Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2829 (13.1.1927)
- Date
- 1927-01-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wien: ZtuaAbhoIen indet Expedition, 11., Tabofstr 1-8 oder in einefVersfchleißatelle (Traflfc) monatl.5 Schilling Straßenvetkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1., Wollzeile 11 Mit kostversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho Slowakei: Mon. K 22 Jugoslawien: Mon* Din. 60 P o len: Mo®* 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Free. 35 sei P*el«- ortiftbaoeen rar’-enattett Wiener Morgeiyeitung j Preis »Ogi England: Mon. 4 Schilling Italien. Monat». 20 Lire Eumänien: Mon. 170Lei Bulgarien: Mon.100 Leva. S c hv e i z und das übrige Aasland monatlich Free. 6 Redaktion, Administration: Wien, 11., Taborstr. I Telephon: 44-0-38. 48-3-19 Ab 6 Dhr abends Telephon Nr. 31-0-86 n. 31-209 Buchdruckerei ,INVA* VH., Lerchenlelderstraße 1 (Druckerei Jnva*) Oesterreichisches Postspar, kassenkonto Nr 150 603 Rr.?829 SB e j, Sonnentau, IS. Rnnrr 1927 (19. 9. 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Ae Oesterveichische Postsparkasse Har hie E ihr kürzlich aus dem Psandbesitz Basels erworbene Majorität der Unionbank-Aktien an die Allgemeine Oesterreichtsche B v d e n.k re d i t - A n st a l t woitergegeben. Sie erhält für drei Unionbank-Aktien eine neu zu emitt-iereudc Aktie der Allgemeinen Oesterreichischen Bodenkrodit-Anstalt mit Kupon bom 1. Jänner 1927, ferner eine ansehnliche Beteiligung an dem Gewinn, der bei der Realisierung der Effekten- und Konsortlalhestände der Unionbank gegenüber den jetzigen Kursen zu erwarten ist, endlich die K o n v e r s i o u der bisher hochvorzinKlichen Auslandsschuld der Postsparkasse iu eine wesentlich niedrigere verzinsliche Inland Sschuld, womit gleichzeitig auch die Regelung einiger Warrdrechtssvagen verbunden ist. Das Mchtslabinett kuttius gescheitert. Sa« Zentrnm lehnt ab. — Neuwahlen? Berlin, 12. Jauner. Die Zentrumsfraktion des Reichstages faßte, wie das Nachrichtenbureau des Vereines deutscher Zeitungsverleger erfährt, heute abends nach 21/2 ständiger Beratung einstimmig folgenden Beschlich: Die Zentrumssraktiou des Reichstages teilt die schweren nutzen- und innenpolitischen Bedenken des Fraktionsvorftondes hinsichtlich der von Dr. C u r t i u s beabsichtigten Kabinettsbildung. Der Vorstand wird beauftragt, diese Bedenken Dr. C u r t i u s und dem Vorsitzenden der deutschen Bolkspartei Dr. Strescmann erneut darzulegen. Nach diesem Beschlützdes Zentrums werden die Aussichten des Reichswirtschaftsministers Dr. C u rtius für die Kabinettsbildung in parlamentarischen Kreise» ungünstig beurteilt, Und man rechnet damit, datz Dr. Currius scjnen A u f t r a g I n b i c Hände des Reichspräsidenten znrücklegen wird. . Dieser Bei chluß der Zentrumspartet. ..bedeutet'. '>däs'. Endc'her Mission..Curtms', der vom Reichspräsidenten H ich d e n b u r g mit der Bildung .emes' Kabinetts auf. Grundlage 'einer Koalition. A.r,I p e,it D'ech^t f K- , Nati 0n alen betraut wurde. Da^ Zentrum, S,d§W ^rr' außenpolitischen Eskapade der Deutschnatwnaleu.ein Zusammengehen Mit dieser .. außenpolitisch höchst unzuverlässigen und mnenpolMsch.als Partei -der verkappten monarchistischen .Restauration. kompromittierten Gruppe stets brüsk ablehnt, hat auch, jetzt, für eine Koalition mit den DeuLschnatiynalen nichts übrig. .Es bliebe Dr. Curtiu s,. dem Parteigenossen des.. auf Locarno ein geschworenen Außenministers Dr. Stresemann -nur übrig, zusammen mit.der Bayrischen Volkspartei und der numerisch, schwachen Wirtschastspärtei eine Minderhoitsregieru-ng zu bilden, der jedoch keine, lange Lebensdauer beschicken sein könnte. Sie würde sich nicht nur der Opposition der Linksparteien gegenübersehen, sondern auch auf keine Unterstützung des Zentrums rechnen können. Der Reichstag, der Freitag Zusammentritt, wird demnach wohl keine neue Reichsregierung vor sich sehen, und so sehr von verschiedenen Seiten die Erhaltung des Reichstages gewünscht wird (besonders die Dentschnationalen sind gegen die Auflösung des Parlamentes, da chnen Neuwahlen aller Wahrscheinlichkeit nach große Verluste bringen dürsten), so wird sich die Auslösung des Hauses schwerlich urngeheu lassen, um durch Neuwahlen eine Klärung der Verhältnisse herbeiführen zu lassen. Wie von unterrichteter Stelle verlautet, dürfte die Reichswehr, über deren Gestaltung die letzten parlamentarischen Kämpfe sich abspielten, denen auch die R egierung Marx zum Opfer gefallen ist, die Wahlparole bilden. An Uebergavgskabinrtt fall Neuwahlen , durchführen? . . Jänner. Wie tzie.mokgige „Boffische- ZeitriNg" schreibt, wird von rechtsstetzcuber Seils verbreitet, Hindenüurg sei erttschloffey, nach einem Scheitern der Nttssivu. Curtins einen K«Mzler zu emenneu, der gleichzeitig mit der Ernennungsurkunde auch das Auflösungsde« kretfürdenReichstag erhält, um von ihm sofort Gebrauch zu machend Das geschäftssührende Ministerium Marx soltzdurch ein Uebergaugskabineit abgelöst werden, das nur die Neuwahlen durchzuführen hätte. Diejenigen, die diese Version kolportieren, berufen sich dabei auf angebliche Aeutzerungen des Reichspräsidenten selbst. Die rumön'Men Rektoren gegen den Rnmervs clausus. Bukarest, 12. Jänner.'' Die Rektoren der' Universitäten Ja s s y, , E z e r n 0 w i tz und. K l a u s e n b u r g hielten heute in Bukarest im Unterrichtsministerium eine Konferenz ab, in der sie das jüngste M e m 0 r a n - dum d^e r rumänisch-en Un iv ersi tätsjugend einer Prüfung unterzogen. In diesem Memorandum fordert die rumänische Universitätsjugend vor allem die Einführung des N u nr e r n s clausus an den rumänischen Hochschulen. Die Rektorenkonferenz hat diese Forderung der 'Studenten slatt a b g e w i e s e n, währeirü die übrigen Forderungen des Memorandums, hauptsächlich solche w i r t s ch a f t l i ch e r Natur, nach Tunlichkeit erfüllt iverden.sollen. Gemeinsame Mlon Lateinamerüas? Argentinieus Sympathie für Nicaragua. Buenos Wres, 12.'Jänner. Die amerikanische Intervention in Nicaragua findet ein immer stärkeres Echo in Argentinien. Sämtliche Zeitungen beschäftigen sich eingehend mit dem weiteren Vordringen der amerikanischen MarinetruppM in Nicaragua und widmen der Aktion täglich immer sMrfere Kommentare. „La Prensa" deutet die Möglichkeit eines gemeinsame n Schnittes der lateinamerikanischen Staaten in Washington au, falls das amerikanische Volk und der Kongreß dem unheilvollen Vorgehen C00lid gesund Kelloggs nicht bald ein Ende mache. Das Blatt erklärt, daß auch nicht der Schatten eines Rechts für die Intervention vorhanden sei, und schließt mit den Worten: „Jedes Unrecht, das einer lateinamerikanischen Nation zugefügt wird, trifft ganz Latelnamerika. Wir stehen und fallen zusammen!" Iie Wa?; des kranzöfischen KammerpMdiums Paris, 12. Jänner. (Ha-vas.) Bei der Wahl der ' vier Vizepräsidenten der Kammer wurden im ersten Wahlgang B 0 u i l l 0 u x - L a f 0 n t (Radikale Linke), mit 238 und B 0 uy ss 01t (Sozialistisch-Radikaler) ntti! 248 Stimmen gelvählt. .• In der Stichwahl wurden zum Vizepräsidenten der Kammer der republikanische Sozialist Brun et mit 216 und der Parteilose, rechtsstehende Abgeordnete Heurp B e a t h e mit 190 Stimmen gewählt. Irr neue polnische Unterrichtsminister. Warschau, 12. Jänner. Zur allgemeinen Uebö-- raschung wurde, wie bereits, berichtet, ganz unvorbereitet die Ernennung des Senators D 0 b r u c k y zum Unterrichtsmimster vollzogen. Der neue Minister ist ein bekannter Chirurg und Chefarzt des öffentlicherr Krankenhauses in StaniÄawow, wo er als durchaus liberal denkender Mensch bekannt ist. Im Senat ist Dr. Dobruoki) bisher, politisch nicht hervorgetret'en,. doch Wird erwartet, daß er als Mitglied des politischen Klubs Pracy, dessen Präsident früher der gegenwärtige Vizepremier Bartel war, das Ressort gleichfalls in demokratischem Sinne leiten werde. Vizepremier Bartel wird sich fortan hauptsächlich den Arbeiten im Präsidium des Ministerrates und auch da vornehmlich wirtschaftlichen Angelegenheiten widmen. In parlamentarischen Kreisen iverden an diese partielle... Rekonstru-ktion des Kabinetts verschiedene Komentare ge-knüpft, ob sie jedoch den Auftakt zu weitergehenden Aenderungen und ganz besonders zur Demission des Marschalls Pilsudski als Mlnisterpräsident bilden, muß abgewartet werden. Es verlautet, daß diese Frage erst nach der Erledigung des Budgets spruchreif werden wird. Auch Polen ftM die Anterventtoae« ab. Warschau, 12. Jänner. Vizepremier Bartes hat an alle Ministerien ein Zirkular gerichtet, in welche« er es untersagt, auf Interventionen einzelner Abgeordneter und Senatoren zu reagieren.