Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2821 (5.1.1927)
- Date
- 1927-01-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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j ppfcfl f flSyoggy { Wien: Zum Abhojen io der Expedition, II., Taborstr. 1-3 oder in einerVersehleißstolle (Trafik) mooatl.5 Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, l., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 6 Schilling Tsehecho - Slowakei: MomK82. Jugoslawien: Mon.Oin.60. Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 3b y*«fci»hl«BR6B sei Preis« )rhaben ge n »erSebstten nt. mi Wiener Morgenrettung Wien. Mittwoch. S. Manet 1927 <8. Schewat 5687). I Preis ite g'l En gl an d:Mon.4Schilling. Italien: Monat!. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien: Mon.lOOLewa. S c hw e i z und das übrige Ausland monatlich Pres, 6 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-8-1» Ab 6 Uhr Tel. 31-203 VH., Lerchonfolderstraßo 1 (Druckerei Java“) Oesterreichisches Postspar« kassenkonto Nr 150 693 ■mMwaasny»a#i»piiFiiiOTawa S. Mtaana I« redaktionellcrr Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Asm und Maba palästinensisch? Jerusalem, 4. Jänner. Me „El Achram" meldet, wurde in der zwischen Palästina und dem Hedschas schwebenden Grenzfrage durch die Vermittlung Englands eine Einigung erzielt. Danach wird England Jbn Saud den ihm zukommenden Teil derEinuahmender Hedschasbahn zahlen, die in ihrem südlichen Ende durch das Gebiet des Wahabikensultans geht.' Das wäre dann wohl die Abfindung für M a a n u « d A t a b a, den Hafen Palästinas am Roten Meer, mit deren Abtretung an Palästina sich Jb» Saud bisher nicht einverstanden erklärt hatte. Blutige engllsch-chinefifche Zusammenstöße. London, 4. Jauner. Das Foreign Office erhielt heute eine offizielle Meldung aus Shanghai, wonach gestern vvrinittags mehrere hundertChinesen mit G e w alt in die britisch e K o n z e s s i o n v o n Shanghai eingedrungen find. Da die S i - tuation bedrohlich war, erhielten die britischen Marinetruppen Befehl, mit d e m B a j o n e t t gegen die Eindringlinge vorzugehen. Dabei wurde e i n C h i - n esc getötet und drei verwunde t. Ein englischer Offizier und bi er Soldate.n. w u r d e n v e r w n n d e t. In H an kau ist cs zu Zu s am m c nft ö ßeu. zwischen C h i n e s e it jt.n d e it g l i.s ch e n. M a-r i.n e ": f o l ha t e n gekommen, wobei d r ei engl ische S o l d a t e n g e t o t e t wurden. AuM auf eine Kaserne in MM. 15 Aufständische hingerichreL. Mexiko, 4. Jänner. (Wolfs.) In Leon (Staat Guanajuato) griffen 200 Ausständische eine K a s e r n e an. Sie wurden von den regulären Soldaten zurückgeworfen und verloren 10 Tote. Etwas später wurden 11 Rebellen, darunter 6 angesehene Bürger der Stadt, von den städtischen Behörden verhaftet unh hin gerichtet. Miedet Äömpse in Serien. Paris, 4. Jänner. Nach Meldungen aus Beirut wurd; eine von M Arrasch befehligte 'Abteilung der Drusen, die sich in Ruscheid^festgesetzt hatte, von ciner französischen Kavallerieabteilung g e s ch l a g e n. Die Drusen verloren 20 Töte. Den Franzosen sollen zahlreiche Gefangene und eine erhebliche Beule in die Han'»- gefallen sein. Ali Atrasch selbst habe sich nur Dank der Schnelligkeit seines Pferdes retten können. Ae Bodenerwerbans in Ztaasiotdaniea. Jerusalem, 3. Jänner. Die Lransjapdanische Regierung hat vor kurzem ein Gesetz erlassen, das ausländischen G e s e I l s ch a-f t e n und re l i g i u' äsen Vereinigungen gestattet, in Tvansjordamen Boden zu.erwerben. Der arabische .,El-Narmulk" bemerkt dazu: „Aus der Fassung des Gesetzes geht hervor, daß die englische Regierung die zionistische Bewegung auch nach Trans>jor.danien hinüberzuziehen trachte. Wenn der Name der Zionistischen Organisation auch nicht ausdrücklich genannt wird, so gibt der erste Artikel des Gesetzes doch eine leichte Ha abhabe, sich seiner für den gewünschten Ziveck zu bedienen." r« ttalieuisch-albanischtz Patt vor dem BSIketbund- Tirana, 4. Jänner. (HavaZ.) Die italienische Regie- 7 rung hat die albanische Regierung vel.s;ändigt, daß sie der Registrierung des Zusatzantrages zu dem it a l i e - nisch,albanischen Pakt durch den Völkerbund zustkmme. Rene StdWße in KMotnien. Rem York, 4. Jänner. In Kalifornien sind gestern " - u e E r d st ö ß e verspürt worden. In vielen Orten sind Gebäude e i n g e st ü r z t. Der Bulkan Black - D u t e, 10 Meilen östlich der anrerikanischen Grenze auf mexikanischem Gebiet, ist w i e d e r a k ti v geworden. Polen, Litauen Jet polnische Außenmlniftet Warschau, 4. Jänner. (P. T. A.) Minister des Aoußern Zaleski hielt heute im Autzenaus schuß des Saftn ein außenpolitisches Expose, in dem er u. a. 'erklärte. alle Bestrebungen, die darauf abzielen, Unterschiede zwischen der Befriedigung des Ostens und jener des Westens Europas zu schaffen, widersprächen dem Gerste des Friedens. Die Politik Polens werde immer dahin zielen, die Frage der Sicherheit Europas ass ein einziges Problem zu behandeln. Nach einer kurzen Darlegung'über das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen erklärte der Minister weiter: In unseren Beziehungen zur Sowjetunion sind in der letztem Z?it keine bemerkenswerten Aendecungen emgeiretem Während der Verhandlungen betwffend den Ost- Pa k t hät Polen .niemals den Wunsch gehegt, irgendeinen . gegen Rußland gerichteten Block aufzurichten. Wir. wünschen den Abschluß eines Paktes oder ' eines Systems" °v o n Pä k t'e n, das a l l e Staaten im Osten Europas umfassen würde. Rußland, da-8 Spwdsrpakte vorzieht, har einen solchen lediglich mit L i taue n abgeschlossen. Er hat jedoch keinem Her - beiden Vertragsteile - große Vorteile gebracht. . ... - ‘ Vir WM M OMMWAbiuer. Der Kardinal als Kortesch. . - Butschest;' 4? Jairüer.' Morgen j’ und Donnerstag finden die' Wahlen der zwei R ab bi N e r statt, welche im'Sinne des neuen Oberhausgeseh'ez als die Vertreter der ungarischen Juden als l e b e n s l ä n g l i ch e M itglieber ins ungarische Oberhaus einziehen sollen. Morgen wird die Wahl des Vertreters der orthodox e -n I u d e v f ch a f t durchgeführt - werden . und übermorgen wird der Vertreter der neologen und Statusquo-Gemeinden geviählt wevden. Wählend bezüglich der Wahl des orthodoxen Vertreters Einmütigkeit herrscht und daher die Wahl des über 80 Jahre alten Oberrabhiners der Vudapester ovthadoxen Gemeinde, - Koppel Reich, feststeht, ist der Wahl des neologen Rabbiners eine geradezu widerwärtige Agitation zugunsten des Budapester Oberrab'öiners Doktor Sinwn Hevesi vomngegangen. Mit Rücksicht auf den - Terror, den die Gruppe Paul Sandor, Kultuspräsident Dr. Mexander Le derer Ach ihre Garde von Geschäftsjournalisten seit Wochen auf die Wähler in Budapest und in den Provinggemeinben übrn und jede oppositionelle Regung' unterdrircken, ist es mehr als wahrscheinlich, daß ihr Kandidat Dr. H e v e s i auch durchdringen wirü. Formell werden den: Gesetze entsprechend je drei Kandidaten namhaft gernacht. Auf dor orthodoxen Liste die Oberrahbimr R e.i ch - Budapest, Moses Rosenb a u m - Kleinwardein und Josef Groß-Pomaz. Die Neologen nominieren' die Oberrabblner Dr. Simon H e v e s i - Budapest,- Dr.' Immanuel L ö w ° Szegediir und Dr. Bola Bernstein-Sryirsgyhaza. Die Wahlen werden von Zwei Kandldiermrgsausschüssen Vorgenomrnen, denen je zehn weltliche und fünf vabbinische Mitglieder der beiden Richtungen angehören. In der letzten Minute noch haben die Wahlagitatoren Dr. H e v e s i s eine Aeußerung des katholischen Fürstprimas C z v r - noch zugunsten Dr. Heve.sis pvovaz^rt,' was in den weitesten stidischen Kreisen als unerhört Taktloisigkeit 'Widerwillen hervorgerufen hat. Jet gadenpantt in der deutschen Stndenten' schalt. L'crlitt, 4. Jänner. Der Vorstand der deutschen Studcnt«nschoft hat. wie die Blätter nreldcn, die Studentenschaft der UniverMt H ei delberg offiziell verständigt, daß lle Beziehungen zu ihr g elöst sind. Damit ist der Beschluß,deö Bonner Studententages in Kraft getreten, worig den Heidelberger Kommilitonen inis dem Ausschluß gedroht wurde, falls sie nicht ihre Verfassung den Grundsätzen der deutschen Studenten- und ~ '' '. übet die Randftaaienlrage. In övzug auf die letzten Ereignisse in Litauen — fuhr Zaleski fort — haben wir vollkommene Ruhe bewahrt und wir haben auch für die Zrckunft nicht die Absicht, uns in rein innere Fragen Litauens eiuzumischen. Die aufreizeudeu Erklärungen der Leiter der netten Regierung in Litauen haben uns nicht veranlassen könnerr, unsere Ruhe auszugeben, denn wir sind an eine solche Demagogie gewöhnt. Polen wird imnrer bereit iein, gutnachbarliche Beziehungen nrii Litauen herzustellen. Litauen wird früher oder später anerkennen, daß es einzig und alleir Polen seine Unabhängigkeit verdankt. Koazentratwnslager für volitische Hüftliag» in Liraaen. Kowno, 4. Jänner. Die Regierung beschloß die Er» richtung eines Konzentrationslagers in dem Städicher Varna, in welchem die politischen „Femde der neuer Ordnung in Litauen" interniert werden sollen. In den letzten Tagen wurden mehrere Personen, obgleich sie schon viele Jahre in Litauen leben, als staatsgcsäyrlich aus Litauen ausgewiesen und unter Bewachung cm die Grenze gebracht. fchäft än'gleichen. Der Konflikt bezieht sich äuftden Juden-' Punkt, da der deutsche Stühententag sich dem-Terror der Hakenkreutzler. aus Wien. und Prag gefügt hatte. Der pre-ußtsche Kultusminister hat. dem deutschen ShÄentNrstag.,.wie^schon gemeldet, eine Frist bis 1. Mävz zur Auf Hebung des Arierparagraphen gesetzt. Ztadentenftteik in Kairo. Kairo, 4. Jänner. Die Siudcnien der Juridischen Fa> kultät an der hiesigen Universität sind in den Streik getreten, um gegen die Anwendung des Französischen als Unterrichts- und Prüsungssprache zu protestieren. Die Studenten fordern, daß alle Vorlesungen und Prüfungen ausschließlich in arabischer Sprache abgehalten wer den. Seftetteich verlangt die Beftitigung des tschechasiowakifchen Visnms. BkEanntlich hat der österreichische Ministerrat vor einiger Zeit die Einleitung einer Mion zur Beseitig u n g ^d e s Visumzwanges beschlossen. Im Verkehr mit denr Deutschen Reich, der Schweiz und dem Freistaat D a n z i,g genügen für die österreichischen Bundesbürger und vioe-versa für die Heimatsberechtigten^ der genannten Staaten als Reisedokumente zum GrerltzüberlriLt die ordnungsmäßig ausgestellten Reisepässe ihrer Heimatsstaaten. Ein Visum ist nicht mehr erforderlich. In weiterem Verfolg dieser Aktion hat her österreichische Gesandte in Prag, Dr. Marek, namens der österreichischen Regiemng beim Prager Außenamt den konkreten. A n trag 'gestellt, den Visumzwang im Reiseverkehr zwischen Oester re i ch und der Tschechoslowakei zu besetti gen und über die näheren Modalitäten der Kontrolle des Grenzübertrittes sofort die Verhandlungen aufznnehmen. Der Aushebung des Visums staitden bisher m beiden Staaten fiskalische.Bedenken entgegen. Oesterreich bestritt nämlich euren großen Teil der Kosten seiner Vertcetunq in'der:tschechoslowakischen Republik aus 'den Visumgebühren. Nunmehr scheint man doch die üskalischen Rücksichten zugunsten der Erle Gierung des Re chwerkehres zuvii ckgestellt zu haben. Sutglrisavg riner Persovrnruger. Paris, 4. Jenner.. Wie dem „Echo de Paris" aui Lille gemeldet wird, ist ein von Cambra! kommender Person e n z u g ".nweir von Cateau entgleist. Die Lokomotive und drei Wagen sielen aus dem Geleise. Hiebei wurden einige Personen verletzt. Der Such Schaden soll beben ten d sein. 5949