Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2828 (12.1.1927)
- Date
- 1927-01-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| 1 Wien: Zum Abholen «der Expedition, II., Taborst* 13 ■v.l«r in einerVerschleißsteU« 'Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkaaf in Wien durch die Kolporteure det Firma Goldschmied, l., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich n 5 Schilling Tscheche Slowakei: Mon.K82. Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon« K Zloty Deutschland: Mon. um. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pros. 35 Wiener ranzrrjn England: Mon» 4 Schilling. Italien Monatl. 30 Lire Rumänien: Mon. 170 L«' Bulgarien: Mon.100 Lewa, S c hw e i z and das übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, U., Taborstr* 1 Telephon: 44-0-38, 43*3-10 Ab 6 Ühr abends Telephon Nr. 31-0-86 n. 31-209 Buchdrackorei „ 1 N VA" VU., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva") Oesterreichisehes Postsparkassenkonto Nr Sr.?8S8 Men. witt«o». 12. Mmrer 1827 (9. Schmal §887)7 9. Slaürnanq IM redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Amerika annektiert. Dir fiBtttatwwrae it Sitaragna vergrößert. — Ae Borbereitangen zam Krieg gegen Mexiko. Sie Staatenlosen. Eine Paßtduferenz deS Volkerbttnde-. Genf. 11. Jänner. Morgen beginnt hier die vom Völkerbund einberufene Konferenz für internationale P a ß a n g e l e g e n h e i t e n, die sich vornehmlich mit der Frage des Jdentitätspasses für Staatenlose beschäftigen wird. Bekanntlich hatte anläßlich der im' Mai vorigen Jahres in Genf abgehaltenen Konferenz die deutsche Delegation den Vorschlag unterbreitet, die infolge des Krieges staaten-» los geworden sind, mit solchen Jdrntitätspapieren zu versehen. Me Konferenz .beschloß jssdoch, die Entscheidung über diese Anregung dem Völkerbund vorzubehalten. An 'der-'morgigen Konferenz nehmen auch die Experten der für den Beratungsgegenstand hauptsächlich in Betracht kommenden. Staaten teil. PilludM lall dach mrülttretea? Warschau, 11. Jänner^ Wie. der.,^ajnt"^''aus politischen Kreisen evfährt,. - wird 'dcu.' Mcktrstt' des May-.; WM P i ls stdf I i als 'MnisMpjWdM'noch: Mrn^r' als nahe bevorstehende ^We^Wgtichkeik Auch das offiziöse Mgierungsörgan. ^Glos Prawdy" verzeichnet in eintzr äufsehenevrogenden Notiz' die Tatsache, daß hie Frage der D.e-m i fs i o n. Pilsudskis in ernste Erwägung gezogen' werde, weil der Marschall den Entschluß gefaßt habe,- sich - vollständig - den Angelegenheiten der Armee zu widmen. Eine Entscheidung in hrefep Frage soll s ch on i n d e n n a ch st e n Tagen fallen. Unter den Ursachen des'Rücktrittes werden auch verschiedene finanzielle' ■ und ■ wirtschaftliche Schwierigkeiten angeführt, die für die nächste Zukunft bevorstehen. Marschall Pilsu-dski, der sich mit wirtschaftlichen Fragen zu wenig befaßt habe, . wolle deshalb sein Amt einer Persönlichkeit überlassen, . die auch auf wirtschaftlichem und finanziellem ^Gebiete'Erfahrungen hat.' In gewissem Sinne soll dieser Entschluß auch durch die gegenwärtig -in Amerika - laufenden Anleihe- Verhandlungen cherbeigefüh'tt: worden sein.- Alle Verlautbarungen über, dieivahrscheinliche RÄonstruktion der Regierung stimmen darin überein, daß die Politik der Regierung schon deshalb keine Aenderung' erfahren werde, weilder' Märschall' auch in seiner'Eigenschaft als Kriegsminister der wirkliche Führer und Chef der Regierung bleiben werde.: ' ' . ' . Aue Meatcha dakch Ae «Mche Wüste. London, 11. Jänster. 'England -beabsichtigt, Bagdad gm Tigris und die amMittelländischen Meev gelegene HafenstM Haifa in Palästina durch eine Eisenbahn miteinander zu verbinden? Die ettva 950 Kilometer lange Bähn führt von-Haifa aus über Jerusalem q u e r du r ch diearäbische: Wüste: : In technischer Beziehung scheinen größere Schwierigkeiten nicht vorhanden zu sein. Mit der Fertigstellung'der: Bahn Ist die kürze st e; Landverbindung zwischen dem Mittelländischen Meer und denErenzen Indiens erreicht. Der Anlaß: zum Bau liegt wohl auf politischem Gebiet. England will die Bewohner der nordarabischen Wüste, insbesondere die Wahabiten, dauernd an sich fesseln. VMo« — Kamattrprößveat. „Eine Warnung für Poineare." Paris. 11. Jänner. Der sozialistische Abgeordnete B u issvn wuyde im dritten Wahlganz.mit 284 gegen 188 Stimmen, die auf den' früheren 'Kriegsminister Mag inot entfallen.waren, zum Kammerpräsidenten gewählt. Das Wahlresultät, wurde .hont, radikalen Deputierten Malvy als W arnüng füx Pvin'eare gedeutet, der sich nunmehr einem - Kammerpräsidenten gegenübersehe, der einer Parteianstehör«, die nicht: nur nicht in der Regwmngs- «tchichekt' -O, sondern dem Kabinett Opposition London, 11. Jänner. Der Kommandant der amerckanischen Landungstruppen, Admiral La tim er, hat heute drei weitere Orte b e setzt und als neutrale Zone erklärt, darmüer auch den Hafen P r i n c a p o l c a. Dieses Vorgehen bestätigt die - schon lange in politischen Kreisen gehegte Meinung, daß Amerika tatsächlich Besitz von dem schutzlosen Nicaragua ergreifen will. Der amerikanische Flottenchef EÜerle erließ Befehl zur Äbsendmrg weiterer acht Kriegsschiffe mit 300 Manu Mavinetruppen, so daß fetzt 13 Kriegsschiffe mit 215 Offizieren und 4500 Dkmn Besatzung sich dem Unternehmen widmen, die winzige Nation von 700.000 Einwohnern n i e d e cg u ringen. Die opponierenden, Gruppen des Senats wie auch die Vertretungen südamerikanischer Staaten legen ein derartiges Marineaufgebot'als - direkte Bedrohung Mexikos aus, zumal die'Kriegsflotte in unmifteDarer Röche desjenigen Teiles der mexikanischen Küste 'manövriert, wosich die amerikanischen Oelkonzessionen befinden. Das'S t'aa tsd ep a r.be.m ent -selbst ' sieht es offenbarnicht mehr als notwendig an, einest Uechchpörwand-MxMy, Kopgehm zu .finden.Heute. gM MrgÜch eind^dM^ ErkKrrmg ab, in ' der es.heißt: „Wir Lun. nur^ . waö wir in Haiti und San Domingo taten.' Wir sind der Rövolutio n en dort übe rd rüsftg, sie gefährden die Mächtigen amerikanischen FmanzinLereffen." Augenscheinlich um die Stützung für eine weithin kritisierte Politik des StchriSdepartements zu.finden, sonferierre Pyä- Srsebnislose Besprechuogea Sr. Surtias'. Berlin, 11.'Jänner. Die Besprechungen des Reichswirtschastsministers Dr. Curtdus mit den Parteiführern sind bis jetzt,ergebnislo-s Verläufen. Der Führer der Demokraten, Dr. Koch, hat Dr. Curtius erklärt, die d ein o k r a t i s che Fraktion wolle sich; vorläufig an den Berhandlüngen nich t L eteiligen, sondern erst das Ergebnis seiner Besprechungen mit den Deutschnationalen und dem Zentrum ahwarten. Auch die Wirtschastspartei hat. ihre Entscheidung, von der Beschlußsassung des Zentrums abhängig gemacht. - Der ^Lokalanzeiger" erklär^ die Möglichkeit einer Auflösung des' Reichstages erscheine immer großer. Sie SomteWe Setftieas. $ Belgrad, 11. Jänner. Die. Nachricht von der bevovstehenden . Romreise des ungarischen Ministerpräsidenten Grasen Bethlen.hat in politischen und diplomatischen Kreisen wie auch in der gesamten Oeffentlichkeit U e b e rraschung und uniiebsa-mes Aufsehen hervorgerufen,' Man will, wissen, daß. die Reise Bgthlens auf E i nla d u n g. M u s s o Itn i s, erfolge und daß in Rom über den Abschluß eines. .Freundschaft.spaktes, über die.Thronbesteigumg des Erzherzogs Albrech t nach seiner Heirat.mit der rumänischen Prinzessin J,l e a n a und schließlich über die Frage eines u ng a r i s ch e n Frei ha f e n s perhandelt werden wird. Eine diplomatische Mtffiön deS Grafe» Baaffy. Bukarest,. u. Jänner. .Im Zusammenhang .mit den Meldungen über die geplante Romreise'des Grafen Bethlen melden; biß Slätter, daß der frühere ungarische Außenminister Graf Nikolaus Ban f f y dieser Tage in w i ch t ig e r d i p l o m a t is.che r M iss i o >n in B u d a p e st geweilt habe. Graf Banffy wird morgen eine Z u s a m m e nkunft mit dem Ministerpräsidenten Aver e s c u und dem Minister^ 'des Innern G o g a haben. Graf Banffy sei der eifrigste Verfechter des Planes eimr Heirat des ungarischen'Erzherzogs Mrecht mit der rumänischen Prinzessin Jleana. sideut Co oli dg e lange mit bcu führenden Demokraten des Senats/ S w a n s o n und Robinson. Beide scheinen im Interesse nationaler Einheit ihre bedingte Zustimmung gegeben zu haben. Dagegen kommt aus den Reihen des Senats selbst.die erbittertste Opposüion. Senator Borah bezeichnet die gesamte Mittelamerika-Politik als „schmutzige und brutale Invasion". Senator W y c e l e r, eine der aufrechtesten Gestalten ame» rikanischer Politik, stellte in einer längeren Senatsrede die ungewöhnliche Forderung auf den Rücktritt des Staats-, fekvetärs Kellogg. Die durch Wheeler eingebvachte Resolution zielt' auf den imperialistischen Charakter des amerikanischen Vorgehens ab, indem eine S e na t Sun t e r such u n g verlangt wird über die Legitimität amerikanischer Konzessionen im Ausland und die Gefährdung amerikanischer Beziehungen mit befreundeten Natwllen durch derartige Konzessionen. Die „New Nock World" richtete erbitterte Ang u i f f e g e g e n C o o l i d g e, indem sie ausführt, daß Amerika noch Zimmer die Möglichkeit habe, das Volk Ricaraguas - " - - V“. nicht Mit den Bajonetten seiner Nratrofeir niedeM'.- . ' werfen.. ...' Das Blatt sagt: „Es ist niemals schwer für die Starken, die Freundschaft der Schwachen zu -gewinnen, aber wenn eS dazu kommt, mit L a t sii-n a m e r i k a n e r n zu verhandeln, dann ist Cvolidge hilflos in den Händen der Bureau-' kraten, die letzten Endes die Staatsgeschäfte fühven. Er dachte niemals an die enormen Folgen,.die seine Taten auf -dem amerikanischen Kontinent haben." - ßriheriogliche Gesetzgeber. Budapest, 11. Jänner. .Erzherzog F r i c d r i ch, von dem es bisher ungewiß war/ob er dem neuen ungarischen Oberhaus angehören werde oder nicht, hat nunmehr seine Rechtsansprüche auf die 'Mitgliedschaft im Magnatenhäus unter ^Berufung aus den Umstand geltend gemacht, daß er ständig in Ungam. wohnhaft ist undmehr aU 2000 Pengö Steuer im Jahre zahlt. Danach werden dem neuen Oberhaus v i e r E r z h e r z ö g e angehören, und zwar Friedrich, Mrecht (der Ehrenpräsident der Erwachenden), Josef unh Josef Franz. Die prinzlichen .Gesetzgeber beabsichtigen, wie „Magyarorszag" erfährt, nicht nur den Sitzungen des Magnatenhauses regelmäßig beizuwohnen, sondern auch den legislatorischen . Arbeiten des Oberhauses aktiv mitzuwirken. (Dem ältest ungarischen Magnaten-- Haus/ gehörten bis 1918 insgesamt. 20 Mitglieder des Hauses Habsburg an, deren Mitgliedschaft jedoch rein formell war, da die Erzherzogen niemals - in den Sitzungen erschienen.). Für die KmäealAfcher. Budapest, 11. Jänner. Heute Mittag erschien eine dreigliedrige Deputation des Verbandes der gefellschastlichen Vereinigungen unter Führung des.greften Verbandspräsihenten Thomas S z o n t a g h in der Hofbürg ’ und, überreichte d e m R. e-i.ch s v e r w e s e r - das Gnadengesuch für die verurteilten Frankenfälscher. Reichsverwefer Horthy nahm die' fiwf Dicken Bände/- die die 300.000 Unterschriften für die Begnadigung enthalten, aus den Händen der Deputation' persönlich entgegen. -. . Sie Budgetabftimmuug in Litaaea. Kowno, 11. Jänner. Das von der , Regierung vorgelegte. Budget für das Jahr 1927 wurde mit 35 gegen 31 ^Stimmen bei Stimmenenthaltung der zehn Min-derheitsverfteter angenommen. NameuS der jüd,,chen Sejmfraktion verlas Dr« I. R o b i n s o n die folgende Erklärung: „Dle jüdische Fraktion sicht sich außerstande, für das Budget zu stimmen, da ihr die künftigen politischen Richtlinien der Regierung noch -nicht offiziell bekannt sind. Andererseits läßt sich die jüdische Fraktion im Jnteveffe des Staatskredites von der Erwägung leiten, daß daß Land, nicht in einen budgetlosen Zustand'gedrängt werde« d'"'rfe, weshalb wir uns der Abstimmung enthalten Weeden." 8