Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2823 (7.1.1927)
- Date
- 1927-01-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wien: Zttö' Abholen indet Expedition, II., Taboratr 18 oder in einerVereekleißstelle (Trafik) roonatl.6 Schilling Straßentrerkauf in' Wien durch die Kolporteure det Firma Go 1 dachmied. Wollzeile 11 Mit Poatversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche - Slowakei: Mon.X 82. Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich. Belgien: Mon. Free. 85 tf*eh»*!tiaaffea de, P»»U* «rbSbaair«n ♦«» ehatten Wiener rmryT'TFi England: Mon.iSchillmg. Italien: Monati. 20 tire ftumünien: Mon.iTOtei BulgarienrMon.lOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. b Redaktion, Administration: Wien, IL, Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 48 819 Ab 6 Ohr Tel. 81-309 VH., Derchenfeldirttfaße 1 (Druckerei Oesterreicbischee Postspar* kassenkonto Nr 150 693 St. 9823 Wien, Attila«. 7. M«»et 1827 (4. Scheust 8887). 9. Mraam, Im redaktionelle« Teil entbattene entgeltliche MtteUnnge« find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. I. de T Piowall s Winterspezialitäten weiße und braune Gansleberwflrste, ge* selchte Gansbröste und Bügel, Bratwilrstel u. Augsburger, Zungenpreßkopf sind wieder in allen unseren m Verkaufsstellen täglich frisch zu haben. Sir Windham Sechs in Warschau. Vine Erklärung des polnische» Innenministers üvep den Zionismus. Warschau, 6. Jänner. Vorgestern erschien Sir Windham De e d s m Begleitmrg des Sejm-Deputierten Grnubaüm beim Minister des Innern, General Slawoj - Sklad ko w skr, mit dem er ein sehr ein. gyheudes Gespräch hatte. General Deeds teilte als den Zwech seiner Reise mit, daß sein Besuch in Polen der Aufbauarbeit für das jüdische Bülk im eigenen Land in Palästina gewidmet sei. Der Minister betonte, daß die pplnische Regierung zu dieser Fräge eine ganz posit i v e S t e l l u n g einnehme und mit der z i o n t - stisch cu Id ee sympathisiere, % da die Frage der Wiedelrbelebung des -.jüdische» Volkes eine der schönsten und erhabenste n B e strebnngen nnserer Zeit sei. ' Dann kam die Rede Auf diepolnisch-jüdischen Beziehungen im Lande seM, wobei der Mnister erklärte, daß die Beziehungen Mischen Inden und Polen aufs beste geregelt werden, weilMf beiden Seiten der g u t e i U I e hiezu vorhanden sei. , . Am selben Tage stattete Sir Windham Deeds dem Mnister des Aeußern, Z al e s k i, einen Besuch ab, der gleichfalls sehr herzlich verlief. GeneralDeeds empfing Abordnungen verschiedener jüdischer Organisationen und besichtigte die wichtigsten Mischen Einrichtungen. . Sie deutsche« Kleinstaaten habe« feine SMembercchtismm. Eine Rede de- RetchsiuneuministerS. Stuttgart. 6. JaNner. (Wolfs.) Auf der Lairdesver-- sammlung der deutschen demokratischen Partei in Württemberg und Hohenzollern hielt Reichsminister des Innern Dr. Külz eine politische Rede über Deutschlands Gegenwart und Zukunft, -in der er - u. a. auch auf die privatwirtschaftlich^ und staatSwirtschaftliche Enüvicklung Deutschlands zu sprechen kam. In den w ir t s ch a ft l i ch e n Verhältnissen seien —- führte er aus — manche Airzeichen. einer langsamen Besserung vorhanden, aber die' Ziffep der Erwerbslosen sei nach wie vor eine schwere Sorge. Die staatlichen Finanzen seien auf das ü u ß e r st e a n g e s p a n n t. Der endgültige.FinanALusgleich zwischen Reich, Ländern und Genreinven werde ein hartes Stück Arbeit sein. Cr werde zwangsläufig das Problem der V e r w a l t u n g s r e f p r m in Fluß» bringen, hie und da vielleicht auch an dep S t r u k t u r d e s D e u tschen Reiches nicht Halt machen. Liliput-Staaten, deren Dasein nur auf dynastischen Traditionen beruht und nicht auf innerer staatlicher Lebenskraft, hätten keinen Anspruch wehr auf Eigenstaatlich- Vit. Der deutsche Staatshaushalt. Berlin, - 6. Jänner. (Wolff.)' Der Etat . für 1927 t)t nunmehr dem Reichstag zugegangen. Er schließt in Einnahmen und Ausgaben jiir die allgemeine Reichs- Verwaltung mit 8.526,479.185 Mark, für die Kriegslasten mit 1.976,903.207 Mark, ab und befindet sich damit im Gleichgewicht. 81« LbllkommMr Kr SeffarMeu ««tz die Möwina. Bukarest. 6. Jänner. (Orient-Radio.) General Rase.ano ist zum Ober kommt s sä r für Bessarabien und die Bukowina ernannt worden. Wm verlangt Selbstbestimmung. Hankau ln der Hand der AufWndi che». — Hie Arbeiterschaft droht mit Senerelftrelf. — Pogromfchrecken in der britischen fiolonfe. — Schaushai in Panik. London, 6. Jänner. Das Reutersche Bureau veröffentlicht' heule aVendS eine ö f f e n v a r inspirierte Erklärung über die Lage in Hankau, in der es unter anderem heißt: Die Notwendigkeit, von den Waffen Gebrauch zu machen, wird sich hoffentlich vermeiden lassen. Nach den vorliegenden Berichten scheint die Regierung von Kanton in her Lage zu sein,'die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Frage, ob der Bol s ch e w i s m u s für die Gestültmrg der Lage in Hankau verantwortlich ist, wird man wohl nicht uneingeschränkt bejahen müssen. Der Ausgangspunkt der Bewegung ist der Wunsch der Ehin esen, ihr Land selh st zu verwalten. Die britische Politik entspricht dem und sie ist, abgeseheit vielleicht von den Bereinigten Staaten, früher zu diesem Ergebnis gekommen» als die der anderen Mächte. Ein allgemeines Ueberemkommen über die Politik gegenüber China hat nicht bestanden und England hat nichts getan» was gegen den Geist der Verträge von Washington verstößt.^ •' ' . ' Eine britische Kriegsflotte unterwegs. ' London, 6. Jänner. Alle britischen Korrespondenten in Hankau uiÄ)Schanghai sehöu..dst Lage a13 ern ft aal, •; da. M Falle-einest.Erfolges '.ptzr Extremisten. in', Hankau diese'd i e s e fib e' $£ e th o d i t u MMa il-gh a-i* zur >Än-,' . Wendung bringen würden wie d i e~ Arhei tex sch a f t offen-ihrer, Billiguv.g der' Vorgänge - -in. Kanton Ausguck verleihe. ... . > ' ' / .. •: Der -Versuch, durch Aufreizung der britischen Dftrrinesoldaten, auf die Menge zu feuern, die Gefühle gegen Grotzbritmurieil zu erregen, ist durch die ' ■ Zurückziehung der Murmetwtppm mrf die Kriegsschiffe vereitelt worden. Die Angriffs Menge, sind hauptsächlich gegen die Engländer in Hankau gerichtet, doch sind ' alle A u slän der hiodurch betroffen. Die Haltung T s ch a n g t s o l i n s ist' unklar und sein Haus in Pekiug wivd wie' eine Festrmg beivacht. Die britische Admiralität trifft' Borbereitmtgen zur. EntsLndunss - einer zweiten aus neuen Schiffen mit 9000 MänN bestehenden Z-erstörerflotille nach China. . Die englischerr Kraue« und Kinder. London» 6. DezsmLsr-. -DäS Reutersche Bureau meldet aus S ch an gh ai: .Die britischen Frauen und Kinder sirtd aus Hankau. I t sch a n g und K i a u k i a n g weggeschafst worden. Die Männer in Hankau sürd an sicheren Orten z'usa.mmengezogen. Infolge der' sehr erlisten Lage'.sind, bie Handelshäuser in der britischen Konz-ession .geschlossen worden. Man hält es für nicht ausgeschlossen, daß das K o n z e s f i o n s g e b i e t g e r a u m t wird. Eüle spätere Reutermeldung aus Schanghai besagt, daß dort beunruhigende Gerüchte verbreitet sind, denen zufolge die Auf'ständischen völlig die Herrschaft über Hankau'q-n sich gerissen und die. P l ü n d e r u n g e n - auch auf den Hafen Orchou.s?) am Iangtseflüß übergegriffen hätten. Englische Marinesoldaten tvurden, als sie sich an' Bord begaben, angsgriffen Und m i-t Steinen b e-° w o r f e n. Der e n g l i f ch e G e n e r a l k o n s u l mutzte den Schutz, einer ch ine fischen Eskorte in Anspruch rrehmen. Alle verfügbaren Seestreitk r ä.f t,e sind schleunigst von Schanghai nach Haittau abgegangen. (Dev Poftvomschvecken 1« Hankau. Lostdou, 6. Dezember.. Der Sonderberichterstatter der „Daily Mail" in Hankau berichtet voil gestern nachmittag, die britische Kolonie sei in äußerster Gefahr. Ihre.eiirgige Stütze seien die chinesischeil Truppen, die jedoch nichts gegen den zunehmenden Fanatismus uuternonnneil hätten. Ailgesichts der gestern geplmlterl Landung englischer Marinesoldaten .habe der Minister des Auswärtigen der Kanton« rsgierung erklärt, wenn ein einziger Schutz abgefeuert würde, würde das britische Viertel angegriffeil werden. Die EingeborenLnpolizei habe sich geweigert, im Fremdelwiertel Dienst zu tun. Heute nachmittag sollm alle Arbeiten! ei u ge stellt werden. Die Arbeitern erbände verlailgen» , daß die Kantonregieruilg dem britischerl Koilisul . e i u I 72 stün diges Ultimatum stelle, in dem die Entwaffnung d e r - e n gli..s'ch e n Freiwilligen und der Polizei verlangt wird. Im Falle einer Ablehnung soll der G e n e r a I st r e i k proklamiert und das britische Viertel blokiert werden. Die hälboffizielle Erklärung der eugli,chLv. Re- -giermig läßt erkennen,, daß., das chinLstsche ' Problem in seiner ganzen Schwere aufgerosti ist. Es ist eines der umfangreichsten politischen Erdbeben eingetreten, das für den Augenblick nur die englische .Position bedroht, in der wetteren Entwicklung aber alle europäischen Jitteressen angreifen muß. Das Problem ist. so groß, daß es sich mit dem gewöhnlichen Mittel Europas, mit Len Waffen nicht, beikommen läßt. . China verlangt die Selbstbestimmung und . diese'Forderung, erhält diesmal ihr Gewicht dadurch^ daß' sie von' der Arbeiterschaft aufgestellt wird. Die britische Regierung hatte vor kurzem an bk Mächte ein Memorandum gerichtet, in welchem eine Revision, der Politik , gegenüber China vorgeschlagen, die auf dev''Wafhiü-üton«r -.Konfereirz - vom Jahre 1922 dex.-Pestn-. ger^ ÄegieWng'zugesagte'.Surtaxe auf alle jene Zölle/ dui 'zur''OichSrttng 'der chinesischen Auslandsschulden im Gesa'nttLeträg von. 160 Millionen Pfund durch. bri-> tische Konnnissäre eingehobM und an die Custodian-BanL in Schanghai -aLgefuhrt-. werdm, zu erhöhen. Dieser Vorschlag sollte, die' durch die haWolschstpisttsche Kpwnuntang-! Partei hart arrg-egriffene Pekmgregierung stätcken. Frankreich und Japan, die die Gelegsnhett sahen, den eirglischen .Einfluß zu schwächen und sich mtt dev Kanton-Rsgftrung auf guten Fuß zu - stellen, lehnten das englische Memorandum glatt ab; Amerika gab keine Antwort, während Italien die verblüffende Erklärung machte, es. habe Üepetts genau den gleicher: Vorschlag der Kanton-Regierung übernnttelt.. Es zeigt sich also, daß die europäische ' Front gesprengt' sei. Die Kantonregierung, die sty-rk unter russi-i schein Einfluß steht, entwickelte nun ihre volleantienglische MivttäL. Bei einer Stvatzenrauferei .m. Hanckau, dem großen Hafen am Jangtse, wurdet^ nun drei, britische Soldaten getötet. Als die englische Hafenbchörde die . Verhaftung und Auslieferung der chinesischen Schuldtragen« .den forderte mnd Truppen laichen ließ, brach der Aufftand los, dqr nunmehr auch das reiche und mächtige Schanghai bedroht. Die Lage ist so, daß die brstische Admiralität beretts eine Zerstörerflotille absendet. England 'ist an einem seiner heikelsten Punkte angegriffen und isoliert und die Weißen im fernen Osten durchleben den Pogromschrecken \t seiner finstersten Form. Sa» Raudftaafeiiproblem. Zwischen Rußland und dem Völkerbund. AtiiSkau, 5. Jänner. (Wolff.) Das Kommissariat für auswärtige Angelegenheiten hat die Mitteilung erhaltendaß dqs Estländische Ministerium des Auswärtigen dem bevolluiächtigten Vertreter der Sowjetunion in Estland amtlich erklärt hat, auf der Zusammenkunft der Minister des Aeußern Estlands, Finnlands und Lettlands sei der Wunsch aller drei Staaten festgestellt worden, die Verhandlungen mit der Sowjetunion ü b e r e i n e n G a r a n t i e p a k t fortzusetzen unb durch gegenseitige Zugeständnisse zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. In einem Interview hat übrigens, wie aus Reval gemeldet wird, der estländische Außenminister erklärt, in der Konferenz der Außenminister der drei Randstaaten sei;bie Notwendigkeit der Zusammenarbeit im Bökerbund erkannt worden. Die baltische Gruppe sei berechtigt, einen Sitz im Bölkerbundrat zu fordern Ler Kircheufamvs i» SRtgBo. Vewyorl, 6. Jänner. (Reutep.). Die Blätter metdeti ans Mexiko: In Paras de la Fuente (Staat Coahuilä) hat eine Gruppe von etwa fünfzig he was rüste« Katholiken mehrere Regierungdbeamte angog.ri ffe n. Diese setzten sich zur Wehr, wurden ober schließlich überwältigt. Bei dem Kampfe wurde der Führer der Arbeiterpartei q e t ö t e t.