Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2826 (10.1.1927)
- Date
- 1927-01-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen; SS groszy 1 Vien: Zata Abholen in der Expedition, 11., Tabor atr 1-8 •der in einerVerachleißatelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkant in Wien durch die Kolporteure der Pirraa Goldschmied. 1., Wollzeile 11 Mit Postversand für. Wien Und Oesterreich monatlich & Schilling Tscheche Slowakei: •Jon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60 {Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Free. 85 Ntohsatttaoffso bei freiearbftboneen »erveb*1ten Wiener Norgen^eitung IPrcteWOgi England: Mon. 4 Schilling. Italien Monat]. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei ßulgarien:Mon.100Lewa. S o hw e i z und das übrige Ausland monatlich Frcs. 6 Redaktion, Administration: Wien, II«, Taborstr. I Telephon: 44-0-38, 43-3-10 Ab 6 Ohr abends Telephon Kr. 81-0*86 u. 31-200 Buchdhickerel „ l NVA" Vll., Lerchenfelderatraße 1 (Druckerei .Inva*) Oeeterreichisehes Postspar* kasaenkonto Nr 150 602 Mt.?828 Me«. Montan. lO.SÜntttr 1927 (7. Schewllt §887). 9. ftohtgattn koglands chlnefifche Riederlaffungen in den HSnden der AMSndlsche«. Sine Miede englische SrklSrnng. Im redaktionellen Teil cntöattcne enlgeltliche MrtteUuugen sind durch ein vorangesetzteS K gekennzeichntL Furchtbarer Theaterbrand in Kanada. Während einer Jirgendv-rsteÜurtg. Ueber LOS Tote, — Wilde Pa rk unter dev 1200 Zuschauern. Montreal, 10. Jänner. In dem hiesigen großen «tadtthoater brach , bei der gestrigen Nachmittagsvorstellung aus bisher unbekannter Ursache efe großer Brand aus, der im Nu den ganzen ZuschauiTtaum in dichten Rauch hüllte. Unter den ungefähr 1200 Züsch a u e r n, größtenteils kanadische n n d f r a « - zösische Knaben n n d Mädchen, brach eine wilde Panik aus. Alles drängte zum Am-zange, wobei viele Kinder von den. nachstürmenden Personen n i e d e r g e t r e t e n wurden. Nach drei Stunden konnte das- Feuer gelöscht werden. Ms 8 Uhr abends waren über 100 T ote g eb orgen. Semokrallfche Anklagen km amerikanischen / Sr^t. Washington, 8. Jänner. Im Senat griffen heute die Deut »kr a t e n die Politik -der Regierung in M e x i k o und Nicaragua an. Die Debatte wurde mit einer Rede des Senators R e -e d eröffnet, der die gestrigen Berichte über Erklärungen eines Vertreters des Weißen Hauses als M y st i f i k a t i o tt bezeichnete. Der Demokrat R o f l i n richtete ay den Präsidenten die-Warnung, die Regierung möge nicht das.-amerikanische Volk im Interesfe her. O e l b ä r o ne in einen.K r i e g h i n e in z« r r e n' lassen. Der Demokrat 'Wh-eTl'er erklärte, - die' Verein i gt e •» <S tri q t e t i ' n n t e r drückte n N icar a g u a. Das Mitglied der.' Farmer- und Arbeiterpartei S h i p st e a ö führte aus, wenn das Land in.. einen Krieg solle, so müsse der'Kongreß wissen, aus. welchem Grunde. Zwei der Regierungspartei angehörende ' Senatoren verteidigten die Politik des Präsidenten E o o l i d g e. Staatssekretär Kellogg wird in der nächsten Woche im auswärtigen Ausschuß über diese Angelegenheit berichten. Die krauzöstschen Senatswahlen. SemttSpräsident de Selves unterlegen. Paris, 9. Jänner. Bei den. heutigen Wahlen in den Senat sind im ersten Mahlgangs von 108 Senatoren bereits 63 gewählt,. darunter 2 Konservative, 17 Republikaner, 14 Republikaner der Linken, 6 unabhängige Radikale, 20 Radikale - und Sozialistisch-Radikale, 1 sozialistischer Republikaner und 3 Sozialisten. Jul zweiten Wahlgang, der über 44 Stichwahlen zu entscheiden hatte, wurden gewählt: 2 Linksrepublikaner, 1 unabhängiger Radikaler, 18. Radikale llnd Sozialistisch- Radikale, 1 sozialistischer Republikaner, 6 Sozialisten und 1 Kommunist. .15 S t i ch.w a h l e nsind noch im dritten Wahlgang erforderlich. Unter den Gewählten oder Wiedergewahlten befinden sich' P a r t h o ü, P e r e t, Präsident der Kammer, Leon Berard, Caillaux, Clementel, Fernand David, Renault, der Generalresident von Marokko Steeg. Unter den Unterlegenen befinden sich der frühere Minister Albert, Senatspräsident de Selbes und der Kabinettschef Harriots, Israel. In : die Stichwahl kommen Miller and und Polizeipräfekt Morain. . Der N a t i o n a l e B l o ck : hat im ganzen a ch r Sitze verloren. Furchtbare MenboßMastro-he in Rußland. Moskau. 0. Jänner.. Der Schnellzug Irkutsk- Moskau ist gestern bei der Station Arsakh 95 Kilometer von Moskau entfernt, entgleist. Hiebei wurden. 115 Personen getötet und 26 verletzt, darunter 19 schwer. 49.999 Patronen 1« die Lust gestoge». Reval. 9. Jänne» Heute früh ereignete sich imMumuonsdepot bei. M a s g i st e im Bezirk Tartu 'ehre Explosion, bei der 40.000 P q t r o n e n attdülDO r a n a t c n in die Luft flogen. Me. nsche»leben sind nicht zu beklagen. Eine strenge Untersuchung wurde angeordnet. London. 8. Jänner. Das Reutersche Bureau meldet aus Schanghai: Aus japanischer Quelle verlautet, daß die Chinesen Mehrere englische Niederlassungen in Klukiang besetzt haben. Es bestätigt sich, daß es den chinesischen Trupps» unmöglich ist, die Ruhe im. englischen Konzessionsgebiet anfrechtzuerhalten,. das'sich in Gefahr besindet. Die Zollbeamten haben sich auf ein amerikanisches Schiff geflüchtet. Es wird Iveiters offiziell erklärt, das; der englische Konsul auf eigene Faust den sndchinesischen Behörden die Polizei in: englischen Konzessionsgebict überließ, entgegen den Absichten des Foreign Office, das die Verteidigung des Konzessionsgelnetes plante. Indent sie sich bereit erklärten, vorläufig Sie Gkivve. Kviue befvUdere Ausbreitung inWien. - -Dm ''aus sästallen Teilen -Europas eintreffendsRt.- Weldnngen über das epidemische Auftreten der Grippe hat naturgemäß" eine „Grippepsychose" geschaffen. ..Jeder harmlose Schnupsetl, jede zu dieser Jahreszeit häufige Erkältung Wird jetzt allzu rasch als Grippe bezeichnet. Im städtischen Gesundheitsamt ist aber von einer be- ■ sonderen Häufung von Grippeerkrankungen.nichts b e- 1 quitt Es sind jedenfalls die notwendigen und möglichen Vorbereitungen getroffen, um gerüstet dazu stehen. Trübes, feuchtes mW nebliges Wetter bevorzugt gewiß die Verbreitung der Grippe, während kaltes und sonniges Wetter sie hindert. Das schlechte Wetter der letzten Tage hat wohl einige Grippesälle' gebracht, die aber alle einett leichten Verlaus nahmen. Die Epidemie in Skandinavien. Aus Kopenhagen wirü gemeldet: In Däne- .matf hat sich die Grippeepidemie in den letzten Tagen über das ganze Land verbreitet und nähert sich mit. großen Schrittett der Hauptstadt. Das Gesundheitsministerinm hat umfassende Maßnahmen getroffen,, jtm die weitere Verbreitung der: Epidemie ztt' verhindern. Bisher sind mehrere Todesfälle zu verzeichnen. Auch in No rwe ge n tritt die Seuche bereits in mehreren Orten auf. Wasiella Korrlrra wird beute dem Laubesgeeicht eiugelielett. Die unter dem Verdacht des Raubmordes.an der MUchverschleißerin Marie L u st i g verhaftete Bedienerin Wasiebka K o c z i e r a wurde gestertt im Sicherheitsbureau einem letzten Verhör itnterzogen,. bei dem sie trotz aller gegen sie vorgebrachten Anschuldtgungen ihre bisherigen Aussagen aufrecht erhielt. Nachdem ihr gestern auf der Klinik Hochenegg ihre schwerverletzte rechte Hand neuerlich verbunden worden war, wird heute das Sicherheitsbureau - die beschuldigte Bedienerin dem Straflandesgericht überstellen, . ' Große vrruntreuuugen einer Bahnkasfierr. Ant 2. Jänner ersuchte der Personenkassier des Franz- Josefs-Bahnhofes, der. 37jährige Hermann Neu mann aus Böheimkirchen, einen Kollegen, ihn in dm nächstm Tagen zu vertreten, da er erholungsbedürftig sei. Als er sich aber nach einer Woche noch immer mcht einfand, berief man ein Kontrollorgan, das feststellte, daß bei der Verrechnung Neumaims ein Fehlbetrag von rund 17.000 Schilling zutage trat. Den Abgang von 9000 Schilling hat er durch Fehlbuchungen zu verschleiern versucht. Da der Bahnkassier gut französisch spricht, nimmt man an, daß er versucht hat, ins A u s l a n d zu flüchten. sämtliche englischen Streitkrösie zurückzuztrhell, um die unmittelbare Unterstützung der chinesischen Truppen gegen die Aufständischen zu erhalten, hätten sich die brttichen britischen Behörden durch die Vertreter der Süd-Regierung betören lassen, die sich auf diese Weise durch Ueberraschung in den vollständige Besitz, der englischen Kolonie gesetzt hätten. Zlvei Mitglieder der englischen Gesandt schaft sind nach Hankau abgereist, um eine Untersuchung über die Lage einzuleiten. Der englische Gesandte in Peking soll seiner Regierung empfohlen haben, von nun an eine energische Haltung einzunehmen. Ei« MorSverfilch. -Der arbeitslose Gastwirt Josef Schewner hatte . jeir mehr als. einem Jahre mit der Gastwirtin Magdalerra P. im g-emeinsamen Haushält gelebt, war jedoch wegen seiner Arbettsscheu von 'der Frau aufgeforderi worden, die gemeinsame Wohnung zu verlassen. Infolge der Weigerung des Mannes hatte die Gastwirtin auch die Räumungsklage eingebracht. Da sie der Mann wiederholt bedrohte, schlief die Frau stets in dem .Klubzimmer ihrer Gastwirtschaft. : Sonntag früh, alsdie 17mhrige Tochter der Gastwirtin das Lokal öffnete, stürzte sich Schönner auf sie. Das Mädchen flüchtete , zu ihrer Mutter in das Klubziminer und versperrte die Tür von intten. Schemter ergriff einen Bierschlegel, hieß damit in die Tür ein Loch und schoß mit einem Trömmelrevo'lver durch die Qs-ffttung auf seine früihere Lebensgefährtin, die sich aber mit ihrer Tochter durch einen zweiten Ausgang in Sicherheit gebracht hatte. Als ein Sichersteitswachmann das Lokal betrat, jagte sich Schenner selbst eine Kugel in den Kopf.'Er wurde zunächst ins Wiedner Krankenhaus gebracht. Berhastuug einer Heiralrschwludler». Freitag gelang cs der Polizei, einen Schwindler fest» zunehmen, der in . den letzten Monaten mehrere Frauen unter der Vorspiegelung eines Eheversprechens um namhafte Bettäge betrogen hat. Der Heiratsschwindler, der frühere Handlungsgehilfe Otto Trost, hat in nicht ganz zwei lMonaten die ansehnliche Summe von 31.000 Schilling erbeutet, von denen nur 13.000 zustande gebracht werden konnten. Die erste Anzeige gegen Trost erstattete ein Kinderfräulein, dem er die Ehe versprochen und 18.500 Tschechen kröne» herausgelockt hatte. Bald folgte ihr eine Trafikant in nach> der er 9900 Schilling dadurch entwendet hatte, daß er sie begleitete, als sie in der Bank diese Summe behob urck dann die Handtasche, die die Banknoten enthielt, gegen eine ebenso ausschende, iebod) nur mit Papier gefüllte vertauschte. Schließlich wurde auch eine Hausgehilfin festgestellt, der Trost ein Heiratsanerbieten machte und 3300 Schilling herausschwrudelte. Bei einer Ho fr ats witwe, die im 3. Bezirk wohnt, hatte sich Trost als Revisor der Südbahn vorgestellt und war sogar in der Uniform eines Eisenbahners erschienen. Er bewohnte bei der Dame eine Zeitlang ein Kabinett itt Untermiete. Die HofratAvftim' muH ihr Vertrauen mit 3300 Schilling b^ahlen. Houston Steward Ehamberlain gestorben. Aus B a t r e u t h wird gemeldet: Gestern nachmittags ist hier der Schriftsteller Houston Stewart Chamberlant im 70. Lebensjahr gestorben. Ehamberlain war trotz seiner englischen Abstammung extrem deutjchnattonai und tKrt sich wtederholt auch antisemitisch betätigt. Er war mit eine Tochter Richard Wagners verheiratet und hat veMiedeuc Mlysophische und voMwirtsthastliche Bücher verfaßt.