Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2815 (29.12.1926)
- Date
- 1926-12-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Biawi Wien: Znm Abholcn mdet Expedition, U,Taborstf 13 oder in einer Verschlei fistelte (Trafik) mönatl.5 Schilling Straßeftterkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. I., Wollzeile 11 Mit Poatversand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Fr ankreich, Belgien: Mon. Pres. 35 Naehsabinnjjen bei PieuerbCban<te v »etvebeiten Wiener Morgenjettung 1 Pr«,» »O a I England: Mon. 4 Schilling. Italien Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei BulgarieniMon.IOOLewa. S c hw e i z Und das übrige Ausland monatlich Frei. 6 Redaktion, Administration: Wien, II«, Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-10 Ab 6 Ohr TeL 31-209 TU., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva*) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr 160003 Sk. S81S Wien, Mittwoch. LS Dezember 1926 (24. Lelieth 8887). 8. Mrgaua I« redaktionellen TeU enthaltene entgeltliche MtteUungcn find durch ein vorangesetzteS E gekennzeichnet. Ihre Bibliothek kann ohne Ge'd- Ausgaben bereichert werden! wenn Sic sofort das Ganz- oder Halbjahrsabonnement der „Wiener Morgenzeitung" elnzahlen und uns Mitteilen, welches der nachfolgenden Werke wir Ihnen gratis senden sollen. fahresabounenten erhalten nach Wahl: losepkus CTaviu* ■ SÄMTLICHE WERKE, ln drei eleganten Prachtleinenbänden. Mehr als 2000 Selten, schönster, klarer Druck, holzfreies Papier, oder ■ .GESCHICHTE DER JUDEN. Drei vornehme Ge^chenkbäude. 2200 Seiten stark, oder &i>cm JHCedün nan PALÄSTINA. Ein herrl.Lexikonbaud m B00neuen ■H Bildern' aus ErezIsrael in meisterhatterReproduk- WWW Hon. Text v. d, berühmten FÖrschungsreisendeh. - HaJbJanresabonnenten erhalten-nach.Wahl: rWKtSO-S«»». Jtesftf ' -- ■ FEUILLETONS. Zwei geschmackvolle Geschenkbände: ' 700 Seiten stark Jidfaif (f3ö0km DIE ZIONISTISCHE BEWEGUNG. Zwei Bände in einem hocheleganten Großoktavband. 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Somit erlischt die Wirksamkeit der Bankenkommisfion mit Ende dieses Monates, ohne daß an deren Stelle eine andere Kontrolloinrichtung tritt. Die Bankenkommission wird in den nächste« Tagen ihre Tätigkeit einstellen, die Akten versiegeln und den berufenen Stetten übermitteln. Die Regierurrgsvorlage zum Konsultorengesetz wird nach Neujahr im Unterausschutz in Beratung gezogen werde». Vorher werden aber noch von allen hiefür in Betracht kommenden Körperschaften Gutachten eingeholt werden und erst auf Grund dieser Gutachten wird man dann in die meritorlschen Beratungen dieser Vorlage eingehen. Der Terror in Waue«. Maffenver-a,Nmgen, Zensur, Noufirkaliouen. Kolvno, 27. Dezember. Das neue Rregiime zeigt bereits seine Krallen; wie jede reaktionäre Bewegung, operiert es mit dein Mittel des „Schutzes vor dem Kommunismus", das dazu verwendet wird, die gegnerischen Elemente zu zermürben. In den letzten Tagen gab es Massen verhaft ungen von Personen, die angeblich des Kommunismus verdächtig sind. Unter den Verhafteten befinden sich etwa 180 Juden. Die Verhafteten kommen- ' ' - ■ vor ein Feldgerichts das sehr rasch arbeitet und auch rasch mit Todesstrafen bei der Sand ist. Am ersten Verhandlungstage wurden vier Todesurteile gefällt (darunter gegen zwei Juiden, einen Buchdrucker mnd einen Bäcker) und zwei Angeklagte zu lebenslänglich e m Kerker verurteilt. Der Vorsprache einer Abordnung der Kownoer Bürgerschaft, der auch der dortige Rabbiner Schapiro angchörte/gelang es, knap'p vor der Vollstreckung der Exekution beim Staats prälsidenten Smetona die Beg.nadigung der vier znm Tode verurteilten Personen zu erwirken. . Die Zensur. halt dlie Presse unter strenger Uebeuvachung; die aus-, läntzische Presse wird einer scharfen . M i l i t ä r z e tt- Lü-r' unterzogen; iü.den letzter) .Tagen:wurden unter. anderem konfisziert: die in Paris srscheinenden rüssischen. Zertungen '„Dm" und. stPoslewnie Mwosti^, .ferner die „Pra g e r.P r ess e" und das Rigaer-jüdische Tag- Rütt- „Frülhmorgen", ebenso die. Rtgaer „Sewodn'ia". . Bezeichnend für die Willkür des neuen Regimes sind - zwei Ereignisse, über die die hiesige jüdische Stimme" berichtet: Die Paßbehörde im Ministerium des Innern hat in-den letzten Tagen schon n a ch den letzten Ereignissen dem jüdischen Ssjmdeputierten E. Fink elfte in einen Auslandspaß und Visum cmsgksolgt. Gestern erschien jedoch beim Deputierten F-inkelstein ein Beamtendes Ministeriums, der erklärte, über höheren Befehl ■ - den Patz widerrufen zu müssen. Deputierter Finkelstein mußteden Paß wieder ausfolgen. lltber Nikaragua nach Mkrika. Die amerikanische Intervention in Mittelamerika. London, 36. Dezember. Rach einer Meldung aus Managua hat der liberale Präsident von Nicaragua S.ac a s a an Amerika eine Protesterklärung geschickt, in der er gegen die Landung amerikanischer Marinetruppen Einspruch erhebt. Er spricht der amerikanischen Regierung jedes Recht zu derartigen Interventionen ab. In Washington haben bereits mehrere Kongreßmitglieder die Ansicht geäußert, daß die Landung amerikanischer Marinetruppen an der Küste von Nicaragua für die Regierung der Bereinigten Staaten Schwierigkeiten zur Folge haben werde. Senator Borah erklärt, die Revolution in Nicaragua sei zu einem großen Teil von Leuten in Washington h e r v o r g e r u f e n, deren Aufenthalt in Nicaragua nicht einzig und allein mit geschäftlichen Gründen motiviert werden könne. Nach großen Anstrengungen, hat er es durchgescht, daß von der außenpolitischen Senatskommission sofort eine Untersuchung über die amerikanische Truppenlandung beschlossen wurde, um festznstellen, ob die Landung nur den Zweck gehabt habe, den Präsidenten von.Mexiko Calles heranszu fordern. Der „Kriegsbericht", . Washington, _ 28. Dezember. Admiral - L a t i m e r,; her die, ge.«rodeten amerikanischen Truppen befehligt, berichtet dem Staatsdepartement, daß die Truppen der.konservativen Regierung bei Las Perlas von den liberalen Streitkräften nach mehrtägigem Kampfe geschlagen worden seien. Er habe den fliehenden Konserva' tiven dm Rückzug in das neutrale Gebiet von Bluefseld unter Androhung der Entwaffnung unter,agt, da- Das Anette, die Tendenzen der Regierung kennzeichnende Ereignis ist das SpielverVot für das jüdische Theater in Kowuo. Der dortige Milttärkontmandartt - begründet gegenüber der Presse diese von ihm als vorläufig bezeichnete Maßnahme damit, daß im Mischen Theater keine streng verantwortliche Kontrolle vorhanden sei, tveshalb die Möglichkeit bestehe, daß sich im Theater verdächtige Elemente (!) ansammeln, welche die öffentliche Ruhe stören könnten. ' Sehr durchsichtig sind die Tenldenzen der Regierung tu dem Jnterwiew verdeutlicht, das Ministerpräsident Waldemaras dem offtziösen Blatt „Ritas" gab und in dem er sich über das Verhältnis zu den nationalen Minderheiten wie folgt äußerte: Die Regierung führt eine staatlich nationale Politik,-ihr Ziel ist die :Schaffung eines Ti taut schon Natt o n a l st a a t e s, sie wird nur mit jenen Parteien Msmmitenarbeiten, die das gleiche Ziel verfolgen. Don einer Rache-Politik kann nicht die Rede sein, die Regierung; wird aber von jedem Achtung vor dem Ütamschen Staat verlangen. „Der- Umsturz^, setzte der' Ministerpräsident sortz „hat die . Rechte der - M i n d e r-h '-e i t e n!. liicht .berührt,/MiRog-ierung n. d dieses Rechte isteinem 'dVsHH^sWsgen.". .. ANigesichts - der Tatsache, daß in. Litauen . .vier Minoritäten (Deutsche, Polen, -Weitzmffen,Juden)' leben, die ungefähr die Hälfte der Gesamtbevölkerun'g ausmachen, ist das nationalstaatliche Programm der neuen Machthaber eine Gefahr. Keine Aenderungen im Mischen Sejmklub. Die Ko-vnoer „jüdische Stimme" ist vom Präsidium des Mischen SejnEktbs' erntächtigt festzustelleit, daß die (auch von uns übernommene -- Die Red.) Meldung eines Rigaer Blattes, wonach einige jüdische S-sjmdeputierte ihr Mandat zurück-gelegt hätten, nicht den Tatsachen entspreche. Vorläufig habe der ' jüdische Sejmklub- M dieser .Frage noch keine Stellung, genommen. mir'es nicht zu Zusammenstößen zwischen den anrerikatrischen LandurOt truppen und den. verfolgenden liberalen Streitkväften komme. Ein Waifenstillftand. Managua, 28. Dezember. Die beiden in Nicaraglür um die Herrschaft ringenden Parteien haben einen W affe tt st illstand geschlossen, um die während der letzten viertägigen Kämpfe Gefallenen beerdigen zu können. Die deutsche Regierungskrise. Berlin, 38. Dezember. Ueber die politische Sijchation schreibt die tägliche Rundschau": Voraussichtlich dürste ein Mann der Rechten mit der Wsgverungsbildung betraut werderr, der versuchen wird, ein Kabinett sämtlicher bürgerlichen Parteien zu bilden.. Sollte dieser. Versuch und der weitere Versuch, jegegebenenfalls ein Kabinett ohne die f e* mokraten 3,1t bilden, mißlingen' wird, wahrschc'nsich wieder die Mitte mit der ' Neubildung ' der Regierung betraut werden müssen. Sollte ein Kabinett auf dieser Grundlage abermals im Reichstag scheitern, dann bliebe wohl nichts anderes übrig als die N u flösung des Reichstages. tzkleichteruug der Paßkontrolle in Marburg. Aus Belgrad wird gemeldet: Ter Berkehrsminister hat das Marburger Mkomnten, betreffend die gemeinfame Paß- und Zollman'ivulation in den österreichisch-fugoslstwischen Grenzstationen ratifiziert. Darnach darf diefe Manipulation in Hinkunft höchstens 35 Minuten beanfpnrchen.