Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2827 (11.1.1927)
- Date
- 1927-01-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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| Polen : 2S gfOSSyj Wien: Zorn Abholen iödet Expedition, II., Taborsti 1-3 •»der in einerVerachleißatelle »Trafik) monatl.& Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollzeile 11 Mit Postveraand für Wien Und Oesterreich monatlich & Schilling l'schecho Slowakei: Mon. K 22 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon« 6 Zloty Deutschland: Mon. (ha. 4. Fr an k, reich, Belgien: Mon. Frc?. 35 vsi Pj»uarh6hnnffe» »«r' elitltan Mt. 9827 Wiener Norgenseitung len» Aettsta?» 11. Mmer 1827 <8. Schewat 8687). I I»r«!t» »4» « 1 L» g I a n d: Mon. 4 Schilling. Italien Monat). 20 Uire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien:Mon.lOOLewa, S c hw e i % und das Übrige Ausland monatlich Frc«. 5 Redaktion, Administration: Wien, ItM Taborstr* 1 Telephon: 44-0-88. 48 8-19 Ab 6 Uhr abends Tele* Phon Jfr. 81-0-86 n. 81-309 Buchdrnckerei „ l NVA“ Vll., Lerchenfelderitraße 1 (pruekerei Jnva*) Oeeterreichischee Postspar* kassenkonto Nr 150 698 9. Solinotm Bahlsteg der Friedensparteien in Frankreich. Miller««» gelalles. S«Ma«r gewShtt. Im revaMoneüen Teil entlialtvne entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes k gekmnzeichnet. Hindenbmg will ein Rechtskabinett. De. Curtius mit derRegter««gSbttvung betraut. Streiemanu und die Deut chnarioualeu verröhnt Berlin, 10. Jänner. Das Wolffsche Burean meldet: Der Reichspräsident empfing ln den Abend» stunden den Reichswixtschaftsminister Dr. Cnrtius nnd erteilte ihm den A n f t r a g, d as n eu e K ab i - nett zu bilden. Dr. Curtius nahm den'Auftrag eittgegen, behielt sich aber feine endgültigeEntschließ ung betreffend die Uebepnahme der Kabinettsbildung vor, bis sich das Ergebnis der safprt ein- Meitenden B e r h a n d f u n g e n m i t d e n F r a k - Mo tt en des Reichstages Uersehen läßt. Dr. Curtius, der der Deutschen VoÜSparttzi angehört, hat vor ferner Betrauung bereits mit den Deutsch - nationalen verhandelt, die ebenfalls ihre Zustim - ntung gegeben haben, . daß er über die Kabinettsbildung verhandle. Gleich nach seiner Betrauung erklärte CurtiuS, es müßten B r ü ck e n n ach rech t s, zu den Deutschnationalen, geschlagen iverden (die, wie bekannt, die Außenpolitik des Pr., Stresernann, des Präsidenten . der . Deutschen Vollspartei, insbesondere' Locarno, äbgelehnt haben); er, Curtius, fei benn Reichspräsidenten beauftragt, V e.-Lhan d l.ungen v on' b e t :•Miii'i ■ nä.ch..r,e dj±S „ SU führen. 'V;':- v""‘- -■■■■ ■ Da das Zentrum ein Zusammengehen mit.den Deutschnationalen - Mchnt/ jedoch die Postßparttzi, die Deutschnationalen und die Bayrische Välkspartei. auf deren Anschluß an ein Rechtskabmett zu rechnen wäre, keine Majorität im Reichstag haben, dürfte die. Mission Curtius, der Traum des Marschalls Hindenburg, bald erledigt sein. Ikatschlaudr Sefhragen. Polnische BermutMH<n. Warschau, 10. Jänner. Die Polnische Telegraphenagentur meldet: .Kurjer Warszawfli" stellt in Besprechung der Frage der . o st d e utsche n Be f e st ig u ng c n fest, die Haltung Deutschlands, in dieser Frage beweise, daß es die Bestimmungen des Versailler Vertrages betreffend die Abrüstung, außergcht lasse .und entschieden aggressive Absichten ge gen Polen hege. Obzwar Artikel ISO dieses Vertrages, der Deutschland die-Verpflichtung auferlege, seine Festungen auf dem Stande vom IO. Jänner 1920 zu belassen, treffe Deutschläird straflos Vorbereitungen, die gegen den.;'Frieben in 0 steuropa gerichtet seien, wobei, es unumwunden zugebe, daß die Befestigungen von K ü n i g s b e rg,Lö tz e n und Glogau seit sechs. Jahren im-großen Mäße verstärkt worden sei. ... . Die Behauptungen Deutschlands, daß diese Festungen ausschließlich der- Verteidigung dienen sollten, - entsprächen nicht-der Wahrheit. In Königsberg hätten die Deutschen 50 Beton-Jnfanteriewerke von 60 Meter Tiefe und 2.3 Meter Dicke aufgeführt; die Mauern seien imstande, selbst dem Feuer schwerer Artillerie- -Widerstand .zu leisten und große militärische Krüftezu schützen. Die- Anordnung dieser'Werke'beweise, daß es sich darum handle, ,, aus Königsberg eine Festung, zu machen, die als- Zentrum des Befestigungssyftems in Ost-- -p reu sie n dienen soll. Das Blatt schließt: „Aus den genannten Tatsachen geht klär hervor, daß Königsberg und Lützen, das in derselben Weise befestigt ist, nicht. Berteidigungszwecken dienen, sondern im Falle eines Krieges als Operations- und Berpflegsbasis für die deutschen Armeen dienen sollen." Sir Serben Samuel. London. 9. Jänner. Der frühere Oberkmnwissär von Palästina, Sir Herbert Samuel, der zuletzt Vorsitzender der von der englischen Regierung eingesetzten Kohlenkommission war, ist wieder ins aktive politische Leben (er gehört der liberalen Partei an und war in deren letztem Ministerium, im Kabinett Asquith, Innenminister) znrückgekehrt. Sir Samuel hat nämlich den Vorsitz der liberalen Ortsgruppe des Londoner Kreises Paddingtore übernommen. Paris, 10. Jänner. Bei der gestern durchgeführten Erneuerung eines Drittels des Senates wurden 67 frühere und 41 neue Senatoren gewählt. DaS parteimäßige Ergebnis der Wahlen, ist ein Zuwachs von n e u n. Mandaten a n d i e L i n k e nnd die Bildung einer sozialistischen F r a k t i o n mit 16 Sitzen. M i l l e r and, de Selbes und Klotz sind unterlegen, Caillanr wurde gewählt. WahIbUauz. Paris, 10. Jänner. Die vollständigen Ergebnisse der Senatsersatzwahlen liegen nunmehr vor. Die 108 gewählten Senatoren verteilen sich auf die einzelnen Parteien, wie folgt: Aeutzerste Rechte 3 (Gewinn 1, Verlust 0), Rechtsrepublikaner 19 (Gewinn 6, Verlust 4), LmksrepuÜlikaner 19 (Gewinn 0, Verlust 8), Rechtsradikale 9, (Gewinn 8, Verlust 4), Radikale 44 (Gewinn 6. Verlust 12), Sozialistische Republikaner 2. (Gewinn 2, Verlust 0), Sozialisten 10 (Gewinn.8, Verlust 0), Kommunistische Sozialisten 2 (Gewinn 2). „ . Wdttche Wahlen. Paris, 10. Jänner. Die SenaLStvahlen verliefen im gayzm Lande ohne. Zwischenfall. .Drei Se-nals.d elä-. g r e r te'' (Wahlmanner)' . haben gestqvrr ^d nTo d g e - f u n d e n, davon einer-durch einen Mfall. Dieser lchtere» narnWs^K estv i n «rüs-Jfluist, - glift aus , als er den Zug besteigenwWe. Es wurden ihm beide Beine abge» fahren und er erlag den Verletzungen bei der Ueberführung ins Spital. In Stratzburg starb ein Delegierter, als er im Begriffe war, sich in das Wahllokal zu begeben. In Sirnope starb ein weiterer nach der Wahl. Reue U. S. A TkUppe» to Mkaragm getonDet. Der Konflikt mit Mexiko. Washington, 10. Jänner,' StaMsekretär Kellog hat mstgyteilt, daß Amerika, wenn es nötig sein werde, seine F l p t t e n st r.e i t k r ä f t e i n N i k a r a g u a verstär- -ke n werde.. Hnerika sei entschlossen^ jede Verbindung mit Mexiko uM der, aufständischen liberalen Partei Nikaraguas zu unterbinden. Präsident C o o l i d g e hat die amerkiauische Politik gegenüber Nikaragua m einer Sonderbotschaft an den Kongreß dargelegt. Wie aus Managua, " . gemeldet wird, wurden bei Las Perlas amerikanische Mari notruppen gelandet,/de«:n Führer die Umgehung der Stadt ManagM als neutrale Zone erklärte, und diese Maßnahme damit begründete, daß '- er Auftrag habe, den Waffen- und Mumtionslieferungen für die liberalen Truppen einen Riegel vorzuschieben. Mexiko appeMerl an de« Hoager Gerichtshof . Washington, 10. Jänner. Die Aeußerung des mrxi- 'kanischen Präsidenten. C a l l e s, wpngch der Konflikt wegen der mexikanischen Erdöl ge setzgeb un.g dem Haager -Gerichtshof unterbreitet werden könnte,-wird in hiesigen- Regierungskreisen als Fühler angesehen. Haaka« unter der naulonreuierung. London. 10. Jänner. Nach den letzten Meldungen ist die Lage in H ä n k a u v o l l ka m m e n ruh i g. Die K a nt o n b e h ö r d e n haben den englischen . Behörden mitgeteilt, daß sie die S i t u a t i o n b e h e r r s ch e n. Die englischen Banken haben bisher ihre Geschäflstätigksit nicht wieder ausgenommen, wie überhaupt die engsischen Geschäftsleute die von der Kantonesischen Stadtvevwalttrntz verfügte Kontrolle der europäischen Unternehmungen ablehnen. In Kiukia ng ist die Lage noch unklar. Die Plünderungen dauern fort, obwohl die chinesischen Behörden den mglischen Behörden Versicherungen gegeben haben, Ausschreitungen gegen , englisches Eigentum zu verhindern. Neuwahl des Kammerpräsidevte«. Paris, 10. Jänner. (Tel. Comp.) Die Kammer wird morgen, da durch die Wahl Raoul Perets in den Senat der Sitz des Kammerpräsidenten frei geworden ist, die P r ä s i d e n t e n wähl vornehmen. - Als Kandidaten werden die vier Vizepräsidenten- Vouilloux-Lafont (radikale Linke), Bouiffon (Sozialist), Bowissou (radikaler Sozialist) und Brunet (republikanischer Sozialist) genannt. Die Linkspresse^ kündigt die Absicht an, den Präsrdentensitz für die Linke zurückzugewimmn und als Kandidaten den Generalresrdenten von Marokko, Steeg, auf-- zustellen, -dessen Wahl ihr als gesichert erscheint. Gio Li«r-e«h? In den Wanidelgängen der Kämmer ging heute Ärs Gerücht über einen bevorstehenden,L i n k s c o u p um. Darnach sei damit zu rechnen, daß. dev der parlamentarischen Mitte; angehörende Marineminister Leyg n e s in der morgigen Ministerratssitzung seine Kandidatur, für das Kammerprasidium .ankündigen.werde. .Da^seine WM.indiesem -Falle als gesichert erscheint, erhält P o i n - c a 'r e, dochurchdie Möglichkeit,. dem aus den. Senatswahlen nach. linksJ durch Berufung eines Mannes der Linken, als der de Ker.guLZes.gengntch wiÄ,-Rechnungzu tragen.-’ - Der Senat. -wird dje Wahl seineß Bureaus .ayr Freitag vornehmen. Als 5randidäteN für die Nachfolge des. nicht wiedergewählten Präsidenten d e S e l y e § wevden' her Vizepräsident Leb.run, . Sen-ator Maurice Sarraut und die früheren Fmanzminister Clementel Und D o u m e r genannt. 61« netter HoInifAer Uttterrichtrmittiker. . Warschau, 10. Jänner. Der Stellvertreter des Ministerpräsidenten, Professor Dr. Bartel, hat das Unter»- richtsporteseuille, das er provisorisch leitete, znrückgelegt. Zum Minifler-wurde'der Senator Gustav Dobrnickiein den Rechtskreisen angehöriger Politiker, ernqnnt. Ae Sdmtthmeil der PalWitta-Regieruttg. Jerusalem. 10. Jänner. Im ersten Semester des Budgetjahres 1926/27 (April bis September 1926) Lstrugen die Einnahmen.der Palästina-Regierung Pfund Sterling 1,038.856 und die Ausgaben Pfund Sterling 947.630, davon ordentliche Pftnch Sterling 845.950 und außerordentliche 101.680. Die hauptsächlichsten Einnahmen sind die der Departements für Zoll Wesen! Pfund Sterling 400.298 (39 Prozent), Bahn, Post uutd Telegraph Pfund Sterling 253.537 (24,5) und Lizenzen^, Taxen ustv. Pfund Sterling 251.647 (24,3 Prozent) und die hauptsächlichsten Ausgaben Eisenbahnen, Post und Telegraph Pfund Sterling 231.100 (24,3 Prozent), Polizei und Gefängnis Pfund Sterling 134.443 (14,2 Prozent), öffentliche Arbeiten Pfund Sterling 132.500 (14 Prozent) und Grenzschutzkorps Pfund Sterling 76.955 (8,1 Prozent). niemals eine große Stromftörmlg in Wie«. Gesterir gegen halb 9 Uhr abends entstand durch einen Kabeldurchschlag im Simmeringer Elektrizitätswerk eine partielle StromstSrung, von der hauptsächlich der zweite und dritte Bezirk und ein Teil der Inneren Stadt betroffen wurden. In diesen Stadtteilen stand auch die Straßenbahn 13 Minuten lang still. Puch in anderen Bezirken, die mit den lädierten.Kabelsträngen in Verbindung stehen, versagte der Licht- und Kraftsttom. Die Stromstörung machte sich auch in dem Betriebe der „Wiener Morgen Leitung" fühlbar, der über eine Stunde lahmgelegt war. Etwaige Mängel unseres heutigen Blattes mögen daher unsere Leser diesem technischen Gebrechen zugute halten. Durch Umschaltungen konntet: im Laufe der Nacht den misten Betrieben Lichtuttd Kraststrom zugeführt werden. Um'Mitternacht wurde noch an der Behebung der Störung gearbeitet.