Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2831 (15.1.1927)
- Date
- 1927-01-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Im Namen dexipplni-schew.Sozialisten,Partei* erklärte Niedsialkowski. daß die -Partei . in Opposition verharrt. - auch wenn, ihr Standpunkt., zur - P. rson heS Marschalls P H s n d f:t i - weUerhiir'gsinsiig -bleibt./ Die, Vertreter des jüdischen Klubs erklärten, -daß -ihr Standpunkt ..zur Regierung. o pp o T-it io ne.11 verbleibe. Was die - Rationalitäten' fragen änbelangt, erklärte die polnische Sozialistenpartei daß sie ein genau aus gearbeitetes Pro gramm über das Verhältnis -zu den s l a v i s ch e n M i n d e r h e i t e n besitzt, - das auf der territorialen Autonomie b-ruht. Ivä'hrenö inr Verhältnis zu den Deutschen und Juden die Partei n och z u keinem des in i t i v formulierten St a n d p u n k t gelangt - sei. Der Vertreter der Deutschem erklärte, die' Deutschen würden sich mit der-kulturellen Autonomie'begnügen, während die Jude n: eine ku I t u r ei l e Autonomie im weiteren Ausmaß . forderten : und : erklärten, daß sie Schulen m'i t j ü d i sch er Unterricht ss p r a ch e, - die vom Staate - erhalten werden, erhalten müßten.' Außerdem traten .sie mit wirtschaftlichen Forderungen hervor, namentlich,; daß die Juden überall, in sämtlichen. Betrieben Arbeit.' finden können und daß auf w irtscha ftli ch'em G e.'b i e tr!nirgends ein Numerus clausus herrsche. Vs . wurde schließlich eine Kommission von sechs Mitgliedern, je zwei von jeder der drei: Parteien, gewählt,.Hie über die Fragen der kult ur ekle n A u t ost o m i e für. alle Min- L e r h e i t e n .beraten soll. . Die nächste Konferenz wird wahrscheinlich bereits unter Teilnahme der ukrainischen und weißrussischen sozialistischen Partei stattfinden. D e Rechtseinschränkttnac-tt dev Minoritäten aus der Zurestzeit. Warschau, 14.Jänmr. (Poln. Tel.-Ag.) Der Expert e n a u s s ch u ß für/Angeleg-enheiten der n a t i on a k e n M i n o r i t ä t e st '. hat einen Beschlußantrag . angenommen, worin die Regierung'aufgefordert wird, im Wege der Gefttzg-eblmg alle E i n s ch r ä nku n g c n aufzuheb e n,. die' unter -dein' Titel der Volkszuge-. hör'gkeit, des Berufes öder des Kultus von den Gesetz, gobungen der' fr-ü'h'er'e n Staa.t e n auf-polnischem Gebiete eingeführt worden sind. Der Ausschuß sprach' sich auch flir eine'A m n e st i e der Verbrechen aus, die vor der. Anerkennung der Grenzen Polens durch den Dölkerbündrat wegen nationaler oder konfessioneller Motive begangen worden sind. Ueberdies nahm der Ausschuß eine Rühe von Beschlußanträgen betreffend den Unterricht für die M i n o r itä 1 e n an und erörterte' Fragen bezüglich der j ü d i s ch e n M i n o - rität. Doumer — Tenatrpösident. Paris, 14. Jänner. (Tel.Comp.) Der Sen. hat heute den früheren Fmanzminister Doumer mit 236 von 273 abgegebenen Stimmen zu seinem Präsidenten gewählt. . Welzmanu in Amerika. Nonierevr mit dem Präsidenten koottdge. W a shington, 13. Jänner. Der Präsident der zionistischen Weltorganisation, Professor Chaim Weizmann, und der englische Abgeordnete Kenwort h y sind gestern vom Präsidenten C o o l i.d g e im Weißen,Hans empfangen worden. Nas jüdische Srriehnnssbudget in Palöstina. Die Regierung nimmt die zionistischen Sud» venltonsforderungen an. Jerusalem, 14. Jänner. (I. T. A.) Die Palästina- Regicrung hat den Beschluß gefaßt, die Forderungen der Zionistischen Organisation und des Waad Leumi hinsichtlich ihrer' B e i st e u e r z u d e n A u s g a b >e n des jüdischen Erziehungswese >ns zu bewilligen. In einer offiziellen Mitteilung erklärt die Regierung, sie sei bereit, zu dem Budget des jüdischen Erzichungswesens beizutragen und setzt dabei voraus, daß ihr eine.Kontrolle über die Gesamtaus gaben des' jüdischen Erziehungswesens, eingepäumtwerden wird. ' . . - : --- Wie erinnerlich^ HMe - Pr. W ^i z m a u ti. in sMpst Schreiben an ' Oberkommisssir -Lord- P l u-m-e r> welches - das 'Memorandum der Pipnistischen Organisation an den Völkerbund begleitete, elngghend auf die-Unzulänglichkeit der B<isteuer der Regierung zu den Ausgaben des jüdischen Erziehungswesens hingewiesen. Diese Beisteuer, heißt es in dem Briefe, mache nur einen ganz kleinen Teil dessen aus, was die Juden auf Grund ihrer Kopfzahl u n d i h r e r S. t e u e r l e i st u n g zu fordern berechtigt s?ien Die Exekutive begrüßt die Ausgestaltung des Schulwesens für die arabische'Bevölkerung, gleichzeitig erwartet sie aber, daß die Regierung es nicht dabei bewenden lassen wird, daß eine. Gemeinschaft, die jetzt fast 17 Prozent' der Gesamteinwohnerschaft Palästinas ausmacht, für ihre Schulen Nur 3 Prozent, jener Summe als Zuschuß erhält, die der Staat für -das öffentliche Untere richtswes-en im Lande aüswendet. . In dem Memorandum der Zionistischen Organisation au die Ständige Mandatskouunission des Völkerbundes ist die Zahl der Schüler der hebräischen Schulen zu Beginn des Schuljahres 1924/25 mit 13.246 ' angegeben. Bei Eröffnung des neuen Schuljahres im Oktober 1925 war die Schülerzahl in den hebräischen Schulen auf 16.132 gestiegen. In den von der Anglo Jewish Ässociation, London, und der Alliance Jsraelite, Paris, unterhaltenen Schulen werden 9.319 jüdische Kinder unterrichtet. Die Regierungsschulen wurden von nur 25 jüdischen Kindern besucht. Das Budget des hebräischen Erziehungswesens, das unter zionistischer Verwaltung steht, betrug im Jahre 1925/26 136.976 ägyptische Pfund, wozu die Zionistische. Organisation durch den Keren Hajessod 70.900 ägypt. Pfund beigesteuert hat; der Rest wunde aus Schulgeldern und Beiträgen der jüdischen Gemeinden und öffentlichen Körperschaften (Pica leistete 5300 ägypt. Pfund), sowie des kleinen Regkerungszuschusses bestritten. Für das am 30. -September endende. Schuljahr 1925 steuerte > die Regierung. M4-ägypt/ Pfund, das sind etwas mehr als ß Yi Prozent, der.Gesamtkosten, bei. Auch in. dem Memoran- > dum /wird die.' Hoffnung, ansgedrückt,' daß die Zuschüsse her Regierung in der Zukunft den Berhäitniffen angemessen sein werden. -- Herr Freire D' Andrad e, der in der Mandatskommission über das Memorandum des Waad Leumi referierte, stellte fest, daß die Petition in ihren Schulforderungen im Rechte sei. Ungeachtet der Erklärung der Mandatsmacht, daß die Zuschüsse zum Erziehungswesen nicht unbedingt proportional zur Kopfzahl und zur Steuerleistung jedes Teiles der Bevölkerung sein muffe, hoffe der Berichterstatter, daß alle Schulen im Lande der Unterstützung seitens der Regierung im Verhältnis zu ihren Bedürfnissen und den Mitteln der Itegierung teichastig sein werden. Sie deutsche RechtsloMion gescheitelt. Das Zentvunr lehnt Cuvtius'Missi on ab. Berlin, 1.4. Jänner. Die von Dr. Eurtins übernommene Mission, eine nach rech rs gerichtete Koalitlonsregierüilg unter.Beizirhung der Deutschnationalen zu bilden, konnte nur gelingen, w-mn das Z e n t r u m für diese Kombination gewonnen wurde. Deshalb wurde in den letzten 24 Stunden ein gewaltiger Druck auf das Zentrmn äusgeübt und insbesondere Dr. Stresemann, der jetzt anscheinend sehr für eine Koalition mit den Deutschnationalen schwärmt, setzte seine. ganze Geschäftigkeit für dje Ermöglichung eines.'Rechtskabinetts ein. Doch das Zentrum blieb,? fest und wied"'^'olte in einem Brief an Dr. Curtius, daß seine Mission schwer-- st e n Bedenken begegne. Es heißt dann in dem Schreiben der Zentrumsfraktion: „Wir halten den Versuch der Bildung ejner Regierung der Mitte nach Lage der Dinge für den gegebenen Weg zur Beilegung der Krise. Wir können uns daher von einer Fortführung Ihrer Verhandlungen auf der Grundlage Ihres Schreibens vonl 14. Jänner keinen Erfolg versprechen." Daher hat Tr. Curtius dem Reichspräsidenten berichtet, daß sein Versuch, der Bildung einer Mehrheitsreg i e r u n g unter Zuziehung der Deutschnationalen g escheltert sei.- Der Reichspräsident,behielt sich eine weitere Entschließung noch vor. ker Loh« Ulk de« Wisch. Berlin, 14. Jänner. Wie das „Berliner Tageblatt" mitteilt, hat das Reichs-Bersorgungsgericht als höchste Instanz das Urteil des Versorgungsgerichtes Berlin zugunsten des verabschiedetest Generals von Lüttwitz (der am Kapp-Putsch beteiligt Ivar) dahin abgeändert, daß dem General d.ie Pension voü jährlich 16.963 Mar^ rückwirkend bis^,um 1. ,Jänner 1933; nachzuz ahlen ist. Das Urteil Lernft''sich auf die Amuessterung des genannten Generals. Barrikaden in Schanghai. London, 14. Jänner. Nach. Meldungen aus Hontz« k o n g haben die französischen und englischen Marine« truppen, die das Europäerviertel von Schanghai be-. schützen, Befehl erhalten, Barrikaden und' Stacheldraht-! zäune zu errichten, da man den Ausbruch fremden-- feindlicher Kundgebungen in Schanghai befürchtet. - Die Arbeiterschaft verschiedener Industriezweige in Schanghai ist in den S t r e i k' getreten. gb« Saud übernimmt das Protevorat von «,«r. Bor einem Konflikt mit Italien? ' London, 14. Jänner. Der diplomatische Korrespon» dent des „Daily Telegraph" schreibt,- daß Berichte aus dem nahen Osten nunmehr die kürzlich im Umlauf gewesenen Gerüchte bestätigen, wonach Jün Saud, der König des H e d s ch a s und Sultan von N e s ch d, durch die Führer der Jdrisi in dem Nachbarstaat A s s i r aufgefordert wurde, die Einfälle des. Imam Aahia von Jemen in das Gebiet Assir aufzuhalten. Ihn Saud hat nunmehr diesem Ersuchen stattgegeben und hat die Verteidigung Assirs übernonrmen. Jbn Saud hat also eine Art Protektorat über Assir übernommen, das ihn wahrscheinlich früher oder später in einen ernsten Konflikt mit dem Beherrscher des Jemen bringen wich. Der Imam Iahia steht der italienischen Expansion sehr nahe, so daß also eine Ausbreitung des Konfliktes nach dieser Seite hir droht.