis Mittwoch gelingen werde, das Erscheinen Briands vor der Außenkommission zu hintertreiben. Franklin-Bouillon hat jedoch erklärt, daß er unter keinen Umständen die Erklärungen Briands vereiteln lassen werde, da eine Debatte über die Außenpolitik nicht mehr länger verschoben werden könne. -Sie BorgSnge ln Shim. Berhanvlnngen in Hanta« London. 15. Jänner. Nach Meldungen aus Schling-' hat sind in Kul.tng, 33 Kilometer vonMukiang entfernt etwa 100 Ausländer, darunter 15 MMKnder, dirrch die chinesischen Behörden internier Hwordeu. Der Oberkommandierende der Englischen Streitiräfte in den chinesischen Gewässern. ist ick' Hankau eingetroffen, wo drei englische Torpedobootjäger liegen, lieber die Verhandlungen, die zwischen dem britischen Delegierten und dem kantonesischen Aüßenminister Tscheu in Hankau geführt werden, ist dem Foreign Office noch kein Bericht zugegangen. Ueberfall auf ein ipa isches Miffionskl oster. London, 15. Jänner. Nach einer Meldung aus Futsch au hat gestern ein Trupp chinesischer Studenten das Waisenhaus, die Kirche und Presbyterium der in der Nähe der Stadt gelegenen Niederlassung spanischer Dominikaner überfallen:. Sie verjagten die Nonnen und entführten eine Anzahl chinesischer Waisenkinder. Darauf plünderten sie die Niederlassung aus. Obwohl zur Zeit 40.000 chinesische Soldaten Futschau besetzt halten, ist kein Versuch zum Schutze der Niederlassung gemacht worden. Ci« Polizeistandal in New Tort. Bon Komurunrsten berochene Pytizeifunknonäre. Paris, 16. Jänner. Wie. aus New York gemeldet wird, hat ein hoher Polizeifunkdionär, Mae Laughtin, oinAi großen Pol-izeiskandal in New York aufgeweckt. Als vor vier Monaten e«n Streik rmt revolutionären Tendenzen in der Pelzindustrie asbrach wurden stavke Polizeiaufgebote mobilisiert, um die Vebkaufsläden und Arkeitsstädten gegen die Streikenden zu schützen. Trotzdem kam es zu zahlreichen Sabotageakten und die Komm uniften von Nowyovk verübten Terrorakte gegen .die in ihren Arbeitsstätten gebliebenen Arbeiter, von denen zahlreiche verletzt wurden. Die Polizei evwieS sich wahrend der k 0 m m und st i, scheu Ausschreitungen als unfähig, die Ord. nung aufrechtzuerhalten. Aus verschiedenen, nunmehr entdeckten Dokumenten geht aber hervor, daß mehrere Polizeioffizäere von ko m mun'iistischen Organ>i.sationen betracht« lrche Summen erhielten, um ein Eingreifen der Postzei zu verhindern. Bei der Verteilung der GevLer seien Unterschiede nach dem Rang der Polizeifunktionäre gemacht worden; so habe ein gewöhnlicher Polizist 50 Dollars wöchentlich, ein Inspektor bis 26 0 Dollars erhalten. Ser Lesbe«« Senfattonsprozeb. Das Urteil. Leoben, 15. Jänner. Um Mitternacht würbe das Urteil gefällt. Berta Liirdner wurde zu 15 Jahren schweren Kerkers verurteilt. Brun H ilde Lmdner wurde freigesprochen und Georg S ch u i r e r zn 18 Jahre» schweren Kerkers verurteilt.