Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2827 (11.1.1927)
- Date
- 1927-01-11
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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M«r, DienSM Mütitt M»rsMr«rw«s 11. Jänner 1S27 Nr. 2827 r Lolkswitt. Wirischastsvachrichlea atu Palästina. 'Von unserem Jerusalemer Berichterstatter. Sic Arbeitslosigkeit in Palästina, welche im Sevtcmtwr und Oktober etwa? abgenommen batte, ist in der letzten Zeit wieder g c st i e g e n. irmS voriviegend auf die Winterperiodc zurückzu führen ist, in der nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Ban tätigkeil eingeschränkt ist. In TelAwrw gab es im November 8150 Arbeitslose (gegen 2710 im Oktober l, in Haifa "1200 (gegen 790 tat Oktober), inIerusalem 770 (510). Aus dem gleichen Grunde hat auch in den Kolonien die Arbeitslosigkeit zugenommen. $,t Petach - Tikmah sind derzeit etwa 800 Personeit arbeitslos. Ende November dürste die Zahl der Arbeitslosen in Palästina mehrals 6000 betragen haben. Die Ergebnisse des F i s ch f a n g e s, der tzmiptsächlich in der Liegend von Kincrerh betrieben wird, sind nach einer starken Steigerung im Jahre 1021, wo der Fang 226 Tonnen betrug, bedeutend z u r ü ck g c g a n g e n. Im Jahre 1925 war das Fangergebnis nur 128 Tonnen und das Jahr 1926 hat keilte Steigerung gebracht. Die Fischerei ist im Lande gering entwickelt, weshalb die Fifcheinslchr verhältnismässig hoch ist. Im Jahre 1925 betrug sie mehr als das Zwölffache des inländischen Fanges, nämlich 677 Tonnen. Die Preise sind niedrig. Seit der Einführung der inländischen Zündhol^produkihm, besonders der Zündholzsabrik „Nur" in Aeco, ist die E i n f u h r b o u Zündhölzern nach Palästina, die bis dahin im steten Zunehmen war, z u r ü ck g e g a rr ge n. Äähxend noch im Jahre 1924 186.000 Gros Zündhölzer im Werte von säst 14.000 ägyptischen Pfund cingeführt wurden, sank die Einfrchr im Jahre 1926 auf 27.000 Gros im Werte von knapp 2600 ägyptischen Pfund. Im Jahre 1926 ist, soweit die Ergebnisse bisher bekannt sind, der Zündholzimport noch,weiter gefallen. Die s cp hardi scheu Juden in Palästina haben eine Darlehenskasse gegründet, die den Zweck hat, Bedürftigen, besonders Einivanderern, Kredite zu getvähren. Juristisch konstituierte sich die Darlehenskasse als Aktiengesellschaft unäer der Firma „.Kupath Aschrai Erez Israel Crcdilüair? Ltd." und ist bereits offiziell von der palästinensischen Regierung anerkannt. Das Aktienkapital, beträgt 10.000 ägyptische Pfund, zerteilt in 100 Gründer- Eren und 9900 gewöhnliche Aktien zu 1 Pfund. Die ersten Aktien wurden von einigen Notabeln der sephardischen Gemeinden in Jerusalem, und Alexandrien erworben. Die Gründer der Gesellschaft find die Herren Picciotto, Bteich, Dr. Levy, Joseph und Jsaar Elliachar. Ancona. Elmaleh, Earasso und Lazar Elyachar. Zur Ilnterbringnitg der Aktien wttrde eine bciondere Kommission eittgcsetzt, die demnächst die Arbeit int Lande aufnchinen lvird. Auch in Aegypten, Syrien. Europa und Amerika sollcit Aktien placiert werden. La» Schicksal der Unionbank. Die Boveukrtbiianstati vcryaNdeit wegen llev'rnqhmr des Bofel'fchm Aktienpakets. Das Paket Unionbankaktien, das vom Bankhaus Bösel der Postsparkasse zur Sicherstellung für eine Schuld von ungefähr 80 Millionen Schilling verpfändet worden war, ist bekanntlich, wie seiner^ gemeldet, nunmehr in das Ngentum der Postsparkasse übergegangen, uird diese hat. imn mit verschiedenen Finanzkrerserr Verhandlungen »regelt des Verkaufes der Unioubankaktien gepflogen. Die Ergebnisse waren bisher negativ, das Bankhaus Speyer, Nissen u. Co. in Frankfurt, mit dem die Postsparkasse ebenfalls verhandelt hatte, hat feilt anfängliches Interesse an der Transaktion verloren, weshalb das Geschäft nicht zustande kam. Seit kurzem finden nun Verhandlungen zwisckM der Postsparkasse und der Bodenkreditanstalt statt, welch« eine Uebernahme des Uttionbankaktienpakets durch die Bodenkreditanstalt bezwecken. Wie wir erfahren, sind die Verhandlungen bereits ziemlich weit fortgeschritten, so daß damit zu rechnen sein dürste, daß in kurzer Zeit die Majorität die Umonbankaktien in den Besitz der Bodenkreditanstalt übergeht. Wie aus gut informierter Quelle verlautet, beabsichtigt die Bodenkreditanstalt, falls die Uebernahme der Unioubankmajorität perfekt wird, die U n i o nbank mit der Allgemeinen Verkehrsbank, die heute denr Jnteressenlreis der Bodenkreditanstalt zugehöxt, zu fusionieren. Damit würde aus den zwei Wiener Großbankiltstituten ein der Bodenkreditanstalt zugehöriges neues Bankinstitut werden. Die Unionbank lvird also in absehbarer Zeit als selbständiges Bankinstitut zu existieren aufhören. Damit wird ein Institut seine Existenz beenden, das durch mehr als ein halbes Jahrhundert in Ehren bestanden hat. Die Unionbank ist im Jahre 1870 aus einer Fusion der durch die Krise des Jahres 1869 notleidend gewordenen Allgemeinen Agrarbank, Oesterreichischen Diskontobank, Oesterreichisch-Niederländischen Bank und Wiener Bank hervorgegangen und hat sich stets gut erhalten können, bis dann die Verbindung mit dem Bankhause Bosel kam. Es ist nicht uninteressant, daß noch vor ein paar Jahren das Banzaus Bosel versuchte, die Aktienmajorität bei der Bodenkreditanstalt zu erwerben; nun wird die Bodenkreditanstalt die Eigentümerin der Bank, die Bosel nach dem Scheitern seiner Bemühungen um die Bodenkreditanstalt erworben hat. Die Lira sinkt weiter. Die in den letzten Tagen der Vorwoche bemerkte Abbröckelnngsteudenz des Lirakurscs hat nunmehr mit Wochenbeginn weitere Fortschritte gemacht Devise Mailand ist in Zünch gestern von 22.85 auf 22.55 gesunken. Der Francskurs ist dagegen leicht befestigt (20.51 A Parität Zürich), der Leu notierte in Zürich 2.72 (nach 2 72 A am SamS-!ag). Devise Oslo ist wieder gestiegen (Züricher Schlußkurs 152.05) In den übrigen Devisen ergaben sich keine ncnnens »oerten Veränderungen, Der Sckiillinqlnrs beträgt in Zürich 72.98 %. Die Liquidation der Biedermannbank. In der gestern stattgefundenen Generalversammlung der Biedermannbank, bei der "42.003 Aktien von 74 Aktionären vertreten waren, wurde die vom VermaltungSn.t vorgeschlagene Liquidation beschlossen und als Liquidatoren D r. W i t r o f i! ii. D r. Marku S. Dr. Gran und Samet und Direktor Gustav Rosenberg sowie in das Komitee zur Ueberwachung der Tätigkeit der Liquidatoren die Herren Robert Schoeller. Direktor Treichl, Artur Klein, Josef Pisker und Doktor Hoff mannsthal gewählt. Ein Zcutroloerband der kreditaebenden Warenhäuser und Detailgeschäftc Oesterreichs. Unter Beteiliguim einer großen Anzahl hervorragender Firmen des Wiener Platzes fand gestern un Festsaalc des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft die konstituierende Generalversammlung des Zentralverbandes der kreditgebenden Warenhäuser und Detailgeschäfte Oesterreichs statt. "Wie denr einleitenden Referat des Herrn Ku-znicr zu entnehmen ist, hat der neue Verband eine Schutzmarke geprägt, zu deren Führung nur jene Firmen berechtigt sind, die nach jeder Richtung hin einwandfrei sind. In den Vorstand des Verbandes wurden gewählt: Kommerzialrat Friedrich Je len ko, Inhaber der Fa. Karl Körmendi (Obmann), Josef Zwieback u. Bruder, Rudolf Pollak, Emanuel Kahn, M. König. Berthold Halvern und Direktor Wertz. Das Präsidium des Wiener Börsenschiedsgerichtes. Bei der gestern staltgefnndencn Versammlung des Schieds''ichter. kollcgiums an der Wiener Effektenbörse, bei der die Wahl des Präsidiums vorgenommon »vurde, wurden einhellig wieder-- gewählt: Herr Samuel Steinhüül als Präsident, Herr Rudolf Bisteahi als erster Vizepräsident, Herr Sigmund L ö w y als zweiter Vizepräsident. Beteiligung der Poldihiitte an chnem kleineren polnischen Stahlwerk? Aus Warschau »vird gemeldet, daß die Polvihüttc die Errichtung einer Stahlfabrik in Polen beabsichtige und zu diesem Zweck bereits Verhandlungen mit interessierten Firmen ausgenommen habe. Es soll eine polnische Aktiengesellschaft gegründet werden, die besondere Sorten von Werkzeug- und Konftruktionsstahl Herstellen »vurde. Eine LandeShypothekcnarr'talt für das Vurgenland. In einer Beratung des sogenannten engeren Ministerkornitccs mitd ein Landeshauptmann des Burgenlandes, Dr. Rauhofer, wurde beschlossen, die zur Schaffung eurer Lande s h h p o t h e k e n a n st a l t für da, B n r g e u l a it b notwendigen Erhebungen sofor tirr Angriff zu nehrnen. Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über die Firmen: Kunstmöbelatelier C. I Oirv u. L. Berge r. Ges. m. b. H., Wien, 4. Bez., Weyrinasr- Öe 17 (Passiven 137.588 Schilling, Aktiven 60.993 Schilling, tot 35 Prozent in 10 Monatsraten); Minkus u. Wechsberg, Wasche- und Schürzenfabrrkation, Wen, 1. Bez., Rockhgasse 2 (Passiven 75.714 Schilling, Aktiven 24.566 Schilling. Anbot 35 Prozent in 4 Quartalsraten). Bücher als Geschenke an unsere Jäteid Hilfe-Aloinl! I Wer das Abonnement für ein Jahr einzahtt, erhält als Prämie je nach Wahl ein Exemplar der folgenden Werke: 1. Joseph us Flavius: Sämtliche Werke: Der jüdische Krieg und- Jüdisch e Altertümer, zusammen in drei eieg Pracht bänden (2000 Seiten holzfreies Papier schöner, klarer Druck)» 2. Heinrich Graetz: Volkstümliche Geschichte der Juden, ln drei schmucken Prachtbänden von mehr als 2200 Seiten. 3. Sven Heckin: Palästina: Ein herrlicher Lexikonband, 300 Bilder aus Erez Israel, Text von dem berühmten Forschungsreisenden Sven Hedin. II. Wer ein Halbjabre8abonnement einzahlt, erhält als Prämie je nach Wahl ein Exemplar folgender Werke: 1. Theodor Herzl: Feuilletons. In zwei vornehmen Geschenkbänden. 2. Adolf Böhm: Die zionistische Bewegung; das Standardwerk der neuen jüdischen Bewegung in zwei Großoktavbanden. In wertvollem Ganzleinenband. 3. Herrn. Struck u. A. Zweig: Das OStjüdische Antlitz: 52 Zeichnungen des großen jüdischen Künstlers, Text des berühmten jüdischen Dichters. 4. Sippurim: Das schönste jüdische Sagen- und Legendenbuch. Von der Kritik mit Begeisterung aufgenommen, fast 400 Seiten Ganzleinenband mit mehrfarbigem Umschlag* III. WerbeprSmien. Wir sind überzeugt, daß unsere Leser die Bedeutung unserer Prämienaktion würdigen werden; sie entspricht unserem Plan, jüdisches Wissen in die weitesten Kreise zu tragen. Deshalb setzen wir auch auf.die Werbung von neuen Jahresabonnenten jüdische Bücher als Prämien aus. Wer nur zwei neue Jahresabonnenten der „Wiener Morgenzeitung“ wirbt, erhält schon eine Prämie, und zwar: Scholem Alejchem: „Menachem Mendel ' und „Marienbad". Die zwei köstlichen Romanbände des genialen jüdischen Humoristen, in einem Geschenkband vereinigt. Wer fünf neue Jahresabonnenten der „Wiener Morgenzeitung“ wirbt, erhält nach Wahl eines der Werke aus Gruppe II. Wer zehn neue Jahresabonnenten wirbt, er. hält nach freier Wahl eines der Werke aus Gruppe I. Das lahrasabonnsmmt der „Wlaner noraanialtana“ kostat für Oesterreich S 60 und S 1*50 Postspesen --- $ 61a50, für alle übrigen Länder das Zwölffache des am Kopfe des Blattes angegebenen Monatsbezugspreises zuzüglich Portospesen von S 2'. 0 im Gegenwert der betreffenden Landesvaluta. .— — -.... Ausschneiden und rasch ausfüllen! .—..-—.... Bestellschein ffllr Ganz- und Halb|ahres-Abonnenten Ich bestelle hiemit die „Wiener Morgenzeitung“ für 1 Jahr. für ein halbes Jahr.. und erbitte als Prämie: aus Gruppe I. aus Gruppe U... Der Betrag von . geht Ihnen gleichzeitig per..zu. Ort.-..Adresse......- r Datum . ..-..... fflir Abonnementwertoer Ich bestelle fülle ein Jahresabonnement der „Wiener Morgenzeitung". Als Werbeprämie erbitte ich ... Per Betrag von ...geht Ihnen per. zu. Ort —.-.-...-.Adresse... Datum .........