Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2816 (30.12.1926)
- Date
- 1926-12-30
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981903--28614-3016666- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
M, ZM MM, DvErstvs MtzXL Morse«-eM«s W. LLMNV« WSK HMk s "*■ ■*- "»•'E‘.---.- .'.".... -> , —m---. . i|,«"i!i''.^...'..|";";n|J-t,1 ,J» <!•«»*■. .. Der Moderne Haushalt Ae Sonne ist der Wüsche Feind. Rasenbleiche, Sormenbleichc w-ar das Universalrczept Urgroßmutters zur Erzielung jenes blendend weißen Linnen, das ihren Stolz ausmach,te, und von dem heilte noch die Frauen sagen rtnd träumen. Me Wäsche wurde nach der Bearbeitung mit Seife, Soda, Rumpel und Bürste auf der hiezu bestimmten Rasenfläche ausgebreitet, mit der Gießkanne des öfteren überrieselt uitb der Bleich- Wirkung voil Frau Sonne nnsgesetzt. Die Wäsche wurde wirklich schneeig weiß, was tu bet Doppelwirkung der Sonne und des sauerstosfspendenden Rasens zu suchen war. Urgroßmutter wußte nicht, daß die abertausend Grashalme, auf denen ihre Wäsche ausgebreitet lag, rmunterbkochen Sauerstoff ausatmen, der im Vereine mit den Sonnenstrahlen die so heiß begehrte Bleichung hervorzauberte. Sie kannte nicht die Ursache», sondern nur die Wirkung.-Sie mußte auch nichts davon, daß die Sonrle mohl die Wäsche bleicht, daß sie diese aber auch ganz empfindlich schädigte, viel, viel empfindlicher, als dies heute bei den modernen, wissenschaftlich erprobten Waschmcthoden und Wafchmitteln der Falt ist. Wenn ihr diese förmlich zerstörende Sonnemvirkung niemals sinnfällig ivurdc, so mar es deshalb, weil ja die Sonnenbleiche imr einen Teil des Jahres möglich und weil das Leinen damals viel, viel robuster und widerstandsfähiger ivar als die heutigen Gewebe. Die wissenschaftlichen Forschungsarbeiten der letzten Zeit haben sich viel mit den schädlichen Wirkungen der Sonnenbleiche auf die Wäsche befaßt und ftitb samt und sonders zu Schlüssen gekommen, ivelche die Hausfrauen erschrecken müßten, wenn heute nicht schon" Rasen- und Sonnenbleiche aus anderen Gründen — rueift fehlt Rasen und Sonne — mehr oder weniger für die Mehrzahl der Hausfrauen nicht mehr in Betracht kämen. All die wissenschaftlichen Forschungsergeb,tiffe über die zerstörenden Wirkungen der Sonne ans die Wüsche reihen sich praktische Versuche. Interessant und belehrend ist ein Bericht, den Karl Hauser, der Leiter einer großen deutschen Seifenfabrik in Zentralamerika, über diesen Gegenstand verfaßte. Dort stehen Sorme und Rasen den waschenden Frauen in Hülle und Fülle gu Gebote und werden auch kräftig genützt. Hauser schreibt: „Im ganzen Lallde sind Soda wie Seifenpulver in keitler Familie bekannt und es würde sich auch keine Frau finden, die ihre Wäsche über- Haupt, wie bei uns -üblich, kochen und waschen würde»' alle waschen kalt, zu Hause oder größtenteils im Fluß, ilur ,uit Seife, daim wird au der Sonne gebleicht, und es gibt wirklich eine sehr' schöne, weiße. Wäsche, wie man sie bei ,ms wenig zu sehen bekommt, aber ihr Verschleiß ist ein ungemein großer! Voll Anfang machte ich die Beobachtung, daß mein« Wäsch«, jedesmal, wem, sie von der Waschfrau znrückkam, immer dünner wurde und immer verblichener aussah, bis sie. nach ein paar Wäschen wie ein Spinngewebe an allen Ecken und Kanten auseinanderfiel, was mir in Deutschland nach so kurzer Zeit nach der Reinigung mit sauerstosftzattigen Wasckmitteln nicht ausgefallen ist! Auch fiel mir auf, daß die Einwohner nach ganz kurzen Zeitabschnitten mit neuen Waschanzügen und neuer Wäsche ans der Bild fläche erschein eil. Als später meine Frau eintraf, übernahm sie die Bearbeitung der Wäsche selbst. Sie tausch nur mit' guter Kernseife, ohne Soda und Pulver, bleichte aber all der schönen Sonne. Sie stellte nach einigen Monaten fest, daß der Verschleiß der Wäsche mit Sonnenbleiche wenigstens dreimal so groß ist, als bei dem in Deutschland üblichen Waschen mit sauerstoffabgebenden Seifenpulvern. .Man kann hier ferner beobachten, daß in den Fenstern aus gespannte neue Leinwand, die einige Wochen der Sonne ansgesetzt ivar, ohne daß sie gewaschen nmvbe, .einem in «eit Händen zerfällt." BLAIMSCHilNS Pflanzen-Margarine TERNO Unerreicht in Qualität und Preis! Brzcugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwiirdcn des Herrn Oberrabbiners 8. Fürst Hart in' ‘ jiseta HiMlsta! Ueberall erhältlich u* KARU ÖLAIMSCHEINS vereinigte Margarine- und Butterfabriken, Wien, 14. Bez., Diefenbachgasse 59 Es gibt heute noch viele Hausfrauen, die. der Sonnen- und Rasenbleiche Tränen nachweinen. Zu ihrem Tröste und zur Warnung derer, die heute noch die Sonne zuin Wäschebleichen benützen, seien diese Zeilen geschrieben, die vielleicht auch dazu beitragen iverden, das da und dort noch vorherrschende Mißtrauen gegen die modernen Waschmittel und Spezialfeifen zu zerstreuen. vom Reinigen im Haushalt. Einige Kapitel Sisyphusarbeit. Der Waschtag. Me moderne Haushaltführung wird wie jede andere moderne Betriebsführung immer mehr auf den maschinellen Betrieb eingestellt. Die großen Schrecken. des Gründlichmachens und des Waschtages werden gemildert durch Hilfsmaschinen und Hilfsapparate aller Art und neu. erprobte Waschmittel, gute Seifen mit und ohne Zusatz von Terpentin, Salmiak und Benzin, möglichste Vermeidung von Soda und möglichste Einschränkung jeder mechanischen Arbeitsmittel. Bürsten und Rumpeln sind für die Schonung der Wäsche von ganz besoickerer Bedeutung. Die amerikanische Hausfrau, die über keine Waschküche verfügt, vertraut ihre Wäsche einer guten, einwandfreien Dampfwäscherei an, und auch bei uns bürgert sich das Aus-dem-Haus-geben der Wäsche immer mehr und mehr ein. Die Hausfrauen aber, die ihre Wäsche im Haus behandeln, müßten dafür Sorge tragen, daß die Waschküchen irr den Häusern mit modernen Apparaten verseherr werdeir. Cs gibt wundervoll konstruierte Wasche Maschinen, irr denen fünf Kilo Wäsche irr 18 Minuten eirrgeweicht, gewaschen, ausgekocht, geschwemmt, gebläut und getrocknet iverden können, rtttb kann man sich ganz gut vorstellen, daß sich die Parteien eines Hauses gemeinsam eine solche Waschmaschine anschaffcn und daß es in ben Familien nicht mehr notwendig sein muß, Schunchwäsche wochenlang bis zum, Waschtag anfzubewahren, svnderrr' daß jede Partei einmal irr der Woche ihre schmutzige Wäsche in 20 bis 40 Minuten bügelfencht ans der Waschküche in die Wohnung bringt. Die Wäsche, die aus diese Art während des ganzen Wasch- und Trockenvorganges überhaupt nicht mit der Hand der Hausfrau in Berührung kommt, ist so blendend weiß und so geschont behandelt, daß sich ein solches' Heimchen am Herd in jedem Haus für die Hausparteien bald amortisieren würde. Zwei Vorgänge der alten Waschmethode werden irr der neuen Zeit vollständig perhvrresziert, das ist das Wascherr mit der Bürste nrtb das Schwemmen, mit kaltem Wasser. Ersteres greift das Gewebe an, das Schwenunen mit kaltem Wasser macht die Wäsche aber mit der Zeit grau. Man erspart, .das Rumpeln urrd Bürsten, wenn mau das richtige Waschmittel anwcndet. Die Kosterr, die ein altmodisches, nrnständliches Waschen verursacht, sind so groß, daß jede Arrfwendung für. ncvderne Apparate und jede Mehrausgabe für die richtigen Waschmittel sich reichlich lohnt. Ausstellung „Die FviM von Hvuür", 8. Bcz.. Msorjrr. Lj, Mazzirnin, Eintritt frei! Donnerstag, 80. d., Hallb -U Uhr: Bubikopf und Abendkleid (Herr Nef-ger); halb 4 Mr: „Von der Kchle durch Gas in die Küche" (Direktor Fantl); halb 6 Uhr: „Faschingskrapfen und Siwcisterpunsch" (Fr. Neinhart); Freitag, Samstag und Sonntag bleibt dre Ausstellung geschlossen. Wiedereröffnung Montag, den 8. Jänner, halb 11 Uhr vormittags: Ecstchtsmassage und Teintpflege mit Demonstrationen (Helene Poßl). 3mal schnell sauen: Kochen Brateu Backen Bügeln Baden Heizen Waschen nur mit SiemciK-Gasüpparatcit TEILZAHLUNGEN VERKAUF: Alserstraßc 20, Ausstellung „Die Frau von Heute“, VIII, Alserstraße 23, Kochschule, Alscratroßc 20. Bei jedem Installateur. An« dem Reich der Küche. Uobcr allgemeirren Wunsch bringen wir spezielle jüdische Menus und Iverden wo notwendig, die Bezeichnung (milchig,- beifügen. , FischrSnppe (milchig). Man lasse Sellerie, Petersilie und gelbe Rübe, ganz fein geschnitten, mit einem Seidel (ein Drittelliter) weichem Wasser eine Viertelstunde lochen, während man Milch vom Fisch eine. Stunde nMcrr< ffodann aus dem Wasser heraüsbebt uiid in esiwm. reinen Tops eine halbe Stunde ein Seidel (ein Drittelliier) Wasser kochen läßt: hieraf schütte man beides zusammen, mache aus frischer Butter helle Einbrenn, gebe sie. in die Suppe hinein, lasse alles zusammen eine Viertelstunde mrskochenj __ und bevor man die Suppe zu Tisch gibt: wird sie noch mit 3 Eidottern abgefprndelt und über die Semmel gegossen. Gebratenes Rindf'eifch. Ein schönes Stück Rindfleisch (1. Kgr. für 4 Personen) lvird geklopft, damit es breit wird. In eine Mischung von 3 bitteren Mandeln, je einer Prise Salz, gestoßenem weißen Pfeffer, gestoßenem weißen Ingwer werden 70 Gr. (7 Mg.) klein geschnittenes Rinds mark eingewickelt, und mit demselben wird das Stück Fleisch besteckt, sodann wird dasselbe zusammengeroltt wie eine Wurst, mit Spagat rings herum gebunden, das Ganze wird dann noch so viel als möglich gespickt. In eine Pfanne werden 2 Zwiebeln, 1 Petersiliemvurzel, 1 kleine Sellerie, X gelbe Rübe, alles klein geschnitten, 14V G-ü.rmin (12 Dkg.) Ganssett gegeben. Auf att dieses wird das gerollte, gespickte und gesalzene Fleisch gelegt, ein viertel Liter weißer und ein viertel Liter roter Wein wird darüber gegossen, hierauf wird das Fleisch in der Röhre langsam gebraten, nur mutz man es öfters mit der eigenen Sauce begießen: auch kann man, wenn die Sauce eingekocht ist, y« Liter gute Suppe zugießen. Ist das Fleisch weich, nimmt man den Bindfaden weg und schneidet schöne Scheiben. Bon der Sauce schöpft .man . altes Fett herunter, läßt dieselbe durchpassieren, gibt etwas, davon über das Fleisch, der Rest wird extra in die 'Sauerere gegeben. Gefüllte GansbkUst. (Für! -1 Personen.) Das rohe Fleisch wird vom Bein gelöst, recht kein gehackt, dazu Eier, 1 Stückchen erweichte Semmel, ein wenig Ingwer,. Knoblauch, -L-alz Pfeffer, einige süße und bittere Mandeln, etloaS Zitronenschale gegeben, alles das gut gerührt. Diese Masse wird auf das Bein gelegt und dann mit der Haut vom Hals der Gans zugenäht. Dieses wird dann r'nit 1 Seidel, sein drittel Liter) Wasser und einem Stückchen Gansfett in der Röhre gedünstet. Griendalten (milchig). (Für 0 Personen.) % Liter ^ampfgries wird in Atilch so dick wie zu Anflauf gekocht; der überkühfte. Grieß wird mit 4 Eiern in einer Schüssel recht gut abgetrieben, eine Prise Salz, 80 Gr. (8 Dkg.) Zucker, die Schale von einer Zitrone, 4 rohe Eidotter und zuletzt der feste Schnee ans 3 Eiweiß wird dazu gegeben und gut abgetrieben. Aus dieser Masse schneidet man mit eurem Löffel schöne runde Leibchen, legt sie in eine Kasserolle, in welcher man Butter hat heiß werden lassen, drückt die Laibcheu im Fett etwas breit und bäckt die Dalken schön gelb. Nachdem sie etwas üverkühlt sind, bestreicht man die Dalken mit guter Marmelade, bestreut sie mit zerstoßenen Mandeln imd gibt sie so zur Tafel. Fragen und Antworte«. Frau Ä. Ri in Salzburg. Wie entferne sch Flecken, mit Rändern aus „leinen Marmorplatten? — Es gibt ein sch: gntep, wivbs.ES Putzmittel, das aus England tzeruLerkornmi nnv aus einer australischen Pflanze erzeugr Wied. Dieses Mi!- u’l, auf die Marmorplatte au>Mtragen, eine Weile daraus belassen, dann trocken a'l'M'wischt und mit einem. Flanelltuck nachpolrert, verleiht der Mavmorplatte das AuSselhen. wie wenn sie gang neu wäre. Fräulein Lieschen W . . .. .. ., Landstraße: Wie VehanÄe ich meine kleine Wüsche aus der Reise? — Ms ReisetoäM' elgnet sich ^besonders leidene Untevwätsche, dis man leicht durck Ausdrücken in einer leichten Seifenflockenlösung reiiügier'i kann. Ebenso werden seidene Strümpfe behandelt. Taschentücher werden in lauem Wasser eingeweicht, dann mit Seifenflocken in hei hem Wasser gewaschen und geschwemmt, gut ausgedrückt und in feuchtem Zustande an die Fensterscheiben aufgeklobt; glatt gestrichen trocknen sie rasck und sind daun wre gebügelt. wäscht fü1,|ganz Wien! ZENTRALE;VI'WALLGrA-'TEL' 3 5-20 SERIL- Uberaahmsülellen m federn aessfrk: THgllctier Autoverkehr In olle Bezirke zweck» Abholung vom Hause! Graf suppen —— WÜRZE 2E2, (unter Auf»loht de» Nßdd. $. JFOrtt «muht Suppen und Saucen doHkit 44